PFAD Mecklenburg-Vorpommern: Seminar „Rückführung – Visionen und Illusionen aus unterschiedlichen Perspektiven“ am 27. Juni 2008 in Ludwigslust
Im Themenspektrum Vollzeitpflege ist Rückführung ein sensibles und kontrovers diskutiertes Thema. In der Debatte “Ersatzfamilie oder Ergänzungsfamilie” prallen die fachwissenschaftlichen Meinungen aufeinander und auch die stets knappen Kassen wirken hier hinein.
Der Sinn des Wortes “Rückführung” legt nahe, dass jemand in eine vertraute Umgebung zurück begleitet wird. In Wirklichkeit geschieht bei Rückführungen zumeist das Gegenteil: Ein Kind wird in eine ihm unbekannte Situation geschickt. Die Herkunftsfamilie hat sich seit der Herausnahme des Kindes verändert. Neue Partner, manchmal auch neue Kinder kamen hinzu. Ist es also ein Zurück, ein geführter Ablauf? Wie kann man solche emotional aufgeladenen Prozesse verantwortlich lenken? In diesem Kurs betrachten wir Rückführung als Eingriff in die Lebensgeschichte der Kinder, der leiblichen Eltern und der Pflegeeltern. Aus allen, also auch aus fachlichen Blickwinkeln, sollen Erwartungen und Befürchtungen thematisiert werden. Kinder, ebenso wie leibliche Eltern und Pflegeeltern, bedürfen einer kompetenten Begleitung. Patentrezepte gibt es hierfür nicht, gemeinsame Überlegungen können helfen, Lösungswege zu finden.
Veranstalter des Seminars ist der PFAD Bundesverband in Kooperation mit mittenmang, der PFAD–Landesgruppe in Mecklenburg-Vorpommern
Referenten sind Ricarda Wilhelm, Fachanwältin für Familienrecht, und Karl Heinz Struzyna vom BMFSFJ (angefragt)



