Forschungsprojekt „Schizophrenie und Elternschaft“

Posted on Dezember 6, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

Kinder von schizophren erkrankten Eltern versuchen häufig selbst, Lösungen für die Belastungen in ihrer Familie zu finden und übernehmen damit eine zu hohe Verantwortung. Wenn ihnen zudem die Fertigkeit zur Entspannung oder Ablenkung fehlt, weisen sie schnell erhörte Aggressionswerte auf.

Zu diesen Ergebnissen kommen die Wissenschaftler des Forschungsprojekts „Schizophrenie und Elternschaft“. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt wird von Prof. Dr. Albert Lenz und Prof. Dr. Johannes Jungbauer von der Katholischen Hochschule NRW geleitet. Die DFG hat das ursprünglich für zwei Jahre bewilligte Forschungsprojekt nun um ein weiteres Jahr verlängert.

Seit Januar vergangenen Jahres beschäftigen sich die beiden Professoren und die Diplom-Psychologin Juliane Kuhn mit dem in der Forschung bislang wenig beachteten Thema der Elternschaft von schizophrenen Patienten.

Ziel ist die Untersuchung von Belastungen und Bewältigungsstrategien in Familien mit einem an einer schizophren bzw. schizoaffektiven Störung erkrankten Elternteil. Bisher haben die Wissenschaftler Daten von 386 Patienten erfasst. In einer weiterführenden qualitativ orientierten Familienstudie, in der alle Familienmitglieder, also die Patienten, der Ehepartner und die Kinder, ausführlich zu ihrer Lebenssituation befragt werden, konnten bislang 35 Familien untersucht werden. Durch die Verlängerung des Forschungsprojektes wird nun möglich, die angestrebte Zahl von 60 Familien zu erreichen.

„Die Rekrutierung der Studienteilnehmer, die die spezifischen Kriterien, also Diagnose und Elternschaft, erfüllen, erweist sich als sehr schwierig und zeitaufwändig“, erklärt das Forscherteam. „Um das geplante Arbeitsprogramm mit der angestrebten Stichprobengröße trotz des außerordentlich hohen Rekrutierungsaufwandes umsetzen zu können, haben wir die Datenerhebung auf Bundesebene ausgeweitet.“ Dazu soll die Kooperation mit der LWL-Klinik Paderborn und die Zusammenarbeit mit Uni-Kliniken in Heidelberg und Leipzig weiter ausgebaut werden.

In der renommierten Fachzeitschrift „Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie“ (Heft 10/2008) erscheinen in diesem Monat zwei Aufsätze des Forscherteams mit ersten Ergebnissen zur Studie:

  • „Coping bei Kindern schizophren erkrankter Eltern – eine täuschend gut Bewältigung“ und
  • „Zwischen Verantwortungsübernahme und Autonomieentwicklung: Jugendliche mit einem psychisch kranken Elternteil.“

Quelle:  Sozialarbeitsnetz Newsletter 49 / 2008

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