Berliner Erklärung des Bundesforums Familie zur wertorientierenden Erziehung

Posted on Dezember 8, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: |

Am 25. November stellte das Bundesforum Familie die „Berliner Erklärung zur wertorientierenden Erziehung“ als Teilergebnis eines zweijährigen Projektes vor. 2006 beauftragte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Bundesforum Familie mit dem Projekt „Kinder brauchen Werte – Bündnisinitiative: Verantwortung Erziehung“.

„Kinder brauchen Werte? Wir sagen Kinder haben Werte, sie müssen aber in ihrer Werthaltung unterstützt und gestärkt werden“, so Norbert Hocke, Sprecher des Bundesforums Familie. Es heißt in der Berliner Erklärung: „Die deutsche Gesellschaft hat sich in den letzten 40 Jahren erheblich verändert. Emanzipationsbewegungen, Migration und soziale Ungleichheit sind einige Stichworte, die Aspekte dieses Wandels beschreiben.“ Deshalb braucht eine Gesellschaft Maßstäbe für soziales Handeln, die zugleich Grundlage für ihren Zusammenhalt und ihre Weiterentwicklung sind. Weiter heißt es: „Als unhintergehbarer Ausgangspunkt für einen Konsens über bestehende Grundwerte gilt die UN-Menschenrechtserklärung. In ihr fließen die Werte aus vielen Kulturen der Welt zusammen. Dazu gehören die Anerkennung der Menschenwürde, das demokratische Prinzip, Solidarität, Gerechtigkeit und Freiheit.“

Das Bundesforum Familie erklärt, dass Werte nicht nur als abstrakte und theoretische Vorstellungen zu behandeln sind, sondern auch die Aspekte der Lebensführung und der Emotionalität enthalten. Deshalb kommt der Lebensgestaltung von Familien und insbesondere den Kindern selbst eine besondere Bedeutung zu. Kinder wachsen in öffentlicher Verantwortung auf; sämtliche Generationen tragen Mitverantwortung. Deswegen ist es für den Aufbau von Wertekompetenz nötig, Familien bei der Gestaltung der nötigen Rahmenbedingungen zu unterstützen sowie öffentliche Erfahrungs- und Bildungsräume entsprechend zu gestalten.

Konkret fordert das Bundesforum Familie dazu auf, Position zu beziehen und den gesellschaftlichen Dialog zu gestalten: Wo die Würde von Menschen missachtet oder infrage gestellt wird, brauchen wir den Mut zum Nein-Sagen. Familien müssen darin unterstützt werden, ihre eigenen Werte zu reflektieren und für ihre Kinder einsichtig zu machen. Die kulturelle Diversität und religiöse Vielfalt in Tageseinrichtungen für Kinder und Einrichtungen der Familienbildung und Beratung muss vor Ort gefördert und gestärkt werden. Familien als auch pädagogische Fachkräfte brauchen „Raum“, in dem sie sich ihre eigenen Werte bewusst machen und sich darüber austauschen können.

Mangelnde Ressourcen in Familien können nicht durch wertorientierende Erziehung ersetzt werden. Deshalb sind ausreichende finanzielle und räumliche Ressourcen für ein gutes Familienleben unabdingbar.

„Kinder brauchen Werte ist somit eine Aufforderung an die Erwachsenen, Kindern Werte vorzuleben. Kinder und Familien müssen in ihrem gesunden Selbstvertrauen gestärkt werden, denn Werte spielen in ihrem Alltag sehr wohl eine Rolle. Angesichts der Banken- und Finanzkrise muss sich die Gesellschaft fragen lassen, ob wir eine deutliche Korrektur der Wertmaßstäbe brauchen, die unser Zusammenleben bestimmen. Wenn es nach den Familien geht, bilden Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Respekt und die Achtung anderer die Grundlage gesellschaftlichen Zusammenlebens und nicht die Gier, Maßlosigkeit und Rücksichtslosigkeit“, so Norbert Hocke, Sprecher des Bundesforums Familie.

Initiiert wurde die Berliner Erklärung vom Wissenschaftscluster im Bundesforum Familie, einer interdisziplinären wissenschaftlichen Arbeitsgruppe, die das Projekt fachlich begleitet und beraten hat.

Weitere Informationen unter www.bundesforum-familie.de

Quelle: Pressemitteilung des Bundesforums Familie vom 27.11.2008

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