Artikel: „Jedes adoptierte Kind möchte irgendwann wissen, woher es kommt“

Posted on Februar 16, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Hamburg, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Ja, ich habe mein Kind zur Adoption freigegeben„, schrieb Silke S. am 10. Januar. Die heute 28-Jährige hatte damals keinen anderen Ausweg gesehen und suchte Frauen, die bereit waren, über die Zeit vor und nach der Adoption zu sprechen, „um miteinander aufzuarbeiten, was uns zu diesem schweren Schritt bewogen hat“.
Viele Leserinnen und Leser fühlten sich durch das Schicksal von Silke S. sehr berührt. Darunter auch Eva und Jürgen Matthies: „Wir sind Adoptiveltern“, schreiben sie. „Uns hat das Schicksal der Mütter, die ihre Kinder zur Adoption freigegeben haben, immer sehr bewegt. Denn wir haben dadurch, dass eine 17-jährige junge Frau ihr Kind zur Adoption freigegeben hat, ein großes Geschenk erhalten und sind bis heute sehr dankbar dafür. Inzwischen ist unsere Nina 34 Jahre alt und selbst Mutter einer achtjährigen Tochter. Nina wurde 1974 im UKE geboren. Nie werde ich unser erstes Kennenlernen vergessen. Auf dem Arm einer Schwester wurde ein kleines vier Monate altes Mädchen in den Besucherraum getragen und uns in den Arm gelegt. Sie schaute mit ganz großen ernsten Augen, trank ihr Fläschchen und schlief in meinen Armen ein. So geschah es bei jedem unserer Besuche. Sie schaute uns mit großen Augen an, aber lächelte nie.
Am Tag vor Heiligabend durften wir sie nach Hause holen. Als wir am Morgen des Heiligen Abend an ihr Bettchen traten, war ihr ganzes Gesicht ein einziges Lächeln. Wir haben sie von Anfang an geliebt, genauso wie unseren leiblichen Sohn. Nina wuchs von klein auf an mit dem Wissen um ihre Adoption auf. Mit 17 Jahren begann sie jedoch, nach ihrer leiblichen Mutter zu suchen. Nina fand die Adresse ihrer Mutter heraus. Leider sind zwei Kontaktaufnahmen fehlgeschlagen. Wir sind alle sehr traurig darüber. Es ist so schade, denn ihre leibliche Mutter würde eine junge, kluge, temperamentvolle und wohlgeratene Frau kennenlernen; darüber hinaus ein begabtes tolles Enkelkind. Adoptiveltern sind liebevolle Eltern, aber nicht die eigentlichen Wurzeln. Sie können die Fragen der adoptierten Kinder nach ihrer Herkunftsfamilie nicht beantworten. Die Beantwortung dieser Frage aber ist notwendig, damit diese Kinder im Erwachsenenalter zu innerer Ruhe finden können.
Vielleicht wäre es auch hilfreich, wenn die Mütter, die ihre Kinder zur Adoption freigegeben haben – aus welchen Gründen auch immer – und eine Gruppe gründen wollen, den Austausch mit erfahrenen Adoptiveltern einbeziehen. Wir sind dazu bereit.“

Artikel aus Hamburger Abendblatt vom 14.02.2009

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