Nürnberg: Pflegeeltern lassen auf dem Hauptmarkt Frust raus – „Unsoziale Sparpolitik“: Demo für eine bessere Betreuung

Posted on Februar 19, 2009. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

NÜRNBERG – (roe) Sie sind zwar nur ein kleiner Haufen, doch mit Trillerpfeifen und Protestrufen machen sie ihrem Unmut lautstark Luft. Seitdem die Betreuung der Pflegefamilien vom Jugendamt auf den Allgemeinen Sozialdienst übertragen wurde, fühlen sich die Eltern, die Kindern aus problematischen Familien ein neues Zuhause geben, mit ihren Problemen allein gelassen.

Die ASD-Mitarbeiter seien überlastet und hätten zu wenig Zeit, klagt Andrea Menz, die nicht nur vier eigene Kinder groß zieht, sondern vor dreieinhalb Jahren auch noch ein Pflegekind aufgenommen hat. «Wir wollten ihm einfach eine Chance auf ein normales Leben geben», sagt Menz. «Doch dabei brauchen wir Unterstützung.» Pflegekinder brächten eine ganz andere und meistens schwerere Geschichte mit, hätten mit viel größeren Problemen zu kämpfen als der eigene Nachwuchs. «Da ist ein Ansprechpartner erforderlich, der viel Zeit hat.»

Eben diese Zeit hätten die ASD-Mitarbeiter aber nicht, klagt auch Jutta Rützel. «Unsere Situation hat sich brutal verschlechtert. Vorher war ein einzelner Mitarbeiter für uns zuständig, jetzt ist es ein riesengroßer Apparat.»

Im ASD fehle auch das spezielle Fachwissen, das erforderlich sei. «Wir werden eigentlich überhaupt nicht mehr betreut.» Ursprünglich hatte die Stadt die Reform damit begründet, dass Pflegefamilien und biologische Eltern von nur einem Mitarbeiter betreut werden sollten. Doch ging das Konzept offenbar nicht auf, denn im Oktober wurde die Betreuung der Pflegefamilien drei freien Trägern übertragen. Diese sind jedoch nur für neue Vermittlungen zuständig, nicht für die 150 Altfälle.

Dass diese Familien wenigstens von den restlichen Mitarbeitern des ursprünglich im Jugendamt angesiedelten Fachdienstes betreut werden, ist eine Forderung der Demonstranten. Außerdem hoffen sie, dass wenigstens im Haus «Rädda Barnen», dem Ort, wo sich Herkunftsfamilien und Pflegeeltern treffen, die Betreuung erhalten bleibt. Denn dort geht der einzige Mitarbeiter in Rente.

Quelle: Artikel aus Nürnberger Nachrichten vom 18.02.09

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