Informationsbroschüre zu Hilfen bei Magersucht und Bulimie erschienen

Posted on Februar 26, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Essstörungen wie Anorexie und Bulimie bilden eine immer größere Gefahr: Fast ein Viertel (22 Prozent) der 11- bis 17-jährigen Mädchen in Deutschland leidet an Magersucht (Anorexia nervosa) und Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) – Tendenz steigend.

Die Folgen sind gravierend, rund 20 Prozent der Betroffenen sterben.
Verschärft wird das Problem durch das Internet: Auf Websites und in Chatforen werden Anorexie („Ana“) und Bulimie („Mia“) verharmlost oder verherrlicht und als erstrebenswerter Lifestyle dargestellt.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat deshalb gemeinsam mit der länderübergreifenden Initiative „jugendschutz.net“ eine Informationsbroschüre für Eltern, pädagogische Fachkräfte und Provider entwickelt.

Die Broschüre mit dem Titel „Gegen Verherrlichung von Essstörungen im Internet“ erklärt Ursachen und Symptome der Krankheiten, zeigt die Folgen auf und bietet Hilfe: Wie erkennt man eine Pro-Ana-Website? Wo gibt es Rat, wenn mein Kind betroffen ist? Auch verantwortungsbewusste Internet-Anbieter werden angesprochen: Sie finden Vorschläge, wie sie mit Pro-Ana/Mia-Angeboten umgehen können.

Essstörungen sind ein verzweifelter Ausdruck für die Ablehnung der eigenen körperlichen Entwicklung und Rolle im Übergang zum Erwachsenenalter. Betroffen sind immer mehr und immer jüngere Kinder, vor allem Mädchen. Umfragen belegen, dass sich inzwischen jede vierte Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren zu dick fühlt (aber nur jeder achte Junge).

Vielen Eltern und Pädagogen ist aber nicht bekannt, dass „Ana“ und „Mia“, wie Magersucht und Bulimie in der Szene verniedlichend genannt werden, für viele Kinder und Jugendliche längst zur „besten Freundin“ geworden ist. Sie unterschätzen die Gefahr und halten Essstörungen für eine harmlose Mode-Erscheinung. Die betroffenen Jugendlichen erkennen jedoch nicht, dass sie krank sind und akzeptieren die gesundheitlichen Folgen des Hungerns, um ihr gefährliches Körper- und Schönheitsideal zu erreichen. Der Austausch in geschlossenen Internetzirkeln vermittelt ein gefährliches Wir-Gefühl, bei dem sich die Nutzerinnen und Nutzer gegenseitig in ihrer verzerrten Wahrnehmung bestätigen und der Bezug zur Realität verloren geht.

Die Broschüre „Gegen Verherrlichung von Essstörungen im Internet“ erscheint im Rahmen der ressortübergreifenden Initiative der Bundesregierung „Leben hat Gewicht„.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 20.2.2009

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