Kreis Plön: Immer mehr Eltern mit der Betreuung ihrer Kinder überfordert

Posted on Mai 18, 2009. Filed under: Bewerber, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen, Schleswig-Holstein | Schlagwörter: , , |

Kreis Plön – Die Zahl der Eltern, die mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind, ist im Kreis Plön in den vergangenen Jahren gewachsen. Landrat Volkram Gebel sprach Donnerstag vor rund 70 Zuhörern der Konferenz „Familien in der Krise“ von einer „dramatischen Situation“. Ein besonderer sozialer Brennpunkt ist die Stadt Lütjenburg.

Das ist die Tendenz der vergangenen drei Jahre im Kreis Plön: Die Anzahl der in Einrichtungen untergebrachten Kinder und Jugendlichen ist von 42 auf 70 gestiegen. Die Zahl der ambulanten Hilfen durch Kreismitarbeiter stieg in dem Zeitraum von 51 auf 138 Fälle. Um die Arbeit überhaupt noch zu schaffen, wurde die Zahl der Sozialpädagogen in der Kreisverwaltung deutlich aufgestockt. Sie wuchs seit 1999 von 17,95 auf 24,67. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Hilfen von Erziehung von 2,3 Millionen auf 5,3 Millionen Euro, so Landrat Gebel.

Ein Grund für die Zahlen ist auch die wachsende Sensibilität in der Bevölkerung, die die Behörden alarmiert, wenn sie Fälle von Vernachlässigung von Kindern vermutet. Gebel: „Das ist im Hinblick auf das Wohlergehen der Kinder zu begrüßen.“

Die wachsenden sozialen Probleme vor allem bei Alleinerziehenden führen zu einem Mangel an ungeahnter Stelle. Wie der Leiter des Amtes für soziale Dienste (AsD), Anselm Bröskamp, sagte, fehlten mittlerweile 30 bis 40 Pflegeeltern, in denen Kinder aus Problem-Familien einen Platz finden. Händeringend suche der Kreis Plön entsprechende Familien, die zu dieser Aufgabe bereit seien. Voraussetzung: Ein Elternteil muss tagsüber zu Hause sowie die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Pflegeeltern gewährleistet sein. Schließlich soll die Aufgabe nicht aus finanziellen Gründen vergeben werden. Besonders schwierig sieht es im sozialen Leben in Lütjenburg aus. Dort leben nur 4,2 Pozent aller Kreisbewohner. Auf die Stadt entfallen nach Angaben von Bröskamp allerdings 17,9 Prozent der Jugendhilfekosten des Kreises und 15,8 Prozent der Kosten der Hilfen zur Erziehung.

Quelle: Artikel von Hans-Jürgen Schekahn in Kieler Nachrichten vom 14.05.2009

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