Buchtipp „Geschwisterbeziehungen in riskanten Familienkonstellationen“

Posted on Juli 8, 2009. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , , |

In der Reihe der SPI-Materialien ist nun Band 7 erschienen. Er beschäftigt sich mit dem Thema „Geschwisterbeziehungen in riskanten Familienkonstellationen – Ergebnisse aus entwicklungs- und familienpsychologischen Studien“.

Gerade nach Erfahrungen extremer familiärer Instabilität können Geschwisterbeziehungen eine wichtige identitätsbildende soziale Ressource sein. Dies gilt auch, wenn Kinder nicht mehr bei ihren Eltern leben können. Viele empirische Ergebnisse sprechen dafür, Geschwisterbeziehungen bei der Fremdunterbringung zu unterstützen. Dies sind Ergebnisse einer Expertise, die das Sozialpädagogische Institut (SPI) im SOS-Kinderdorf e.V. in Auftrag gegeben und nun unter dem Titel „Geschwisterbeziehungen in riskanten Familienkonstellationen. Ergebnisse aus entwicklungs- und familienpsychologischen Studien“ veröffentlicht hat.

Die Autorinnen Sabine Walper, Carolin Thönissen, Eva-Verena Wendt und Bettina Bergau von der Ludwig-Maximilians-Universität München diskutieren aus familiensystemischer, bildungstheoretischer und struktureller Sicht die Bedeutung von Geschwisterbeziehungen in verschiedenen Familienformen. Dabei richten sie ihren Blick insbesondere auf riskante Familienkonstellationen und auf die Folgen der Trennung von Kindern im Kontext der Fremdunterbringung. In ihrer Expertise werteten sie überwiegend Ergebnisse nordamerikanischer Studien aus, da in Deutschland bislang vergleichsweise wenig über Geschwisterbeziehungen geforscht wurde.

Die Expertise entstand im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes „Geschwister in der stationären Erziehungshilfe“, das sich in den nächsten Jahren mit Fragen der Unterbringungspraxis beschäftigt. In welchen Fällen wird über eine gemeinsame oder getrennte Unterbringung von Geschwistern entschieden? Gibt es hierfür spezielle diagnostische Einschätzungen? Welche Rolle spielt die Geschwisterkonstellation im pädagogischen Handeln und bei der Hilfeplanung? Welche Möglichkeiten bietet in diesem Zusammenhang ein familienähnliches Betreuungssetting wie das Leben in einem SOS-Kinderdorf?

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