Eschweiler: “Sag ja zu mir!“ – Vorbereitungsseminar für angehende Pflegeeltern

Posted on Juli 14, 2009. Filed under: Bewerber, Fortbildung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie |

Eschweiler: Pflegeeltern haben die Aufgabe, Kinder aufzunehmen, die nicht in der eigenen Familie leben können. Manche Eltern sind mit der Erziehung und Versorgung ihres Kindes/ihrer Kinder überfordert. Hier können Pflegefamilien helfen, damit Kinder, sei es vorübergehend oder auf Dauer, in familiären Strukturen leben können.

Diese Kinder haben sehr individuelle Bedürfnisse und unterschiedlichste Erfahrungen gemacht, sie brauchen Menschen, die diese mit ihnen aufarbeiten und ihnen neue Sicherheiten geben können. „Sag´ ja zu mir!“, die Überschrift des neu gestalteten Flyers des Arbeitskreises Pflegekinderdienst des Kreises Aachen, soll auf diese besondere Situation der Kinder aufmerksam machen. Der Flyer ist Teil einer gemeinsamen Werbekampagne des Kreises Aachen und der kreisangehörigen Städte.

„Sag´ ja zu mir!“ war auch das Motto eines weiteren Qualifizierungs-/Vorbereitungsseminars für Pflegeeltern, welches in diesem Jahr vom Jugendamt Eschweiler in Kooperation mit dem Haus Sankt Josef – Kinder-, Jugend- und Familienhilfe – durchgeführt wurde. Unter der Seminarleitung von Marina Stein-Gerhards, Diplom-Sozialarbeiterin und systemische Familientherapeutin, wurden sieben potentielle Pflegefamilien in diesem Vorbereitungsseminar geschult.

An sechs Abendterminen und dem abschließenden Wochenende wurden die angehenden Pflegeeltern intensiv durch Marina Stein-Gerhards sowie von der Diplom-Sozialarbeiterin Silvia Frings und der Diplom-Pädagogin Anne Goebbels-Roob, Pflegekinderdienst der Stadt Eschweiler, auf ihre zukünftige Aufgabe als Pflegefamilie vorbereitet.

Inhaltliche Schwerpunkte wurden auf die Stellung des Kindes im Beziehungsgeflecht der Familien und Institutionen, auf die Auswirkungen von Bindung und Trennung, die Lebenswelten eines Kindes und Übertragung in neue Situationen sowie die Integrationsphasen eines Kindes gelegt.

Ebenso wurden den Pflegeelternbewerbern rechtliche Rahmenbedingungen eines Pflegeverhältnisses und das Hilfeplanverfahren näher gebracht. Der Umgang mit der Herkunftsfamilie des Kindes sowie die Bedeutung von Besuchskontakten und Biografiearbeit wurden ebenfalls thematisiert. Wert wurde darauf gelegt, sich in die bisherige Lebenswelt des zu vermittelnden Kindes, aber auch in die Position der abgebenden Eltern hineinzufühlen und zu versetzen.

Das Vorbereitungsseminar, so Silvia Frings und Anne Goebbels-Roob übereinstimmend, hat nicht nur das Ziel die Pflegeeltern auf die neue Aufgabe und auf die Veränderungen in der Familie vorzubereiten. Ein wichtiges Anliegen ist auch, so die Mitarbeiterinnen der Jugendämter, einen wertvollen Beitrag zur Entscheidungsfindung, ein Pflegekind aufzunehmen, zu leisten.

Das Seminar, so ergänzt Marina Stein-Gerhards, dient zudem dazu, sich der besonderen Herausforderung als Pflegeeltern bewusst zu werden. Denn Pflegekinder, so die Referentin, sind Kinder mit Geschichte und Geschichten.

Erfahrene Pflegeeltern, die das Seminar mit ihren persönlichen Erfahrungen als Pflegefamilie bereicherten, trugen zur Entscheidungsfindung der Pflegeelternbewerber bei. Die erfahrenen Pflegeeltern berichteten u.a., dass die Auseinandersetzung des Pflegekindes mit der Herkunftsfamilie – Pflegekinder sind Kinder zweier Familien – als ein lebenslanger Dialog zu verstehen sei.

Das Abschlusswochenende stand ganz im Zeichen der Reflektion der eigenen familiären Situation. Auch die Kinder der Teilnehmer wurden unter fachlicher Anleitung der Diplom-Sozialarbeiterin Anke Kaulen, Haus Sankt Josef, aktiv in den Prozess mit einbezogen und setzten sich intensiv damit auseinander, was es bedeutet, ein Pflegekind aufzunehmen und welche Veränderungen die Aufnahme eines Pflegekindes mit sich bringen.

Durch dieses Abschlusswochenende, so Silvia Frings und Anne Goebbels-Roob, sollen die Bewerber eigene Grenzen und Möglichkeiten erkennen und den in der Familie lebenden Kindern entsprechende Beachtung schenken. Das Pflegekind kommt nicht einfach hinzu und alles läuft so weiter wie bisher. Die Kinder müssen offen sein für dieses – zunächst fremde Kind-, müssen aushalten, dass dieses Kind besondere Ansprüche an ihre Eltern stellt und dass ihre Eltern sich in besonderer Weise um dieses Kind bemühen.

Die Bewerberfamilien fühlen sich nach diesem Seminar in ihrem Entschluss bestärkt, ein Pflegekind aufzunehmen und sehen erwartungsfroh einer passenden Vermittlung entgegen.

Auch im nächsten Jahr wird wieder ein Vorbereitungsseminar angeboten. Interessenten können sich an den Pflegekinderdienst der Stadt Eschweiler, Silvia Frings, Telefon (02403) 71224, Anne Goebbels-Roob, Telefon (02403) 71260 und Mathilde Uhr, Telefon (02403) 71469 wenden.

Quelle: Pressemeldung der Stadt Eschweiler vom 03.07.09

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