Landkreis Havelland: Kreis sucht Pflegeeltern – Retter im Krisenfall

Posted on Juli 21, 2009. Filed under: Bewerber, Brandenburg, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

RATHENOW – Marie Kutschan ist 24 Stunden im Dienst, an sieben Tagen in der Woche. Wenn um 3 Uhr morgens ihr Telefon klingelt, geht sie ran. Und wenig später steht die ausgebildete Heimerzieherin in der Tür, um einen neuen Gast in ihrem Haus zu empfangen. Marie Kutschan ist eine Bereitschaftspflegemutter – die einzige im Landkreis Havelland. Sie springt ein, wenn die leiblichen Eltern sich um ihre Kinder nicht mehr kümmern können. Das Jugendamt entscheidet, wann dieser Punkt erreicht ist. Und wendet sich dann an Marie Kutschan, um das Kind möglichst schnell in ruhige, geordnete Verhältnisse zu bringen.

Misshandlung, Missbrauch, Vernachlässigung – bei diesen Anlässen ist Eile geboten, um das Kindeswohl zu schützen. Aber die Gründe für eine Inanspruchnahme der Bereitschaftspflege sind nicht immer so spektakulär. Auch wenn eine alleinerziehende Mutter plötzlich ins Krankenhaus muss und keine Verwandten da sind, die sich ums Kind kümmern können, ist Marie Kutschan zur Stelle.

Maximal drei Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren kann sie in ihrem Haus aufnehmen. Sie leben, essen, schlafen bei ihr – so lange, bis das Jugendamt entschieden hat, was mit den Kindern geschehen soll. „Nach spätestens drei Monaten sollte die Perspektive für das Kind geklärt sein“, sagt Yvonne Senst, Mitarbeiterin im Kreisjugendamt. Dann müsse feststehen, ob das Kind wieder zurück kann in seine Familie. Oder ob die Situation eine Unterbringung in einer Dauerpflegefamilie erfordere.

Länger als drei Monate hat Marie Kutschan die ihr anvertrauten Kinder also nicht in ihrer Obhut. „Man muss damit umgehen können, dass die Kinder irgendwann wieder gehen“, sagt sie. Wer sich zu schnell zu eng binde an seine Schutzbefohlenen, wer nicht loslassen könne, der sei nicht geeignet für den Job der Mutter auf Zeit.

Die Outlaw GmbH, die den Pflegekinderdienst im Auftrag des Kreises organisiert, hat noch viele andere Kriterien, um die Eignung von Bewerbern zu testen. Ein Bereitschaftspfleger muss eine pädagogische Grundausbildung absolviert haben, muss stabile Familienverhältnisse vorweisen können, darf weder krank noch psychisch labil noch suchtgefährdet sein und sollte Zeit haben, sich um die ihm anvertrauten Kinder zu kümmern.

Wer diese und andere Kriterien erfüllt und Interesse hat, an einer sinnvollen Tätigkeit, der sollte sich bei der Outlaw GmbH melden. Belohnt wird er mit dem glücklichen Gefühl, jungen Menschen in einer schweren Situation geholfen zu haben.

Wer mehr über die Bereitschaftspflege erfahren will, der wende sich den Pflegekinderdienst Havelland der Outlaw GmbH unter 03385/ 49 68 09, Internet: www.outlaw-jugendhilfe.de.

Quelle: Artikel von Markus Kniebeler in Märkische Allgemeiner vom 17.07.09

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