Gesucht: Familien für Kinder – Aktion des Pflegekinderdienstes im Landratsamt Schweinfurt

Posted on Juli 23, 2009. Filed under: Bayern, Bewerber, Fortbildung, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Publikationen |

120 Kinder und Jugendliche leben derzeit bei 80 Pflegefamilien im Landkreis – mehr als in vielen anderen Kommunen. Trotzdem hat der Pflegekinderdienst (PKD) im Landratsamt eine Aktion gestartet, mit dem Ziel, noch mehr Familien zu finden, die bereit sind, einen Schützling aufzunehmen. Denn der Bedarf steigt. „Die Erfahrung zeigt, dass jedes Jahr für 25 bis 35 Kinder und Jugendliche ein Platz gefunden werden muss“, sagt Alfred Rösch, Leiter des Amtes für Jugend und Familie.

Um für alle ein gutes Zuhause zu finden, braucht das Jugendamt eine gewisse Auswahl, denn nicht jedes Kind passt in jede Familie. Vermittelt werden Kinder quasi ab Geburt bis zum 17. Lebensjahr. Geschwisterkinder sollen nach Möglichkeit zusammen bleiben. Der PKD unterscheidet zwischen Bereitschafts- und Vollzeitpflege. Pflegeeltern „in Bereitschaft“ nehmen Kinder auf, für die sehr schnell eine Betreuung gesucht wird, beispielsweise in einer akuten Familienkrise.

Das gibt dem Jugendamt Zeit, eine geeignete Familie für die Vollzeitpflege zu finden. Freilich kann auch die befristet sein. Nur wenn eine Rückkehr zu den Eltern nicht mehr möglich ist, bleibt der Schützling, bis er auf eigenen Beinen stehen kann. Die leiblichen Eltern haben aber immer das Recht auf Umgang.

Gesucht werden nicht Kinder für Familien, sondern Familien für Kinder. Im Vordergrund steht, ob die Familie zum Kind passt. „Außerdem müssen die Verhältnisse stabil, das Einkommen gesichert sein“, sagt Alfred Rösch. Denn Geld gibt es nicht viel. „Pflegefamilien arbeiten eigentlich ehrenamtlich“, so der Leiter des Jugendamtes. Das so genannte Pflegegeld wird nach Alter gestaffelt und liegt im mittleren dreistelligen Bereich. Es soll den Unterhalt für das Kind abdecken. Dazu gibt es einen Erziehungsbeitrag von 240 Euro im Monat, Zuschüsse zu bestimmten Anlässen wie Kommunion und Urlaub und einen Zuschuss zur Alterssicherung.

Die Unterbringung in Pflegefamilien kostet mit rund 25 Euro am Tag wesentlich weniger als die Heimunterbringung, die bei 130 Euro liegt. Knapp 1,2 Millionen Euro hat der Landkreis Schweinfurt 2008 für die Vollzeitpflege von 120 Kindern und Jugendlichen ausgegeben – das sind gut 21,5 Prozent der Jugendhilfeausgaben. Die Unterbringung der 42 Heimkinder summierte sich 2008 auf 2,3 Millionen Euro. Die Mitarbeiterinnen des PKD betonen freilich, dass nicht der finanzielle Aspekt im Vordergrund stehe, sondern das Wohlergehen der Kinder.

Im Rahmen der Aktion „Kinder suchen Pflegefamilien“ wurden neue Faltblätter und Plakate konzipiert. Daran beteiligten sich auch die Pflegekinderdienste in der Stadt Schweinfurt und im Landkreis Rhön-Grabfeld. Die Faltblätter geben Informationen, welche Voraussetzungen Pflegefamilien erfüllen sollen und was sie erwarten können. Dazu gehört vor allem ein enger Kontakt mit den vier Mitarbeiterinnen des PKD im Landkreis. Sie stehen beratend zur Seite, vermitteln zwischen Pflege- und Herkunftsfamilie, bieten Fortbildungen und Seminare an. Außerdem haben sich Pflege- und Adoptivfamilien in Schweinfurt und Umgebung zu einer Elterngruppe (die PFAD-Ortsgruppe „Neues Zuhause“, die Redaktion) zusammengeschlossen, die sich regelmäßig trifft.

Im Herbst findet ein Vorbereitungsseminar für Bewerber statt.

Mehr Infos bei Beate Gebauer, Tel. (0 97 21) 55 444 oder Irene Memmel Tel. 55 488 oder pflegekinderdienst@lrasw.de

Quelle: Artikel von Katharina Winterhalter in Mainpost vom 23.07.09

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