Bad Hersfeld: Eltern gesucht für Kinder

Posted on September 25, 2009. Filed under: Bewerber, Hessen, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen |

Pflegefamilien sind im Kreis Hersfeld-Rotenburg willkommene Alternative zum Heim

Bad Hersfeld. Eine zweite Chance auf Familie gibt es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg für Kinder, die nicht in ihrer eigenen Familie aufwachsen können. 89 Mädchen und Jungen sind zurzeit in Pflegefamilien untergebracht. Dazu kommen sechs Kinder in Bereitschaftspflegestellen, erläutert die Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Christa Bittner. „Wir haben mehr Kinder in Pflegefamilien als in Heimen“, stellt sie fest.

Bis zum Alter von etwa zehn bis zwölf Jahren ist die Pflegefamilie immer das Wunschmodell für Kinder, die von ihren leiblichen Eltern körperlich und/oder emotional vernachlässigt, misshandelt, eingesperrt oder missbraucht wurden. „Wir prüfen das immer sehr genau“, sagt Klaus-Dieter Raub, der Leiter des Fachreferats Kinder- und Jugendhilfe beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Aber, auch das wissen die Mitarbeiter des Jugendamtes: „Es gibt zunehmend Kinder, die nicht mehr familienfähig sind. Viele Kinder leiden unter so massiven Störungen, dass sie Familien sprengen können.“ Deshalb überprüfe der Pflegekinderdienst sehr genau, „welches Kind welche Eltern braucht“, sagt Bärbel Eisfeld, die zuständig ist für den Bereich Rotenburg.

Manchmal Distanz nötig
Dabei geht der Blick auch über die Kreisgrenzen hinaus. Manchmal sei auch Distanz nötig, damit ein Kind sich überhaupt auf eine neue Familie einlassen könne, erklärt Eisfeld.

Auf jeden Fall ist die Situation für alle Beteiligten schwierig. Die Kinder, die oft vorher schon Trennungen erlebt und Schlimmes erfahren haben, werden in eine komplett neue Lebenssituation gesetzt und müssen sich ganz neu orientieren. Fortan müssen sie mit zwei Familien leben, der oft schwierigen Herkunftsfamilie, an die sie aber emotionale Bindungen haben, und der neuen Pflegefamilie.

Für die leiblichen Eltern ist es meist schwer, die Trennung von ihrem Kind zu verkraften und zu akzeptieren, dass es nun ein zweites Elternpaar gibt, das sich um die Erziehung ihres Sprösslings kümmert und von diesem möglicherweise ins Herz geschlossen wird.

Vertrauen gewinnen
Die Pflegefamilie muss sich auf ein neues Kind einlassen, mit dessen Problemen und mit den leiblichen Eltern umgehen. Lohn für die Mühe ist dafür in den meisten Fällen die beglückende Erfahrung, irgendwann das Vertrauen des Kindes gewinnen und ihm auf seinem Weg in ein selbständiges Leben helfen zu können. 85 bis 90 Prozent der Pflegekinder schaffen diesen Schritt, erklärt Kornelia Bick-Holzhauer (Fachdienst Hersfeld-Land). Nur etwa 10 bis 15 Prozent bräuchten auch nach der Volljährigkeit professionelle Unterstützung bei der Lebensgestaltung.

„Die Pflegeeltern leisten sehr gute Arbeit“, lobt Bick-Holzhauer. „Sie schaffen es, Kinder, die vorher keine Chance hatten, auf einen guten Weg zu bringen.“

Unterstützung
Dabei werden die Pflegeeltern in vielfältiger Weise durch den Pflegekinderdienst und bei Bedarf therapeutische Fachkräfte unterstützt. Ein Trauma-Coach hilft ihnen, wenn sie Opfer von Verbrechen geworden sind.

Die kommunale Jugendhilfe im Landkreis Hersfeld-Rotenburg freut sich über jedes Paar, jede Familie und auch Einzelpersonen, die Pflegekinder aufnehmen wollen. „Wir suchen Eltern für Kinder“, sagt Kornelia Bick-Holzhauer

Quelle: Artikel von Christine Zacharias in Hersfelder Zeitung vom 20.09.09

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