SkF trennt sich von Auslandsadoptionen

Posted on Oktober 2, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Jugendhilfe, Netzwerke, Verschiedenes | Schlagwörter: |

(KNA) Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Deutschland will künftig keine Auslandsadoptionen mehr vermitteln. Es gebe ausschließlich finanzielle und strukturelle Gründe für die Schließung der seit 1992 arbeitenden SkF-Auslandsadoptionsvermittlungsstelle, erklärte der Verband auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Dortmund. Der SkF halte „eine wertegebundene Auslandsadoptionsvermittlungsstelle“ weiterhin für sinnvoll.

In den vergangenen 17 Jahren hat der bundesweit tätige Verband nach eigenen Angaben 123 ausländische Kinder in deutsche Familien vermittelt, darunter 100 bolivianische, 21 litauische und 2 costaricanische Jungen und Mädchen. Die Vermittlungsstelle schließt mit Beginn des Jahres 2011; bis dahin sollen bereits begonnene Verfahren und auch die Begleitung bisheriger Adoptionsfamilien weiter durchgeführt werden. Geprüft werde, ob ein anderer konfessioneller Träger die Arbeit fortsetzen könne.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 612 Kinder aus dem Ausland auf offiziellem
Weg adoptiert. Dazu kommen nach Schätzungen von Hilfsorganisationen jährlich noch einmal 300 bis 400 „Selbstbeschaffungs-Adoptionen“, die umstritten sind.

Offizielle Adoptionsvermittlungsstellen sind außer den zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter die örtlichen Jugendämter
und eigens beauftragte freie Träger. Deutschland war 2002 dem Haager Adoptionsübereinkommen beigetreten, das feste Regeln vorschreibt, die Behörden des Herkunfts- und Empfängerlandes einbindet und damit vor allem Kinderhandel verhindern will. So müssen die Anwärter-
innen auch nach deutschem Recht adoptionsfähig sein und sich der Eignungsüberprüfung durch eine staatlich anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle unterzogen haben. Die leiblichen Eltern des Kindes müssen es freiwillig und ohne Gegenleistung zur Adoption freigegeben haben.

Quelle: Informationsdienst der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, kfd direkt – Ausgabe Oktober 2009

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