Abschlussbericht der Expertenkommission „Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen“

Posted on März 26, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen | Schlagwörter: , |

Die im Mai 2007 von Kinder- und Jugendminister Armin Laschet einberufene Expertenkommission „Kinderschutz“ hat am 27. Januar 2010 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die Kommission bestand aus 21 Expertinnen und Experten aus dem Kinderschutz, der Ärzteschaft, der Jugend-, Familien- und Gesundheitshilfe, den Schulen, Kommunalen Spitzenverbänden, den Krankenkassen, Wohlfahrtsverbänden, der Polizei, Kirchen und Justiz. Das Institut für soziale Arbeit e.V. (ISA) wurde in der Kommission durch Dr. Erwin Jordan vertreten.

Dabei sieht die Kommission in der unterschiedlichen Finanzkraft der Kommunen allerdings ein großes Problem für den flächendeckenden und bedarfsgerechten Ausbau präventiver Hilfen. Vor allem Städte und Kreise in der Haushaltssicherung könnten über das gesetzlich festgelegte Maß hinaus zumeist keine zusätzlichen Hilfen für Kinder und Familien anbieten, beklagt die Kommission in ihrem Abschlussbericht. Daher sei es dringend erforderlich, dass der vorbeugende Kinderschutz in einem Kinderschutzgesetz des Bundes oder in entsprechenden landesrechtlichen Vorgaben stärker und verbindlicher abgesichert werde.

Positiv hoben die Fachleute hervor, dass in vielen Jugendämtern im Feld des intervenierenden Kinderschutzes, wenn eine Kindeswohlgefährdung vorliege oder drohe, die diesbezüglichen Anstrengungen und auch personelle Ausstattungen verstärkt worden seien. Dennoch bestehe auch hier Anlass zur Sorge, dass in nicht wenigen Jugendämtern die Fachkräfte überlastet seien und darunter die Zusammenarbeit mit den Familien leide.

Die Empfehlungen der Expertenkommmission beziehen sich vor allem auf die Themen: Prävention, Frühe Hilfen, Professionalisierung der Fachkräfte, Weiterentwicklung der Vernetzung und das Bereitstellen von Wissen für alle Berufsgruppen, die mit dem Kinderschutz befasst sind. Das sind vor allem Ärzte, Hebammen, Erzieherinnen und Lehrkräfte, Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Polizeibedienstete, Richter und Staatsanwälte.

Minister Laschet sicherte zu, dass der Bericht der Expertenkommission sorgfältig ausgewertet werde. „In drei Jahren wollen wir überprüfen, ob sich der Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen durch die Empfehlungen nachhaltig verbessert hat“, so der Minister.

Der Bericht der Expertenkommission kann unter www.mgffi.nrw.de oder www.kindesschutz.de heruntergeladen werden.

Quelle: ISA-Newsletter-Ausgabe 1/2010

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