Hessen: Artikel „Die Hilfen zur Erziehung 1991 bis 2008“

Posted on Juli 14, 2010. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Einen ausführlichen Überblick bietet der Artikel „Die Hilfen zur Erziehung 1991 bis 2008“ von Petra Gerisch in der Zeitschrift „Staat und Wirtschaft in Hessen“ Ausgabe 07.10, der Monatszeitschrift des Hessischen Statistischen Landesamtes.

Auszug (Seite 7):

Im Jahr 2008 bekamen in Hessen rund 11 000 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige unter 27 Jahren Hilfe zur Erziehung (beendete und bestehende Hilfen am 31.12.) in Form von Vollzeitpflege (4000 bzw. 37 %) oder Heimerziehung (7000 bzw. 63 %). Nach Abzug der im Jahr beendeten Fälle bekamen zum Jahresende 2008 noch 8300 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige solche Hilfen. Davon lebten gut 4900 in einem Heim und knapp 3400 in Vollzeitpflege in einer anderen Familie.

Knapp 11 % der Personen, die 2008 Vollzeitpflege oder Heimerziehung erhielten, waren unter 6 Jahre alt, weitere 22 % waren 6 bis unter 12 Jahre alt, rund 46 % waren in der Altersgruppe 12 bis unter 18 Jahre und 21 % waren volljährig.

Die verschiedenen Hilfearten werden je nach Alter sehr unterschiedlich in Anspruch genommen. So spielte die Vollzeitpflege in einer anderen Familie bei den jüngeren Kindern die wichtigste Rolle, während mit steigendem Alter eine Unterbringung in einem Heim oder das betreute Wohnen an Bedeutung gewinnen. 2008 waren 8 von 10 Kindern unter 6 Jahren in Pflegefamilien untergebracht, aber nur knapp 18 % der über 18-Jährigen. 57 % der in Vollzeitpflege untergebrachten Kinder hatten das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet. Bei den Heimkindern waren dies nur 18 %.

Die häufigsten Gründe bei Beginn der Hilfe sind bei den beiden Hilfearten — wegen der unterschiedlichen Altersgruppen — sehr heterogen. Bei der Vollzeitpflege standen die Gefährdung des Kindeswohles mit 39 %, die unzureichende Förderung bzw. Betreuung und Versorgung des jungen Menschen in der Familie mit 37 % und die eingeschränkten Erziehungskompetenzen der Eltern oder Personensorgeberechtigten mit 35 % im Vordergrund. Bei den Kindern, die in Heimen untergebracht wurden, waren neben der eingeschränkten Erziehungskompetenz der Eltern mit 41 % Auffälligkeiten im sozialen Verhalten des jungen Menschen (30 %) und schulische Probleme (23 %) bedeutend. Es konnten bis zu 3 Gründe für die Hilfegewährung angegeben werden.

Knapp zwei Zehntel dieser jungen Menschen kamen aus vollständigen Familien. Weitere zwei Zehntel lebten in sogenannten Patchworkfamilien (15 % bei Vollzeitpflege; 22 % bei Heimkindern) und über die Hälfte (56 % bei Vollzeitpflege; 48 % bei Heimkindern) kamen aus Familien mit nur einem Elternteil.

Von den betroffenen Familien waren rund 61 % (74 % bei Vollzeitpflege; 54 % bei Heimkindern) — vor allem Alleinerziehende — auf Transferleistungen von Sozialträgern angewiesen. Bei gut 32 % war mindestens ein Elternteil im Ausland geboren (25 % bei Vollzeitpflege; 37 % bei Heimkindern).

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