Hessen: Adoptionen weiterhin rückläufig

Posted on Juli 20, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Forschung, Hessen, Kinder-/Jugendinfos | Schlagwörter: , |

Im Jahr 2009 wurden in Hessen 327 Kinder und Jugendliche adoptiert, 64 oder knapp 16 Prozent weniger als 2008. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, steht die seit Mitte der 1980er Jahre stark rückläufige Tendenz auch im Zusammenhang mit dem Geburtenrückgang. Die bisher meisten Adoptionen hatte es mit 1035 im Jahr 1955 gegeben.

Knapp 35 Prozent der adoptierten Kinder wurden von Stiefvater oder Stiefmutter adoptiert, zwölf Prozent wurden von Verwandten und 53 Prozent von familienfremden Personen angenommen.

Wie 2008 waren auch letztes Jahr 31 Prozent der adoptierten Kinder jünger als drei Jahre, 19 Prozent (2008: 22 Prozent) zwischen drei und sechs Jahren, knapp 31 Prozent (2008: 28 Prozent) zwischen sechs und zwölf Jahren. Weitere 19 Prozent hatten das zwölfte Lebensjahr überschritten. Adoptierte Kinder aus dem Ausland sind im Durchschnitt jünger. 52 Prozent dieser Kinder waren jünger als drei Jahre, weitere 29 Prozent waren zwischen drei und sechs Jahre alt und 19 Prozent älter als sechs Jahre.

Mit 80 Prozent (im Bundesdurchschnitt 60 Prozent) hatten die meisten adoptierten Kinder die Staatsangehörigkeit eines europäischen Landes, rund 13 Prozent eines amerikanischen, sieben Prozent eines asiatischen und gut ein Prozent eines afrikanischen Landes.

Während insgesamt die Zahl der adoptierten Mädchen (51 Prozent) und Jungen fast gleich war, dominierten Jungs bei den zur Adoption ins Inland geholten Kindern (zwei Drittel).

Bei der Hälfte (52 Prozent) der adoptierten Kinder war der abgebende Elternteil ledig, bei 20 Prozent der Fälle war als Familienstand verheiratet oder zusammenlebend angegeben, bei 16 Prozent geschieden, bei zwei Prozent verheiratet oder getrennt lebend und bei zehn Prozent sonstiger Familienstand.

Je nach Familienstand differierten die Adoptionsumstände stark. So waren z. B. bei dem ledigen abgebenden Elternteil die Kinder zum Zeitpunkt der Adoption jünger als im Durchschnitt. Rund 70 Prozent hatten das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet. Mit 65 Prozent wurden die Kinder häufig von familienfremden Personen adoptiert. Vor der Adoption waren die Kinder zu 60 Prozent – 20 Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt – in einem Heim, einer Pflegefamilie oder Krankenhaus untergebracht.

Auf der anderen Seite waren z. B. die adoptierten Kinder geschiedener Eltern meist etwas älter (92 Prozent über sechs Jahre). In neun von zehn Fällen wurden die Kinder vom Stiefvater/Stiefmutter adoptiert.

Am Jahresende 2009 waren 32 Kinder und Jugendliche zur Adoption vorgemerkt, fünf weniger als 2008. Demgegenüber lagen den Trägern von Adoptionen 660 Adoptionsbewerbungen vor (122 weniger als 2008). Rechnerisch standen damit einem zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen 21 mögliche Adoptiveltern gegenüber.

Quelle: Pressemitteilung des Hessischen Statistischen Landesamtes vom 19.07.2010

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