Brandenburg: Gemeinsame Vermittlungsstelle von drei Kreisen hat sich im vergangenen Jahr bewährt

Posted on August 24, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Brandenburg, Jugendhilfe | Schlagwörter: , |

KÖNIGS WUSTERHAUSEN – Es ist jetzt ein gutes Jahr her, dass sich die Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster entschlossen, ihre Adoptions-Vermittlungsstellen zusammen zu schließen. Seither befindet sich die Vermittlungsstelle für die drei Regionen in Lübben.

Grund dafür sei gewesen, dass sich die Adoptionszahlen eher im unteren Sektor befunden hätten, so Sozialdezernent des Landkreises Dahme-Spreewald Carsten Saß. Waren es hier an Spree und Dahme im Durchschnitt um die 20 Fälle jährlich, so konnten die beiden anderen Landkreise nur Zahlen zwischen fünf und sieben angeben. Gleichzeitig sei aber per Gesetz das Vier-Augen-Prinzip bei jedem Gespräch rund um Adoption vorgeschrieben. Dies habe in keinem Verhältnis gestanden und so die Landkreise gezwungen, nach Alternativen zu suchen. „Wir blickten dabei auf gute Erfahrungen in Potsdam-Stadt mit den angrenzenden Landkreisen Havelland, Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark“, so Saß.

Inzwischen können die Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster selbst sagen, dass diese Zusammenlegung der richtige Schritt gewesen ist. „Vor allem in den beiden anderen Kreisen ist neuer Schwung in die Adoptions-Vermittlung gekommen“, konstatiert der Sozialdezernent. Im Jahre 2009 wurden insgesamt 50 Fälle der Vermittlung von Kindern in Adoptionsfamilien beziehungsweise neuer Anträge auf Adoption registriert. 28 davon waren es in Dahme-Spreewald; 22 teilen sich Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Vermittlungsstelle sei die Herkunftssuche. „Adoptierte Kinder fragen sich irgendwann, wer ihre leiblichen Eltern sind“, erklärt Saß. Die Vermittlungsstelle nehme dann mit diesen Kontakt auf und versuche, ein Treffen zu arrangieren. Ebenso suchten adoptierte Kinder nach Geschwistern, die vielleicht in den richtigen Familien geblieben sind oder in anderen Adoptivfamilien ein neues Zuhause fanden. Im vergangenen Jahr nahm die Lübbener Stelle 150 solcher Anträge nach Herkunftssuchen entgegen.

Ein Adoptionsverfahren dauere in der Regel mehrere Monate bis Jahre. „Wir müssen sehr verantwortlich mit der Vermittlung von Kindern umgehen“, so Saß. Dazu verpflichte das Gesetz, aber auch die Moral der Mitarbeiter. Geht es um Auslandsadoptionen, sei das Landesjugendamt darüber hinaus zuständig und entscheide, ob das Verfahren über dieses oder über die Vermittlungsstelle auf Kreisebene abgewickelt wird. Die Vermittlungsstelle betreue auch die Familien, die ein Kind adoptieren, über den formalen Vermittlungsakt hinaus. Dies sei sehr wichtig, weil diese Familien in der Regel einer hohen Belastung ausgesetzt sind.

Adoptions-Vermittlungsstelle Lübben, Ansprechpartner Sylvia Gullee und Veronika Schaab, 0 33 75/26 11 06 oder 26 11 07. (am)

Quelle: Märkische Allgemeine vom 20.08.2010

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