Seminar „Eifersucht – Beziehung und Liebe” am 11.09. in Schortens/Landkreis Friesland

Posted on September 4, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Fortbildung, Jugendhilfe, Niedersachsen, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Der Pflegekinderdienst des Landkreises Friesland veranstaltet am 11.09. von 9 – 17 Uhr in Schortens ein Seminar für Pflege- und Adoptivfamilien zum Thema „Eifersucht – Beziehung und Liebe”.

Eifersucht gilt in einer mäßigen Form als normal, da sie jeder mehr oder weniger ausgeprägt selbst schon erlebt hat.

Warum entsteht Eifersucht?
Immer wieder wird behauptet, dass man an dem Grad der Eifersucht den Grad der Liebe festmachen kann: Wer richtig liebt, will den Anderen für sich allein und ist letztendlich sehr eifersüchtig. Doch dies ist ein gefährlicher Trugschluss, denn es drückt eher den Grad der Besitzorientierung und der Verlustangst aus, die auf ein schwach ausgebildetes Selbstbewusstsein hindeuten. Eine „gesunde“ Liebe kann nur entstehen, wenn man sich gegenseitig einen gewissen Grad an Autonomie zugesteht. Liebe ist kein statischer Zustand, der konserviert werden kann.

Die „normale” und die „pathologische” Eifersucht
Eifersucht kann völlig überzogen und unangemessen sein. Der Psychoanalytiker Wolf Jordan prägte dafür den Begriff der „pathologischen“ Eifersucht, die sich deutlich unterscheidet von der „normalen” Eifersucht: „Am leichtesten lassen sich diese beiden Formen dadurch unterscheiden, dass nicht-pathologische Eifersucht immer der inneren wie der nach außen gerichteten Verarbeitung einer problematischen Situation dient. Sie klingt ab, wenn diese Verarbeitung befriedigend bewältigt wurde. Pathologische Eifersucht dagegen dient nicht der wirklich befriedigenden Lösung der problematischen Situation. Oft ist sie auch auf gar keine reale Situation bezogen. (Sie klingt) nicht ab, sondern besteht entweder permanent und quälend oder flammt zumindest immer wieder in alter Heftigkeit auf” (Roming, 1997, S. 23).

Die Ursachen der pathologischen Eifersucht liegen nach Ansicht von Psychoanalytikern in der frühen Kindheit. Wer dadurch, dass er in seinen ersten Jahren nicht genug Liebe und Geborgenheit von den Eltern erhalten hat am eigenen Selbstwert zweifeln musste, oder die normale Eifersucht auf ein nachfolgendes Geschwister nicht mit Hilfe der Eltern bewältigen konnte, ist gefährdet, als Erwachsener unter starker Eifersucht zu leiden.

Eifersucht in Pflege- und Adoptivfamilien kommt auf verschiedenen Ebenen/Beziehungsebenen vor.
Ein Schwerpunkt im Seminar ist die Gruppe der Kinder.

Quelle: ISG-Telgte

Make a Comment

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Liked it here?
Why not try sites on the blogroll...

%d Bloggern gefällt das: