Stadt Wetter (Ruhr) sucht Pflegeeltern

Posted on September 17, 2010. Filed under: Bewerber, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie |

Ein Haus, die Eltern und der Hund – Pflegekinder malten, was für sie Familie bedeutet. Die Bilder hängen jetzt im Flur des Jugendamtes.

Ein Haus, die Eltern und der Hund – Pflegekinder malten, was für sie Familie bedeutet. Die Bilder hängen jetzt im Flur des Jugendamtes. Foto: Privat

Mama und Papa gehören dazu, Geschwister, der Hund, ein sicheres und schönes Zuhause und natürlich die eigenen Hobbys. Unter dem Motto „Ich und mein Zuhause“ trafen sich jetzt Pflege- und Adoptivfamilien aus Wetter; die Kinder brachten mit bunter Farbe auf Leinwand zum Ausdruck, was ihnen in ihren Familien besonders wichtig ist. Mit den Bildern der Kinder wird ein Flur im Fachdienst Jugend verschönert.

Der Pflegekinderdienst der Stadt betreut derzeit 35 Kinder, die nicht in ihren Herkunftsfamilien leben, sondern in Pflegefamilien, in Verwandtenpflegen und in Adoptivverhältnissen aufwachsen. Viele der Kinder leben schon seit langem in ihren Pflegefamilien und haben dort ihre Heimat gefunden. Es sind Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mit ihren Eltern zusammenleben können. Elvira Ahlburg-Lemke vom Pflegedienst der Stadt: „Häufig geraten Eltern durch gesellschaftliche Veränderungen in Not, deren Folgen zum Beispiel Drogen- und Alkoholmissbrauch, psychische Erkrankungen oder desolate Wohnverhältnisse sein können. Das macht es unmöglich, dass sie ihre Kinder versorgen, betreuen und erziehen können.“

Trotz intensiver Unterstützung durch das Jugendamt ist es nicht immer möglich, dass Kinder im Haushalt der Eltern bleiben können, sondern eine Lebensperspektive außerhalb der familiären Bezüge gefunden werden muss. Elvira Ahlburg-Lemke: „Für diese Kinder ist es wichtig, dass sie vorübergehend oder auch auf Zeit Menschen haben, die sich stellvertretend für die leiblichen Eltern um sie kümmern.“ Die Kinder sind durch die Erfahrungen und Erlebnisse im elterlichen Haushalt geprägt und oftmals in ihrer Entwicklung beeinträchtigt. Ein entwicklungsverzögertes oder vernachlässigtes Kind aufzunehmen ist daher keine einfache Aufgabe.

Bei der Auswahl und der Vermittlung eines Kindes legt das Jugendamt großen Wert darauf, dass die Bedürfnisse des Kindes und die Ressourcen der aufnehmenden Familie übereinstimmen. Nicht jedes Kind passt in jede Familie. Das Jugendamt benötigt und sucht immer wieder Menschen, die bereit sind, sich um ein solches Kind zu kümmern und in die eigene Familie aufzunehmen.

Die derzeit vermittelten Kinder sind zum Beispiel zwischen ein und 15 Jahre alt und suchen für einige Wochen oder für mehrere Jahre ein neues Zuhause. Elvira Ahlburg-Lemke und ihre Kollegin Rahua Ijob skizzieren die Anforderungen an die Pflegepersonen: Sie sollten Freude an der Entwicklung von Kindern haben, brauchen Lebenserfahrung, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, sich mit pädagogischen Themen auseinander zu setzen, um das Kind unterstützen zu können.

Ganz wichtig: Die „neuen Eltern“ sollten Offenheit und Toleranz gegenüber ungewöhnlichen oder fremden Verhaltensweisen mitbringen. Rahua Ijob: „Pflegeeltern müssen übrigens nicht zwangsläufig verheiratet sein, auch Einzelpersonen und unverheiratete Paare können Pflegekindern ein Zuhause geben.“ Pflegeeltern stehen nicht alleine da, sondern werden umfassend von den Mitarbeiterinnen des Fachdienstes durch Informationen, Gespräche, qualifizierte Seminare und über den Austausch mit anderen Pflegeeltern begleitet.

Eine Kindpflege zu übernehmen ist auch kein Ehrenamt: Die Pflegeeltern erhalten Pflegegeld und Beihilfen. Das Jugendamt stellt den Lebensunterhalt des Kindes sicher und honoriert die Erziehungsleistung durch einen Anerkennungsbeitrag und einen Beitrag zur Altersvorsorge.

Wer Interesse hat oder weitere Informationen braucht, wendet sich an:

Fachdienst Jugend, Bornstraße 2, Elvira Ahlburg-Lemke, Tel. 02335. 840354 oder Rahua Ijob, Tel. 02335. 840311.

Quelle: Pressedienst der Stadt Wetter (Ruhr) vom 15.09.2010

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