Isenhagener Land: Informationsabend für Pflegeelternbewerber am 27.09. in Gifhorn

Posted on September 20, 2010. Filed under: Bewerber, Niedersachsen, Pflegefamilie |

Landkreis Gifhorn . Jährlich müssen etwa 50 Kinder im Landkreis ihre Familien verlassen, weil sie dort wegen Vernachlässigung, Überforderung, Suchterkrankung oder ähnlichen Problemen ihrer Elter in eine akute Notlage geraten sind. Fatal: Nur etwa zehn dieser Kinder können in Pflegefamilien vermittelt werden. Dabei ist die Vermittlung in eine Familie grundsätzlich einem Heimaufenthalt vorzuziehen. „Sowohl der Bedarf an Pflegefamilien ist gestiegen als auch die Fallzahlen“, beklagt Julia Denecke vom Fachbereich Jugend der Kreisverwaltung. Derzeit gibt es im Kreis etwa 90 Pflegefamilien, bei denen rund 120 Kinder ein neues Zuhause gefunden haben.

„Enthusiasmus seitens der Pflegeeltern gehört in jedem Fall dazu“, weiß Ute Simkes-Meyer, Abteilungsleiterin im Fachbereich Jugend. 550 Euro gibt es für den Lebensunterhalt des Kindes und 200 Euro als Aufwandsentschädigung für die Eltern. Welche Herausforderungen auf die Eltern zukommen, könne man vorher nicht erkennen.

„Für mich ist es wichtig, in einen Menschen zu investieren und zu sehen, wie sich das Kind positiv entwickelt“, weiß Ruth Meißner-Vaslaitis, selbst Pflegemutter von zwei Kindern. Das erste Kind, das sie und ihr Mann aufnahmen, war zu dem Zeitpunkt sieben Jahre alt. Nach der Drogentherapie des Vaters sollte der Junge eigentlich wieder in seine richtige Familie zurück, aber er blieb 15 Jahre. Das zweite Pflegekind war ein Neugeborenes, das mittlerweile 17 Jahre alt ist. „Mit unseren eigenen Kindern waren wir ein Sieben-Personen-Haushalt. Ich habe sehr viel Unterstützung vom Jugendamt bekommen“, erinnert sich Meißner-Vaslaitis.

Die Pflegeeltern werden vom Pflegekinderdienst beraten und begleitet. Darüber hinaus werden umfassende Aus- und Fortbildungsangebote sowie regelmäßige Elternabende und Freizeiten angeboten. Neue Pflegeeltern werden intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Um als Pflegefamilie anerkannt zu werden, müssen sie gesund, ohne Vorstrafen sein und in gesicherten finanziellen Verhältnissen leben. Erfahrung in der Erziehung und im Zusammenleben mit Kindern sind häufig von Vorteil, aber keine Bedingung. Unabdingbar sind jedoch Belastbarkeit, Toleranz, Flexibilität sowie eine gute Portion Gelassenheit und Humor. Die Paare müssen nicht verheiratet sein, allerdings muss die Beziehung mindestens drei Jahre bestehen. Wenn in der Pflegefamilie bereits Kinder leben, so sollte das Pflegekind in der Regel das jüngste Kind sein. „Mehrere Kinder gleichzeitig aufzunehmen, ist unpädagogisch. Vielleicht ist es sinnvoller, wenn die Situation stabil ist“, merkt Bolz an.

Die Herkunftsfamilie ist und bleibt ein wichtiger Bestand- teil in der Biografie und im Verlauf des Lebens des Pflege- kindes. Häufig behalten die leiblichen Eltern auch das Sorgerecht für ihre Kinder, so dass eine gute Zusammenarbeit zwischen Pflegeeltern, leiblichen Eltern und Jugendamt notwendig ist.

Wer Interesse hat, die Aufgabe von Pflegeeltern zu übernehmen, kann am Montag, 27. September, um 18 Uhr an einem unverbindlichen Informationsabend im Kaminzimmer des Gifhorner Schlosses teilnehmen. Anmeldungen werden ab sofort unter Telefon (05371) 82516 oder 82477 entgegen genommen.

Quelle: Artikel von Carola Peiser im Isenhagener Kreisblatt vom 18.09.2010

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