Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe für mehr als 60 000 junge Menschen in Bayern

Posted on Oktober 4, 2010. Filed under: Bayern, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie | Schlagwörter: , , , , |

Im Jahr 2009 wurden in Bayern wieder eine Vielzahl von Hilfen im Rahmen des Sozialgesetzbuches (SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe) als Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen und als Hilfe für junge Volljährige gewährt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, hatten die Erziehungsberatungen dabei einen Anteil von mehr als 30 Prozent und waren damit die häufigste Hilfeart.

Nach Ergebnissen des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung wurden im Jahr 2009 für 63 858 junge Menschen Hilfen bzw. Beratungen nach dem SGB VIII begonnen und für 61 575 Personen beendet; für 60 649 junge Menschen dauerten die Hilfen bzw. Beratungen über den Jahreswechsel hinaus an. Eine genauere Betrachtung der Zahl der jungen Menschen nach Hilfearten am 31.12.2009 ergab folgendes Bild:

Von den insgesamt 60 649 jungen Menschen, deren Hilfen über den Jahreswechsel hin andauerten, erhielten 18 432 und somit mehr als 30 Prozent Hilfe im Rahmen einer Erziehungsberatung nach § 28 SGB VIII. Verglichen mit dem Vorjahr (17 633) bedeutet dies eine Zunahme um 4,5 Prozent. Bei 8 566 jungen Menschen (46,5 Prozent) fand dabei die Beratung mit der Familie, das heißt Eltern und Kind, statt. In 7 592 Fällen (41,2 Prozent) wurde die Beratung vorrangig mit den Eltern und in 2 274 Fällen (12,3 Prozent) vorrangig mit dem jungen Menschen durchgeführt. Von den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren 10 447 Buben beziehungsweise junge Männer (57 Prozent) und 7 985 Mädchen beziehungsweise junge Frauen (43 Prozent).

11 912 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erhielten Hilfen im Rahmen der Sozialpädagogischen Familienhilfe nach § 31 SGB VIII. Verglichen mit dem Vorjahr (10 994) war hier eine Zunahme um 8,4 Prozent festzustellen. Von den Hilfeempfängern waren 6 377 (54 Prozent) männlich und 5 535 (46 Prozent) weiblich.

7 322 seelisch behinderte junge Menschen erhielten Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII. Hier war gegenüber dem Vorjahr (6 821) eine Zunahme um 7,3 Prozent festzustellen. Von diesen Hilfen wurden 4 897 ambulant oder teilstationär, 2 394 in einer Einrichtung, 27 bei einer Pflegeperson und 4 außerhalb von Deutschland durchgeführt. 5 085 (69 Prozent) der Hilfeempfänger waren männlich und 2 237 (31 Prozent) weiblich.

6 727 junge Menschen wurden in Vollzeitpflege nach § 33 SGB VIII betreut. Von diesen waren 3 436 (51 Prozent) Buben beziehungsweise junge Männer und 3 291 (49 Prozent) Mädchen beziehungsweise junge Frauen. Gegenüber der Zahl am Jahresende 2008 mit 6 381 jungen Menschen war hier eine Zunahme um 5,4 Prozent zu verzeichnen.

Anzahl der jungen Menschen nach Art der Hilfen/Beratungen im Rahmen des SGB VIII

Über alle Hilfearten hinweg waren 35 350 (58,3 Prozent) und somit deutlich mehr Buben beziehungsweise junge Männer auf Hilfen und Beratungen angewiesen als Mädchen beziehungsweise junge Frauen (25 299 beziehungsweise 41,7 Prozent).

Regionale Verteilung der Hilfen/Beratungen am 31.12.2009

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 01.10.2010

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