Bremen: Neue Selbsthilfegruppe für Eltern, deren Kinder in Pflegefamilien leben

Posted on Oktober 28, 2010. Filed under: Bremen, Fachkräfte, Netzwerke, Niedersachsen | Schlagwörter: , |

Lemwerderanerin möchte Selbsthilfegruppe für Herkunftseltern gründen –
Unterstützung für Eltern, deren Kinder in Pflegefamilien leben

Lemwerder. Sabine Blanken (Name von der Redaktion geändert) holt sich Trost und Kraft bei den ‚Rabenmüttern‘ in Bremen. Als das Jugendamt vor rund zwei Jahren ihre beiden Kinder bei Pflegeeltern im Norden der Wesermarsch untergebracht hat, ist die heute 31-jährige Lemwerderanerin in ein tiefes Loch gefallen. ‚Von heute auf morgen ist die Aufgabe weg.‘

Halt gibt ihr seit Anfang dieses Jahres die Bremer Selbsthilfegruppe. Da die Länder Bremen und Niedersachsen nach ihrer Erfahrung aber einiges unterschiedlich handhaben, beispielsweise die Organisation von Besuchsterminen, helfen ihr die Tipps der anderen ‚Rabenmütter‘ nicht immer weiter. Deshalb möchte sie jetzt eine eigene Selbsthilfegruppe gründen. ‚Lemie‘ richtet sich an Eltern aus der gesamten Wesermarsch, dem Landkreis Oldenburg und der Stadt Delmenhorst, deren Kinder das Jugendamt in Pflegefamilien oder -heimen, bei Verwandten oder Bekannten untergebracht hat.

Sabine Blanken will die Gruppe nicht gründen, um gegen das Jugendamt mobil zu machen. ‚Wir akzeptieren, dass die Kinder in den Pflegefamilien bleiben‘, betont sie. Schließlich sehe sie, dass es ihren Kindern dort gut gehe. ‚Unsere Tochter sagt Mama zu ihrer Pflegemutter und unser Sohn möchte in seiner Pflegefamilie bleiben.‘ Aber sie wolle gerne mehr Anteil am Leben ihrer leiblichen Kinder nehmen, die Zusammenarbeit mit den Pflegeeltern stärken. Wie das getan werden könnte, darüber möchte sie mit anderen Betroffenen reden.

Doch die 31-Jährige möchte auch, dass die Betroffenen sich ganz praktisch gegenseitig unterstützen. ‚Viele Mütter haben ein Besuchsrecht und fragen sich, wie sie zu ihren Kindern hinkommen‘, hat Sabine Blanken erfahren.

Denkbar sei da, Fahrgemeinschaften zwischen mobilen leiblichen Eltern und solchen, die kein Auto besitzen, zu gründen. Dafür müssten zum Beispiel die Besuchstage abgestimmt werden. Daran, sagt Uwe Ritter, beim Jugendamt Ansprechpartner für Pflegeeltern, sollte es nicht scheitern. Grundsätzlich werde versucht, mit den leiblichen Eltern zusammenzuarbeiten, denn Ziel sei es, ‚die Kinder zurückzubringen.‘ Er betonte jedoch, dass die Termine auch in den Kalender der Pflegefamilien passen müssten, denn dort sollten die Kinder in den Alltag integriert sein.

Die Lemie-Selbsthilfegruppe für Eltern, deren Kinder in Pflegefamilien, Heimen, bei Verwandten oder Bekannten untergebracht sind, trifft sich erstmals am Freitag, 26. November, 18 Uhr. Wer Interesse hat, daran teilzunehmen, melde sich unter der Telefonnummer 0421/67369089.

Quelle: Artikel von Barbara Wenke in WESER KURIER / DIE NORDDEUTSCHE vom 23./24.10.2010

Make a Comment

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Liked it here?
Why not try sites on the blogroll...

%d Bloggern gefällt das: