PFAD Konstanz: Ein Haus für Familien

Posted on November 12, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Baden-Württemberg, PFAD Verband, Pflegefamilie |

Konstanz – Angelika Gattmann vom Konstanzer Verein für Pflege- und Adoptiveltern plant den Bau eines neuartigen Familienhauses für die Bodenseeregion. Es soll unter anderem Anlaufstelle sein für die rund 200 Personen im Landkreis, die Kinder anderer Eltern bei sich aufgenommen haben, aber auch für andere Familien, die Rat und Hilfe in Erziehungsfragen suchen.

Es sind Fachtagungen. Frühstückstreffen und Fortbildungen geplant. Als Standort ist ein leerstehendes großes Haus in einer Hegaugemeinde anvisiert. Das Pilotprojekt will die Betreuung von Pflegekindern um eine Alternative erweitern. Eine Wohnetage soll eine Art Auszeit von der Pflegefamilie ermöglichen. Auf der Etage sollen Pflegekindpädagogik spezialisierte Sozialarbeiter arbeiten. Diese gebe es so in keiner anderen Einrichtung, sagt Gattmann.

Sie ist selbst seit 26 Jahren Pflegemutter ist und kennt auch als Vorsitzende des Pflegeelternvereins die vielfältigen Probleme, die Pflegeeltern lösen müssen. Manchmal sei eine Trennung auf Zeit notwendig. Doch diese sei heute nicht so einfach möglich: Nach vier Wochen außerhalb der Pflegefamilie ende in der Regel das Vollzeitpflegeverhältnis. Dann sei die Rückkehr in die Pflegefamilie nicht mehr vorgesehen.

Die Kinder können nicht zu ihren richtigen Eltern. Diese sind meist nicht in der Lage, sich ausreichend um den Nachwuchs zu kümmern. Bleibt die Heimunterbringung. Diese sei teuer und häufig nicht auf die Bedürfnisse der Pflegekinder abgestimmt, sagt Gattmann. Mit dem betreuten Wohnen hofft sie auf eine flexible Alternative. Pflegefamilien sollen sie in Anspruch nehmen können, wenn ihnen die Überlastung droht, etwa durch Krankheit, durch Trennung vom Partner oder durch Konflikte mit dem Kind. Ins Familienhaus wollen auch die Pflegeelternschule und der Pflegeelternverein einziehen. In der Eingangsetage ist ein Familienzentrum geplant, für alle Eltern, die sich pädagogisch weiterbilden und mit anderen austauschen wollen. Gattmann hofft, andere Vereine und Initiativen, die sich der Familienarbeit widmen, mit ins Boot holen zu können. Ihr schwebt ein neues Netzwerk für die Familienarbeit vor.

Der Pflegeelternverein sieht Chancen, das Projekt finanziell zu stemmen. Gattmann geht davon aus, dass 300 000 Euro für den Aufbau benötigt werden. Unter anderem seien Mitteln aus den Programmen für die Dorfsanierung und die Entwicklung des ländlichen Raums in Aussicht, weiter bewerbe sich die Gruppe um Gelder aus der „Aktion Mensch“ und um Spenden aus der Bevölkerung. Einnahmen seien auch aus den Mietzahlungen der Pflegeelternschule zu erwarten und durch die Beiträge der Pflegeeltern während des Aufenthalts der Kinder im betreuten Wohnen. Um ins Dorfsanierungsprogramm zu kommen, müsste der Umbau 2011 beginnen. Sollte das Pilotprojekt umgesetzt werden, sei die wissenschaftliche Begleitung durch eine Masterarbeit schon gesichert, sagt Gattmann.

Quelle: Artikel im Südkurier vom 03.11.2010

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