KomDat Heft 2/2010 erschienen

Posted on November 16, 2010. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Die aktuelle Ausgabe 2/2010 von KomDat Jugendhilfe betrachtet die zuletzt veröffentlichten Ergebnisse der KJH-Statistik zu den Hilfen zur Erziehung, den Eingliederungshilfen sowie zu den hoheitlichen Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe. Darüber hinaus wird mit dem Betreuungsatlas ein Kooperationsprojekt des DJI mit der AKJStat vorgestellt. Auf diese Weise kann jedes Jugendamt überprüfen, wo es in Sachen frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung steht. Zum anderen werden erstmalig für Deutschland einige unerwartete Ergebnisse auf der Basis einer Auswertung von Mikrozensus-Daten zum beruflichen Alltag des Kita-Personals präsentiert.

(pfad/schulz) Im Beitrag „Frühe Hilfen als aktiver Kinderschutz, Rückgang der Kindstötungen – Zunahme der Hilfen“ blicken Thomas Rauschenbach und Jens Pothmann auf die Entwicklungen der Jugendhilfe der letzten Dekade. Insbesondere der Fall Kevin führte zu deutlichen Anstrengungen für einen besseren Kinderschutz: „So zeigen sich Auswirkungen eines Ausbaus familienunterstützender Angebote, nicht zuletzt auch in Form »Früher Hilfen« und einer damit verbundenen gestiegenen Sensibilität für eine frühzeitige Förderung, aber eben auch beim Schutz des Kindeswohls bis zu den Hilfen zur Erziehung. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass die Aufgaben im Rahmen des staatlichen Wächteramtes eine höhere Bedeutung im Handeln der Jugendämter erlangt haben.

Nach starken Zuwächen im Zeitraum 2005 bis 2008 insbesondere bei den ambulanten Leistungen und auch in den Hilfen zur Erziehung haben sich seither die Zuwächse zum Teil deutlich abgeschwächt. Es wird gemutmaßt: „Möglicherweise ist dies ein Hinweis darauf, dass nach einer Zunahme der Sensibilität, einer geschärften Wahrnehmung für potenzielle Gefährdungslagen, aber auch einer gestiegenen Verunsicherung in den Jahren 2006/07 (vgl. KomDat 3/08) der Kinderschutz in Deutschland sich wieder etwas beruhigt.

Im Artikel „Bedarf an Hilfen für Familien ungebrochen – Inanspruchnahme steigt auf über 1 Million junge Menschen“ schildern Josefin Lotte und Jens Pothmann die statistischen Ergebnisse in den Arbeitsfeldern der Hilfen zur Erziehung:
„Für die 2000er-Jahre ist dabei zu konstatieren, dass – bis auf die Heimerziehung – die Zahl der Hilfen zur Erziehung zugenommen hat. Während für die Hilfen gem. § 34 SGB VIII zumindest zwischen 2000 und 2005 noch ein Rückgang der Fallzahlen zu beobachten ist – nicht aber mehr für die Jahre 2005 bis 2009 –, sind für die Vollzeitpflege, aber insbesondere für die familienunterstützenden und -ergänzenden Leistungen erhebliche Zuwächse festzustellen“…

…“Diese Entwicklungen lassen bereits erahnen, dass es sich bei Hilfen zur Erziehung heute vor allem um ambulante Leistungen handelt. Und in der Tat: Selbst nach dem Herausrechnen der Erziehungsberatung dominieren mit 68% innerhalb der Hilfen zur Erziehung die familienunterstützenden und -ergänzenden Leistungen. Rund 32% der Hilfeempfänger/innen leben somit nicht mehr bei den Eltern, sondern in einer Pflegefamilie oder einer stationären Einrichtung bzw. einer betreuten Wohnform.“…

…“Pflegepersonen spielen bei ›35a-Hilfen‹ eine nur untergeordnete Rolle. Gerade einmal 1% dieser Fälle sind Unterbringungen in einer Pflegefamilie.“

zum KomDat Heft 2/2010

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