Zahl der Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Jahr 2010 in Bayern stark gestiegen

Posted on Juni 2, 2011. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Meist waren Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis unter 18 Jahren betroffen Im Jahr 2010 wurden in Bayern insgesamt 2 883 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche durchgeführt. Bei der überwiegenden Mehrzahl (2 816 Fälle) handelte es sich dabei um Maßnahmen im Rahmen einer Inobhutnahme und in 67 Fällen um Maßnahmen im Rahmen einer Herausnahme. Insgesamt waren 1 349 Jungen bzw. männliche Jugendliche und 1 534 Mädchen bzw. weibliche Jugendliche betroffen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, fanden 1 911 und somit die meisten Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche in der Altersgruppe von 12 bis unter 18 Jahren statt – darunter 1 586 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis unter 18 Jahren.

Als Schutzmaßnahme bezeichnet man die vorläufige Aufnahme und Unterbringung von Minderjährigen in einer Notsituation durch das Jugendamt. Es sind Maßnahmen zur schnellen Intervention zugunsten des Minderjährigen, sie dienen als Klärungshilfe für Betroffene in Krisensituationen sowie dem unmittelbaren Schutz der Minderjährigen. In Bayern wurden im Laufe des Jahres 2010 insgesamt 2 883 Schutzmaßnahmen durchgeführt. Verglichen mit dem Vorjahr mit insgesamt 2 596 Fällen, entspricht dies einer Zunahme von rund 11 Prozent. Betroffen hiervon waren 1 349 Jungen bzw. männliche Jugendliche (rund 47 Prozent) und 1 534 Mädchen bzw. weibliche Jugendliche (rund 53 Prozent).

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, erfolgten 647 (23 Prozent) der 2 816 Inobhutnahmen auf eigenen Wunsch des Minderjährigen, während 2 169 Inobhutnahmen (77 Prozent) aufgrund einer Gefährdung durchgeführt wurden.
Das Schaubild zeigt, dass am häufigsten Kinder bzw. Jugendliche in der Altersgruppe von 12 bis unter 18 Jahren von den Schutzmaßnahmen betroffen waren (1 911 Kinder bzw. zwei Drittel), wobei mit 1 586 Fällen die meisten dieser Altersgruppe im Alter von 14 bis unter 18 Jahren waren.

Die häufigsten Gründe – Mehrfachnennungen sind möglich – für eine vorläufige Schutzmaßnahme waren: Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils (1 276 Fälle), Beziehungsprobleme (391 Fälle), Anzeichen für Misshandlung (371 Fälle) und Vernachlässigung (367 Fälle).

Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Kinder- und Jugendhilfe in Bayern 2010, Ergebnisse zu Teil I“ (Bestellnummer: K51013 201000, Preis der Druckausgabe: 11,50 €). Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 01.06.2011

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