Münster: Immer mehr Adoptierte suchen nach ihren Wurzeln

Posted on Juni 29, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Diözese Münster (cpm). Adoption bedeutet immer seltener den endgültigen Abschied von den leiblichen Eltern. Die Zahl der „halboffenen Adoptionen“ wächst. Diesen Trend spüren die acht Adoptions- und Pflegekinderdienste der Caritas und ihres Fachverbandes Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in der Diözese Münster. Sie begleiten die Kontaktanbahnung und beraten auch die abgebenden Eltern. Die Zahl der Adoptionsvermittlungen ist mit zehn im vergangenen Jahr „auf fast unverändertem Niveau geblieben“, kann Anne Ruhe im Diözesancaritasverband Münster feststellen. 2009 waren es neun.

Bei den halboffenen Adoptionen gibt es, so Ruhe, in der Regel einen Kontakt vor der Vermittlung zwischen leiblichen und Adoptiveltern und „einer bewussten Entscheidung für die künftigen Adoptiveltern“. Dabei könne auch vereinbart werden, dass die leiblichen Eltern durch Fotos oder Briefe die Entwicklung ihres Kindes mitverfolgen könnten. Sechs Adoptionen dieser Art wurden 2010 angebahnt gegenüber zwei im Vorjahr.

Auch adoptierte Erwachsene suchen vermehrt nach ihren Wurzeln und bemühen sich um Kontakt. 79 kamen im vergangenen Jahr in die Beratungsstellen, in 2009 waren es erst 65. Inzwischen bestehe ein Großteil der Arbeit der Mitarbeiterinnen darin, nicht nur Adoptiveltern vorzubereiten und zu begleiten, sondern auch nach Abschluss der Adoption noch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Allein 53 leibliche Mütter und Väter baten darum und in 39 Fällen (27 in 2009) „ging es um Kontaktwünsche zu ihren Kindern“, sagt Ruhe.

Das gelingt allerdings bei weitem nicht immer. Denn im Vordergrund stehe das Interesse des Kindes und das müsse ebenso wie die Adoptiveltern damit einverstanden sein. Deswegen sei es dann auch nur in sechs Fällen tatsächlich zur Kontaktaufnahme gekommen, so Ruhe.

Bei Bedarf begleiten die Beratungsstellen von Sozialdienst katholischer Frauen und Caritas auch Kontakte mit Herkunftsfamilien

Quelle: Pressemeldung des Caritasverbandes für die Diözese Münster e.V. vom 28.06.2011

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