Mecklenburg-Vorpommern: Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen um 10 Prozent im Jahr 2010 angestiegen

Posted on September 1, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Meckl.-Vorpommern | Schlagwörter: , |

Im vergangenen Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 1 002 Kinder und Jugendliche, die in einer akuten Krisen- und Gefährdungssituation Hilfe benötigten, zu ihrem Schutz von den Jugendämtern in Obhut genommen. Nach Angaben des Statistischen Amtes waren das 91 Fälle oder 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Rein rechnerisch wurden täglich drei Minderjährige von den Behörden aufgenommen und vorübergehend an einem sicheren Ort untergebracht.

Jede zweite Schutzmaßnahme (503 Fälle) wurde wegen dringender Gefahr von Kindern und Jugendlichen durch soziale Dienste, Jugendämter oder Polizei und Ordnungsbehörden ausgelöst. 206 Minderjährigen (21 Prozent) wurde auf eigenen Wunsch Obhut gewährt. Hinweise von Eltern oder Nachbarn und Verwandten waren in 212 Fällen (21 Prozent) Anlass für die Einleitung vorläufiger Schutzmaßnahmen.

Die betroffenen Kinder und Jugendlichen waren überwiegend jünger als 14 Jahre (57 Prozent). In dieser Altersgruppe wurden 2010 deutlich mehr Schutzmaßnahmen eingeleitet als im Jahr zuvor (+ 88 Fälle). Besonders deutlich stieg die Zahl der Inobhutnahmen bei den 3- bis unter 9-Jährigen (+ 36 Fälle). Demgegenüber erhöhte sich bei den 14- bis unter 18-Jährigen die Zahl der eingeleiteten Schutzmaßnahmen gegenüber 2009 nur um 3.

Eine Hauptursache für das Auslösen von akuten Krisen- und Gefährdungssituationen, die zur Inobhutnahme von Minderjährigen führte, war die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils. Das betraf Kinder oder Jugendliche aller Altersgruppen, besonders aber Kleinkinder unter 3 Jahren und 14- bis unter 16-jährige Teenager. An zweiter Stelle rangierten Beziehungsprobleme der Minderjährigen mit den Eltern oder dem sozialen Umfeld bzw. der Eltern untereinander. Diese Schwierigkeiten traten bei Mädchen, insbesondere in der Pubertät, häufiger als bei Jungen auf. Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen war ein weiterer Hauptgrund für die Einleitung von vorübergehenden Schutzmaßnahmen. Vor allem jüngere Kinder bis 6 Jahre wurden aufgrund von Vernachlässigung in Obhut genommen.

Jeder dritte Minderjährige (33 Prozent) lebte vor der Inobhutnahme bei einem alleinerziehenden Elternteil und weitere 27 Prozent in einer „Patchworkfamilie“. 24 Prozent der Kinder und Jugendlichen wohnten zum Zeitpunkt der Einleitung der Schutzmaßnahme mit den Eltern zusammen.

Nahezu die Hälfte der Inobhutnahmen (48 Prozent) endete mit der Rückkehr des Kindes oder Jugendlichen zu den Eltern/Erziehungsberechtigten. In 40 Prozent der Fälle wurden im Ergebnis der Schutzmaßnahme erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses oder eine stationäre Hilfe eingeleitet.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 76/2011 des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern vom 23.08.2011

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