Jahrestagung der Gemeinsamen Zentralen Adoptionsstelle Rheinland-Pfalz und Hessen (GZA): „Veränderungen im Adoptionsbereich durch rechtliche und gesellschaftliche Entwicklungen“

Posted on November 16, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Fortbildung, Hessen, Jugendhilfe, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , |

Exakt nach einem Jahr Pause, in welchem das Hotel Kolpinghaus Frankfurt am Main umgebaut und renoviert wurde, begrüßte Herr Keggenhoff am traditionellen Tagungsort der Gemeinsamen Zentralen Adoptionsstelle Rheinland-Pfalz und Hessen (GZA) wieder fast 80 Adoptionsfachkräfte aus beiden Bundesländern. Er betonte, dass die Fachtagungen seit Gründung der GZA 2003 das Interesse der Adoptionsvermittler/Innen treffen, was die seit Jahren gleichbleibende Zahl von Teilnehmenden bestätige. An beiden Tagen sollte diesen wieder die Gelegenheit geboten werden, miteinander und mit den Mitarbeiterinnen der GZA in einen intensiven fachlichen Austausch einzutreten.

Die Vielfältigkeit der Beiträge aus mehreren Berufsfeldern war Abbild dafür, dass, um ein Gelingen des Adoptionsprozesses sicher zu stellen, eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen, Diensten und Fachleuten notwendig war und ist.

Christian Braun, Richter am Familiengericht Frankfurt, beleuchtete die Neuerungen des FamFG sowie die ersten Erfahrungen der Umsetzung des Gesetzes in der Praxis, im Zusammenwirken von Adoptionsvermittlungsstellen und Familiengerichten. Wolfgang Weitzel, Leiter der BZAA (Bundeszentralstelle für Auslandsadoption), und Iris Egger-Otholt, Leiterin der GZA, vermittelten Informationen, um zur konstruktiven Zusammenarbeit zwischen örtlichen Vermittlungsstellen/Auslandsvermittlungsstellen, Gerichten und Adoptionsbewerbern/Adoptiveltern beizutragen. Leihmutterschaft wurde von Prof. Dr. Rudolf Seufert von der Universitätsfrauenklinik Mainz aus medizinischer Sicht und von Iris Egger-Otholt aus juristischer Sicht betrachtet, um die Aufgaben zu erkennen, die im Adoptionsbereich auf die Vermittlungsstellen, Gerichte, Beratungsstellen etc. zukommen. Gesellschaftliche Entwicklungen, sinkende Geburtenzahlen, demographischer Wandel und das Entstehen von neuen Familienmodellen haben unmittelbare Auswirkungen auf alle am Adoptionsprozess beteiligten Personen und Institutionen. Diese Fakten trug Dr. Sonja Weber-Menges, Soziologin an der Universität Siegen, in ihrem Beitrag „Neue Familienmodelle in der Pluralen Gesellschaft“ vor. Ihre Definition für das neue Modell von Familie lautete: „Familie ist, wo Kinder sind.“ Auch nach dem gerichtlichen Abschluss einer Adoption haben die Adoptivfamilien Anspruch auf Unterstützung und nachgehende Begleitung. Mit der von Frau Hildegard Rausch vorgestellten Methode Marte-Meo können Vermittlungsstellen ihren Adoptivfamilien im Alltag zur Seite stehen.

Alle Beiträge dienten dazu, den Fachkräften in den sich verändernden gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen Orientierung und Sicherheit bei ihren komplexen Aufgaben zu vermitteln. Die unterschiedlichen Erkenntnisse und Positionen der Referenten und die Diskussionen und Kleingruppenarbeit verdeutlichten, dass es notwendig ist, sich regelmäßig mit den gesellschaftlichen und rechtlichen Entwicklungen in Deutschland, aber auch den Ländern zu beschäftigen, aus denen Adoptivkinder zu uns kommen. Adoption als „eine Möglichkeit Familie zu werden“ orientiert sich am Wohl des Kindes und dem zu prognostizierenden Entstehen einer Eltern-Kind-Beziehung. Von daher kommt der Abwägung der Interessen der Bewerber und der Entscheidung für die Unterbringung eines Kindes bei Paaren oder Einzelpersonen besondere Bedeutung zu. Die Haltung und Einstellung der Fachkräfte zu ethischen und gesellschaftlichen Fragen spielt dabei eine wesentliche Rolle, genauso wie die rechtlichen Kenntnisse. Haltung und Einstellung sollten fachlich immer wieder reflektiert und angemessen mit den am Adoptionsprozess Beteiligten kommuniziert werden.

In den Schlussworten dankte Frau Cornelia Lange, Abteilungsleiterin im Hessischen Sozialministerium, allen Referenten/Innen und den Teilnehmenden für die engagierte und interessierte Mitarbeit. Sie lud zu den bereits geplanten Fortbildungen im kommenden Jahr und der Jahrestagung der GZA – natürlich im November 2012 – ein.

Quelle: Aktuelle Meldung des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz vom 14.11.2011

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