DJI-Studie zu anonymen Geburten und Babyklappen in Deutschland

Posted on Januar 20, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , |

(pfad/schulz) Mit dem am 17.01.2012 vorgelegten Zwischenbericht der DJI-Studie „Anonyme Geburt und Babyklappen in Deutschland – Fallzahlen, Angebote, Kontexte“ liegen erstmals gesicherte Daten zu diesem ethisch und rechtlich umstrittenen Themenbereich vor. Von Juli 2009 bis Oktober 2011 erbat das Deutsche Jugendinstitut im Auftrag des Bundesfamilienministeriums Daten von 344 Trägern anonymer Kindesabgabe sowie sämtlichen Jugendämtern.

Erfasst wurde die Gesamtzahl der Inanspruchnahmen seit der Initiierung der ersten Angebote 1999 bis zum Stichtag 31. Mai 2010. Ferner gab es Expert/inneninterviews und Befragungen von Müttern, die Angebote der anonymen Kindesabgabe genutzt hatten. Begleitend wurden zwei Expertisen erstellt zu den Themen „Neonatizid“ und „donogene Insemination“. Die letztere „…kommt zu dem Schluss, dass das Wissen um die biologische Herkunft und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu den biologischen Eltern sowie eine frühe Aufklärung der Kinder von großer Bedeutung sind.“

„Bei der Erhebung der Fallzahlen zeigte sich, wie schwierig eine exakte Erfassung der Anzahl betroffener Kinder ist. Dies liegt daran, dass diese Daten nicht an einer zentralen Stelle gesammelt werden, in einigen Fällen keinerlei Dokumentation der Vorgänge stattfindet bzw. diese bei vielen Anbietern mangelhaft ist. Zudem waren sowohl einige Jugendämter als auch Träger im Rahmen der Befragung nicht bereit, Zahlen für die Studie zur Verfügung zu stellen.“

Es wurden durch die Studie insgesamt 973 Kinder mit anonymer Herkunft ausgemacht. „Zwei Drittel der Fälle (652 Kinder) wurden anonym geboren, knapp ein Drittel (278 Kinder) wurden in eine Babyklappe gelegt und weitere 43 Kinder wurden den Mitarbeiter/innen der Anbieter anonym übergeben“, heißt es im Text. Von den dauerhaft anonym gebliebenen 314 Kindern wurden 152 in eine Babyklappe gelegt, 145 anonym geboren und 17 anonym übergeben.

Über den Verbeib der Kinder wird berichtet: „Etwa 50 % der Kinder, die in eine Babyklappe gelegt wurden, werden im Anschluss direkt in eine Adoptivfamilie vermittelt. Bei den anonym geborenen Kindern trifft dies auf etwa ein Drittel der Kinder zu. Der Großteil der anonym geborenen Kinder wird die ersten Wochen in Bereitschaftspflegefamilien untergebracht und wechselt ggf. anschließend in eine Adoptivfamilie.“

zum Zwischenbericht: Zusammenfassung der Studie „Anonyme Geburt und Baby-klappen in Deutschland – Fallzahlen, Angebote, Kontexte“

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