Bayern: Zahl der Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche 2011 wieder gestiegen – Mädchen und weibliche Jugendliche waren häufiger betroffen

Posted on Juni 6, 2012. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wurden im Jahr 2011 insgesamt 2 982 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ergriffen. In 57 Prozent der Fälle waren weibliche Minderjährige betroffen. Der häufigste Grund für eine Schutzmaßnahme lag in der Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils.

Als Schutzmaßnahme bezeichnet man die vorläufige Aufnahme und Unterbringung von Minderjährigen in einer Notsituation durch das Jugendamt. Es handelt sich um Maßnahmen zur schnellen Intervention zugunsten von Minderjährigen. Sie dienen den Betroffenen von Krisensituationen als Klärungshilfe sowie dem unmittelbaren Schutz der Minderjährigen.

Im Laufe des vergangenen Jahres wurden nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung insgesamt 2 982 Schutzmaßnahmen durchgeführt. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Fälle (2 932) handelte es sich um Inobhutnahmen, in 50 Fällen wurden die Kinder und Jugendlichen vom Jugendamt aufgrund einer Gefährdung den Personensorgeberechtigten, z.B. den Eltern, auch gegen deren Willen weggenommen.

Von den 2 932 Inobhutnahmen erfolgten 625 auf Wunsch des Minderjährigen und 2 307 aufgrund einer Gefährdung.

Die Zahl der Schutzmaßnahmen stieg insgesamt – verglichen mit dem Vorjahr (2 883 Fällen) um 3,4 Prozent. Betroffen waren darunter 1 699 weibliche Minderjährige (57 Prozent).

Es zeigt sich deutlich, dass die Mehrheit (58 Prozent) der im Jahr 2011 von Schutzmaßnahmen betroffenen Minderjährigen älter als 12 Jahre war.

In fast der Hälfte der Fälle (1 380) war die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils der Grund zur Einleitung einer Schutzmaßnahme. Während der Maßnahme war die Mehrzahl (65 Prozent) der Minderjährigen in einer Einrichtung untergebracht und nach Abschluss der Schutzmaßnahme kehrten 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen zum Personensorgeberechtigten zurück.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung vom 05.06.2012

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