Fulda sucht Pflegeeltern mit pädagogischer Ausbildung oder langjähriger Erfahrung für Kinder mit besonderem Förderbedarf

Posted on Januar 29, 2013. Filed under: Bewerber, Erziehungsstellen, Hessen, Jugendhilfe, Pflegefamilie | Schlagwörter: |

FULDA. Nicht mit guten Vorsätzen, sondern mit einem großen Wunsch ist Edwin Schütze in das neue Jahr gestartet. „Wir brauchen in Stadt und Landkreis Fulda locker vier bis fünf Pflegefamilien, die sich um Kinder kümmern möchten, die einen besonderen Hilfe- und Förderbedarf haben“, erklärt Schütze. „Mein Wunsch ist es, in diesem Jahr neue Pflegestellen zu schaffen oder erfahrene Pflegeeltern für die Betreuung dieser besonderen Kinder zu begeistern“, so der Diplom Sozialpädagoge.

Edwin Schütze arbeitet beim städtischen Jugendamt und ist beim gemeinsamen Pflegekinderdienst der Jugendämter von Landkreis und Stadt Fulda der Ansprechpartner für den Bereich Bereitschaftspflege und Sonderpädagogische Pflegestellen. „Es ist eine Aufgabe der Jugendämter, adäquate Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder zu schaffen, die eine große Entwicklungsbeeinträchtigung haben und aufgrund von Vernachlässigung, akuter Mangelsituationen, häuslicher Gewalt oder eskalierender familiärer Konflikte nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können“, erläutert der 54-Jährige.

Doch diese so genannten Sonderpädagogischen Pflegestellen sind so rar, dass sich die nordhessischen Jugendämter zusammengeschlossen und ein eigenes Konzept gestrickt haben. Zwei Städte und sieben Landkreise arbeiten deshalb beim Thema Pflegestellen für besonders entwicklungsbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche schon seit geraumer Zeit Hand in Hand.

In Stadt und Landkreis Fulda gibt es laut Schütze bis dato nur fünf Sonderpädagogische Pflegestellen, die vom Pflegekinderdienst betreut werden. Ein Grund für die geringe Anzahl: die Anforderungen an die pflegenden Personen sind sehr hoch. „Diese Kinder bringen eine Menge mit“, weiß Schütze. „Sie haben im Elternhaus Unsicherheit, Trennungen, Verluste oder Gewaltsituationen erlebt. Sie sind oft stark in ihrer Entwicklung beeinträchtigt und geprägt von den Erfahrungen, die sie in ihrem kurzen Leben schon machen mussten.“

Für Schütze ist es nachvollziehbar, dass bei diesen Rahmenbedingungen viele Menschen Respekt vor den zahlreichen Aufgaben und der großen Verantwortung haben. „Wer diese Kinder dauerhaft in Pflege nehmen möchte, der muss mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, sehr belastbar sein und eine stabile Persönlichkeit und vor allem den Wunsch haben, diese Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern und zu unterstützen“, fasst Schütze die Anforderungen an potenzielle Pflegepersonen zusammen. Bei sonderpädagogischen Pflege-stellen kommt hinzu, dass die Jugendämter eine pädagogische Ausbildung oder langjährige Erfahrungen mit Pflegekindern von den Personen erwarten. Das Jugendamt bietet den Pflegeeltern die regelmäßige Fortbildung und Supervision, eine individuelle, ortsnahe Begleitung und natürlich auch eine finanzielle Entschädigung während der Tätigkeit an.

Für Edwin Schütze ist das Jahr 2012 mit einem Erfolgserlebnis zu Ende gegangen. „Wir haben eine Familie gefunden, die sich dauerhaft um ein stark entwicklungsverzögertes drei-jähriges Mädchen kümmert. Das Ehepaar sagte zu mir: ‚Auch wenn wir ein wenig unsicher sind, was da auf uns zukommt, wir machen uns auf den Weg und geben dem Mädchen das Bestmögliche, was wir ihm bieten können – Herzenswärme, Nestwärme, Sicherheit und Förderung. Und wenn sie irgendwann wieder in ihre Familie zurückkehren kann, dann wissen wir, wir haben das Bestmögliche für das Kind getan.’“ Bleibt zu hoffen, dass Edwin Schütze diese oder ähnliche Worte auch in 2013 einige Male hören wird.

Info
Wer sich näher über das Thema informieren möchte, kann sich an Edwin Schütze wenden. Er ist erreichbar unter der Telefonnummer (0661)102-3133 oder per E-Mail edwin.schuetze@fulda.de.

Quelle: Landkreis Fulda vom 23.01.2013

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