Thüringen: 1.103 Maßnahmen zum Schutz für Kinder und Jugendliche 2012 – Täglich durchschnittlich 3 Inobhutnahmen

Posted on Juni 6, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Thüringen | Schlagwörter: , |

Im Jahr 2012 erfolgten in Thüringen 1 103 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche in Form von Inobhutnahmen durch die öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 87 Maßnahmen bzw. 8,6 Prozent mehr als im Jahr 2011.

In 530 Fällen und somit bei fast der Hälfte der Maßnahmen (48,1 Prozent) wurden die vorläufigen Schutzmaßnahmen von den sozialen Diensten bzw. den Jugendämtern angeregt, 340 von ihnen auf Grund einer vorangegangenen Gefährdungseinschätzung). In weiteren 219 Fällen regten die Kinder bzw. die Jugendlichen die Maßnahme selbst an und in 139 Fällen war es die Polizei oder eine Ordnungsbehörde.

Der Hauptanlass für die Maßnahmen zum Schutz der Kinder und Jugendlichen lag mit 30,9 Prozent in der Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils. Weitere Schwerpunkte waren mit 15,7 Prozent Beziehungsprobleme und mit 12,4 Prozent eine Vernachlässigung der Betroffenen.
In mehr als drei Viertel der Fälle (839 Maßnahmen bzw. 76,1 Prozent) erfolgte die Unterbringung während der Maßnahme in einer Einrichtung. Die durchschnittliche Dauer der Maßnahmen betrug 22,7 Tage.

Mehr als die Hälfte (55,0 Prozent) der Kinder und Jugendlichen waren im Jahr 2012 Mädchen. Im Jahr 2011 betrug deren Anteil 53,8 Prozent. Die Altersgruppe der 14- bis unter 16-Jährigen war am häufigsten betroffen. Vorläufige Schutzmaßnahmen für Jugendliche dieser Altersgruppe wurden von den öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe im Jahr 2012 in 238 Fällen gemeldet. Das war mit 21,6 Prozent mehr als ein Fünftel aller Maßnahmen (2011: 23,3 Prozent). In 205 Fällen bzw. 18,6 Prozent waren es Kinder im Alter von unter 3 Jahren (2011: 15,3 Prozent).
In knapp der Hälfte der Fälle (540 Fälle bzw. 44,5 Prozent) konnten die Kinder und Jugendlichen am Ende der vorläufigen Schutzmaßnahme zu den Personensorgeberechtigten zurückkehren. In 351 Fällen (28,9 Prozent) mussten jedoch erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses eingeleitet werden.

Quelle: Pressemitteilung des Thüringer Landesamt für Statistik vom 05.06.2013

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