Hessen: 12 340 junge Menschen wurden 2012 außerhalb des Elternhauses untergebracht

Posted on August 2, 2013. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Im Jahr 2012 wurden in Hessen 12 340 Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis unter 27 Jahre außerhalb des Elternhauses untergebracht: 4470 bzw. gut 36 Prozent in Form von Vollzeitpflege und 7870 bzw. knapp 64 Prozent in Heimerziehung/sonstiger betreuter Wohnform. Nach Mitteilung des Hessischen Statistischen Landesamtes waren dies 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Betreuten in Vollzeitpflege nahm um 0,7 Prozent, diejenige in Heimerziehung/sonstiger betreuter Wohnform um knapp 0,4 Prozent ab. Am Jahresende 2012 dauerten noch 9170 Hilfen an, rund 3170 Hilfen wurden 2012 beendet. Knapp 3370 Hilfen wurden in 2012 neu begonnen.

Mit knapp 48 Prozent waren die meisten jungen Menschen, die außerhalb des Elternhauses untergebracht wurden, zwölf bis unter 18 Jahre alt, gefolgt von den jungen Menschen zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr mit 21 Prozent. 20 Prozent waren volljährig und elf Prozent hatten das sechste Lebensjahr noch nicht erreicht.

Bei den jüngeren Kindern spielte die Vollzeitpflege die wichtigste Rolle, während mit steigendem Alter eine Unterbringung in einem Heim oder das betreute Wohnen an Bedeutung gewann. Von den unter Sechsjährigen waren 85 Prozent in Pflegefamilien untergebracht, bei den Sechs- bis unter Zwölfjährigen lag dieser Anteil bei gut 56 Prozent, bei den Zwölf- bis unter 18-Jährigen waren es 24 Prozent und bei den Volljährigen knapp 17 Prozent.

Bei der Vollzeitpflege standen folgende Gründe im Vordergrund: Die Gefährdung des Kindeswohles (18 Prozent), die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder Personensorgeberechtigten (19 Prozent) und die unzureichende Förderung bzw. Betreuung/Versorgung des jungen Menschen in der Familie (18 Prozent). Bei den jungen Menschen, die in Heimen/sonstiger betreuter Wohnform untergebracht wurden, waren neben der eingeschränkten Erziehungskompetenz der Eltern mit 18 Prozent, Unversorgtheit des jungen Menschen mit 16 Prozent, Auffälligkeiten des jungen Menschen im sozialen Verhalten mit zwölf Prozent sowie die unzureichende Förderung des jungen Menschen mit zehn Prozent von Bedeutung.

In gut 42 Prozent lebten die jungen Menschen vor der Hilfe bei nur einem Elternteil, 20 Prozent kamen aus „Patchworkfamilien“ und in 16 Prozent der Fälle wohnten die Eltern zusammen. Die restlichen knapp 22 Prozent entfielen auf unbekannt oder Eltern waren verstorben.

52 Prozent der jungen Menschen/der Herkunftsfamilien waren bei Beginn der Hilfe auf Transferleistungen angewiesen.

Die im Laufe des Jahres geleisteten Hilfen errechnen sich aus der Summe der im Jahr beendeten Hilfen und den am 31.12. bestehenden Hilfen. Wird eine Hilfe beendet und im laufenden Jahr erneut begonnen, so wird dies als zwei Hilfen gezählt.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 01.08.2013

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