Sachsen: Jugendämter schalten Familiengericht ein – 1 273 Maßnahmen eingeleitet

Posted on September 11, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Rechtliches, Sachsen | Schlagwörter: , |

Für Minderjährige haben die Jugendämter in Sachsen 2012 in Folge einer Gefährdung des Kindeswohls insgesamt 1 273 Maßnahmen beim Familiengericht1) nach § 1666 Absatz 3 BGB eingeleitet. Diese waren u. a. darauf zurückzuführen, dass die Personensorgeberechtigten nicht bereit oder in der Lage waren, die Gefahr für das Kind abzuwenden oder einer Inobhutnahme widersprachen. Die Maßnahmen des Familiengerichts umfassten:

  • 439 Anordnungen der Inanspruchnahme von Hilfen nach dem SGB VIII (z. B. Hilfen zur Erziehung),
  • 142 Aussprachen von Geboten und Verboten gegenüber den Personensorgeberechtigten oder Dritten gemäß § 1666 Absatz 3 Nummer 2 bis 4 BGB (z. B. das Gebot für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen; das Verbot, Orte, an denen sich das Kind regelmäßig aufhält, aufzusuchen oder Kontakt mit dem Kind aufzunehmen),
  • 64 Ersetzungen von Erklärungen des/der Personensorgeberechtigten2) und
  • 376 vollständige und 252 teilweise Entziehung der elterlichen Sorge und Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund oder Pfleger.

Des Weiteren übten die sächsischen Jugendämter am Jahresende 2012 insgesamt 1 882 Vormundschaften für Minderjährige3) aus.
Die Zahl der bestellten Amtspflegschaften für Kinder und Jugendliche betrug zum gleichen Zeitpunkt 1 256. Insbesondere bei Gefährdung des Kindeswohls sowie nach Scheidung oder bei Getrenntleben der Eltern wird die Personensorge ganz oder teilweise oder auch die Vermögenssorge auf das Jugendamt übertragen.

15 631 Kinder und Jugendliche erhielten zum Jahreswechsel von den Jugendämtern Beistand. Er wird auf Antrag eines Elternteils zur Feststellung der Vaterschaft und bei der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen geleistet.
___
1) 2012 erstmals erhoben
2) Z. B. die Einwilligung in die Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung oder die Zustimmung zur Inobhutnahme eines Kindes
3) Wenn ein Minderjähriger nicht unter elterlicher Sorge steht, aber auch, wenn die Eltern nicht berechtigt sind, weder in den die Person noch das Vermögen betreffenden Angelegenheiten des Minderjährigen als Vertreter zu fungieren, kommt es zur Berufung eines Vormundes.

Quelle: Medieninformation des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen vom 11.09.2013

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