Pflegeelternkampagne in Koblenz

Posted on Dezember 6, 2013. Filed under: Bewerber, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen, Rheinland-Pfalz, Tagespflege | Schlagwörter: |

Die Rhein-Zeitung berichtet am 05.12.2013 von der neuen Pflegeelternkampagne in Koblenz. Mit dem Slogan „Pflegeeltern – Gut für die Kinder“ wirbt die Stadt für mehr Pflegeeltern, denn „Die Zahl der Kinder, die ihre Ursprungsfamilie verlassen müssen, wächst kontinuierlich.“

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2 Antworten to “Pflegeelternkampagne in Koblenz”

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Die Kampagne ist in erster Linie eine Werbekampagne für die Gewinnung neuer Pflegefamilien. Vieles ist gut gelungen, zeigt Transparenz, manches ist etwas eindimensional dargestellt. Langjährige Pflegeeltern werden hier vermissen, das noch immer keine Qualitätsstandards geschaffen werden, um Pflegeeltern und seelisch tief verletzte Kinder adäquat und bedarfsgerecht zu unterstützen.
Ein Pflegekind aufzunehmen, so der Tenor der Kampagne, ist eine Aufgabe, der sich fast jeder stellen kann.
Dies mag angesichts von Medienberichten über desolate Pflegefamilien und einer Abbruchquote von Pflegeverhältnissen durch Pflegeeltern selbst (von nahezu 20 % im Bundesdurchschnitt) fragwürdig erscheinen.

Beim ersten Blick auf die Homepage des Pflegekinderdienstes Koblenz war ich angenehm überrascht. Gut strukturiert erhalten Interessenten nötige Informationen – wenn auch – wie bereits Frau Maibach angemerkt hat – etwas eindimensional dargestellt.
Die Werbekampagne mit „Willi und Ernst“ lässt mich allerdings betroffen zurück. Ähnlich wie die Imagepflegekampagnen der Jugendämter in 2011 impliziert sie ein falsches (weil gar kein) Bild vom Alltag vieler Pflegefamilien, die oft mit riesigen Problemen und zusätzlich mit ihrem Bild in der Öffentlichkeit zu kämpfen haben. Als langjährige Pflegemutter aber auch als Coach von Pflegefamilien, weiß ich, dass Einsatz, Liebe, ein weites, soziales „Herz“, Zeit und Raum häufig nicht ausreichen, um ein gelingendes Pflegeverhältnis zu garantieren. Henrike Hopp von Moses Online und Prof. Dr. Wolf von der Pflegekinderforschung der Uni Siegen sprechen sogar von Abbrüchen von bis zu 30-40 %.
Wenn laut Prof. Dr. Wolf „PFLEGEELTERNZUFRIEDENHEIT der beste Garant für stabile Pflegeverhältnisse und STEIGENDE ANWÄRTERZAHLEN“ ist, dann ist der Ansatz einer jeden Pflegeelternkampagne, die auf Quantität statt auf Qualität zielt, unglücklich gewählt und kann von „gestandenen“ Pflegeeltern leicht als Affront gewertet werden.


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