Kino-Tipp: „Philomena“ von Stephen Frears

Posted on Februar 23, 2014. Filed under: Adoptivfamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Am 27. Februar startet der neue Film „Philomena“ von Stephen Frears in den deutschen Kinos. Er wurde 2013 bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet und ist für 4 Oscars nominiert .

Inhalt: Er hat auf höchster politischer Ebene mitgemischt. Menschliche Schicksalsstorys öden ihn an. Aber als die fast 70jährige Philomena Lee (Judi Dench) dem arroganten Journalisten Martin Sixsmith (Steve Coogan) ihre Lebensgeschichte anvertraut, wittert er eine Story: Als Teenager wird Philomena im streng katholischen Irland der fünfziger Jahre ungewollt schwanger. Zur Strafe kommt sie in ein Kloster, in dem sie ihren unehelichen Sohn zur Welt bringt und gezwungen wird, ihn zur Adoption freizugeben. 50 Jahre lang schweigt Philomena aus Scham. Jetzt bittet sie Martin um Unterstützung bei der Suche nach ihrem Kind. Während ihrer gemeinsamen Reise auf den Spuren der Vergangenheit prallen zwei Welten aufeinander: Die fromme, warmherzige ältere Dame und der zynische Reporter bilden ein kurioses Team. Trotz aller Gegensätze freunden sie sich an – und stoßen im Verlauf ihrer Nachforschungen auf einen unfassbaren Skandal …

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Eine Antwort to “Kino-Tipp: „Philomena“ von Stephen Frears”

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Es gab den wirklich hervorragenden Film „Philomena“ in den Kinos, den ich nicht nur von den Schauspielern her fantastisch finde, auch in der inhaltlichen Umsetzung der wahren Geschichte, wurde so wunderbar die Sensibilität, die Gedanken, die Sorgen, die Fragen und Hoffnungen einer Mutter gezeigt, der ihr Kind genommen wurde. Das langsame „eingewoben werden“ des Journalisten, sein zunehmendes, Hinterfragen, Verstehen und Begreifen, was es für Philomena bedeutet, zurück zu schauen.
Ihre Freude über noch so „kleine Informationen“ über ihren Sohn, kurze Szenen, kleine Momente größter emotionaler Annäherung. Ein leiser Film, der berührt, gerade auch im Zusammenspiel von Tochter und Mutter, ohne jeglichen Vorwurf. Es wurde allerdings auch deutlich, wie die Kirche die Menschen stehen lässt in ihren Wünschen. Der Sohn, der nahe dem Tod, seine Heimat besucht, dort seine Mutter sucht, im Kloster auf eine Akte mit Antworten hofft, auf Hinweise.
Die Mutter, die bereits mehrfach da war, den Schwestern fragen stellte und nach Informationen suchte. Beiden, Mutter wie Sohn, begegnet Lüge statt Empathie! 

Nur das Grab im Garten soll eine Teilhabe der Kirche kundtun, zumindest der letzte Wunsch des Sohnes, dort begraben zu werden, wurde respektiert und erfüllt, der Mutter wurde dies jedoch nicht gesagt.

Mich erinnerte der Film stark an die Anfänge meiner Arbeit, denn viele der Frauen mit einem ähnlichem Schicksal, lernte ich gerade in der anfänglichen Zeit kennen. Begab mich mit oder für diese Frauen auf die Suche nach ihren Kindern, sie hatten ähnliche Hintergründe, Geschichten,
wie der Film sie zeigt. Welch ein Leid ihnen widerfahren war, es gab ein lebenslanges Verschweigen, ein Geheimnis, aber ein Vergessen war nicht möglich.

Davon gibt es auch heute noch sehr viele Betroffene. Auch ihnen bleibt die Sehnsucht und die Hoffnung, dass es dem Kind besser gehen möge, das trägt sie – ein Leben lang. Das hat der Film auch deutlich gemacht in den Aussagen der Mutter; „das Leben hätte ich ihm nie bieten können!“

Wirklich nicht? Das stimmt leider nicht immer, oft hätte schon jemand an der Seite genügt, Hilfe und Unterstützung fehlte in manchen Fällen.

Leider gibt es auch heute noch, trotz aller Beratungsangebote, die Rat- und Hilflosigkeit, gerade zunehmend wieder von jungen Mädchen, die Angst und Scham, Umstände, Gründe, die einen Säugling nicht bei der Mutter, den Eltern aufwachsen lassen können.

Waltraut Schäfer
Praxis ADOPTIONimDIALOG
Psychologische Beraterin
Mittelweg 14 – 20148 Hamburg


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