2 841 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder in Bayern – Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils ist häufigster Anlass

Posted on Juni 5, 2014. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Im Jahr 2013 wurden in Bayern insgesamt 2 841 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ergriffen, in 53 Prozent (1 492 Fälle) für weibliche Minderjährige. Laut Bayerischem Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung betrafen mehr als die Hälfte der Schutzmaßnahmen Minderjährige ab 14 Jahren, der häufigste Grund für eine vorläufige Schutzmaßnahme lag in der Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils.

Als Schutzmaßnahme bezeichnet man die vorläufige Aufnahme und Unterbringung von Minderjährigen in einer Notsituation durch das Jugendamt. Es sind Maßnahmen zur schnellen Intervention zugunsten des Minderjährigen, sie dienen als Klärungshilfe für Betroffene in Krisensituationen sowie dem unmittelbaren Schutz der Minderjährigen.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren 1 492 Mädchen (53 Prozent) und 1 349 Jungen (47 Prozent) betroffen. Rund zwei Drittel der betroffenen Minderjährigen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, ungefähr ein Drittel eine nichtdeutsche.

Bei der überwiegenden Zahl der Maßnahmen (2 796) handelte es sich um Inobhutnahmen, in 45 Fällen wurden die Kinder und Jugendlichen vom Jugendamt aufgrund einer Gefährdung den Personensorgeberichtigten, z.B. den Eltern, auch gegen deren Willen weggenommen (Herausnahmen). Von den 2 796 Inobhutnahmen erfolgten 467 auf eigenen Wunsch und 2 329 aufgrund einer Gefährdung.


Betrachtet man die Schutzmaßnahmen nach Altersklassen, fällt auf, dass mehr als die Hälfte (58 Prozent) der betroffenen Minderjährigen 14 Jahre oder älter waren.

Die drei häufigsten Gründe – Doppelnennungen sind möglich – für eine vorläufige Schutzmaßnahme waren die Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils (1 074 Fälle), die Vernachlässigung des Minderjährigen (417 Fälle) und Beziehungsprobleme (413 Fälle).

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 05.06.2014

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