Fachtagung „Hilfe für junge Volljährige und Übergangsbegleitung“ am 01.12. in Münster

Posted on Oktober 23, 2014. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Das LWL-Landesjugendamt Westfalen organisiert für den 01.12. eine Fachtagung zum Thema „Hilfe für junge Volljährige und Übergangsbegleitung“ in Münster.

Im 14. Kinder- und Jugendbericht des Bundes über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland aus dem Jahr 2013 wird erneut darauf hingewiesen, dass es gravierende regionale Disparitäten bei der Gewährung von Hilfen für junge Volljährige gibt. Hierbei spielen sowohl unterschiedliche Wahrnehmungs- und Beurteilungsmuster der Fachkräfte eine Rolle als auch Fragen der Effizienz und vielerorts fehlende spezifisch die Entwicklungsaufgaben dieser Altersgruppe berücksichtigende Konzepte. Für eine fachlich angemessene Ausgestaltung der Hilfen für junge Volljährige müssen drei Ebenen in den Blick genommen werden: die Steuerungs-, Gewährungs- und Angebotsebene.

Wir wollen den Fragen nachgehen: Wie werden junge Menschen auf die Phase der Selbstständigkeit vorbereitet und in dieser begleitet? Welche fachliche Rahmung gibt es dazu? Ist die Entwicklung einer eigenen Pädagogik für die jungen Erwachsenen orientiert an ihrer Lebenslage, -wirklichkeit notwendig? Wie muss an den Verbindungsstellen unterschiedlicher Rechtskreise bzw. Hilfesysteme zusammengearbeitet werden, damit kein junger Mensch „verloren“ geht? Und was kommt nach der Erziehungshilfe?

Jungen Volljährigen sollen gemäß § 41 SGB VIII Hilfen für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung gewährt werden, wenn und solange die Hilfe auf Grund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist. So steht es im Gesetz. Die Praxis sieht häufig anders aus.

„Ausgerechnet diejenigen, deren Aufwachsen „an einem anderen Ort“ eine Vielzahl biografischer Belastungen indiziert, sind mit 18 so erwachsen und selbständig, dass sie keiner weiteren Begleitung und Unterstützung bedürfen?!“ Mit dieser rovokanten Frage spielt Norbert Struck auf den Widerspruch zwischen einer sich verlängernden Jugendphase und einer restriktiven Hilfegewährung im Bereich der Hilfen für junge Volljährige an. Sie kann neben den stationären Hilfen gleichermaßen für die teilstationären und ambulanten Hilfen gestellt werden und trifft den Kern des Themas dieser Tagung.

Begleitet wird die Tagung von Mitgliedern des neu gegründeten „Careleaver“ Netzwerkes, die ihre Erfahrungen und die sich daraus ergebenden Herausforderungen in die Tagung einbringen.

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