Sonderworkshop „Vormundschaftsrecht in Europa“ am 12./13.12. in Regensburg

Posted on November 4, 2014. Filed under: Bayern, Fachkräfte, International, Jugendhilfe, Netzwerke, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Am 12./13.12. wird auf Anregung des Bundesjustizministeriums an der Universität Regensburg in der Symposienreihe zum Europäischen Familienrecht ein Workshop zur Reform des Vormundschaftsrechts stattfinden. Das Vormundschaftsrecht soll dort vor allem aus rechtsvergleichender Perspektive betrachtet werden, um Näheres über Erfahrungen aus dem europäischen Ausland zu erfahren. Veranstalter sind Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Schwab und Prof. Dr. Anatol Dutta.

Hintergrund:
Zu den wenigen Instituten im deutschen Familienrecht, die von den zahlreichen Reformwellen im vierten Buch des Bürgerlichen Gesetzbuchs nahezu vollständig verschont geblieben sind, gehört die Vormundschaft. Im Zentrum der gesetzlichen Regelung steht bis heute der Einzelvormund, der sich aus einer altruistischen Motivation heraus um eine Waise wie um ein eigenes Kind kümmert. Mit der Wirklichkeit hat diese Konzeption freilich nur wenig gemein. Ein Vormund wird heute überwiegend für Kinder bestellt, deren Eltern ihren Sorgeverpflichtungen nicht nachkommen können. Das Vormundschaftswesen ist von der Vormundschaft des Jugendamtes als Amtsvormund geprägt; der mit den Aufgaben der Vormundschaft betraute Mitarbeiter des Jugendamts ist typischerweise für eine große Anzahl von Kindern zuständig, deren Erziehung er delegiert und überwacht.

Nach zahlreichen aufsehenerregenden Fällen, in denen die Grenzen des deutschen Vormundschaftssystems deutlich geworden sind und auf die der Gesetzgeber mit ersten Maßnahmen reagiert hat, ist es an der Zeit, über eine grundlegende Reform des Vormundschaftsrechts nachzudenken. Da es sich bei der Vormundschaft – der Übernahme von Sorgeverantwortung an Stelle der Eltern durch einen Dritten – um ein universell auftretendes Phänomen handelt, lohnt dabei vor allem auch der Blick in das Ausland, zumal die Vormundschaft bisher nicht im Fokus der Familienrechtsvergleichung stand.

Auf Anregung aus dem Bundesjustizministerium haben sich die Veranstalter der Regensburger Symposien für Europäisches Familienrecht deshalb entschlossen, außerhalb des zweijährigen Turnus einen Sonderworkshop zu veranstalten, der ein rechtsvergleichendes Fundament für eine Reform des Vormundschaftsrechts schaffen soll. Ausgewiesene Familienrechtsexperten aus dem europäischen Ausland sollen über die Entwicklung des Vormundschaftsrechts in ihren Rechtsordnungen berichten.

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