Rheinland-Pfalz: Gefährdung des Kindeswohls – Mehr als 2.400 Fälle im vergangenen Jahr

Posted on Juli 15, 2016. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Rheinland-Pfalz | Schlagwörter: , |

Die rheinland-pfälzischen Jugendämter haben auf der Grundlage von Verdachtsmeldungen im Jahr 2015 insgesamt 6.708 Verfahren zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung abgeschlossen, 275 bzw. vier Prozent mehr als im Vorjahr. Damit waren nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes in Bad Ems gut ein Prozent aller Kinder unter 18 Jahren von einem derartigen Verfahren betroffen.

In 2.424 Fällen, also bei mehr als einem Drittel (36 Prozent) der Verdachtsmeldungen, wurde im Zusammenwirken der beteiligten Fachkräfte tatsächlich eine akute oder latente Gefährdung des Kindeswohls erkannt. Eine Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes bzw. Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist.

Eine akute Kindeswohlgefährdung wurde in 1.069 Verfahren festgestellt (16 Prozent). Kann eine tatsächlich gegenwärtige Kindeswohlgefährdung nicht eindeutig beantwortet werden, so liegt eine latente Gefährdung vor. Die Einschätzung der Fachkräfte führte in 1.355 Fällen (20 Prozent) zu einem solchen Ergebnis.

Keine Gefährdung des Kindeswohls lag bei 4.284 aller Verdachtsfälle  vor (64 Prozent). Bei weit mehr als der Hälfte dieser Verfahren (2.405 Fälle) wurde aber dennoch ein Hilfebedarf festgestellt, etwa in Form von Beratungs- und Unterstützungsleistungen für die Mütter und Väter. Kein weiterer Hilfebedarf bestand dagegen in 1.879 Verdachtsfällen.

Auf der Grundlage des Kinderschutzgesetzes sind die Jugendämter verpflichtet, eine Gefährdungseinschätzung vorzunehmen, wenn gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen vorliegen. Auf Initiative von Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft wurden 1.465 Verfahren in die Wege geleitet. Verdachtsmeldungen von Bekannten oder Nachbarn der Kinder führten zu 989 Verfahren; dies sind 70 Fälle mehr als im Vorjahr. Auch anonyme Meldungen waren häufig Ausgangspunkt derartiger Verfahren; in 659 Fällen erreichte das Jugendamt eine Verdachtsmeldung auf diesem Weg.

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz vom 15.07.2016

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