Bilder über brutale Realität – Mit Kindern darüber reden

Posted on Juli 26, 2016. Filed under: Adoptivfamilie, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes |

Terror in Nizza, Amok in München, Bombenanschlag in Ansbach: Berichte über Amok, Terror und andere Gewaltverbrechen bestimmen aktuell die Nachrichten. Kinder und Jugendliche bekommen die – oft verstörenden – Informationen über Fernsehen, die Schule oder in Gesprächen in der Familie mit und sind verunsichert. Für Jugendliche sind die sogenannten Sozialen Medien wichtige Informationsquellen. Hier ist die Unterscheidung zwischen gesicherten Informationen und spekulativen Posts, Gerüchten und Panikmache besonders schwierig. Aber auch im TV erhöht der Druck, aktuell und umfassend zu berichten, die Anzahl von Spekulationen.

Wenn Kinder und Jugendliche zu den schrecklichen Ereignissen und der dazugehörigen Berichterstattung Fragen haben, ist Abwehr keine angemessene Reaktion: „Das verstehst du noch nicht“ bringt sie nicht weiter, sondern erhöht Verunsicherung und Angst. Solche Sätze nehmen Heranwachsenden den Drang, die Wirklichkeit zu begreifen und lassen sie mit ihren Fragen und Nöten allein.

Vor allem für Ältere, die anfangen, sich für Hintergründe zu interessieren, stellt sich die Frage nach dem „Warum“ von Gewalt und Anschlägen. Die Gefahr, dass sie selbst, Angehörige oder Freunde Opfer von Gewalt werden, kann ihnen große Angst machen.

Wichtig ist, mit Kindern und Jugendlichen über ihre Eindrücke und Ängste zu sprechen, sie zu trösten und ihnen Sicherheit und Zuwendung zu geben. Der Erklärungsbedarf bleibt hoch. Um sich gemeinsam mit Kindern über das aktuelles Geschehen zu informieren, sind Sendungen wie etwa die Kindernachrichten „logo!“ (KI.KA/ZDF) hilfreich. Auch im Internet stellt sich „logo!“ den Fragen von Heranwachsenden und beantwortet sie verständlich und altersangemessen unter www.tivi.de. Altersgerechte Informationsquellen für Kinder im Internet sind unter anderem: www.blindekuh.de (Suchmaschine für Kinder mit großer Spieleübersicht), www.hanisauland.de (Politik und gesellschaftliche Themen), www.helles-koepfchen.de (Wissensportal und Suchmaschine) und www.sowieso.de (Online-Zeitung für Kinder). Darüber hinaus sind auch Kindernachrichten im Radio wie klaro oder KiRaKa empfehlenswert.

Für Jugendliche sind seriöse TV- und Radionachrichten sowie  deren Online-Angebote gute Anlaufstellen für Informationen und aktuelle Meldungen. Das gilt auch für Online-Angebote etablierter Tages- und Wochenzeitungen.

Außerdem sollten Eltern:

  • Ängste ernst nehmen und Kindern Verarbeitungsmöglichkeiten anbieten. In jedem Fall ist es hilfreich, Kinder zu animieren, das Gesehene aktiv zu bearbeiten. Kleinen Kindern hilft es, Situationen im Wortsinne durchzuspielen oder ein Bild dazu zu malen. Älteren kann man eher mit Gesprächen und konkreten Informationen helfen. Mit ihren Fragen, Texten und Bildern zu Nachrichtenereignissen können sich die Mädchen und Jungen z.B. auch an die Redaktion von „logo!“ wenden.
  • Für Jugendliche ist der Austausch in der Familie und im Freundeskreis wichtig. Mit ihnen kann man besprechen,  bei welchen Nachrichtenquellen seriöse Information zu finden ist. Auch über die Frage, was man zu aktuellen Vorfällen ggf. selbst online posten oder weiterverbreiten kann und was besser nicht, sollten Eltern sich mit Jugendlichen austauschen.
  • Schwierige oder beängstigende aktuelle Themen im Familiengespräch nicht aussparen. So haben Heranwachsende die Chance, sich damit zu beschäftigen, bevor übertriebene Ängste aufkommen. Sie erfahren dadurch, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind.
  • Eigene Ängste und Verunsicherung im Griff haben: Kinder und Jugendliche brauchen angesichts der Nachrichtenlage mehr denn je souveräne Bezugspersonen, die Geborgenheit sowie Orientierung und Hilfe bei der Einordnung bieten.

Weitere Informationen unter: www.flimmo.tv

Quelle: JFF – Institut für Medienpädagogik vom 26.07.2016

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