Hessen: Unterbringung der jungen Menschen außerhalb des Elternhauses nimmt 2016 weiter zu

Posted on November 25, 2017. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

logoIm Jahr 2016 wurden in Hessen 16 500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis unter 27 Jahre außerhalb des Elternhauses untergebracht: 4900 (30 Prozent) in Form von Vollzeitpflege und knapp 11 600 (70 Prozent) in Heimerziehung/sonstiger betreuter Wohnform.

Nach Mitteilung des Hessischen Statistischen Landesamts nahm die Zahl der betroffenen jungen Menschen gegenüber 2015 um 2,5 Prozent zu (Betreute in Vollzeitpflege: plus 4,6 Prozent, Betreute in Heimerziehung oder sonstiger betreuter Wohnform: plus 1,7 Prozent). Am Jahresende 2016 dauerten noch knapp 12 600 Hilfen an, rund 3900 Hilfen wurden im Jahr 2016 beendet. Gut 4500 Hilfen wurden 2016 neu begonnen.

Mit 55 Prozent waren die meisten jungen Menschen bei Beginn der Unterbringung außerhalb des Elternhauses zwischen 14 bis unter 18 Jahre alt. 13 Prozent waren bereits volljährig. Bei den jüngeren Kindern spielte die Vollzeitpflege die wichtigste Rolle. Die Unterbringung in einem Heim oder das betreute Wohnen gewann mit steigendem Alter an Bedeutung. Von den unter 3-jährigen waren 84 Prozent und von den 3- bis unter 6-jährigen 81 Prozent in Pflegefamilien untergebracht. Bei den Volljährigen waren die meisten (90 Prozent) in Heimen oder betreuten Wohnformen untergebracht und 10 Prozent in Vollzeitpflege.

Bei der Vollzeitpflege standen bei Beginn der Hilfe die Unversorgtheit des jungen Menschen (43 Prozent), die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder Personensorgeberechtigten (31 Prozent), die Gefährdung des Kindeswohls (27 Prozent) sowie die unzureichende Förderung des jungen Menschen in der Familie (27 Prozent) im Vordergrund. Bei den jungen Menschen, die in Heimen oder in sonstigen betreuten Wohnformen untergebracht wurden, waren neben der Unversorgtheit mit 54 Prozent, die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder Personensorgeberechtigten (21 Prozent) und unzureichende Förderung mit 16 Prozent von Bedeutung. Bei der Beantwortung der Frage nach den vorwiegenden Gründen bei Beratungsbeginn waren Mehrfachnennungen (bis zu 3 Gründe) möglich.

Bei 65 Prozent der jungen Menschen, die in Vollzeitpflege untergebracht wurden, bezogen die Herkunftsfamilien bei Beginn der Hilfe Transferleistungen. Bei der Heimerziehung lag dieser Anteil bei 34 Prozent. Auch die Familienverhältnisse spielten eine große Rolle. So lebten knapp 6 von 10 der Kinder und Jugendlichen, die in Vollzeitpflege mit Transferleistungen untergebracht wurden, bei Beginn der Hilfe bei nur einem Elternteil. Bei der Heimerziehung lag dieser Anteil bei 49 Prozent.

Hinweis

Die im Laufe des Jahres geleisteten Hilfen errechnen sich aus der Summe der im Jahr beendeten Hilfen und den am 31.12. bestehenden Hilfen. Wurde im Jahr 2016 eine Hilfe beendet und erneut begonnen, wurden daher zwei Hilfeleistungen gezählt.

Quelle: Pressemitteilung des Hessischen Statistischen Landesamtes vom 22.11.2017

Make a Comment

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Liked it here?
Why not try sites on the blogroll...

%d Bloggern gefällt das: