Forschung

AFET – Expertise zur Schulbegleitung erscheint im September

Posted on August 21, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Schule, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Mit dem besonderen Blick auf das Kind, seinen individuellen, im SGB VIII und SGB XII verankerten Anspruch auf Eingliederungshilfe und seine Rechte auf eine adäquate Beschulung und bedarfsgerechte Förderung in der Schule gab der AFET an Herrn Prof. Dr. Martin Heinrich & Jun.-Prof.in Dr. Christine Demmer, Anika Lübeck, M.A. & M.Ed. von der Universität Bielefeld die Erstellung der Expertise „Funktion und Funktionalität von Schulbegleitung im inklusiven Schulsystem!?“ in Auftrag.

Darin werden, basierend auf breiter Forschungsanalyse und Praxisbeispielen, Bearbeitungsansätze für den Einsatz von SchulbegleiterInnen an Regelschulen präsentiert und Perspektiven für eine funktionale Verantwortungsgemeinschaft an inklusiven Schulen aufgezeigt.

Die Expertise wird während der Fachtagung „Kinder verantwortungsbewusst begleiten und fördern – Wie Kooperation zwischen der Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und Schule am Beispiel der Schulbegleitung gelingen kann!?“ am 27.09.2017 durch ihre AutorInnen präsentiert und kann gleich vor Ort zu einem Sonderpreis von 9,00 Euro erworben werden. Regulär kostet sie 11,00 Euro (Mitgliederpreis 9,00 Euro) zzgl. Portokosten.

Die Expertise kann beim AFET bereits vorbestellt werden. Bitte geben Sie hierzu AFET-Expertise Nr. 11-2017 an.

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Artikel „Geschlechtsidentität von Kindern: Eltern ohne Einfluss“

Posted on August 17, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Forschung, International, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Der Artikel „Geschlechtsidentität von Kindern: Eltern ohne Einfluss“ der Pharmazeutischen Zeitung Online vom 16.08.2017 berichtet von einer Studie der University of Kentucky, die das Spielverhalten und die Entwicklung adoptierter Kinder aus insgesamt 106 amerikanischen Familien mit lesbischen, schwulen oder heterosexuellen Elternpaaren untersuchte. Es zeigte sich, dass die sexuelle Orientierung der Eltern und der Familientyp keinen signifikanten Einfluss auf die Geschlechtsidentität der Kinder hatten.

Auch DIE WELT widmet der Studie einen Beitrag: „Mutter, Mutter, Kind“ vom 16.08.2017

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Befragung: „Traumatisierte Pflegekinder – professionelle Fachkräfte!?“ – Bitte mitmachen

Posted on August 16, 2017. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie | Schlagwörter: |

Der Studierende der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule Freiburg Sven Rupp bittet um Ihre Mitarbeit:

Liebe Pflegeeltern,

wenn Pflegekinder in einer Pflegefamilie untergebracht werden, dann haben sie oft Schlimmes erlebt. Pflegeeltern leisten Großes, wenn sie Kinder mit besonderen Belastungen, Verhaltensweisen und Konfliktpotential bei sich aufnehmen, sie lieben und schützen. Oft aber geraten sie hierbei auch an ihre Grenzen, fühlen sich schlecht begleitet und unzureichend vorbereitet.
Genau diesen Bereich möchte ich in meiner Bachelor-Thesis beforschen und führe eine Umfrage durch. Ich möchte herausfinden, welches Fachwissen Pflegeeltern besitzen, wie sicher sie sich fühlen und wie gut sie mit Begleitung ausgestattet werden.

Die nächsten 15 Minuten können sie sich anonym und offen beteiligen. Es werden keine Daten erhoben, die sie erkenntlich werden lassen. Es geht nicht speziell um sie persönlich, sondern um Sie als Pflegeeltern. Im Voraus bedanke ich mich bei Ihnen für dieses zusätzliche und nicht selbstverständliche Engagement.

Die Umfrage wird im Zeitraum zwischen dem 14.8.2017 – 7 Uhr und 4.9.2017 – 23:59 Uhr durchgeführt:
https://www.soscisurvey.de/traumapflege2017/

Bei aufkommenden Fragen und Anmerkungen wenden sie sich gerne direkt an: emailtosven@web.de

Mit besten Grüßen
Sven Rupp
Studierender der Sozialen Arbeit

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Niedersachsen: Über die Hälfte der Inobhutnahmen 2016 zum Schutz von unbegleitet eingereisten Minderjährigen

Posted on August 9, 2017. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Niedersachsen, Publikationen | Schlagwörter: , , |

HANNOVER. Im Jahr 2016 wurden 8.347 vorläufige Schutzmaßnahmen von niedersächsischen Jugendämtern vorgenommen. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) weiter mitteilt, waren darunter 4.365 Schutzmaßnahmen, die aufgrund einer unbegleiteten Einreise von Minderjährigen aus dem Ausland veranlasst wurden. In über der Hälfte der Fälle (52,3%) fand die Schutzmaßnahme somit aufgrund der unbegleiteten Einreise statt.

Bei einer vorläufigen Schutzmaßnahme nimmt das zuständige Jugendamt die Kinder oder Jugendlichen kurzzeitig in Obhut, wenn eine dringende Gefahr besteht oder die bzw. der Betroffene darum bittet. Ebenso werden Minderjährige grundsätzlich in Obhut genommen, die ohne Begleitung nach Deutschland einreisen und bei denen sich weder personensorgeberechtigte Personen noch Erziehungsberechtigte hier aufhalten.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Inobhutnahmen 2016 um 42,9% an. Im Jahr 2015 wurden 5.842 Minderjährige in Schutz genommen, darunter 2.534 Kinder und Jugendliche (43,4%) aufgrund einer unbegleiteten Einreise. Bereits 2015 ergab sich ein prozentualer Anstieg von 50,4% im Vergleich zu 2014. Vor der großen Flüchtlingsbewegung wurden 2014 insgesamt 3.885 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen, davon waren 354 unbegleitete Minderjährige (9,1%).

Unabhängig von der Zahl der unbegleitet eingereisten Minderjährigen sind die Schutzmaßnahmen von 2015 auf 2016 ebenfalls gestiegen (+20,4%). Wurden im Jahr 2015 insgesamt 3.308 Minderjährige aus anderen Gründen als einer unbegleiteten Einreise unter den Schutz des Jugendamtes gestellt, betraf dies 3.982 Kinder und Jugendliche im Jahr 2016. Als Gründe meldeten die zuständigen Jugendämter vor allem die Überforderung der Eltern beziehungsweise eines Elternteils, sonstige Probleme, Beziehungsprobleme oder Vernachlässigung. In der Statistik können bis zu zwei Gründe pro Fall angegeben werden.

Quelle: Pressemitteilung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen vom 07.08.2017

 

 

 

 

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Abschlusstagung des Projektes „Für junge Geflüchtete: Gastfamilien, Paten- und Vormundschaften“ am 08.12. in Berlin

Posted on August 8, 2017. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , |

Impulse für die Praxis der Jugendhilfe möchte die Abschlusstagung des Projektes „Für junge Geflüchtete: Gastfamilien, Paten- und Vormundschaften“ am 08.12. in Berlin geben.

„Für junge Geflüchtete: Gastfamilien, Paten- und Vormundschaften“ ist ein Modellprojekt, das in Kooperation der Diakonie Deutschland und des Kompetenz-Zentrum Pflegekinderhilfe e. V. von Januar 2016 bis Dezember 2017 durchgeführt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

Gastfamilien, Vormundschaften und Patenschaften – sind Möglichkeiten sich für junge Geflüchtete zu engagieren und eine gute Ergänzung zu anderen, bestehenden Angebotenen der Jugendhilfe. Obgleich sie unterschiedliche Aufgaben und Schwerpunkte haben, benötigen sie durchweg qualifizierte professionelle Begleitung, um wirksam sein zu können.

Im Rahmen des Praxisprojekts wurden fachliche Empfehlungen entwickelt, insbesondere

  • zur Vermittlung von jungen Flüchtlingen in Gastfamilien
  • zur Qualifizierung von Gasteltern für junge Geflüchtete
  • zur Qualifizierung von Fachkräften
  • zur Förderung ehrenamtlicher Strukturen mit Vormündern und Paten.

In der Abschlusstagung werden Ergebnisse und Erkenntnissen aus dem Projekt aus Sicht der beiden Projektträger sowie der beteiligten kommunalen und freien Jugendhilfeträger vorgestellt. Darüber hinaus wird Prof. Wolf die wissenschaftliche Evaluation vorstellen und die daraus resultierenden Impulse für die Jugendhilfe insgesamt präsentieren.

Die Tagung wendet sich gleichermaßen an Praktiker*innen und interessiertes Fachpublikum.

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Artikel „Provozieren, um zu testen“

Posted on August 5, 2017. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Schule | Schlagwörter: |

Eine Langzeitstudie von ForscherInnen an der Uni Siegen soll mehr über das Leben von Pflegekindern in Erfahrung bringen. Der Artikel „„Provozieren, um zu testen“: Pflegekinder haben oft Probleme in der Schule – Studie beleuchtet Hintergründe am 04.08.2017 auf news4teachers.de wendet sich an LehrerInnen und fokussiert auf Pflege- und Adoptivkinder als ein belastetes Klientel in der Schule.

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Artikel: Pflegekinder „Gehöre ich mit zur Familie?“

Posted on August 5, 2017. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

Die Welt berichtet im Artikel Pflegekinder: „Gehöre ich mit zur Familie?“ am 05.08.2017 von einer Langzeitstudie der Uni Siegen, in der die WissenschaftlerInnen untersuchen, wie sich das Leben von Pflegekindern bis ins Erwachsenenalter hinein entwickelt.

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Immer mehr Mütter und Väter nutzen regelmäßig Angebote der Familienbildung

Posted on August 4, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Forschung, Fortbildung, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

Bamberg – Wenn Fragen zur Erziehung oder Betreuung von Kindern auftauchen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, sich Rat und Informationen zu holen. Die meisten Eltern sind gut vernetzt und haben verschiedene Ansprechpersonen, an die sie sich wenden. Am häufigsten besprechen sie sich mit dem Partner oder der Partnerin und mit anderen Familienmitgliedern. Im professionellen Bereich schätzen Mütter und Väter besonders den Rat von Lehrkräften, Erzieherinnen und Kinderärzten.

Für viele Eltern ist es heute ganz selbstverständlich geworden, auch präventive Angebote der Familienbildung wie Elternkurse, Veranstaltungen oder Gruppentreffen zu besuchen, wenn sie Fragen zu Familien- und Erziehungsthemen haben. In einem Zeitvergleich zeigt sich, dass sich der Anteil an Eltern, die solche Angebote nutzen, seit 2002 nahezu verdreifacht hat: Gut drei Viertel der befragten Mütter und etwa die Hälfte der befragten Väter nehmen Angebote der sogenannten Eltern- und Familienbildung gelegentlich oder regelmäßig in Anspruch. Nur ein Zehntel der Eltern hat bisher noch nichts von Angeboten zur Stärkung der Elternkompetenzen gehört.

Väter kennen und nutzen solche Angebote zu Familien- und Erziehungsthemen nach wie vor seltener als Mütter. Im Vergleich mit früheren Befragungen zeigt sich aber, dass Väter immer häufiger Angebote zur Stärkung der Elternkompetenzen wahrnehmen. „Auch in der Familienbildung spiegelt sich die gesellschaftliche Entwicklung wider, dass sich Väter stärker bei der Gestaltung des Familienlebens engagieren und in der Kindererziehung Verantwortung übernehmen möchten“, bringt es Familiensoziologe Harald Rost, stellvertretender Leiter des Staatsinstituts für Familienforschung an der Universität Bamberg, auf den Punkt.

Gerade rund um die Familiengründung werden solche Angebote von Müttern und Vätern intensiv genutzt: Neun von zehn Eltern, die Familienbildungsangebote bereits einmal, gelegentlich oder regelmäßig besuchen, haben zum Beispiel an einem Säuglingspflegekurs oder einer Krabbelgruppe teilgenommen.

Diese Befunde hat das Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb) nun in einer Studie zur „Familienbildung aus Sicht bayerischer Mütter und Väter“ veröffentlicht, die durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert wurde. Nach 2002 und 2006 wurden zwischen Oktober 2015 und Januar 2016 zum dritten Mal knapp 1.200 Mütter und Väter aus ganz Bayern telefonisch befragt. Neben der Inanspruchnahme von Angeboten verschiedener Einrichtungen standen auch die Nutzung der Medien-Angebote wie Erziehungsratgeber oder Eltern-Webseiten im Fokus der Untersuchung. Weiterhin wurden Mütter und Väter nach ihren Einstellungen zu Familie und Erziehung befragt und erhoben, bei welchen Themen Eltern sich Unterstützung wünschen und wie sie am liebsten über solche Themen informiert werden möchten.

Der Forschungsbericht zur Studie ist elektronisch als pdf-Datei unter http://www.ifb.bayern.de/imperia/md/content/stmas/ifb/materialien/mat_2016_3.pdf verfügbar und kann über www.bestellen.bayern.de auch als gedruckte Version angefordert werden.

Über das ifb:
Das Staatsinstitut für Familienforschung ist ein sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut, das sich ausschließlich der Familienforschung widmet. Das Forschungsteam am ifb ist interdisziplinär aufgestellt und untersucht seit über 20 Jahren, welche Lebensbedingungen und Bedürfnisse Familien haben, wie Familienleben gestaltet wird und wie sich Lebensumstände und Lebensweisen von Familien verändern.
Das ifb ist ein wissenschaftlich unabhängiges Forschungsinstitut. Es ist sowohl eine nachgeordnete Behörde des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) als auch An-Institut der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Quelle: Otto-Friedrich-Universität Bamberg vom 02.08.2017

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Berlin: Adoptionsbewerberzahlen drastisch gesunken

Posted on Juli 23, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Berlin, Bewerber, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen |

logoDer Artikel „Warum immer weniger Paare ein Kind adoptieren wollen“ vom 23.07.2017 auf rbb-online.de beschäftigt sich mit Veränderungen bei den Bewerberzahlen in Berlin und den möglichen Gründen dafür:

Die Zahl der Berliner Paare, die ein Kind adoptieren möchten, ist seit 2007 um rund 75 Prozent gesunken. Das liegt auch daran, dass die Jugendämter viel zu lange den Trend der späteren Familiengründung ignorierten – und ältere Paare von der Adoption ausschlossen.

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Leichter Rückgang der Adoptionen in Thüringen im Jahr 2016

Posted on Juli 19, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen, Thüringen | Schlagwörter: |

logoIm Jahr 2016 wurden in Thüringen 43 Mädchen und 51 Jungen adoptiert. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik entsprechen die insgesamt 94 Adoptionen einem Rückgang um 5 Adoptionen (bzw. 5,1 Prozent) im Vergleich zum Jahr 2015.

Knapp weniger als die Hälfte (42,6 Prozent) der adoptierten Kinder war unter drei Jahre alt, 18 Kinder (19,1 Prozent) waren im Alter zwischen drei und fünf Jahren, 19 Kinder (20,2 Prozent) zwischen 6 und 11 Jahren und 17 Kinder bzw. Jugendliche (18,1 Prozent) im Alter zwischen 12 und 17 Jahren.

Bei etwas mehr als der Hälfte der durchgeführten Adoptionen waren die neuen Eltern nicht mit den Kindern verwandt (53 bzw. 56,4 Prozent). Von diesen Kindern waren 45 (84,9 Prozent) jünger als sechs Jahre. Von den 17 adoptierten Kindern über 12 Jahre wurden 15 von Verwandten bzw. dem Stiefvater oder der Stiefmutter adoptiert.

Die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen 90 der 94 adoptierten Kinder.

Am Jahresende 2016 waren 54 Kinder und Jugendliche zur Adoption vorgemerkt. Ein Jahr zuvor waren es 34 Kinder und Jugendliche. Demgegenüber lagen den Jugendämtern 174 Adoptionsbewerbungen vor (Ende 2015: 125 Bewerbungen). Rechnerisch standen damit am Jahresende 2016 einem zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen drei mögliche Adoptiveltern gegenüber (Ende 2015: vier
Adoptivelternpaare).

Weitere Informationen zum Thema Adoptionsvermittlung auf Ebene der kreisfreien Städte und Landkreise finden Sie in der Tabelle im Internetangebot des Thüringer Landesamtes für Statistik.

Quelle: Pressemitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik vom 18.07.2017

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Buch-Tipp: „Wie gut entwickeln sich Pflegekinder? Eine Longitudinalstudie.“

Posted on Juli 15, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

Die ersten Ergebnisse der von der EmMi LuebesKind Stiftung exklusiv finanzierten Langzeitstudie der Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen wurden in der ZPE Schriftenreihe als Nr. 47 veröffentlicht. Man kann die Schrift kostenlos downloaden oder als Druckexemplar bestellen.

Unter der Leitung von Dr. Daniela Reimer und Prof. Dr. Klaus Wolf wurde die Entwicklung junger Erwachsener untersucht, die zuvor in Pflegefamilien beheimatet waren. Eine solche Longitudinalstudie zu Pflegekindern gab es bislang im deutschsprachigen Raum noch nicht. Der Anfang ist gemacht und auf dieser Basis können hoffentlich noch weitere lange Entwicklungslinien in den Blick genommen werden.

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Umfrage zur Entlastung und Unterstützung für Pflegeeltern

Posted on Juli 6, 2017. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Julia Hanus, Studentin der Soziale Arbeit an der Dualen Hochschule in Heidenheim möchte mit ihrer Bachelorarbeit dem Pflegekinderwesen neue Impulse geben.

Pflegeeltern leisten täglich sehr gute Arbeit und Hilfe für Pflegekinder. Damit sie in dieser Aufgabe weitere Hilfe erfahren, möchte Frau Hanus ein Konzept zur Entlastung und Unterstützung für Pflegeeltern entwickeln.

Hierfür soll Ihre Zufriedenheit mit den bisher vorhandenen Betreuungsangeboten für Pflegekinder erfasst werden und ebenso Ihre Wünsche und Erwartungen für die Betreuung ihrer Pflegekinder. Durch eine Teilnahme an der Befragung können Ihre Vorschläge und Ideen in die Entwicklung des Konzeptes zur Entlastung von Pflegeeltern miteinbezogen werden. Nehmen Sie sich daher bitte 5 bis 10 Minuten Zeit, um den Fragebogen bis zum 28.07.2017 anonym auszufüllen.

Die Studentin wird die absolut anonyme Umfrage im Rahmen ihrer Bachelorarbeit auswerten. Mit diesem Link kommen Sie zum Fragebogen: http://www.questionpro.com/t/ANR6XZY4bg

Kontakt: juliahanus@web.de

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Insgesamt mehr als 23 000 Verfahren zur Kindeswohlgefährdung in Berlin und Brandenburg

Posted on Juli 4, 2017. Filed under: Berlin, Brandenburg, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , |

Die Jugendämter in Berlin und Brandenburg führten 2016 über 23.000 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Davon waren 15.444 Berliner und 7.696 Brandenburger Kinder und Jugendliche betroffen. Nach Informationen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg war da
s gegenüber dem Vorjahr in Berlin eine Steigerung von 7 Prozent und in Brandenburg von 6 Prozent.

Eine akute Gefährdung wurde in Berlin bei 24 Prozent der Kinder und Jugendlichen festgestellt. In diesen Fällen war eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten.

In 28 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es bestand weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine Kindeswohlgefährdung konnte nicht ausgeschlossen werden.
In 27 Prozent der Fälle wurde zwar keine Gefährdung ermittelt, aber es bestand Hilfebedarf.
In 21 Prozent der Fälle wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt.

52 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen in Berlin betrafen Vernachlässigung, 19 Prozent körperliche und 26 Prozent psychische Misshandlungen. In 3 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Je Fall sind mehrere Arten der Gefährdung möglich.

Während in Berlin jede zweite Einschätzung eine akute oder latente Gefährdung ergab, zeigte sich im Land Brandenburg ein anderes Bild: Hier führte nur jede dritte Gefährdungseinschätzung zu einem dieser Ergebnisse.

Bei 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen lag eine akute und bei 16 Prozent eine latente Gefährdung vor. In 33 Prozent der Fälle wurde keine Gefährdung ermittelt, es bestand jedoch Hilfebedarf. In 35 Prozent (2 659) der Fälle wurde keine Kindeswohlgefährdung ermittelt.Fast zwei Drittel (1.833) der Brandenburger Fälle, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung festgestellt wurde, sind die Kinder und Jugendliche durch Vernachlässigung gefährdet. Anzeichen für körperliche und psychische Misshandlungen wurden in 467 bzw. 611 Fällen angegeben und eine Einschätzung, dass eine Gefährdung aufgrund sexueller Gewalt vorlag, betraf 85 Fälle.

Häufig informierten Verwandte, Bekannte und Nachbarn das Jugendamt (BE: 11 Prozent, BB: 14 Prozent). Auch anonyme Anzeigen gingen ein (BE: 7 Prozent, BB: 16 Prozent). Über Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft wurden in Berlin 26 Prozent und in Brandenburg 17 Prozent der Verfahren initiiert. In 18 Prozent der Berliner und in 10 Prozent der Brandenburger Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder die Schule die Auslöser. 9 Prozent der Berliner und 10 Prozent der Brandenburger Verfahren wurden durch die Minderjährigen bzw. Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst angestoßen.

Als Folge der Gefährdungseinschätzung wurden in Berlin für jedes fünfte und in Brandenburg für jedes vierte Kind ambulante oder teilstationäre Hilfen zur Erziehung neu eingeleitet bzw. geplant. Unterstützung nach §§ 16-18 SGB VIII wurde für 2 134 Fälle in Berlin und 612 Fälle in Brandenburg gewährt. Hierbei handelt es sich um Leistungen zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie und Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung oder Scheidung. 782 Berliner und 498 Brandenburger Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 894 Fällen in Berlin und 655 Fällen in Brandenburg musste das Familiengericht angerufen werden.

Weitere Ergebnisse der Gefährdungseinschätzungen nach § 8a SGB VIII für die Länder Berlin und Brandenburg beinhaltet der Statistische Bericht K V 10 zum kostenfreien Herunterladen unter: http://www.statistik-berlin-brandenburg.de.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 04.07.2017

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Knapp 15 000 Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche in Bayern im Jahr 2016 – Bei einem Drittel der Fälle wurde eine Kindeswohlgefährdung festgestellt

Posted on Juli 3, 2017. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , |

logoDie Bayerischen Jugendämter meldeten im Jahr 2016 insgesamt 14 755 Gefährdungseinschätzungen, das heißt Fälle, in denen geprüft wurde, ob das Wohl von Kindern bzw. Jugendlichen in Gefahr war. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik lag in 2 198 Fällen eine akute und in 2 783 eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Bei 5 386 Gefährdungseinschätzungen wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, jedoch Hilfebedarf und in 4 388 Fällen wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch weiterer Hilfebedarf ermittelt.

Grundlage der Statistik zur Kindeswohlgefährdung ist das Bundeskinderschutzgesetz, welches zum 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist. Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn das körperliche, geistige und seelische Wohl eines Kindes durch das Tun oder Unterlassen der Eltern oder Dritter gravierende Beeinträchtigungen erleidet, die dauerhafte oder zeitweilige Schädigungen in der Entwicklung des Kindes zur Folge haben bzw. haben können.

Eine Gefährdungseinschätzung nach § 8a Absatz 1 SGB VIII ist vom Jugendamt immer dann abzugeben, wenn dem Jugendamt wichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt werden, es sich daraufhin einen unmittelbaren Eindruck von dem Minderjährigen und seiner persönlichen Umgebung verschafft hat (z.B. durch Hausbesuche oder Einbestellung der Eltern ins Jugendamt) und das Gefährdungsrisiko anschließend im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte eingeschätzt wurde.

2 198 Gefährdungseinschätzungen (15 Prozent) ergaben eine akute, 2 783 (19 Prozent) eine latente Kindeswohlgefährdung. Dabei waren Anzeichen für eine Vernachlässigung oder einer psychischen Misshandlung die häufigsten Gründe einer Kindeswohlgefährdung.

Darüber hinaus wurde bei 5 386 Gefährdungseinschätzungen (36 Prozent) keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, aber Hilfebedarf zum Beispiel im Rahmen einer Hilfe der Kinder und Jugendhilfe wie Erziehungsberatung oder eine Schutzmaßnahme.

Lediglich bei 4 388 Fällen (30 Prozent) wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein weiterer Hilfebedarf ermittelt.

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Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, wurden in Bayern im Jahr 2016 insgesamt 14 755 Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Betroffen waren 7 430 Jungen und 7 325 Mädchen.

Die Meldungen an die Jugendämter erfolgten in vielen Fällen (2 732) durch Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft, sowie von Bekannten/Nachbarn der Minderjährigen (1 853 Meldungen).

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik vom 03.07.2017

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Wie steht es mit der Alterssicherung von Pflegeeltern? Zwischenergebnis der PFAD-Umfrage

Posted on Juli 2, 2017. Filed under: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Finanzielles, Forschung, Hamburg, Hessen, Jugendhilfe, Meckl.-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen, Versicherungen | Schlagwörter: |

logoDer PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. hat die ersten Fragebögen seiner Umfrage zur Alterssicherung von Pflegeeltern ausgewertet. Sie kamen von 86 % Pflegemüttern und 14 % Pflegevätern im Alter von 37 bis 64 Jahren, die zwischen einem und 35 Jahren als Pflegeeltern tätig sind.

Das Zwischenergebnis ergab, dass 65 % der Pflegeeltern über den Zuschuss zur Altersvorsorge von ihrem Jugendamt informiert wurden. Den Zuschuss in Anspruch nehmen 66 % der Pflegeeltern. Nur bei 34 % der Pflegeeltern entspricht der Zuschuss den Empfehlungen des Deutschen Vereins in Höhe von 42,53 Euro. 32 % berichten, dass er niedriger liegt. 24 % erhalten den Zuschuss pro Pflegefamilie und nicht wie empfohlen pro Pflegekind. Die Riesterzulage für Pflegekinder wird nur von der Hälfte der Pflegeeltern in Anspruch genommen.

Für die Betreuung eines Pflegekindes ganz oder teilweise für einen gewissen Zeitraum zuhause zu bleiben, sehen 89 % der Pflegeeltern als erforderlich an. In 59 % der bisher ausgewerteten Fälle war dies auch der Wunsch des Jugendamtes. 70 % der Pflegeeltern – überwiegend Pflegemütter – haben ihre Berufstätigkeit teilweise oder ganz unterbrochen. Ihr erwartbarer Rentenbetrag ist verringert. Geringfügige Beschäftigungen und Teilzeittätigkeiten fangen diesen Nachteil nur sehr begrenzt auf.

Bitte nehmen auch Sie teil an unserer Umfrage! Umso fundierter wird das Endergebnis!

zum Fragebogen

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9th International Foster Care Research Network Conference am 27.-29.09. in Paris, Frankreich

Posted on Juni 27, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, International, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen |

logo2007 stießen Prof. Klaus Wolf und Dr. Daniela Reimer von der Universität Siegen das International Foster Care Research Network an, das vom 27.-29.09.2017 bereits seine 9. Jahreskonferenz abhält.

Ausrichter ist diesmal die Universität von Paris Nanterre, der Titel lautet „Continuity and Disruption in Foster Care„.

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„FASD – unberechenbar?!“ am 29./30.09. in Hamburg

Posted on Juni 24, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Gesundheit, Hamburg, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , |

logoAm 29. und 30. September 2017 findet in Hamburg-Bergedorf die diesjährige Tagung von FASD Deutschland e.V. zum Thema „FASD – unberechenbar?!“ statt. Die Schirmherrschaft übernimmt die Bundesdrogenbeauftragte Frau Marlene Mortler.

Alkohol in der Schwangerschaft bedeutet für das Ungeborene sehr wahrscheinlich, dass es lebenslang an den Fetalen Alkohol-Spektrum-Störungen (FASD) leiden wird. In Deutschland werden jährlich etwa 4.000 bis 10.000 Kinder mit FASD geboren. Diese Kinder können sich infolge des Alkoholeinflusses nicht störungsfrei im Mutterleib entwickeln. Je nachdem in welchem Umfang und in welchen Abschnitten der Schwangerschaft getrunken wird, werden die Kinder Fehlbildungen und/oder geistige Defizite aufweisen. Eines aber haben alle gemeinsam: sie werden sich erfahrungsgemäß nicht im Leben zurechtfinden. Daher ist es wichtig, so früh wie möglich zu diagnostizieren, damit den Kindern und deren Familien wirksame Therapien und Hilfen angeboten werden können.

Die FASD-Fachtagung wird an zwei Tagen mit Vorträgen und Parallelvorträgen über FASD aufklären und auf die verschiedenen Aspekte der Behinderung eingehen. Parallel zur diesjährigen FASD Fachtagung werden wieder einige Ausstellungen und Infostände zum Thema präsentiert.

FASD Deutschland e.V. ist ein bundesweiter Verein, der sich für Menschen mit FASD und ihre Bedürfnisse einsetzt. Er sieht seine Hauptaufgabe darin, über die Auswirkungen von Alkohol in der Schwangerschaft aufzuklären, damit den betroffenen Familien besser geholfen werden kann.

Es wird um frühzeitige Anmeldung gebeten, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

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Mit 18 Jahren ist plötzlich alles anders – Langzeitstudie der Uni Siegen über die Entwicklung von Pflegekindern

Posted on Juni 21, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

logoWissenschaftler der Universität Siegen haben in einer deutschlandweit einmaligen Langzeitstudie erforscht, wie sich Pflegekinder nach der Volljährigkeit entwickeln. Sie fordern, dass sich die Strukturen der Jugendhilfe ändern müssen.

Der 18. Geburtstag – ein Tag, an dem sich für viele Pflegekinder alles ändert. Die offiziellen Jugendhilfemaßnahmen enden meistens, die Jugendhilfe bietet keine Beratung oder Unterstützung mehr an, weder für Pflegekinder, noch für Pflegefamilien. Die Jugendlichen müssen Geld verdienen, sich versichern, die richtige Ausbildung oder das richtige Studium finden. Viele sind auf sich allein gestellt. Wie meistern die jungen Erwachsenen diese turbulente Zeit? Wie geht es ihnen Jahre später? Und sind die starren Strukturen der Jugendhilfe wirklich sinnvoll? Das erforschen Dr. Daniela Reimer und ihre KollegInnen von der Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen im Rahmen einer Langzeitstudie.

In Deutschland ist diese Studie einmalig. Das Besondere: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommen selbst zu Wort und werden mit zeitlichem Abstand wiederholt befragt. Reimer und ihr Team führten zunächst 100 biografische Interviews, in denen es um die gesamte Lebensgeschichte der Betroffenen ging. „Jedes Interview hat viele Stunden in Anspruch genommen und war sehr intensiv“, berichtet Reimer. Nach vier bis acht Jahren hat das Team 15 der Interviewten erneut befragt, um zu sehen, wie sie sich entwickelt haben. „Ich finde es erstaunlich, dass in Deutschland vor uns niemand im Rahmen einer Langzeitstudie nachgeforscht hat, was aus den Pflegekindern geworden ist. Die Gesellschaft steckt in das System so viel Zeit, Geld und Arbeit. Da sollten wir doch erfahren, ob das richtig eingesetzt ist und was man wie verbessern kann“, findet Reimer.

Jugendhilfe muss sich an Lebenswirklichkeit anpassen

Ein deutliches Ergebnis ihrer Studie: Die Strukturen der Jugendhilfe sind veraltet. Heutzutage lebten die meisten jungen Erwachsenen bis Anfang oder Mitte 20 bei ihrer Familie. „Wenn sich die Lebenswirklichkeit ändert, müssen sich auch die Strukturen der Jugendhilfe anpassen“, sagt Reimer. Sie und ihr Forscherteam fordern deshalb, Ansprechpartner für die erwachsenen Pflegekinder aber auch die Pflegeeltern zu stellen. Auch sollte es die Möglichkeit geben, in die Pflegefamilie zurückzukehren und Unterstützung von der Jugendhilfe zu bekommen, wenn die Pflegekinder merken, dass es alleine doch nicht funktioniert. Reimer: „Die Übergänge müssen flexibler gestaltet sein und sich an die Bedürfnisse anpassen.“

Für junge Erwachsene in leiblichen Familien sei es in den meisten Fällen eine Selbstverständlichkeit, dass die eigenen Eltern zum Geburtstag gratulieren und man sich an Weihnachten sehe. „Solche Selbstverständlichkeiten gibt es bei Pflegefamilien oft nicht.“ Wo feiere ich Weihnachten? Kann ich zu Besuch kommen, auch wenn ich nicht eingeladen bin? Oder wurde ich nicht eingeladen, weil meine Pflegeeltern es als selbstverständlich ansehen, dass ich vorbeikomme? „Die jungen Erwachsenen müssen Regeln selbst erfinden, und die Beziehungen zu den leiblichen Eltern, den Verwandten und den Pflegeeltern ausloten“, erklärt Reimer.

Pflegekinder lösen sich oft von schwierigen Startbedingungen

Die Zeit zwischen 18 und 30 Jahren sei eine besonders turbulente. Junge Erwachsene müssten ihre Werte ausloten und sich fragen, an wem sie sich orientieren wollen, und von wem sie sich gegebenenfalls abgrenzen möchten. In dieser ohnehin schweren Zeit sollen die jungen Erwachsenen auch noch wichtige Entscheidungen treffen, zum Beispiel bei der Familienplanung oder der Berufswahl. Oft verlaufe der Start ins Arbeitsleben holpriger als bei jungen Erwachsenen, die bessere Startbedingungen und leibliche Eltern als Stütze haben. „Einige der Interviewten haben ein paar Anläufe gebraucht, um wirklich zufrieden mit ihrer Wahl zu sein. Manche haben zum Beispiel mit Mitte 20 nochmal ein Studium begonnen, weil sie mit ihrem Ausbildungsberuf nicht zufrieden waren“, sagt Reimer.

Häufig seien diese schwierigen Phasen der Suche nach Orientierung aber zeitlich begrenzt. „Wir sehen ganz klar, dass es vielen Pflegekindern gelingt, sich von ihren schwierigen Startbedingungen zu lösen, und ein erfolgreicheres und zufriedeneres Leben zu führen als ihre leiblichen Eltern“, bekräftigt Reimer. Dies verdankten die Pflegekinder auch der guten Beziehung zur Pflegefamilie sowie der Unterstützung und Förderung, die sie in diesem Rahmen erlebt haben. Viele hätten außerdem als Erwachsene eine gute Beziehung zu ihren ehemaligen Pflegeeltern. Die zentrale Bedeutung der Pflegefamilien für die gute Entwicklung unterstreiche, dass Pflegeeltern eine wichtige Ressource für die Kinder und für unsere Gesellschaft darstellen.

Die Forschungsgruppe Pflegekinder hat die Studie zur Entwicklung von Pflegekindern kürzlich auf einer Tagung im Bundesfamilienministerium vorgestellt. Finanziert wurde die gesamte Studie von der privaten EmMi Luebeskind-Stiftung. Der Plan ist, in einigen Jahren die 15 Pflegekinder erneut zu befragen, um ihre Entwicklung weiter zu dokumentieren und daraus Schlüsse für die Praxis zu ziehen.

Kontakt:
Dr. Daniela Reimer
0271 740-4167
daniela.reimer@uni-siegen.de

Quelle: Pressemitteilung der Universität Siegen vom 20.06.2017

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2016 verfügten bayerische Familiengerichte in 3 644 Fällen Maßnahmen aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohls

Posted on Juni 6, 2017. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , |

logoIm Laufe des Jahres 2016 wurden insgesamt 3 644 gerichtliche Maßnahmen eines Familiengerichts für Kinder- und Jugendliche aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohls eingeleitet. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, waren 1 884 Buben und 1 760 Mädchen betroffen. Dabei wurde in 2 063 Fällen die vollständige oder teilweise Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten entschieden.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch sind in § 1 666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt. Das Familiengericht hat danach Maßnahmen im Falle einer körperlichen, geistigen oder seelischen Gefährdung des Kindes oder seines Vermögens zu ergreifen, wenn die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind, diese Gefahr abzuwenden.

Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn sich die Gefährdung des Kindeswohles nur durch eine gerichtliche Entscheidung abwenden lässt. Das Familiengericht entscheidet dann im Einzelfall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen. Hierzu zählen beispielsweise Gebote, öffentliche Hilfen wie Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsfürsorge in Anspruch zu nehmen oder für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen.

Auch Verbote, vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit die Familienwohnung oder eine andere Wohnung zu nutzen, sich in einem bestimmten Umkreis der Wohnung aufzuhalten oder zu bestimmende andere Orte aufzusuchen, können ausgesprochen werden. Ebenso kann verboten werden, Verbindung zum Kind aufzunehmen oder ein Zusammentreffen mit dem Kind herbeizuführen. Auch die elterliche Sorge kann teilweise oder vollständig entzogen werden.

Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden in Bayern im Laufe des Jahres 2016 in insgesamt 3 644 Fällen Entscheidungen des Familiengerichts getroffen, um für Kinder und Jugendliche Maßnahmen einzuleiten. Dies entspricht einem Plus von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr (3 287). In 1 884 Fällen waren Jungen und in 1 760 Fällen Mädchen betroffen.

In 2 063 Fällen wurde der Entzug der elterlichen Sorge entschieden – in 782 Fällen der vollständige und in 1 281 Fällen teilweise. Das heißt, die elterliche Sorge wurde auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund oder Pfleger (gem. § 1666 Abs. 3 Nr. 6 BGB) übertragen.

Des Weiteren wurde in 943 Fällen die Inanspruchnahme von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe auferlegt, in 210 Fällen wurden die Erklärungen des Personensorge-berechtigten ersetzt und in 428 Fällen wurden Ge- oder Verbote gegenüber dem Personensorgeberechtigten oder Dritten ausgesprochen.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik vom 06.06.2017

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Tätigkeitsbericht 2016 der Bundeszentralstelle für Auslandsadoption veröffentlicht

Posted on Mai 25, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , |

Die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption (BZAA) hat ihren Tätigkeitsbericht für 2016 veröffentlicht. Eine ihrer Aufgaben ist die Pflege einer Datenbank, in der alle vermittelten internationalen Adoptionen erfasst sind, Diese besagt, dass im Berichtszeitraum Kinder aus 30 Herkunftsstaaten nach Deutschland vermittelt wurden. Darunter waren Haiti, Thailand, Russland und Südafrika die stärkste Herkunftsstaaten.

Weiterhin heißt es: „Für die in den letzten Jahren festzustellende rückläufige Entwicklung, die nicht nur Deutschland, sondern ebenso Europa betrifft und auch weltweit zu beobachten ist, dürften einerseits Gründe, die in den Herkunftsstaaten liegen, eine Rolle spielen, insbesondere eine zunehmende Zurückhaltung bei der Weggabe von Kindern ins Ausland und eine Verkomplizierung der Verfahren, insbesondere mit Blick auf Verfahrensdauer und Kosten. Andererseits dürften aber auch die gestiegenen Anforderungen der Kinder an neue Eltern, was das körperliche und psychische Befinden der Kinder angeht, bei Bewerbern zu immer weniger Bereitschaft zur Adoption eines Kindes aus dem Ausland führen. Weiter dürften auch die Fortschritte im Bereich der Reproduktionsmedizin (künstliche Befruchtung, Samen-, Eizell-  und Embryonenspenden) und inzwischen auch die Leihmutterschaft Auswirkungen auf die Bereitschaft zur Adoption eines Kindes aus dem Ausland haben.“

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Daten zum gesunden und sicheren Aufwachsen von Kindern

Posted on April 28, 2017. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Podcast / Online, Publikationen | Schlagwörter: |

Der Forschungsverbund DJI/TU Dortmund präsentiert auf einer neuen Internetseite Daten zum gesunden und sicheren Aufwachsen von Kindern. Die Auswertungen basieren vor allem auf amtlichen Statistiken sowie Verwaltungsdaten und decken ein breites Themenspektrum ab. Die Seite umfasst Angaben zu den Lebenslagen von Kindern, zur Gesundheit sowie zu Unterstützungsangeboten für deren Familien, aber auch zum Umfang von Gewalt und erfolgten Schutzmaßnahmen. Die Entwicklung und Bereitsstellung der Website wird gefördert vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Berlin: Nutzung von „vertraulicher Geburt“ und Babyklappen

Posted on April 23, 2017. Filed under: Berlin, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Focus. de berichtet im Artikel „Neun vertrauliche Geburten in Berlin in drei Jahren“, dass die seit Mai 2014 mögliche „vertrauliche Geburt“ in Berlin neunmal vorkam, wohingegen in der Hauptstadt von 2014-2016 in Babyklappen 13 Säuglinge zurückgelassen wurden.

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Umfrage „Wohnen mit FASD“

Posted on April 9, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Forschung, Netzwerke, Pflegefamilie | Schlagwörter: , , , , , |

Auch weiterhin läuft die Umfrage „Wie und wo wohnen (junge) Erwachsene mit FASD?“ von FASD Deutschland e.V. (wir berichteten).

Ein ausführlicher Fragebogen wurde erarbeitet, der für Jugendliche ab 14 Jahren und junge Erwachsene mit FASD ausgefüllt werden soll. Mit den erfassten anonymen Daten kann der Verein die Politik besser auf bestehende Probleme aufmerksam machen.

zum Fragebogen

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Auslandsadoptiveltern und -bewerber für Interviews zu einer Bachelorarbeit gesucht

Posted on April 8, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Forschung, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Für ihre Bachelorarbeit zum Thema „Auslandsadoption: Die Rolle der ethnischen Herkunft“ sucht eine Studentin der Sozialen Arbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Würzburg Eltern für Interviews, die:

  • sich im Bewerbungsprozess einer Auslandsadoption befinden,
  • vor einem bis vier Jahren ein Kind aus dem Ausland adoptiert haben oder
  • ein Kind aus dem Ausland adoptiert haben, das nun erwachsen (20 Jahre und älter) ist.

In der Ausarbeitung soll es nicht nur um die besonderen Herausforderungen gehen, welche sich im Laufe einer Auslandsadoption sowohl auf Seiten der Elternschaft als auch auf der der Sozialen Arbeit zeigen. Insbesondere soll die Wichtigkeit der Berücksichtigung der Ethnizität in der Erziehung sowie der Umgang der Adoptiveltern mit der ethnischen Herkunft des Adoptivkindes diskutiert werden.

Kontakt: Sarah Weber ,Mail: SaWe93@yahoo.de

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Tagung „Aktuelle Schweizer Studien im Pflegekinderbereich“ am 19.05. in Zürich

Posted on April 8, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, International, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Was brauchen Pflegeeltern und Fachleute, um Kindern in Pflegefamilien die besten Entwicklungschancen bieten zu können? Und wie können sie Pflegekinder in schwierigen Übergängen unterstützen?

Auf solche Fragen versucht die einschlägige Forschung Antworten zu finden. In den letzten Jahren stammten die Forschungsergebnisse vor allem aus dem nahen Ausland. Bei der Tagung „Aktuelle Schweizer Studien im Pflegekinderbereich“ werden nun aktuelle Befunde der Schweizerischen Pflegekinderforschung präsentiert: Drei Organisationen – PACH, Pflege- und Adoptivkinder Schweiz, das Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI) und die KJPK (Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel) – stellen eigene und andere Projekte vor.

Ziel ist es, den Dialog zwischen Forschenden und direkt Beteiligten zu ermöglichen. Die Besucherinnen und Besucher erhalten Gelegenheit, Ergebnisse und Fragen in kleinen Gruppen zu diskutieren und mit ihrer Praxis in Bezug zu setzen. Eingeladen sind Pflegeeltern und Fachpersonen aus dem Pflegekinder- und Kindesschutzbereich sowie speziell die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer der Studien.

Die Tagung findet am Freitag, 19.05.2017 im Volkshaus Zürich statt.

Anmeldeschluss ist der 08.05.

nähere Informationen

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Missbrauchsbeauftragter Rörig: „Depression ist eine der häufigsten Folgeerkrankungen von sexueller Gewalt in der Kindheit!“

Posted on April 6, 2017. Filed under: Forschung, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , , |

Anlässlich des Weltgesundheitstages 2017 zum Thema „Depression – Let´s talk!“ wurden dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, bisher unveröffentlichte Ergebnisse einer Repräsentativbefragung der deutschen Bevölkerung des Zentrums für Traumaforschung (ZTF)  der Universität Ulm* mit dem Childhood Trauma Questionnaire (CTQ) und dem Depressionsmodul des Gesundheitsfragebogens für Patienten (PHQ-9) zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse zeigen signifikante Zusammenhänge zwischen belastenden Kindheitsereignissen und Depressionen. Bei Betroffenen von sexueller Gewalt in der Kindheit fanden sich  viermal häufiger deutlich erhöhte Depressionswerte. Bereits am 16.03.2017 wurden erste Ergebnisse dieser Studie in Berlin vorgestellt (wir berichteten), die deutlich machten, dass die Fallzahlen bei sexueller Gewalt nicht rückläufig sind und sexueller Kindesmissbrauch zahlreiche Spätfolgen nach sich zieht.

Rörig: „Kommunikation ist ein wichtiger Teil der Prävention! Ich hoffe sehr, dass der Weltgesundheitstag unter dem Motto „Depression – Let´s talk“ dazu beitragen kann, den Umgang mit von Depression Betroffenen in unserer Gesellschaft offener zu gestalten und hierbei auch den Kontext sexueller Gewalt mitzudenken. Das Ausmaß der sexuellen Gewalt und der gesundheitlichen Folgen für Betroffene und die Gesellschaft ist enorm. Die Ergebnisse aus Ulm zeigen, dass sich hinter der sogenannten Volkskrankheit Depression, die jährlich mehrere Millionen Menschen trifft, auch tausende Einzelschicksale von Betroffenen verbergen, die sexuelle Gewalt als Kinder oder Jugendliche erlitten haben.“

Rörig begrüßt die erfolgte Überarbeitung der Psychotherapie-Richtlinie, das dürfe aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es bei der Versorgung von Betroffenen nach wie vor viele Defizite gebe. Der großen Zahl Betroffener stünden nur wenige auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnittene Therapieangebote zur Verfügung.  Therapeutische Angebote für Betroffene von sexueller Gewalt müssten dringend weiter ausgebaut und auf die spezifischen Bedürfnisse von Betroffenen ausgerichtet werden. Rörig fordert mehr Kassensitze für Psychologische Psychotherapeut_innen und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutinnen und -therapeuten, eine flexible Gestaltung der Therapien, alternative Therapieformen wie Tanz- oder Kunsttherapien sowie spezifische Angebote für komplex traumatisierte Betroffene, wie es auch von Betroffenen immer wieder gefordert werde.

Rörig verweist dabei auch auf das Opferentschädigungsgesetz (OEG). Höhere Therapiekontingente und alternative Therapieformen sollten Betroffenen endlich auch im Rahmen des OEG gewährt werden, dessen Reform seit Jahren gefordert wird. Ein neuer Gesetzentwurf müsse jetzt unmittelbar nach Beginn der neuen Legislaturperiode eingebracht werden. Bis zum Inkrafttreten eines reformierten OEG müsse das sog. Ergänzende Hilfesystem (EHS) für Betroffene im institutionellen Bereich und auch der Fonds Sexueller Missbrauch (FSM) für im familiären Bereich Betroffene weitergeführt werden. Sollte die Reform hinter den Erwartungen bei den Verbesserungen für Betroffene zurückbleiben, so sei über eine Fortführung des EHS und des FSM auch nach einer Reform des OEG nachzudenken.

Rörig: „Die Haltung der Politik der 19. Legislaturperiode wird ein deutlicher Seismograph dafür sein, ob der Kampf gegen sexuelle Gewalt ernst genommen wird und es uns endlich gelingt, Missbrauch einzudämmen und Betroffenen zeitnah und passgenau zu helfen.“

Hilfe und Informationen für Betroffene, Angehörige, Ärzte- und Therapeutenschaft und weitere Interessierte zum Thema sexueller Kindesmissbrauch:
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530 (kostenfrei und anonym)
Hilfeportal Sexueller Missbrauch: www.hilfeportal-missbrauch.de

* Zentrum für Traumaforschung (ZTF) Ulm  www.uni-ulm.de/med/zentrum-fuer-traumaforschung-ulm/ , Sprecher für den Bereich Psychotrauma Prof. Dr. Jörg M. Fegert

Quelle:Pressemitteilung des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs vom 06.04.2017

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Studie zu Misshandlung, Vernachlässigung, sexuellem Missbrauch und den Folgen – Keine Entwarnung bei sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen

Posted on April 6, 2017. Filed under: Forschung, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Anlässlich des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Ulm fand am 13.03.2017 eine Pressekonferenz zum Thema „Kindesmissbrauch und die Spätfolgen“ statt bei der eine Studie zu Misshandlung, Vernachlässigung, sexuellem Missbrauch und den Folgen vorgestellt wurde.

Das Kompetenzzentrum Kinderschutz in der Medizin an der Klinik für Kinder- und Jungendpsychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Ulm hat für die Deutsche Traumastiftung eine repräsentative Studie zur Häufigkeit von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch durchgeführt.

Die erstmals in der Pressekonferenz vorgestellten Daten, die mit einem standardisierten, weltweit eingesetzten Fragebogen erhoben wurden, zeigen, dass es keinen Grund zur Entwarnung bei sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen gibt. Eine vergleichbare Studie hatte es zuletzt 2011, kurz nach dem sogenannten „Missbrauchsskandal“, durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen gegeben.

Informationsmaterial zur Pressekonferenz „Kindesmissbrauch und Spätfolgen“

Quelle: Zentrum für Traumaforschung Ulm

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Forschung zu Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen in der Kinder- und Jugendhilfe – Bitte um Beteiligung

Posted on April 3, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe |

Im Rahmen der Forschung für ihre Doktorarbeit befasst sich Linda Westheide mit den Arbeitsverhältnissen und Beschäftigungsbedingungen hauptamtlicher Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe und deren Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden und ihre Arbeit. Dabei interessieren sie alle Einrichtungen und Arbeitsbereiche von A-Z – vom Allgemeinen Sozialen Dienst über die Arbeit in der Kita bis hin zur Vollzeitpflege.

Deshalb bittet Frau Weistheide Fachkräfte um die Teilnahme an einer 15- bis 30-minütigen anonymen online-Befragung

zur Befragung

Kontakt: Linda.Westheide@TU-Dortmund.de, Telefon: 0231-7557101

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EFZA: Dossier „Adoptionen in Deutschland“

Posted on März 20, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Politik, Publikationen |

Auf der Homepage des Expertise- und Forschungszentrum Adoption (EFZA) ist nun das neue Dossier „Adoptionen in Deutschland“ in kompletter sowie in einer Kurzfassung zugänglich.

Das Dossier stellt eine erste Bestandsaufnahme zu zentralen Bereichen des Adoptionswesens in Deutschland dar. Es informiert über wichtige Entwicklungen der nationalen und internationalen Anzahl an Adoptionen und gibt einen Überblick über die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Strukturen sowie über die Prozesse von Adoptionsvermittlungen im Inland sowie über die Durchführung von internationalen Adoptionsvermittlungsverfahren.

Weitere vom EFZA in Auftrag gegebene Expertisen:

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Unbegleitete ausländische Minderjährige in Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe

Posted on März 20, 2017. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Ende vergangenen Jahres haben fast 50.000 unbegleitete minderjährige Ausländer in Deutschland in Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe gelebt. Dies geht aus dem als Unterrichtung durch die Bundesregierung vorliegenden „Bericht über die Situation unbegleiteter ausländischer Minderjähriger“ (18/11540) hervor.

Danach lebten am 30. Dezember 2016 bundesweit 49.786 unbegleitete Minderjährige in Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe. Am 1. Februar dieses Jahres waren es den Angaben zufolge 43.840. Die Zahl junger Volljähriger, die in Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe in der Bundesrepublik leben und unbegleitet als Minderjährige eingereist waren, lag laut Unterrichtung am 30. Dezember bundesweit bei 14.259 und am 1. Februar bei 18.214.

Als größte Altersgruppe der unbegleiteten ausländischen Minderjährigen (UMA) wird in der Vorlage die der 16- und 17-Jährigen mit 68 Prozent angegeben, gefolgt von den 14- und 15-Jährigen mit 24 Prozent. „Somit sind 92 Prozent der UMA 14 bis 17 Jahre“, heißt es in dem Bericht weiter. Im Jahr 2015 waren danach 91 Prozent der eingereisten unbegleiteten Minderjährigen männlich.

Der Höchststand der Zahlen unbegleiteter Minderjähriger war der Unterrichtung zufolge Ende Februar 2016 erreicht; zu diesem Zeitpunkt seien 60.638 unbegleitete Minderjährige in Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe gewesen. Seit Mai 2016 seien die Zahlen kontinuierlich rückläufig.

Quelle: Heute im Bundestag vom 20.03.2017

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EmMi Luebeskind-Fachtagung „Der Kinder- und Jugendhilfe entwachsen“ am 28.04. in Berlin

Posted on März 5, 2017. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

logoDie Gemeinnützige Gesellschaft EmMi Luebeskind lädt am 28.04.2017 zur Fachtagung „Der Kinder- und Jugendhilfe entwachsen“ ins Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) nach Berlin ein. Im Zentrum der Veranstaltung stehen die Zielgruppen Pflegekinder im Erwachsenenalter und Care Leaver.

Unter dem Titel „Eine gute Entwicklung von Pflegekindern im Erwachsenenalter“ präsentieren Prof. Dr. Klaus Wolf und Dr. Daniela Reimer – Mitglieder der Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen – zentrale Ergebnisse und Erkenntnisse einer Langzeitstudie und stellen diese zur Diskussion. Im Mittelpunkt der Studie steht die Untersuchung der Entwicklung von (ehemaligen) Pflegekindern im Erwachsenenalter in Bezug auf die eigene Entwicklung der jungen Erwachsenen, die Entwicklung der Beziehung mit der Pflegefamilie und zu den Mitgliedern der Herkunftsfamilie.

Im Anschluss widmet sich unter dem Titel „Endlich oder leider volljährig?“ Christian Wolter – Vorsitzender des Careleaver e.V – den Alltags-Erkenntnissen von jungen Care Leavern.

Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Friedrich Loock, Stifter und Vorstand der Gemeinnützige Gesellschaft EmMi Luebeskind. Die Eröffnungsrede hält Staatssekretärin Caren Marks.

Im Mai letzten Jahres hatte die IGfH mit dem Careleaver Verein und der Uni Hildesheim ein Care Leaver Hearing mit Verbänden und Politiker_innen sowie Caren Marks ausgerichtet, welches politisch-fachliche Forderungen bündelte.

Die Fachtagung findet von 11 bis 14 Uhr statt. Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt frei. Aufgrund der begrenzten Platzzahl ist eine Anmeldung erforderlich.

nähere Informationen

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„Chance Bereitschaftspflege“ erschienen

Posted on Februar 26, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

logosr_44_kleinIn der ZPE-Schriftenreihe Nr. 44 erschien im Dezember 2016 der Abschlussbericht zum Modellprojekt Bereitschaftspflege: Chance Bereitschaftspflege. Impulse für eine entwicklungsfördernde Praxis. Autorinnen sind Corinna Petri und Judith Pierlings.

Der 126-seitige Band kann zum Preis von 9,00 € über das Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE) bestellt werden.

nähere Informationen

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Angelsächsische Studien zu Geschwisterbeziehungen im Überblick

Posted on Februar 25, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: |

logoGeschwisterlichkeit ist eine starke soziale Einflussgröße. Viele Kinder und Jugendliche leiden darunter, wenn sie das Auseinanderbrechen der Familie und den Wechsel an einen neuen Lebensort ohne den Beistand ihrer Geschwister durchstehen müssen. Geschwister brauchen die haltgebende Verbindung zueinander. Sie zu stützen ist die Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe.

Noch immer werden in vielen Ländern Geschwister häufig im Rahmen von Jugendhilfemaßnahmen getrennt und haben wenig Kontakt zueinander. Dabei ist es – insbesondere vor dem Hintergrund der Kinderrechte – kaum hinnehmbar, wenn solche Trennungen mit Platzmangel oder einer ungeeigneten Infrastruktur begründet werden. Es ist an der Zeit, die Belange von Geschwistern systematisch zu berücksichtigen.

Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im angelsächsischen Sprachraum widmen sich seit längerem vermehrt dem Wirkfaktor Geschwisterbeziehung. Die Ergebnisse sind hierzulande bis heute nur wenig zur Kenntnis genommen worden, obwohl sie durchweg beachtlich sind. Um sie auch für die hiesige Kinder- und Jugendhilfe nutzbar zu machen, werden in der Publikation ausgewählte Arbeiten vorgestellt. Sie bieten konkrete Orientierung im Kontext von Unterbringungsentscheidungen und bei der Gestaltung von Hilfen.

Der Materialienband 9 umfasst 147 Seiten und ist gegen eine Schutzgebühr von 8,00 Euro plus Versandkosten über das SPI (www.sosfachportal.de/paedagogik/mediathek oder telefonisch unter 089 12606-432) zu beziehen.

SOS-Kinderdorf e.V., Sozialpädagogisches Institut (SPI), Renatastraße 77, 80639 München, info.spi@sos-kinderdorf.de, www.sos-fachportal.de/paedagogik/spi

Quelle: SOS-Kinderdorf e.V. vom 25.01.2017

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Starke Forschungsteams gut vernetzt

Posted on Februar 18, 2017. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: |

logoMit einem anregend gestalteten Internetauftritt lädt das Forschungsnetzwerk Erziehungshilfen ein, sich über die vortrefflichen Kooperations- und Verbundprojekte zu informieren, die dieses Forschungsnetzwerk auszeichnen.

Auch Präsentationen von Forschungsergebnissen, Veranstaltungen und interessante Publikationen sind auf den Webseiten zu finden. Das Forschungsnetzwerk Erziehungshilfen, angesiedelt am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim, bündelt einen projektübergreifenden Diskurs zu Forschungsarbeiten im Bereich Erziehungshilfen.

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Vorankündigung: „FASD – unberechenbar!? am 29./30.09.2017 in Hamburg

Posted on Februar 8, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Gesundheit, Hamburg, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen |

logoDas Thema „FASD – unberechenbar!?“ der Fachtagung 2017 des FASD Deutschland e.V. stellt viele Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Es gibt nicht die Behandlungsmethode oder Vorgehensweise bei der fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD)! Therapien, Schulbesuch, Arbeitsplätze, Wohnmöglichkeiten  müssen individuell angepasst werden. Was bei dem einen passt, passt noch längst nicht bei dem anderen, unberechenbar eben.

Am 29./30.09.2017 werden in Hamburg-Bergedorf hierzu Vorträge und Parallelvorträge stattfinden.

zur Vorankündigung

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Studie: Moralisches Denken von Kindern entwickelt sich unabhängig von Intelligenz

Posted on Februar 5, 2017. Filed under: Forschung, Publikationen, Verschiedenes |

logoMit IQ-Tests und systematischen Interviews hat eine Studie des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) bei 129 Sechs- bis Neunjährigen untersucht, ob sich die Intelligenz der Kinder auf ihren moralischen Entwicklungsstand auswirkt. Dabei konnte kein Zusammenhang festgestellt werden.

Von besonders intelligenten Kindern wird gerne erwartet, dass sie sich anständiger als ihre Altersgenossen verhalten. Einige Studien, die einen Zusammenhang zwischen Intelligenz und moralischen Urteilen bei Jugendlichen und Erwachsenen festgestellt haben, scheinen diese Haltung zu bestätigen. Aber lässt sich der Befund auch auf jüngere Kinder übertragen? Nein, lautet die Antwort nach den Ergebnissen einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF). Die Forscherinnen und Forscher haben den Zusammenhang bei 129 Kindern im Alter von sechs bis knapp neun Jahren untersucht und kommen zu folgendem Schluss: „Für die Lebensphase während der Grundschule konnten wir keinen Einfluss der Intelligenz auf das moralische Denken von Kindern, also auf ihre moralischen Urteile und Gefühle, feststellen“, erläutert Hanna Beißert, die für die Studie verantwortliche Wissenschaftlerin des DIPF.

Für die Untersuchungen waren zwei Messungen notwendig. Die Intelligenz der Kinder ermittelte die Forschergruppe mit einem standardisierten IQ-Test. Den moralischen Entwicklungsstand erfasste sie, indem sie den Kindern Bildergeschichten präsentierte, in denen die Hauptfigur jeweils eine moralische Regel bricht. Zu diesem „Tabubruch“ befragte das Team die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Anschluss. „Wir wollten ein Verfahren mit möglichst alltagsnahen Inhalten anwenden“, beschreibt Beißert die Vorgehensweise. So handelten die Geschichten davon, mit einem bedürftigen Kind nicht zu teilen, die Süßigkeiten von Gleichaltrigen zu stehlen, deren Sachen zu verstecken und davon, jemanden zu hänseln. Bei den folgenden Fragen sollten die Kinder die Taten generell bewerten („War das in Ordnung oder nicht in Ordnung?“), beurteilen, welche moralischen Regeln und Gefühle mit der Geschichte verbunden sind, und einordn en, wie es sich anfühlen würde, wenn sie die Taten selbst begangen hätten.

Den Fragenkatalog wendeten die Forscherinnen und Forscher auf alle Geschichten an und leiteten aus den Antworten Kennwerte ab. Den Zusammenhang mit der Intelligenz errechneten sie mit verschiedenen statistischen Verfahren (Varianz- und Regressionsanalysen sowie Rang-Korrelationen). Mit dem Ergebnis, dass kein signifikanter Zusammenhang zu finden war. Wie Hanna Beißert ausführt, sind nun weitere Untersuchungen mit unterschiedlichen Testgruppen, jüngeren Kindern und mehr Messungen notwendig, um die Befunde zu erhärten. Als pädagogischen Impuls hält die Bildungsforscherin dennoch fest: „Wir können sagen, dass auch besonders intelligente Kinder die gleiche Unterstützung in ihrer Moralentwicklung brauchen, wie ihre weniger intelligenten Altersgenossen.“

Die gesamte Studie beschreibt Hanna Beißert in einem gemeinsam mit Professor Dr. Marcus Hasselhorn (ebenfalls DIPF) verfassten und frei verfügbare Beitrag für die Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“: www.journal.frontiersin.org/article/10.3389/fpsyg.2016.01961/full

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) vom 02.02.2017

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16. Internationale Bindungskonferenz vom 29.09. – 01.10.2017 in Ulm

Posted on Januar 29, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Die 16. Internationale Bindungskonferenz wird sich um das Thema „Die Macht von Gruppenbindungen – Ressourcen und Sicherheit, Gefahren und Fanatismus“ drehen. Dazu lädt PD Dr. med. Karl Heinz Brisch vom 29.09. – 01.10.2017 nach Ulm ein.

Ein Säugling entwickelt in unserer Kultur anfangs nur zu wenigen Personen – in der Regel zu seinen Eltern – Bindungsbeziehungen. Im Laufe seines Lebens gewinnen Bindungserfahrungen in Gruppen immer mehr an Bedeutung, etwa in der erweiterten Familie, ebenso in Krippe, Kindergarten, Schule, Peer-Gruppen in der Adoleszenz, Arbeitsgruppen im Berufsleben, in Vereinen, Parteien, Religionsgemeinschaften.

Menschen können diese Gruppenbindungen als eine große Ressource und emotionale Sicherheit erleben, wie in der Pädagogik, in Selbsthilfegruppen, oder in der Gruppen-Psychotherapie.

Die Bindungsbeziehungen in und an Gruppen können aber auch gestört sein. Hierbei spielt die Psychodynamik innerhalb der Gruppe eine große Rolle. Gruppen können zur eigenen Angstabwehr andere Gruppen stigmatisieren und Kontrolle sowie Gewalt ausüben. Es kann zur Bildung von bösartigen Vorurteilen, Fanatismus und Radikalisierung kommen, was bis zum terroristischen Kampf gegen andere führen kann, die nicht der eigenen Gruppe angehören.

Welche Faktoren schützen? Wie können neue, sichere Beziehungen in Gruppen aufgebaut werden? Was müssen aufnehmende Pflege- und Adoptivfamilien wissen, damit ein Kind nach Gewalterfahrungen – etwa in Sekten – eine sichere Bindung entwickeln kann? Wie entsteht Radikalisierung in Gruppen? Welche Formen der Begleitung, Beratung, Therapie und Prävention sind für diese Menschen hilfreich, die aus Gruppen aussteigen wollen, in denen sie traumatisiert wurden?

Die Konferenz wird sich mit den heilenden wie zerstörerischen Aspekten im Kontext von Bindung und Gruppe auseinandersetzen. Hierzu werden international renommierte Forscher und Kliniker aus ihren Studien und Erfahrungen berichten und auch Wege zur Prävention aufzeigen.

Zielgruppe:
Die Konferenz richtet sich an Ärzte aller Fachrichtungen sowie an PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen, PädagogInnen, Jugendhilfe-MitarbeiterInnen, ebenso an alle, die sich mit der gesunden Entwicklung in Gruppen sowie mit der Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen nach emotionalen Traumatisierungen in Gruppen bei Erwachsenen sowie bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Ebenso sind alle Berufsgruppen eingeladen, die kranke Menschen nach emotionaler Gewalterfahrung in Gruppen in allen Altersgruppen betreuen, begleiten oder Verantwortung tragen, wie etwa LehrerInnen, ErzieherInnen, KrankenpflegerInnen, HeilpädagogInnen, Adoptiv-/Pflegeeltern, UmgangspflegerInnen, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen, PhysiotherpeutInnen, SeelsorgerInnen, JuristInnen und PolitkerInnen.

nähere Informationen

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„Zugänge ermöglichen – Exklusion vermeiden, Pflegefamilien für Kinder und Jugendliche mit Behinderung“ am 13./14.02. in Köln

Posted on Januar 18, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Die Erziehungsbüro Rheinland gGmbH veranstaltet zusammen mit der Forschungsgruppe Pflegekinder der Uni Siegen und weiteren Kooperationspartnern am 13./14.02.2017 in Köln die Fachtagung „Zugänge ermöglichen – Exklusion vermeiden, Pflegefamilien für Kinder und Jugendliche mit Behinderung„.

Auch für Kinder und Jugendliche mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können, soll die Option der Unterbringung in einer Pflegefamilie bestehen. Das Recht auf Familie für alle Kinder und Jugendlichen muss aber erst noch verwirklicht werden.

Die bundesweite Fachtagung richtet sich an alle Fachkräfte öffentlicher und freier Träger (Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe u.a.), die sich damit befassen, wie Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Familien unterstützt werden können. Es sollen Wege der professionellen Begleitung und Unterstützung in der Pflegekinderhilfe aufgezeigt werden, durch die eine Ausgrenzung ganzer Gruppen von Kindern und Jugendlichen verhindert und unnötige Abbrüche von Pflegeverhältnissen vermieden werden können. Praxisnah aufbereitete Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt sowie ermutigende Praxisbeispiele werden vorgestellt und diskutiert, um als Anregungen zur Entwicklung einer inklusive(re)n Pflegekinderhilfe zu dienen.“

Tagungsflyer

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Buch-Tipp: „Normalitätskonstruktionen in den Biografien ehemaliger Pflegekinder“

Posted on Januar 16, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen |

logoIm Beltz Juventa Verlagcsm_9783779934950_43df9f550e erscheint am 16.01. die Studie zur Dissertation von Dr. Daniela Reimer unter dem Titel „Normalitätskonstruktionen in den Biografien ehemaliger Pflegekinder„.

Die Dipl.-Pädagogin und Dipl.-Sozialarbeiterin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Pflegekinder an der Universität Siegen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Biografieforschung, Aufwachsen unter schwierigen Bedingungen, Normalität und Kultur.

nähere Informationen

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25 % mehr junge Menschen begannen im Jahr 2015 eine Heimerziehung

Posted on Dezember 16, 2016. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , |

logoFür 49.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene begann im Jahr 2015 die Erziehung in einem Heim oder in einer betreuten Wohnform. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 25% mehr als im Jahr zuvor. Bei den Jungen und jungen Männern stieg die Zahl um 46% auf 32.800. Dabei nahm der Anteil der Jungen und jungen Männer mit Migrationshintergrund von knapp 40% im Jahr 2014 auf 62% zu.

Für knapp die Hälfte der Jungen und jungen Männer wurde die Unversorgtheit des jungen Menschen als Grund für die Heimunterbringung angegeben. Die gestiegene Zahl der Heimunterbringungen dürfte insbesondere auf die im Jahr 2015 hohe Zahl an unbegleitet eingereisten Minderjährigen zurückzuführen sein.

Besonders stark war der Anstieg in der Altersgruppe der männlichen 16- und 17-Jährigen. Hier hat sich die Zahl der begonnenen Hilfen von 7.000 im Jahr 2014 auf 14.400 im Jahr 2015 mehr als verdoppelt. Der Anteil dieser Altersjahrgänge an allen begonnen Hilfen für Jungen und junge Männer lag bei 44%.

Für Mädchen und junge Frauen begann im Jahr 2015 in rund 16.700 Fällen die Erziehung in einem Heim oder einer betreuten Wohnform. Das waren 3% weniger als im Jahr 2014. Hier lag der Anteil der 16- und 17-Jährigen wie im Vorjahr bei 27%. Der Hauptgrund für die Unterbringung in einem Heim oder einer betreuten Wohnform war in 38% der Fälle die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern beziehungsweise eines Elternteils.

Tabelle der begonnenen Hilfen zur Erziehung in Deutschland 2015 nach Hilfeart

Quelle: Statistisches Bundesamt vom 16.12.2016

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„Zugänge ermöglichen – Exklusion vermeiden – Pflegefamilien für Kinder und Jugendliche mit Behinderung“ am 13./14.02.2017 in Köln

Posted on Dezember 13, 2016. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Die Fachtagung „Zugänge ermöglichen – Exklusion vermeiden – Pflegefamilien für Kinder und Jugendliche mit Behinderung“ findet am 13./14.02.2017 in Köln statt und bildet den Abschluss des Projekts „Vermeidung von Exklusionsprozessen in der Pflegekinderhilfe“ der Forschungsgruppe zur Pflegekinderhilfe an der Uni Siegen.

Auch für Kinder und Jugendliche mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können, soll die Option der Unterbringung in einer Pflegefamilie bestehen. Das Recht auf Familie für alle Kinder und Jugendlichen muss aber erst noch verwirklicht werden.

Das Forschungsprojekt hat sich mit den Fragen beschäftigt

  • wie der Zugang zu geeigneten Pflegefamilien verbessert werden kann,
  • wie es gelingen kann, bestehende Pflegeverhältnisse zu stabilisieren und
  • wie Übergänge für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gestaltet werden können

Die bundesweite Fachtagung richtet sich an alle Fachkräfte öffentlicher und freier Träger (Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe u.a.), die sich damit befassen, wie Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Familien unterstützt werden können.
Es sollen Wege der professionellen Begleitung und Unterstützung in der Pflegekinderhilfe aufgezeigt werden, durch die eine Ausgrenzung ganzer Gruppen von Kindern und Jugendlichen verhindert und unnötige Abbrüche von Pflegeverhältnissen
vermieden werden können.
Praxisnah aufbereitete Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt sowie ermutigende Praxisbeispiele werden vorgestellt und diskutiert, um als Anregungen zur Entwicklung einer inklusive(re)n Pflegekinderhilfe zu dienen.

Veranstaltungsflyer

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Mehr Hilfen zur Erziehung in Hessen 2015

Posted on Dezember 9, 2016. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Im Jahr 2015 wurden in Hessen rund 62 500 Hilfen zur Erziehung und knapp 7200 Hilfen zur Eingliederung seelisch behinderter junger Menschen geleistet. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, wurden damit insgesamt 2,9 Prozent mehr Hilfen gewährt als im Jahr 2014. Von den 69 700 Hilfen wurden knapp 33 200 im Jahr 2015 beendet und gut 36 500 Hilfen dauerten am Jahresende noch an. 34 700 Hilfen wurden 2015 neu begonnen.

Mit 43 Prozent war die Erziehungsberatung die häufigste Hilfeform vor der Erziehung in Heimen und sonstigen betreuten Wohnformen (gut 16 Prozent) sowie der sozialpädagogischen Familienhilfe (gut 10 Prozent). 7 Prozent entfielen auf die Vollzeitpflege und 5 Prozent auf die Einzelbetreuung. Auf die Erziehung in einer Tagesgruppe entfielen 3 Prozent und auf die sonstigen Hilfen zur Erziehung 4 Prozent. Die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung und die soziale Gruppenarbeit spielten eine untergeordnete Rolle. Die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte bzw. von seelischer Behinderung bedrohter junger Menschen (§ 35 a SGB VIII) machte 10 Prozent aller Hilfen aus.

Die Heimerziehung wuchs gegenüber 2014 um 29 Prozent. Ein Grund hierfür war die Zunahme der Einreisen von unbegleiteten Minderjährigen aus dem Ausland.

35 Prozent der Familien, die eine Hilfe zur Erziehung oder Eingliederungshilfe bekamen, bezogen Transferleistungen (z. B. Hartz IV). Bei den Familien der Alleinerziehenden war mehr als jede zweite auf Transferleistungen angewiesen. Der Anteil der Familien mit Transferleistungen fiel umso höher aus, je „stärker“ der Eingriff in das Leben des jungen Menschen bzw. der Familie war. So erhielten 82 Prozent der Familien, die von Vollzeitpflege betroffen waren, Transferleistungen. Bei der weniger intensiven Erziehungsberatung betrug dieser Anteil 16 Prozent.

56 Prozent der jungen Menschen lebten bei Alleinerziehenden oder einem Elternteil mit neuer Partnerin oder neuem Partner, 35 Prozent bei den zusammenlebenden Eltern. Bei den übrigen 9 Prozent waren die Eltern verstorben oder unbekannt. Gründe für die hohe Inanspruchnahme der Hilfe bei Alleinerziehenden waren unter anderem die Konzentration der familiären Lasten auf nur ein Elternteil und seelisches Leid der Kinder wegen der Trennung der Eltern.

Neben den individuellen Hilfen für einzelne junge Menschen wurden auch familienorientierte Hilfen gewährt. Hier wurde die ganze Familie unterstützt, sodass die Zahl der betroffenen jungen Menschen mit rund 76 900 über der Zahl der gewährten Hilfen (69 700) lag.

Die Hilfen wurden ambulant (Erziehungsberatungen, soziale Gruppenarbeit, Einzelbetreuung, sozialpädagogische Familienhilfe, sonstige Hilfen nach § 27 SGB VIII), teilstationär (Erziehung in einer Tagesgruppe) oder außerhalb des Elternhauses (Heimerziehung, Vollzeitpflege, intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung, sonstige Hilfen nach § 27 SGB VIII) geleistet.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 06.12.2016

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Übergang ins Erwachsenenalter: „Care Leaver“ brauchen Unterstützung

Posted on Dezember 5, 2016. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

logoDer Rechtsanspruch auf Hilfe für junge Volljährige ist zu stärken, fordern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim. Eine Arbeitsgruppe geht der Frage nach, was aus Kindern und Jugendlichen wird, die im Heim, in der Pflegefamilie und in betreuten Wohngruppen aufwachsen und diese Erziehungshilfen verlassen.

Jugendhilfeleistungen werden oft beendet, wenn junge Menschen 18, also volljährig, werden. Diese jungen Menschen, die in öffentlicher Verantwortung zum Beispiel in der Heimerziehung oder in Pflegefamilien aufgewachsen sind („Care Leaver“), müssen dann häufig den Übergang ins Erwachsenleben – in Ausbildung, Arbeit und Beruf – ohne weitere Unterstützung meistern. Für sie, die als Kinder und Jugendliche schwierige Lebenssituationen zu bewältigen hatten, ist diese Situation eine große Belastung, sagt die Sozialpädagogin Katharina Mangold. Junge Menschen, die dagegen bei ihren Familien aufwachsen, verlassen heute durchschnittlich das Elternhaus im Alter von 24 oder 25 Jahren. „Sie können bei Fragen und Unterstützungsbedarf in der Regel wieder nach Hause kommen. Das ist jungen Menschen, die in öffentlicher Verantwortung aufgewachsen sind, vielfach verwehrt“, so Mangold.

Katharina Mangold und Professorin Kirsten Scheiwe vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik befassen sich in der Forschung mit diesen Lebenslagen. Sie teilen Forschungserkenntnisse und bringen Fachleute und Jugendliche zusammen, über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis sowie „Care Leaver“ kamen etwa im November auf einem Workshop an der Universität Hildesheim zusammen.

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) sieht vor, dass Hilfen zur Persönlichkeitsentwicklung und zur eigenverantwortlichen Lebensführung für junge Volljährige gewährt werden sollen, wenn und solange dies aufgrund der individuellen Situation notwendig ist (§ 41 SGB VIII). Im Regelfall sind Hilfen also zu gewähren, wenn dieser Bedarf vorliegt. In der Praxis sieht es jedoch je nach zuständiger Kommune in Deutschland sehr uneinheitlich aus. In vielen Bereichen treffen die Betroffenen und auch Fachkräfte oft auf Schwierigkeiten bei der Durchsetzung der benötigten Unterstützung.

Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen standen deshalb Fragen von Recht und Praxis, Problemen und Veränderungsbedarf der Hilfen für junge Volljährige. Thomas Meysen vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht berichtete über die geplanten Veränderungen der Hilfen für junge Volljährige durch die Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII), die noch in dieser Legislaturperiode geplant ist. Professorin Sabine Dahm von der HAWK Hildesheim zeigte an Beispielen aus der Rechtsprechung der Gerichte, dass in den wenigen Streitfällen in erster Linie die jungen Menschen ihr Recht bekamen. Vor allem das Plädoyer der Vertreterinnen der Selbstorganisationen Anna Seidel (Careleaver e.V.) und Amina Önder (Jugend ohne Grenzen) zeigte, wie notwendig die Unterstützung über das 18. Lebensjahr hinaus für alle jungen Menschen ist. Der Vertreter der Jugendämter und Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes der Stadt Karlsruhe, Reinhard Niederbühl, unterstützt diese Forderung. Er zeigte auf, wie junge Menschen im Übergang unterstützt werden können. Professorin Susanne Gerner von der FH Darmstadt ergänzte diese Forderungen um die Problemlagen der jungen Erwachsenen mit einer sogenannten Behinderung. Henriette Katzenstein vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht forderte nicht nur ein Ende des „Verselbständigungswahns“ mit 18 Jahren, sondern eine „stand-by“-Option, so dass die jungen Menschen wieder Zugang zur Jugendhilfe haben, auch wenn sie diese bereits verlassen haben. Bernd Hemker von der Ombudschaft Jugendhilfe Nordrhein-Westfalen konnte diese Notwendigkeit auch an einzelnen Fällen deutlich machen. Es braucht einfach manchmal nochmals einige Monate Unterstützung, auch wenn der junge Erwachsene zunächst vielleicht selbst ausziehen wollte.

Alle Beteiligten fordern, dass die gegenwärtigen Reformen in der Kinder- und Jugendhilfe dahingehend zu prüfen sind, ob sie die Rechte für junge Volljährige transparenter machen und vor allem die Durchsetzungskraft in allen Kommunen verstärken. Es sind starke Rechtsansprüche für diese jungen Volljährigen notwendig, damit sie den Übergang ins Erwachsenenleben wie andere junge Menschen auch gestalten können.

Kurz erklärt: „Care Leaver“ in Deutschland / Forschungsergebnisse

Eine Arbeitsgruppe der Universität Hildesheim untersucht die Lebenslagen und Bildungswege von Care Leavern (= Jugendliche, die Hilfen verlassen) in Deutschland und den Übergang ins Erwachsenenalter. Dabei befassen sie sich unter anderem mit der Bildungslaufbahn der Jugendlichen. Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Nach der stationären Erziehungshilfe – Unterstützungsmodelle für Care Leaver in Deutschland“ wurden im Buch „Jugendhilfe – und dann?“ veröffentlicht. Die Wissenschaftler dokumentieren, wie junge Menschen den Übergang aus Erziehungshilfen ins Erwachsenenleben erleben und welche Unterstützung sie dabei erfahren. Nationale und internationale Praxisbeispiele guter Übergangsbegleitung wurden analysiert.

Die Arbeitsgruppe um Professor Wolfgang Schröer von der Universität Hildesheim geht der Frage nach, was aus Kindern und Jugendlichen wird, die im Heim, in der Pflegefamilie und in betreuten Wohngruppen aufwachsen und diese Erziehungshilfen verlassen. Manche haben zuvor einschneidende Ereignisse erlebt, einige wurden als Kleinkind misshandelt, von anderen starben die Eltern oder diese waren mit der Erziehung überfordert. Nach dem Ende der stationären Erziehungshilfe können diese Jugendlichen oft auf kein gesichertes familiäres und sozial gewachsenes Netz zurückgreifen und sind früh auf sich alleine gestellt.

Die Forschergruppe begleitet den Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes von jungen Erwachsenen und hat umfangreichere Daten über die Lebenswege dieser jungen Menschen in Deutschland gesammelt, gelungene Übergangsmodelle in anderen Ländern erfasst und dokumentiert, wie Organisationen den Übergang in das Erwachsenenleben begleiten. Die Forscher verfolgen auch Übergänge in Hochschulen. Bislang gab es keine verlässlichen Daten darüber, wie viele Care Leaver an deutschen Hochschulen studieren und vor welchen Herausforderungen sie stehen.

Mehr Informationen zu den Forschungsprojekten des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik finden Sie online:

Care Leaver an Hochschulen

Quelle: Pressemitteilung der Universität Hildesheim vom 25.11.2016

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KomDat Jugendhilfe 03/2016 erschienen

Posted on November 28, 2016. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Die aktuelle Ausgabe von KomDat Jugendhilfe 03/2016 beschäftigt sich wieder mit Ergebnissen aktueller Analysen der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik:

Das vorliegende Heft konzentriert sich auf die Bedeutung des Migrationshintergrunds junger Menschen und deren Familien in der KJH-Statistik.

Einer der Beiträge zeigt „Unbegleitete ausländische Minderjährige im Spiegel von Asyl- und Jugendhilfestatistik“ und zeigt aktuelle Herausforderungen für die Jugendhilfe auf.

Ein weiterer Artikel widmet sich „Adoptivkindern mit Zuwanderungsgeschichte“ und den unterschiedlichen Entwicklungen bei den Adoptionsformen. Der Beitrag untersucht die Entwicklung der Auslandsadoptionen in den letzten Jahren, wobei auch die Herkunftsgebiete der Kinder und Jugendlichen, das Alter der angenommenen Minderjährigen und die Verbreitung dieser Adoptionsform in den Bundesländern beachtet werden.

zum Download von KomDat Jugendhilfe 03/2016

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Kinder mit FASD leiden häufig an Schlafstörungen

Posted on November 17, 2016. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Studien zeigen, dass Kinder mit FASD häufig von Schlafstörungen betroffen sind. In seinem aktuellen Fachbeitrag führt Professor Bernhard Schlüter, pädiatrischer Schlafmediziner der Kinder- und Jugendklinik Datteln (Universität Witten/Herdecke), in die Schlafmedizin ein und erläutert mögliche Ursachen von Schlafstörungen bei Kindern mit FASD. Schlafhygiene, nicht erholsamer Schlaf, Diagnostik sowie therapeutische Optionen werden von Professor Bernhard Schlüter ausführlich vorgestellt.

Darüber hinaus gibt er einen Überblick zur derzeitigen Studienlage und ergänzt diese durch seine eigene Fallserie im Schlaflabor der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln (Universität Witten/Herdecke).
Das Fachzentrum für Pflegekinder mit FASD Köln, das den Artikel zur Verfügung stellt, freut sich sehr, dass Professor Schlüter als pädiatrischer Schlafmediziner mit seinem Beitrag betroffenen Familien Orientierung gibt bei diesem häufig schwierigen Thema.

zum Aufsatz „Fetale Alkohol Spektrum Störung (FASD) und Schlaf“ (pdf)

Quelle: Fachzentrum für Pflegekinder mit FASD Köln vom 14.11.2016

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Studie zu Erfahrungen und Belastungen von Bereitschaftspflegeeltern – Befragungszeit verlängert!

Posted on November 10, 2016. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Netzwerke, Pflegefamilie | Schlagwörter: , |

Die Teilnahme an der bundesweiten Befragung von Bereitschaftspflegeeltern mit dem Ziel, ihre Erfahrungen und Belastungen zu erfassen, wurde verlängert bis 31.12.2016! Sie können ihre Erfahrungen einbringen mittels Online-Fragebogen: www.studie-bereitschaftspflege.weebly.com

Träger ist ein Kooperationsprojekt aus der Forschungsgruppe PETRA (Dr. Stefan Rücker/ PD Dr. Peter Büttner), der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm (Prof. Dr. Jörg M. Fegert), dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (Dr. Thomas Meysen) und der Universität Bremen (Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, Prof. Dr. Franz Petermann).

Nähere Informationen finden Sie im Anschreiben für die Teilnehmer/innen.

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Online-Forum für Gasteltern

Posted on November 5, 2016. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Netzwerke, Pflegefamilie, Podcast / Online, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Ein neues Projekt „Belastungen und Ressourcen von Gastpflegeeltern/Pflegeeltern für Flüchtlinge“ ist gestartet. Die Diakonie Deutschland und das Kompetenz-Zentrum Pflegekinder e.V. führt ein Projekt „Für junge Geflüchtete: Gastfamilien, Vormundschaften, Patenschaften“ durch, das von der Forschungsgruppe Pflegekinder der Uni Siegen wissenschaftlich begleitet wird

Dazu wurde ein Online-Forum eingerichtet, in dem sich insbesondere die Familien, die Flüchtlinge betreuen, untereinander austauschen können. Es wurde aus den Seiten des www.pflegeelternforum.de eingerichtet.

Das Forum soll sich an alle Familien richten, die junge Flüchtlinge aufgenommen haben, unabhängig davon, ob sie nun als Gasteltern oder Pflegeeltern oder vielleicht noch anders bezeichnet werden. In dem Forum können sie ihre Meinung zu allen Themen, die sie interessieren, mitteilen und sich mit anderen über ihre Erfahrungen austauschen. Mitglieder der Forschungsgruppe diskutieren mit, beantworten manchmal Fragen und werten die Erfahrungen unter der Frage aus „Was brauchen Gast- und Pflegeeltern, die junge Flüchtlinge aufgenommen haben?“. Die Antworten sollen dann in die politische Debatte eingebracht werden. Das Projekt ist bis Ende 2017 konzipiert.

Neben den Gast- und Pflegeeltern — die im Mittelpunkt stehen sollen — sind auch ehrenamtliche Vormünder und Paten und Patinnen von Flüchtlingen eingeladen mitzudiskutieren. An Fachkräfte und Akteure in Politik und Verwaltung richtet sich das Forum nicht.

Quelle: Dritter  Newsletter 2016 der Forschungsgruppe Pflegekinder vom 04.11.2016

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Baden-Württemberg: Zahl der Adoptionen um 11 Prozent gesunken

Posted on Oktober 31, 2016. Filed under: Adoptivfamilie, Baden-Württemberg, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: |

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg wurden im Jahr 2015 von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe mit Sitz in Baden‑Württemberg 510 Adoptionen vorgenommen. Damit ist die Zahl der Adoptionen im Vergleich zum Vorjahr (575) um 11 Prozent gesunken.

Im Jahr 2015 wurden durch diese Träger in Baden Württemberg 268 Jungen und 242 Mädchen zur Adoption vermittelt. Gut ein Drittel der Adoptierten hatte das 3. Lebensjahr noch nicht erreicht, 14 Prozent waren zum Zeitpunkt der Adoption zwischen 3 und unter 6 Jahren alt, weitere 16 Prozent waren im Alter von 6 bis unter 9 Jahren. Über ein Drittel der adoptieren Kinder und Jugendlichen war zwischen 9 und 18 Jahren alt. Im Vergleich zum Vorjahr (Durchschnitt 6,7 Jahre) waren die durch Träger in Baden Württemberg vermittelten Kinder und Jugendlichen im Jahr 2015 (Durchschnitt 6,5 Jahre) etwas jünger.

Knapp zwei Drittel (341) der Adoptionen von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe in Baden‑Württemberg erfolgten 2015 durch die Partnerin oder den Partner des leiblichen Elternteils und demnach durch Stiefeltern (333) oder durch eine, mit dem Adoptivkind verwandte Person (8). Es sind hierbei deutliche altersspezifische Unterschiede erkennbar. 39 Prozent (68) der adoptierten Kinder im Alter von 0 bis unter 3 Jahren wurden von einem Stiefelternteil oder von verwandten Personen adoptiert, 61 Prozent (106) von nicht verwandten Personen. Insbesondere bei den unter 1-Jährigen ist der Anteil an Adoptionen durch nicht verwandte Personen mit 13 Prozent (6) sehr niedrig. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Adoptionspflegezeit bei Fremdadoptionen im Regelfall mindestens ein Jahr beträgt, wodurch sich die geringe Anzahl an adoptierten Kindern unter einem Jahr bei den nicht verwandten Personen erklären lässt. Bei den 1- bis unter 3-Jährigen ist der Anteil an zuvor nicht verwandten Adoptiveltern mit 78 Prozent (100) deutlich höher. Auch bei den 3- bis unter 6-Jährigen Adoptivkindern überwiegen mit 57 Prozent (39) die Adoptionen durch nicht verwandte Personen. Schulpflichtige Kinder von 6 bis unter 9 Jahren werden hingegen deutlich seltener von nicht Verwandten angenommen (20 Prozent). Bei den über 9-Jährigen sinkt der Anteil auf 4 Prozent.

Kinder und Jugendliche, die im Jahr 2015 an nicht verwandte Personen vermittelt wurden, waren im Durchschnitt 2,7 Jahre alt, während das Durchschnittsalter der an Stiefeltern oder verwandte Personen vermittelten Kinder bei 8,4 Jahren lag.

Bei knapp 80 Prozent der adoptierten Kinder und Jugendlichen war der leibliche Elternteil vor Beginn des Adoptionsverfahrens ledig oder geschieden. In 11 Fällen (2 Prozent) wurde ein Kind von verheirateten und zusammenlebenden Eltern an nicht verwandte Personen abgegeben.

Die deutsche Staatsangehörigkeit hatten 377 (74 Prozent) der adoptierten Kinder und Jugendlichen. Der Anteil hat sich im Vergleich zum Erhebungsjahr 2014 um 3 Prozentpunkte erhöht. Von den 133 Adoptivkindern mit ausländischer Staatsangehörigkeit stammten 62 Prozent (83) aus europäischen und 31 Prozent (41) aus asiatischen Ländern.
Schaubild 1: Adoptionen in Baden Württemberg 2015 nach dem Verwandtschaftsverhältnis

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 31.10.2016

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Thüringen: Zahl der Kinder in Pflegefamilien steigt

Posted on Oktober 27, 2016. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Thüringen | Schlagwörter: |

Die Zahl der auf der Grundlage einer Hilfe zur Erziehung (§§ 27, 33 SGB VIII) in Thüringer Pflegefamilien untergebrachten Kinder und Jugendlichen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Im Zeitraum 2009 bis 2014 stieg sie um fast 20 Prozent an.

Dies ergibt sich aus der Antwort des Thüringer Bildungsministeriums auf eine Große Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Thüringen.

Weitere Antworten (Seite 155ff) betrafen die Themen:

  • Anzahl der Pflegefamilien in Thüringen (aufgeschlüsselt nach Landkreisen)
  • Unterstützung von Pflegefamilien durch das Land
  • Entwicklung der Pflegesätze für Pflegefamilien in Thüringen

 

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Leichter Rückgang der geleisteten Hilfen zur Erziehung in Thüringen im Jahr 2015

Posted on Oktober 24, 2016. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Publikationen, Thüringen | Schlagwörter: , |

Im Jahr 2015 wurden in Thüringen 22 234 Hilfen zur Erziehung und 1 134 Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen von den öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe geleistet. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik ist das ein Rückgang der Hilfen zur Erziehung gegenüber dem Jahr 2014 um 1,3 Prozent und ein Anstieg der Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen um 3,8 Prozent. Von den insgesamt 23 368 geleisteten Hilfen wurden 12 868 Hilfen (55,1 Prozent) im Laufe des Jahres beendet, während 44,9 Prozent bzw. 10 500 Hilfen am 31.12.2015 andauerten.

Mit einem Anteil von 57,2 Prozent bzw. 13 377 Hilfen wurden im Jahr 2015 am häufigsten Erziehungsberatungen geleistet. 2 567 Fälle (11,0 Prozent) entfielen auf die Hilfeform der Heimerziehung bzw. einer sonstigen betreuten Wohnform, 1 869 Hilfen (8,0 Prozent) auf die Vollzeitpflege. Des Weiteren erfolgte in 1 621 Fällen (6,9 Prozent) die Hilfe in Form von sozialpädagogischer Familienhilfe.

Knapp die Hälfte der jungen Menschen, für die eine Hilfe zur Erziehung gewährt wurde (46,2 Prozent bzw. 10 283 Fälle) lebte mit einem alleinerziehenden Elternteil. Mehr als jeder zweite dieser Alleinerziehenden (53,9 Prozent bzw. 5 542 Fälle) bezog Transferleistungen.

Insgesamt wurde 24 637 jungen Menschen Hilfe zur Erziehung gewährt. Das entsprach einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent. 6 942 Kinder bzw. 28,2 Prozent waren noch keine sechs Jahre alt. Weitere 9 195 Kinder bzw. 37,3 Prozent waren im Alter zwischen sechs und elf Jahren, 7 376 Kinder und Jugendliche bzw. 29,9 Prozent waren im Alter zwischen 12 und 17 Jahren und 1 124 bzw. 4,6 Prozent waren junge Volljährige. Bei 1 752 Kindern war mindestens ein Elternteil ausländischer Herkunft.

Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik vom 19.10.2016

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