Kinderschutz

KJug 4-2018: »Vernachlässigung« der Vernachlässigung

Posted on Oktober 16, 2018. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

logo38.891 Kinder und Jugendliche sind im vergangenen Jahr regulär in Obhut genommen worden. D.h. Jugendämter, konkret Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes, haben diese Kinder und Jugendlichen »in Schutz« genommen, u.a. vor Vernachlässigung, Kindesmisshandlung und sexuellem Missbrauch.
Wenngleich die Anzahl der betroffenen Kinder (und Jugendlichen) groß ist, kommt der Vernachlässigung in der öffentlichen Diskussion eine eher marginale Aufmerksamkeit zu. Im allgemeinen Bewusstsein und der öffentlichen Diskussion stehen eher Fälle sexualisierter Gewalt oder spektakuläre Einzelfälle.

Kindeswohlgefährdungen haben nicht nur physische Folgen, ebenso gravierend sind die psychischen Folgen für das weitere Leben von Mädchen und Jungen. Wie vielfältig die Gefährdungen im Rahmen von Vernachlässigung sind und wie der rechtliche Rahmen in Deutschland aussieht, wird von den Autorinnen und Autoren der Ausgabe 4-2018 ebenso in den Blick genommen, wie die konkrete Praxis in Jugendämtern im Umgang mit betroffenen Familien.

Aus dem Inhalt:

  • Dr. Heinz Kindler: Kindesvernachlässigung als Kinderschutzthema
  • Dr. Thomas Mühlmann: Vernachlässigung ist die häufigste von Jugendämtern festgestellte Gefährdungsform
  • Dr. Thomas Meysen: Vernachlässigung im Fokus des Kinderschutzes in Deutschland
  • Monika Stark-Murgia, Wulfhild Reich: Kindesvernachlässigung – Möglichkeiten eines Jugendamtes am Beispiel des Jugendamts der Landeshauptstadt Stuttgart
  • Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik, Matthias Koch: Multiprofessionelle Hilfeplanung – Herausforderungen und Perspektiven für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe
  • Fehime Oezmen, Nava Zarabian, Ingrid Hofmann: Islamismus im Netz
  • Anna Freytag: »Nur Empfehlung oder doch schon Werbung?« – Eine empirische Untersuchung der Wahrnehmung von Produktplatzierungen auf Instagram bei Jugendlichen
  • Sigmar Roll: Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz im Realitätscheck
  • Anja Puneßen: WhatsApp & Co. erst ab 16 Jahren?
  • Lamya Kaddor: Islamfeindlichkeit im Jugendalter

Die Ausgabe 4-2018 der Zeitschrift Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis (KJug) mit dem Titel »›Vernachlässigung‹ der Vernachlässigung« kann zum Preis von EUR 16,- (inkl. Versandkosten) beim Herausgeber bestellt werden: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, Mühlendamm 3, 10178 Berlin, Mail: kjug@bag-jugendschutz.de, Online: www.kjug-zeitschrift.de

Quelle: Pressemeldung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz vom 16.10.2018

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Buch: „Psychische Erkrankung und Sucht – Passende Hilfen für betroffene Kinder, Jugendliche und Eltern“

Posted on Oktober 10, 2018. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

logoAktuelle Zahlen zeigen, dass etwa 3,8 Millionen Kinder in Deutschland mit einem suchtkranken oder psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen. Für die betroffenen Kinder bedeutet dies oftmals, dass sie eigene Entwicklungsaufgaben nicht gut bewältigen und sie als Reaktion auf die destabilisierende Erkrankung oder Störung der Eltern eher eine spezifische Symptomatik entwickeln können.

Das Fachbuch „Psychische Erkrankung und Sucht – Passende Hilfen für betroffene Kinder, Jugendliche und Eltern“ der Kinderschutz-Zentren liefert einen Überblick zum aktuellen Stand der Debatte, zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen aus der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen in diesem Handlungsfeld. Es werden Ideen und Anregungen für Hilfeansätze vermittelt, die für die eigene Praxis genutzt werden können.

nähere Informationen

Quelle: Die Kinderschutz-Zentren

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Paritätisches Positionspapier „Jugendhilfe und junge Wohnungslose – Verantwortungsübernahme der Jugendhilfe ist nötig!“

Posted on September 28, 2018. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: |

logoIn seiner Sitzung am 28.09.2018 hat der Verbandsrat des Paritätischen Gesamtverbandes das Positionspapier „Jugendhilfe und junge Wohnungslose – Verantwortungsübernahme der Jugendhilfe ist nötig!“ beschlossen. Es ergänzt das im November 2017 beschlossene Positionspapier „Jung und wohnungslos. – Position des Paritätischen Gesamtverbandes für eine Neuausrichtung der Unterstützung junger Wohnungsloser“.

Das Papier begründet eine die Notwendigkeit der Zuständigkeit der Jugendhilfe für junge wohnungslose Menschen und verknüpft diese Argumentation mit den besonderen Problemen, vor die junge Menschen, die in Heimen oder Pflegefamilien aufgewachsen sind, gestellt sind.

Der Paritätische fordert darin, einen klaren Rechtsanspruch für junge Volljährige bis zum 25. Lebensjahr auf notwendige Unterstützung und Hilfe. Darüber hinaus fordert er Rechtsansprüche für junge Menschen, die in öffenlticher Erziehung (in Heimen, Wohngruppen oder Pflegefamilien) aufgewachsen sind (Care Leaver) auf weitergehende Hilfen bis zu dem Zeitpunkt, wo sie diese Unterstützung für sich nicht mehr brauchen und ihre Perspektive im Hinblick auf ihre Wohnsituation und Existenzsicherung geklärt ist.

Quelle: Der Paritätische Gesamtverband vom 28.09.2018

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Online-Umfrage des BumF bei Fachkräften und Pflegeeltern, die mit jungen Flüchtlingen zu tun haben

Posted on September 20, 2018. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie | Schlagwörter: , |

logoAuch in diesem Jahr führt der BumF – Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. eine Online-Umfrage durch, die sich an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Pflegeeltern, Beratende und weitere Personen richtet, die mit unbegleiteten minderjährigen und jungen erwachsenen Geflüchteten in Kontakt stehen. Mit dieser Befragung möchten sie sich einen Überblick über die Situation der jungen Menschen verschaffen, die sich in Deutschland aufhalten und im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe versorgt werden bzw. wurden. Ihre Erfahrungen sind dafür unentbehrlich.

Wir laden Sie alle ganz herzlich ein, bis zum 07.10.2018 unter dem folgenden Link an der Umfrage teilzunehmen: https://www.soscisurvey.de/Umfrage18BumF/

Die Auswertung der letzten Umfrage hat in Politik, Behörden und Medien breite Aufmerksamkeit erfahren. Es ist dem Verband auch darum ein großes Anliegen möglichst viele Fachkräfte zu erreichen, um somit gute Praxis und bestehende Probleme identifizieren und in diesem Kontext auch von deren Erfahrungen als Praktiker/innen profitieren zu können. Die Umfrage hat auch das Ziel, über einen langfristigen Zeitraum Veränderungen in der Situation von jungen Geflüchteten und den Fachkräften, die mit ihnen zusammenarbeiten, abbilden zu können. Die Auswertung der letztjährigen Umfrage findet sich hier: https://b-umf.de/material/auswertung-der-online-umfrage-2017-die-situation-unbegleiteter-minderjaehriger-fluechtlinge/

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Interdisziplinäres Projekt „FosterCare“ zur Stärkung der Kinderrechte im Pflegekinderwesen

Posted on September 16, 2018. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie | Schlagwörter: |

logoIm Fokus des interdisziplinären Verbundprojekts „FosterCare“ stehen Schutzkonzepte im Pflegekinderwesen. Ziel ist es, die Erfahrungen von jungen Menschen in Pflegefamilien, Careleavern, Pflegeeltern und Fachkräften im Pflegekinderwesen zu erforschen und gemeinsam mit ihnen handlungsleitende Impulse für Schutzkonzepte zu erarbeiten. Gesucht werden Good-Practice-Beispiele sowie persönliche Erfahrungen von Fachkräften, Pflegeeltern und von jungen Menschen, die in einer Pflegefamilie aufgewachsen sind.

Schon seit einigen Jahren wird über die Umsetzung von Rechten sowie über die Entwicklung und Implementierung von Schutzkonzepten in der Kinder‐ und Jugendhilfe, insbesondere in der Heimerziehung, diskutiert. Dabei ist sich die Fachwelt einig: Schutzkonzepte, die die persönlichen Rechte von jungen Menschen stärken und dabei gleichzeitig altersgerechte Beschwerdemöglichkeiten integrieren, stellen einen wichtigen Baustein für die Sicherheit und den Schutz von Kindern und Jugendlichen dar.

Stärkung der Kinderrechte im Pflegekinderwesen

Mit dem Projekt „FosterCare – Rechte stärken. Beteiligen. Schützen – Junge Menschen in Pflegefamilien“ werden nun auch Schutzkonzepte im Pflegekinderwesen in den Fokus gestellt. Das interdisziplinäre Verbundprojekt der Hochschule Landshut, der Stiftung Universität Hildesheim und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm verfolgt dabei einen beteiligungsorientierten Ansatz. Ziel ist es, die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien, Careleavern, Pflegeeltern und Fachkräften im Pflegekinderwesen zu erforschen und gemeinsam mit ihnen handlungsleitende Impulse für Schutzkonzepte zu erarbeiten.

Das Projekt möchte wissen:

… wie es Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien sowie Careleavern geht. Dafür werden eine Hotline eingerichtet sowie eine App und ein Online-Fragebogen entwickelt und Diskussionsrunden geführt.
… wie Pflegeeltern, Fachkräfte und Verantwortliche in Behörden über Rechte, Beteiligung und Schutz denken. Dafür werden Diskussionsrunden durchgeführt und ausgewertet.
… wo es gute Praxisansätze zu Schutzkonzepten gibt und wie sie funktionieren. Daraus sollen in Zusammenarbeit mit allen Akteur(inn)en Handlungsempfehlungen für die Fachpraxis und Fortbildungsmaterialien entstehen.

Im Pflegekinderwesen tätige Fachkräfte, Pflegeeltern sowie auch selbst in einer Pflegefamilie aufgewachsene junge Menschen sind aufgerufen sich am Projekt zu beteiligen.

Good-Practice-Beispiele im Pflegekinderwesen gesucht

Aktuell ist das FosterCare-Projektteam insbesondere auf der Suche nach Praxisbeispielen und Praxismaterialien, die im Handlungsfeld entwickelt wurden, um die Sicherheit und den Schutz von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien sicherzustellen und ihre persönlichen Rechte zu stärken.

Sie haben z.B. Empfehlungen zur Gestaltung von Übergängen und zur Umgangsgestaltung mit dem Herkunftsfamiliensystem entwickelt? Sie kennen Selbsthilfeinitiativen engagierter Pflegeltern oder Beispiele für Kinderparlamente? Sie arbeiten mit didaktischem Material zur Biografie- oder Ressourcenarbeit, das sich für jüngere Pflegekinder gut bewährt hat? Sie kennen weitere gute Praxisbeispiele, die helfen die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien zu fördern und gut im Blick zu behalten? Oder Sie haben generelle Anregungen für Schutzkonzepte im Pflegekinderwesen?

Machen Sie mit und leisten Sie so einen wichtigen Beitrag für ein sicheres und geschütztes Aufwachsen von Pflegekindern in Deutschland.

Kontakt

Als Ansprechperson können Sie sich an Meike Kampert, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt FosterCare an der Hochschule Landshut, E-Mail: meike.kampert@haw-landshut.de, Tel: 0871/506426 oder an Tanja Rusack, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt FosterCare an der Stiftung Universität Hildesheim, E-Mail: rusack@uni-hildesheim.de, Tel: 05121/88311718, wenden.

Über FosterCare

Das Verbundprojekt FosterCare wird umgesetzt von der Stiftung Universität Hildesheim unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Schröer, der Hochschule Landshut unter Leitung von Prof. Dr. Mechthild Wolff und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm unter Leitung von Prof. Dr. Jörg M. Fegert und Prof. Dr. Ute Ziegenhain.

Das Projekt FosterCare ist Teil der Förderlinie „Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Quelle: Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe / Hochschule Landshut / Stiftung Universität Hildesheim

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„Kindeswohlgefährdung – und was dann? Der Hilfeplanungsprozess zwischen Herausnahme und Perspektivklärung“ am 16.10. in Stuttgart

Posted on September 15, 2018. Filed under: Baden-Württemberg, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

logoIn Kooperation mit dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg führt Akademie und Beratungszentrum für Pflege- und Adoptivfamilien und Fachkräfte Baden-Württemberg e.V. (vormals: Pflegeelternschule Baden-Württemberg) am 16.10.2018 in Stuttgart den Fachtag: „Kinderrechte – Kinderschutz“ zum Thema „Kindeswohlgefährdung – und was dann? Der Hilfeplanungsprozess zwischen Herausnahme und Perspektivklärung“ durch.

Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte der Jugendhilfe, Pflege- und Adoptiveltern sowie an Rechtsanwälte, Gutachter, Verfahrensbeistände, Rechtspfleger und Richter und fragt nach den Voraussetzungen und Bedingungen einer guten Zusammenarbeit der handelnden Akteure bei Kindeswohlgefährdung.

nähere Informationen

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„Jugendhilfe-Navi“ gibt Orientierung und praxistaugliche Konzepte zur Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen

Posted on September 14, 2018. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Podcast / Online, Publikationen | Schlagwörter: |

logoDie Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW bietet mit dem neuen Videoformat „Jugendhilfe-Navi“ Orientierung und praxistaugliche Konzepte zur Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Die erste Folge dreht sich um das Thema Messenger und die Fragestellung: Warum sollten wir nicht mehr WhatsApp nutzen? Die Videoreihe richtet sich insbesondere an Jugendämter und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW bietet ab sofort wöchentlich Orientierung und praxistaugliche Konzepte mit dem neuen Videoformat „Jugendhilfe-Navi“. Der Redakteur Kok Hung Cheong geht jeden Donnerstag mit einer neuen Folge auf aktuelle Fragen aus der Jugendhilfe ein.

Die erste Folge zum Thema „Messenger Chaos – Warum sollten wir nicht mehr WhatsApp nutzen?“ ist auf jugendhilfenavi.de zu finden.

Das Format zielt darauf ab, Partizipation und eine gemeinsame Rezeption von Jugendhilfe-Themen anzuregen. Dabei ist der Fachstelle die Beteiligung der Zuschauer/-innen, die Wünsche äußern, Fragen stellen und Anregungen geben können, besonders wichtig. Diese wird Kok Hung Cheong aufgreifen und in die zukünftigen Videos integrieren.

Hauptziel der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW ist es, Jugendämter und damit die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in ihrem Arbeitsbereich dazu in die Lage zu versetzen, selbständig nachhaltige langfristig angelegte medienpädagogische Angebote bereitzustellen, die über einen Projektcharakter hinausgehen und die mediale Lebenswelt von Kindern- und Jugendlichen ausreichend berücksichtigen. Jugendämter müssen gestaltende Kraft im Bereich Medienpädagogik sein, um die Kinder- und Jugendhilfe zu stärken zum selbstbewussten Partner und ergänzenden Faktor der Schule in der Medienbildung zu machen.

Gefördert wird das „Jugendhilfe-Navi“ durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein Westfalen.

Quelle: Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW vom 14.09.2018

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Fachtag „Kindeswohlgefährdung – und was dann? Der Hilfeplanungsprozess zwischen Herausnahme und Perspektivklärung“ am 16.10. in Stuttgart

Posted on Juli 16, 2018. Filed under: Baden-Württemberg, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

logoIn Kooperation mit dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg führt die Pflegeelternschule Baden-Württemberg am 16.10.2018 in Stuttgart den Fachtag: „Kinderrechte – Kinderschutz“ zum Thema „Kindeswohlgefährdung – und was dann? Der Hilfeplanungsprozess zwischen Herausnahme und Perspektivklärung“ durch.

Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte der Jugendhilfe, Pflege- und Adoptiveltern sowie an Rechtsanwälte, Gutachter, Verfahrensbeistände, Rechtspfleger und Richter und fragt nach den Voraussetzungen und Bedingungen einer guten Zusammenarbeit der handelnden Akteure bei Kindeswohlgefährdung.

nähere Informationen

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Kindeswohlgefährdung: 10 800 Gefährdungseinschätzungen in Hessen 2017

Posted on Juli 12, 2018. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: |

logoIn Hessen wurden im Jahr 2017 knapp 10.800 Gefährdungseinschätzungen nach § 8a des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe) durchgeführt. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren dies 9 Prozent mehr als im Jahr 2016.

Als Ergebnis der durchgeführten Gefährdungseinschätzungen wurde bei 19 Prozent (2005 Fälle) eine akute und bei 14 Prozent (1551 Fälle) eine latente Kindeswohlgefährdung festgestellt. In 67 Prozent der Fälle lag keine Kindeswohlgefährdung vor. Bei gut der Hälfte der Fälle ohne Kindeswohlgefährdung bestand ein Hilfebedarf. Die Hälfte aller Gefährdungseinschätzungen betrafen Kinder unter 7 Jahren.

Von den 3556 Fällen, in denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung festgestellt wurde, war mit 52 Prozent (1832 Fälle) die Vernachlässigung die am häufigsten genannte Gefährdungsart, gefolgt von psychischen Misshandlungen mit 40 Prozent (1419) und den körperlichen Misshandlungen mit 29 Prozent (1022). Anzeichen sexueller Gewalt wurden in 4 Prozent der Fälle (141) festgestellt. Mehrfachnennungen waren möglich. Bei den akuten Kindeswohlgefährdungen spielten körperliche Misshandlungen mit 34 Prozent eine größere Rolle als bei latenten Gefährdungen (22 Prozent). Hingegen spielten die psychischen Misshandlungen bei den latenten Gefährdungseinschätzungen mit 45 Prozent eine größere Rolle als bei den akuten Gefährdungseinschätzungen (36 Prozent).

In den 2005 Fällen der akuten Kindeswohlgefährdung waren Mädchen geringfügig häufiger betroffen als Jungen.

Als Folge der akuten Kindeswohlgefährdung wurden junge Menschen in 40 Prozent der 2005 Fälle im Jahr 2017 in Obhut, d. h. aus der Familie, genommen. In knapp 17 Prozent wurde die bisherige Leistung fortgeführt, in 15 Prozent eine ambulante bzw. teilstationäre Hilfe zur Erziehung eingeleitet. In 6 Prozent erfolgte eine familienersetzende Hilfe zur Erziehung; hierzu zählen beispielsweise die Heimerziehung oder die Unterbringung in einer Pflegefamilie in Vollzeit. Weitere Hilfsmaßnahmen, wie z. B. die Erziehungsberatungen und Maßnahmen der Kinder- und Jugendpsychiatrie, erreichten einen Anteil von 30 Prozent. In 8 Prozent wurde keine Hilfe neu eingeleitet. Mehrfachnennungen waren möglich.

Die Konstellation der Familienverhältnisse spielte für die Gefährdungseinschätzungen eine große Rolle. In der Hälfte der Fälle lebte der junge Mensch bei einem alleinerziehenden Elternteil oder bei einem Elternteil mit neuer Partnerin oder neuem Partner.

Häufig erfolgte die Initiative zur Gefährdungseinschätzung durch die Polizei, das Gericht oder die Staatsanwaltschaft (25 Prozent) oder die Nachbarschaft (10 Prozent). Auch die Initiative von Ärzten und anonymen Anzeigen (7 bzw. 9 Prozent) sowie Anzeigen durch die Schule (10 Prozent) führten zu Gefährdungseinschätzungen. Eltern bzw. Personensorgeberechtigte wurden in 8 Prozent tätig. Andere Institutionen oder Personen, auf deren Initiative die Gefährdungseinschätzung erfolgte, spielten mit jeweils unter 6 Prozent eine untergeordnete Rolle.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 12.07.2018

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Fast 16 000 Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche in Bayern im Jahr 2017

Posted on Juli 3, 2018. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , |

logoBei knapp einem Drittel der Fälle wurde eine Kindeswohlgefährdung festgestellt Die Bayerischen Jugendämter meldeten im Jahr 2017 insgesamt 15.753 Gefährdungseinschätzungen, das heißt Fälle, in denen geprüft wurde, ob das Wohl von Kindern bzw. Jugendlichen in Gefahr war. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik lag in 2.315 Fällen eine akute und in 2.646 eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Bei 5.819 Gefährdungseinschätzungen wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, jedoch Hilfebedarf und in 4.973 Fällen wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch weiterer Hilfebedarf ermittelt.

Grundlage der Statistik zur Kindeswohlgefährdung ist das Bundeskinderschutzgesetz, welches zum 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist. Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn das körperliche, geistige und seelische Wohl eines Kindes durch das Tun oder Unterlassen der Eltern oder Dritter gravierende Beeinträchtigungen erleidet, die dauerhafte oder zeitweilige Schädigungen in der Entwicklung des Kindes zur Folge haben bzw. haben können.

Eine Gefährdungseinschätzung nach § 8a Absatz 1 SGB VIII ist vom Jugendamt immer dann abzugeben, wenn dem Jugendamt wichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt werden, es sich daraufhin einen unmittelbaren Eindruck von dem Minderjährigen und seiner persönlichen Umgebung verschafft hat (z.B. durch Hausbesuche oder Einbestellung der Eltern ins Jugendamt) und das Gefährdungsrisiko anschließend im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte eingeschätzt wurde.

2.315 Gefährdungseinschätzungen (15 Prozent) ergaben eine akute, 2.646 (17 Prozent) eine latente Kindeswohlgefährdung. Dabei waren Anzeichen für eine Vernachlässigung oder einer psychischen Misshandlung die häufigsten Gründe einer Kindeswohlgefährdung.

Darüber hinaus wurde bei 5.819 Gefährdungseinschätzungen (37 Prozent) keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, aber Hilfebedarf zum Beispiel im Rahmen einer Hilfe der Kinder und Jugendhilfe wie Erziehungsberatung oder eine Schutzmaßnahme.

Lediglich bei 4.973 Fällen (31 Prozent) wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein weiterer Hilfebedarf ermittelt.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, wurden in Bayern im Jahr 2017 insgesamt 15.753 Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet, ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Betroffen waren 8.073 Jungen und 7.680 Mädchen.

Die Meldungen an die Jugendämter erfolgten in vielen Fällen (3 295) durch Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft, sowie von Bekannten/Nachbarn der Minderjährigen (2.027 Meldungen), 1.570 Fälle wurden anonym und 1.468 durch die Schule angezeigt.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik vom 03.07.2018

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Deutlich weniger Verfahren zur Kindeswohlgefährdung in Berlin und Brandenburg eingeleitet

Posted on Juli 3, 2018. Filed under: Berlin, Brandenburg, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , |

logo19.651 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls führten die Jugendämter in Berlin und Brandenburg im Jahr 2017 durch. Davon waren 13.014 Berliner und 6.637 Brandenburger Kinder und Jugendliche betroffen. Das waren in Berlin 16 Prozent und in Brandenburg 14 Prozent weniger als im Vorjahr, teilt das Amt für Statistk Berlin-Brandenburg mit.

Eine akute Gefährdung wurde in Berlin bei 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen festgestellt. In diesen Fällen war eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten.
In 26 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es bestand weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine Kindeswohlgefährdung konnte nicht ausgeschlossen werden. In 27 Prozent der Fälle wurde zwar keine Gefährdung ermittelt, aber es bestand Hilfebedarf. In weiteren 27 Prozent der Fälle wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt.

54 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen in Berlin betrafen Vernachlässigung, 18 Prozent körperliche und 25 Prozent psychische Misshandlungen. In 3 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Je Fall sind mehrere Arten der Gefährdung möglich.

Während in Berlin fast jede zweite Einschätzung eine akute oder latente Gefährdung ergab, zeigte sich im Land Brandenburg ein anderes Bild: Hier führte nur jede dritte Gefährdungseinschätzung zu einem dieser Ergebnisse.

Bei 18 Prozent der Brandenburger Kinder und Jugendlichen lag eine akute und bei 17 Prozent eine latente Gefährdung vor. In 31 Prozent der Fälle wurde keine Gefährdung ermittelt, es bestand jedoch Hilfebedarf. In 34 Prozent der Fälle wurde keine Kindeswohlgefährdung ermittelt.

In fast der Hälfte (1.630) der Brandenburger Fälle, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung festgestellt wurde, sind die Kinder und Jugendliche durch Vernachlässigung gefährdet. Anzeichen für körperliche und psychische Misshandlungen wurden in 476 bzw. 612 Fällen angegeben und eine Einschätzung, dass eine Gefährdung aufgrund sexueller Gewalt vorlag, betraf 110 Fälle.

Häufig informierten Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft das Jugendamt (BE: 28 Prozent, BB: 17 Prozent). Auch anonyme Anzeigen gingen ein (BE: 7 Prozent, BB: 17 Prozent). Über Verwandte, Bekannte und Nachbarn wurden in Berlin 10 Prozent und in Brandenburg 13 Prozent der Verfahren initiiert. In 19 Prozent der Berliner und in 11 Prozent der Brandenburger Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder die Schule die Auslöser. 9 Prozent der Berliner und 10 Prozent der Brandenburger Verfahren wurden durch die Minderjährigen bzw. Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst angestoßen.

Als Folge der Gefährdungseinschätzung wurden in Berlin für jedes sechste und in Brandenburg für jedes fünfte Kind ambulante oder teilstationäre Hilfen zur Erziehung neu eingeleitet bzw. geplant. Unterstützung nach §§ 16-18 SGB VIII wurde für 1 398 Fälle in Berlin und 613 Fälle in Brandenburg gewährt. Hierbei handelt es sich um Leistungen zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie und Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung oder Scheidung, sowie die Beratung und Unterstützung bei der Ausübung der Personensorge und des Umgangsrechts. 621 Berliner und 374 Brandenburger Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 890 Fällen in Berlin und
444 Fällen in Brandenburg musste das Familiengericht angerufen werden.

Weitere Ergebnisse der Gefährdungseinschätzungen nach § 8a SGB VIII für die Länder Berlin und Brandenburg beinhaltet der Statistische Bericht K V 10 zum kostenfreien Herunterladen unter: www.statistik-berlin-brandenburg.de.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistk Berlin-Brandenburg vom 03.07.2018

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Thüringen: Weniger Inobhutnahmen im Jahr 2017

Posted on Juli 2, 2018. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Thüringen | Schlagwörter: , |

logoIm Jahr 2017 wurden in Thüringen 1.751 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche in Form von vorläufigen und regulären Inobhutnahmen durchgeführt. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 888 Maßnahmen bzw. 33,6 Prozent weniger als im Jahr 2016. Von diesen Inobhutnahmen entfielen 236 auf die vorläufige Inobhutnahme eines ausländischen Kindes oder Jugendlichen, dessen unbegleitete Einreise nach Deutschland festgestellt wurde.

Mit 631 Maßnahmen war der häufigste Grund für eine Inobhutnahme Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils (2016: 773 Kinder und Jugendliche). Der zweithäufigste Grund für die Veranlassung einer Maßnahme zum Schutz der Kinder und Jugendlichen stellte mit 527 Fällen die vorläufige oder reguläre Inobhutnahme unbegleiteter Minderjähriger (2016: 1.271 Kinder und Jugendliche) dar. Weitere Schwerpunkte lagen mit 216 Inobhutnahmen bei der Vernachlässigung der Betroffenen sowie mit 156 Fällen bei Anzeichen für eine Misshandlung.

Während in den Jahren vor 2015 der Anteil von Mädchen und Jungen in etwa ausgewogen war, betrafen seit 2015 rund zwei Drittel der Inobhutnahmen Jungen (2017: 1099 Jungen). Die Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen von 14 bis unter 18 Jahren war mit einem Anteil von 56,3 Prozent besonders betroffen (986 Kinder und Jugendliche).

Bei zwei Drittel der Maßnahmen (1.157 Fälle bzw. 66,1 Prozent) wurden die vorläufigen Schutzmaßnahmen von den Jugendämtern bzw. den sozialen Diensten veranlasst, in weiteren 221 Fällen durch das Kind bzw. den Jugendlichen selbst. Die Unterbringung während der Maßnahme erfolgte in über drei Viertel der Fälle (1.471 Maßnahmen bzw. 84,0 Prozent) in einer Einrichtung.

Am Ende der vorläufigen Schutzmaßnahme konnten die Kinder und Jugendlichen in 506 Fällen (27,3 Prozent) zu den Personensorgeberechtigten zurückkehren. In 726 Fällen (39,1 Prozent) mussten jedoch erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses eingeleitet werden.

Bitte beachten:
Doppelzählungen von Kindern/Jugendlichen sind möglich, wenn diese zum Beispiel zunächst vorläufig nach § 42a SGB VIII und im Anschluss noch einmal regulär nach § 42 Absatz 1 Nummer 3 SGB VIII in Obhut genommen wurden.

Weitere Informationen zum Thema Vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche finden Sie im Internetangebot des Thüringer Landesamtes für Statistik.

Quelle: Pressemitteilung des Thüringer Landesamt für Statistik vom 02.07.2018

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Hessen: 4.500 Kinder und Jugendliche von hessischen Jugendämtern 2017 in Obhut genommen — Weniger Inobhutnahmen als 2016

Posted on Juni 28, 2018. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , |

logoDie hessischen Jugendämter meldeten im Jahr 2017 insgesamt 4491 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren das 690 Personen oder 13 Prozent weniger als 2016. Bei diesen Schutzmaßnahmen handelte es sich um die Inobhutnahme oder Herausnahme aus einem Heim, der eigenen Familie, einer Pflegefamilie oder einer anderen Unterbringungsart aufgrund einer akuten Gefahr für das Wohl des Kindes oder der Jugendlichen. 66 Prozent des Rückgangs der vorläufigen Schutzmaßnahmen waren durch den Rückgang der unbegleiteten Einreisen Minderjähriger aus dem Ausland begründet. Eine solche Einreise führt grundsätzlich zur Inobhutnahme. Im Jahr 2017 gab es 1587 unbegleitete Einreisen. Das waren 458 Personen oder 22 Prozent weniger als im Jahr 2016 (2045 Personen; 2015: 4568 Personen). Ohne Berücksichtigung der unbegleiteten Einreisen im Jahr 2017 ergibt sich ein Rückgang der vorläufigen Schutzmaßnahmen von 7 Prozent

Anlässe für Schutzmaßnahmen
Die häufigsten Anlässe für Schutzmaßnahmen waren unbegleitete Einreisen aus dem Ausland (35 Prozent) und die „Überforderung der Eltern oder eines Elternteils“ (31 Prozent). Vernachlässigung und Anzeichen für Misshandlungen machten je 11 Prozent, Beziehungsprobleme der Eltern, zwischen den Eltern und dem Kind oder im Verhältnis zur sozialen Umwelt 7 Prozent und Integrationsprobleme 5 Prozent aus. Sonstige Probleme wurden in 25 Prozent der Fälle angegeben. Andere Gründe blieben mit jeweils weniger als 3 Prozent unbedeutend. Mehrfachnennungen waren möglich.

Geschlecht und Alter der Betroffenen
60 Prozent der in Obhut genommenen jungen Menschen waren männlich. Ohne Berücksichtigung der unbegleiteten Einreisen aus dem Ausland betrug der Anteil der Jungen an den Inobhutnahmen 47 Prozent.

64 Prozent der Betroffenen waren älter als 14 Jahre, 2016 waren es noch 66 Prozent. Im Jahr 2015 kamen 79 Prozent aus dieser Altersgruppe. Diese Abnahmen waren auch eine Folge des Rückgangs an unbegleiteten Einreisen.

Unterbringung während und nach der Schutzmaßnahme
Die Unterbringung erfolgte meist in einer Einrichtung (70 Prozent). 26 Prozent wurden bei einer geeigneten Person untergebracht und 4 Prozent in einer sonstigen betreuten Wohnform.

In 33 Prozent der Inobhutnahmen kehrte der junge Mensch nach der Maßnahme zu der bzw. dem Sorgeberechtigen, zur Pflegefamilie oder ins Heim zurück. Bei 21 Prozent wurden die Betroffenen außerhalb des Elternhauses, also im Heim, durch betreutes Wohnen oder in einer Pflegefamilie untergebracht; 18 Prozent der jungen Menschen erhielten eine sonstige stationäre Hilfe und 6 Prozent eine ambulante Erziehungshilfe. In 16 Prozent der Inobhutnahmen erfolgte keine anschließende Hilfe und bei weiteren 14 Prozent wurden die Betroffenen von einem anderen Jugendamt übernommen. Mehrfachnennungen waren möglich.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 26.06.2018

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4.421 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder in Bayern – Unbegleitete Einreise aus dem Ausland bleibt trotz Rückgang häufigster Anlass

Posted on Juni 27, 2018. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , |

logoIn Bayern wurden im Jahr 2017 insgesamt 4.421 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ergriffen. In 62 Prozent der Fälle handelte es sich um männliche Minderjährige. Laut Bayerischem Landesamt für Statistik war auch 2017 der häufigste Anlass die unbegleitete Einreise aus dem Ausland in 1.653 Fällen.

Als Schutzmaßnahme bezeichnet man die vorläufige Aufnahme und Unterbringung von Minderjährigen in einer Notsituation durch das Jugendamt. Es sind Maßnahmen zur schnellen Intervention zugunsten des Minderjährigen, sie dienen als Klärungshilfe für Betroffene in Krisensituationen sowie dem unmittelbaren Schutz der Minderjährigen.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, sank die Zahl der schutzbedürftigen Minderjährigen auf 4.421 Fälle, was einem Minus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr (6.730) entspricht. Betroffen waren insgesamt 2.723 Jungen und 1.698 Mädchen.

Bei der überwiegenden Anzahl der Schutzmaßnahmen (1.653 Fälle) war der Anlass die unbegleitete Einreise von Minderjährigen aus dem Ausland. Gegenüber dem Vorjahr (3.869 Fälle) war hier ein Rückgang von 57 Prozent zu verzeichnen. Der zweithäufigste Anlass (1.361 Fälle) war eine Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils.

Von den 4.421 Maßnahmen wurden 519 auf eigenen Wunsch der Kinder und Jugendlichen durchgeführt, in 3.902 Fällen lag eine Gefährdung vor. 64 Prozent der Betroffenen waren zwischen 14 und 18 Jahre alt.

3.145 und damit mehr als die Hälfte der Minderjährigen wurde während der Schutzmaßnahme in einer Einrichtung untergebracht (71 Prozent), 238 in einer betreuten Wohnform (5 Prozent) und 1.038 lebten bei einer geeigneten Person (24 Prozent).

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik vom 26.06.2018

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12. Kinderschutzforum 2018: „Kindheit – vergessen und vermessen“ am 19./21.09. in Münster

Posted on Juni 19, 2018. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen |

logoBeim diesjährigen Fachkongress der Kinderschutz-Zentren am 19./21.09.2018 in Münster wird das Thema „Kindheit – vergessen und vermessen?“ in vielen Facetten behandelt.

Folgende Fragen sollen diskutiert werden:

  • Wie können wir Kinder sehen, um sie zu verstehen?
  • Wie müssen sich Hilfen bewegen, um Kinder zu erreichen?
  • Wie sollen Hilfesysteme gestaltet sein, um Kinder zu schützen?

nähere Informationen

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1. ZKJ-Tag am 11.09. in Köln

Posted on Juni 11, 2018. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

logoAm 11.09.2018 findet in Köln der 1. ZKJ-Tag statt (ZKJ – Zeitschrift für Kindschaftsrecht und Jugendhilfe).

Diese Fachtagung für Kindschaftsrecht, Jugendhilfe und Erziehungsberatung bietet ein vielschichtiges und informatives Programm, bei dem Experten aus Recht, Pädagogik, Sozialarbeit und Familienpsychologie mit Praktikern aktuelle Praxis- und Anwendungsfragen sowie neue Entwicklungen im Bereich des Kindschafts- und Familienrecht, der Erziehungsberatung und Jugendhilfe diskutieren werden.

nähere Informationen

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Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zeichnen ein trauriges Bild

Posted on Juni 5, 2018. Filed under: Forschung, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , , |

logoAm 05.06.2018 wurden die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 zu kindlichen Gewaltopfern vorgestellt:

Im vergangenen Jahr wurden 143 Kinder getötet. Fast 78 Prozent von ihnen waren zum Zeitpunkt des Todes jünger als sechs Jahre. In 77 Fällen blieb es bei einem Tötungsversuch. Die Zahlen zu Misshandlungen an Kindern stagnieren seit Jahren auf einem hohen Niveau. 4.208 Kinder waren hiervon betroffen, 43 Prozent von ihnen haben das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Im Bereich sexuelle Gewalt nach den §§ 176, 176a und 176b weist die Statistik einen Rückgang von 3,64 Prozent auf, doch wurden noch immer 13.539 Kinder als Opfer registriert. Die in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Fallzahlen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischen Materials stiegen im Vergleich zum Vorjahr wieder um 15,06 Prozent an.

zur ausführlichen Pressemitteilung des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs vom 05.06.2018

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Neuer Adoptionsskandal erschüttert Irland

Posted on Mai 31, 2018. Filed under: Adoptivfamilie, International, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen |

logoDer Donaukurier berichtet in seinem Artikel „Neuer Adoptionsskandal erschüttert Irland“ vom 30.05.2018, dass die irische Regierung mitteilte, dass bei mindestens 126 zwischen 1946 und 1969 durch eine katholische Adoptionsagentur vermittelten Adoptierten gefälschte Geburtsurkunden nachgewiesen werden konnten. Als biologische Eltern seien die Adoptiveltern eingetragen worden.

Da eine hohe Dunkelziffer vermutet wird, ist geplant nun auch die damalige Praxis weiterer Agenturen zu überprüfen.

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Multimedia-Reportage „Gewalt gegen Kinder – Misshandlung und ihre Folgen“

Posted on Mai 26, 2018. Filed under: Fachkräfte, Hessen, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: |

logoZum Thema Kindesmisshandlung erstellte der hr-iNFO eine umfassende Recherche. Die Multimedia-Reportage „Gewalt gegen Kinder – Misshandlung und ihre Folgen“ zeigt Schwachstellen beim Kinderschutz in Deutschland auf.

zum Dossier „Wie wir unsere Kinder vor Gewalt schützen Opfer ohne Stimme“

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Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder fordert bessere Rahmenbedingungen für Pflegekinder und deren Familien

Posted on Mai 17, 2018. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: |

logoMehrheitlich hat die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder am 04.05.2018 einen Antrag Baden-Württembergs unterstützt, der die Bundesregierung auffordert, die Rahmenbedingungen für Pflegekinder und deren Familien zu verbessern.

„Für Kinder, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können, sind Stabilität und Kontinuität elementar wichtig, damit Hilfs- und Unterstützungsangebote wirken können. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Pflegekinder die für ihre Entwicklung so wichtige Stabilität erhalten“, sagte Minister Manne Lucha am Rande der Sitzung in Kiel.

Mehr Stabilität und Kontinuität schaffen

Ein erheblicher Anteil von Pflegekindern lebe länger als drei Jahre in Pflegefamilien. Es sei dringend notwendig, diesen Beziehungen mehr Kontinuität und Stabilität zu verleihen. Dies sei gesetzlich bislang nicht ausreichend gewährleistet. Sowohl in Fällen, in denen die Eltern freiwillig der Unterbringung ihres Kindes in einer Pflegefamilie zugestimmt haben, als auch in Fällen, in denen sorgerechtsbeschränkende Maßnahmen des Familiengerichts verhängt wurden, kann bisher jederzeit die Rückführung des Kindes gefordert werden.

Kindeswohl muss Richtschnur für alle Entscheidungen sein

Minister Lucha: „Die erforderlichen Gesetzesänderungen sollten schnell erfolgen; die Empfehlungen der Experten und Expertinnen hierzu liegen bereits vor. Selbstverständlich muss dabei sorgfältig geprüft werden, wie die Stärkung der Rechte der Pflegekinder mit dem Recht der Herkunftseltern in Einklang zu bringen ist. Auch die Herkunftsfamilien müssen noch besser gefördert und begleitet werden, damit Kinder eine Rückkehrperspektive haben. Fest steht aber: Das Kindeswohl muss die Richtschnur für alle Entscheidungen sein.“

Auch die zunehmend als rückläufig beklagte Bereitschaft von Familien, sich als Pflegefamilie für Kinder und Jugendliche zu engagieren, könne durch die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen neue Attraktivität erhalten, sagte Lucha abschließend.

Ergänzende Informationen

Die Kontinuität von Pflegeverhältnissen ist gesetzlich bislang nicht ausreichend gewährleistet. Die im SGB VIII verankerte „auf Dauer angelegte Lebensform“ hat keine familienrechtliche Entsprechung unterhalb der Adoption.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg vom 04.05.2018

 

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Kindesmissbrauch in der Familie hat schwerwiegende Folgen – auch für Geschwister

Posted on April 25, 2018. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

logoWird ein Kind in der Familie misshandelt, missbraucht oder vernachlässigt, ist das Risiko für Geschwister, ebenfalls Opfer zu werden, vier Mal so groß wie in anderen Familien. Das zeigt eine Studie von DJI-Wissenschaftlerin Susanne Witte, die erstmals in Deutschland die Situation von Geschwistern bei Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung in der Familie untersucht hat. Trotz der erhöhten Missbrauchsgefahr und psychischer Beeinträchtigungen bis ins Erwachsenenalter berücksichtigen Kinderschutzverfahren die Belange von Schwestern und Brüdern derzeit nur unzureichend.

„Die Ergebnisse zeigen, dass bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung in einer Familie auch die Situation der Geschwister abgeklärt werden muss“, sagt Susanne Witte. Dies sei zeitintensiv und passiere je nach personellen Ressourcen aktuell nur teilweise im Rahmen einer familienbasierten Fallbearbeitung im Jugendamt. Stattdessen wäre es sinnvoll, diese Prüfung in den Leitlinien und Handlungsanweisungen für Kinderschutzverfahren zu verankern. Geschwister seien auch dann einem erhöhten Risiko ausgesetzt, wenn sie nicht im selben Haushalt leben.

Vor allem sexueller Missbrauch sowie emotionale Vernachlässigung, beispielsweise durch Beschimpfungen und Herabwürdigungen, beeinträchtigen die psychische Gesundheit der betroffenen Kinder und deren Geschwister bis ins Erwachsenenalter. Hinzu kommt, dass die Heranwachsenden zusätzlich durch schlechtere Geschwisterbeziehungen belastet sind: In Familien, in denen Missbrauch, Misshandlung oder Vernachlässigung vorkommen, streiten Geschwister häufiger und haben ein weniger vertrauensvolles Verhältnis zueinander.

Für die Studie wurden mehr als 4.500 Erwachsene anhand des vielfach erprobten „Childhood Trauma Questionnaire“ online zu möglichen Misshandlungs- und Missbrauchserfahrungen befragt sowie zu ihrer Geschwisterbeziehung, zum Verhalten der Eltern und zur aktuellen psychischen Belastung. Bei 870 Teilnehmenden war es möglich, zusätzlich einen Bruder oder eine Schwester zu interviewen. Dadurch konnten erstmals verschiedene Erfahrungen in einer Familie berücksichtigt werden. Da mehr Frauen, mehr Personen jüngeren Alters und mit einem höheren Schulabschluss an der Studie teilgenommen haben, ist sie nicht repräsentativ.

Susanne Witte hat die Forschungsarbeit für ihre Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München durchgeführt. Sie wurde betreut von Sabine Walper, Forschungsdirektorin des DJI und Professorin an der LMU, sowie von Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm.

Die Ergebnisse der Studie sind 2018 unter dem Titel „Geschwister im Kontext von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung“ im Verlag Beltz Juventa erschienen.

Quelle: DJI vom 24.04.2018

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BMFSFJ Broschüre „Gutes Aufwachsen mit Medien“

Posted on April 22, 2018. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

logoDie neue Broschüre „Gutes Aufwachsen mit Medien“ hat den Schwerpunkt Digitales Kinderzimmer. Experten und Eltern geben Tipps für den sicheren Umgang mit Smart-Toys und Online-Risiken. Für Kinder liegt ein buntes Papierhandy mit sieben Kreativ-Karten bei. Damit lernen sie gute Kinderangebote kennen und können selbst etwas gestalten.

Der Info-Laptop „Fit fürs Netz!“ enthält wichtige Online-Regeln. Außerdem gibt es einen Sticker mit individuellem Passwort-Schlüssel zum Erstellen sicherer Passwörter.

Die Broschüre kann kostenlos bestellt oder direkt heruntergeladen werden.

nähere Informationen

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Expertise zu sexualisierter Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen vorgestellt

Posted on April 20, 2018. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen, Stellungnahmen |

logoSeit 2016 koordinieren die Kinderschutz-Zentren zusammen mit dem Projektpartner ECPAT und dem BMFSFJ einen Fachkreis zu dem hochemotionalen und tabuisierten Themenfeld der sexualisierten Gewalt in organisierten und rituellen Strukturen. Ein Ergebnis der intensiven Arbeit ist eine Expertise mit Empfehlungen an Politik und Gesellschaft, die nun im Zuge eines Fachtages in Berlin vorgestellt wurde.

Sexualisierte Gewalt hat viele Formen und Facetten. Spätestens mit der Aufdeckung des unvorstellbaren Ausmaßes von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Jahr 2010 wurde deutlich, welche enormen gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen ihre Bekämpfung voraussetzt. Politik und Gesellschaft in Deutschland haben in den vergangenen Jahren viele Aspekte diskutiert und Initiativen auf den Weg gebracht. Dennoch gibt es weiterhin viel zu tun!

Tabuthema mit Praxisrelevanz

So ist sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen nach wie vor ein tabuisiertes und kontrovers diskutiertes Thema. Repräsentative wissenschaftliche Studien zur Häufigkeit und den Folgen liegen nicht vor. Demgegenüber stehen jedoch eine Vielzahl an Berichten, Befragungen und Fachliteratur, die eine hohe Relevanz in der Praxis aufzeigen. Diese Diskrepanz führt in der Öffentlichkeit sowie im fachlichen Diskurs oftmals zu Verständigungsproblemen und Uneinigkeiten. Berichte Betroffener und professioneller Unterstützer*innen, aber auch eine nicht unerhebliche Zahl beim Fonds sexueller Missbrauch gestellter Anträge beschreiben eindringlich die Notlage: Für Menschen mit diesen Erfahrungen ist es oft besonders schwer, Schutz und angemessene Unterstützung zu erhalten und gehört zu werden.

Um das Thema voranzubringen, wurde 2016 ein Fachkreis beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit etwa 20 Expert*innen unterschiedlicher Professionen und Arbeitsfelder eingerichtet und durch die Kinderschutz-Zentren zusammen mit dem Projektpartner ECPAT koordiniert. Ein Ergebnis der intensiven Arbeit ist eine Expertise mit Empfehlungen an Politik und Gesellschaft, die am 12. und 13. April 2018 Zuge eines thematischen Fachtages im BMFSFJ in Berlin vorgestellt wurde.

Sensibilisierung und interdisplinäre Zusammenarbeit

Das Ziel des Fachtages war es, das Thema sichtbar zu machen, es ernst zu nehmen und die Fachöffentlichkeit zu sensibilisieren. Dies gelang Dank der eingeladenen Expert*innen, die eine sachlich fundierte und unaufgeregte Auseinandersetzung vermittelten. Und auch die Teilnehmer*innen des Fachtages aus Politik, Justiz, Polizei, Verwaltung, Pädagogik, Fachberatungsstellen und dem Gesundheitswesen diskutierten entschlossen mit und machten die Veranstaltung zu einem wirklichen Austausch der Professionen.

So konnte mit dem Fachtag und den veröffentlichten Empfehlungen ein wichtiger Schritt gegangen werden. Denn nur durch eine starke interdisziplinäre Zusammenarbeit lassen sich komplexe Gewaltstrukturen aufbrechen, Unterstützung und Hilfe für Betroffene gewährleisten und das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Schutz in Zukunft sicherstellen!

zu den Empfehlungen

Quelle: Die Kinderschutzzentren vom 17.04.2018

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Apps für Kinder: Datenbank mit mehr als 500 Spielen und Lernprogrammen und konkreten pädagogischen Empfehlungen

Posted on April 7, 2018. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

logoSpiele auf Handys und Tablets sind bei Kindern sehr beliebt. Doch viele Apps sind für sie nicht geeignet, zum Beispiel weil die jungen Nutzerinnen und Nutzer die Vermarktungsmodelle kaum durchschauen können. Einen Überblick über pädagogisch wertvolle Apps gibt eine Datenbank des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Sie wurde am 5. April 2018 in der Tagesschau vorgestellt.

Die Datenbank umfasst mehr als 500 Apps, die sich an Kinder vom Kindergarten- bis zum Jugendalter, aber auch an Eltern und Fachkräfte richten. Das Projekt „Apps für Kinder“ am DJI analysiert die Software und hat dafür einen Bewertungskatalog entwickelt. Anhand von diesem wird beispielsweise untersucht, ob die App einem pädagogischen Konzept folgt, ob sie wichtige Bezüge zur Lebenswelt der Kinder herstellt und Anreize bietet, sich Inhalte gemeinsam mit Freundinnen, Freunden oder Eltern zu erschließen. Darüber hinaus werden auch die Aspekte Spielspaß, Sicherheit und Kosten sowie Bedienung und Technik geprüft.

Mithilfe einer Suchmaske lassen sich Apps für unterschiedliche Altersgruppen und verschiedene Themen finden. Zudem ist es möglich, die Titel anhand der pädagogischen Bewertung zu sortieren oder nur Apps anzeigen zu lassen, zu denen ein Erfahrungsbericht aus der pädagogischen Praxis vorliegt.

Die Berichte enthalten Hinweise für Erzieherinnen und Erzieher, wie sich der Einsatz der Apps am besten planen und durchführen lässt, welche technische Ausstattung erforderlich ist und inwiefern die Software für den medienpädagogischen Gebrauch geeignet ist.

Auf Basis der App-Bewertungen und weiterer Recherchen verfasst das DJI vierteljährlich Trendanalysen, die unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte haben:

Quelle: Deutsches Jugendinstitut e.V. vom 06.04.2018

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EGMR zur Rechtmäßigkeit der Inobhutnahme von Kindern der Glaubensgemeinschaft „Zwölf Stämme“ im Jahre 2013

Posted on März 24, 2018. Filed under: Bayern, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: |

logoDer Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in zwei Verfahren entschieden, dass der teilweise Entzug des elterlichen Sorgerechts und die Inobhutnahme von Kindern der Glaubensgemeinschaft „Zwölf Stämme“ angesichts der Gefahr körperlicher Züchtigungen zulässig ist.

nähere Informationen

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Verbände lehnen Gesetzesänderungen zum verstärkten Einsatz medizinischer Alterseinschätzungen bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ab

Posted on März 22, 2018. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

logoEin breites Bündnis von 23 Verbänden und Organisationen lehnt Gesetzesänderungen zum verstärkten Einsatz medizinischer Methoden zur Alterseinschätzung bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ab. In einer gemeinsamen Stellungnahme sprechen sich die Unterzeichnenden zudem gegen die Einführung von Vorprüfverfahren in AnkER-Zentren für Erwachsene aus, die im Koalitionsvertrag vereinbart wurden. Stattdessen müssten die derzeitigen Regelungen nachgebessert werden, um den Schutz und die Rechte von Kindern und Jugendlichen in den Verfahren zur Alterseinschätzung zu stärken.

Neben dem Deutschen Kinderhilfswerk, dem Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und dem Flüchtlingsrat Niedersachsen haben u.a. die Arbeiterwohlfahrt, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin, die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, die Diakonie Deutschland, PRO ASYL, Save the Children und terre des hommes die Stellungnahme unterzeichnet.
Hauptziel von Alterseinschätzungsverfahren muss der Schutz von Minderjährigen sein

„Mit dem Koalitionsvertrag drohen die AnkER-Zentren für Erwachsene zu Türstehern des Kinderschutzes zu werden. Auch wenn der Wortlaut noch vieles offen lässt, ist die Richtung eindeutig: Mehr Härte bei der Alterseinschätzung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Dies birgt die Gefahr, dass Minderjährige häufiger als jetzt älter gemacht werden und dann ungeschützt in den Erwachsenensystemen verbleiben. Das Hauptziel von Alterseinschätzungsverfahren muss jedoch der Schutz von Minderjährigen sein. Ihre Rechte in den Verfahren müssen gestärkt werden“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.
Frage der Alterseinschätzung ist im Kinder- und Jugendhilfegesetz geregelt

„Seit mehreren Monaten werden verschiedene Forderungen zum Verfahren zur medizinischen Alterseinschätzung diskutiert, die der Öffentlichkeit suggerieren, dass eine gesetzliche Grundlage hier fehlt und die zuständigen Jugendämter in einem weitgehend ungeregelten Raum nach eigenem Gutdünken agieren. Dabei ist die Frage der Alterseinschätzung bereits im Kinder- und Jugendhilfegesetz verbindlich geregelt. Hier gibt es umfangreiche, gute Verfahren, bei denen das Jugendamt auch, bei nicht anders ausräumbaren Zweifeln, eine medizinische Untersuchung zu veranlassen hat. Und wir haben Fachkräfte, die jahrelange Erfahrung mit dieser Aufgabe haben und gute Arbeit leisten. Sie gilt es zu unterstützen und ihre Arbeit anzuerkennen“, sagt Nerea González Méndez de Vigo, Juristische Referentin des Bundesfachverbandes unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Aus Sicht der unterzeichnenden Verbände und Organisationen verkennen die derzeitigen Forderungen nach Gesetzesänderungen zum verstärkten Einsatz medizinischer Methoden bei der Alterseinschätzung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zudem die verfassungsrechtlichen Anforderungen an ärztliche Eingriffe, die keinen Heilzweck verfolgen und sind als nicht zielführende Grundrechtseingriffe abzulehnen. Im Übrigen ist es im Regelfall auch mit bildgebenden Verfahren unmöglich, das Alter so präzise einzuschätzen, dass eine Minderjährigkeit ausgeschlossen werden kann.
Zuständigkeiten und Verfahren der Alterseinschätzung sollten bei der Jugendhilfe zusammengeführt werden

Die unterzeichnenden Verbände würden es dahingegen begrüßen, wenn die unterschiedlichen Zuständigkeiten und Verfahren im Kontext der Alterseinschätzung bei der Jugendhilfe zusammengeführt würden. Denn momentan setzen unterschiedliche Behörden unabhängig voneinander Geburtsdaten fest. Dies führt dazu, dass zum Teil für eine Person unterschiedliche Alter geführt werden. Deshalb sollte die bisherige Regelung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes mit Bindungswirkung gegenüber anderen Behörden ausgestattet, sowie das Rechtsmittelverfahren effektiv ausgestaltet werden.

zur ausführlichen Stellungnahme mit allen Unterzeichnenden

Quelle: BumF e.V. – Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. vom 13.03.2018

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So finden Eltern gute Mediengeschenke für das Osternest

Posted on März 21, 2018. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

logoZu Ostern gehören Ostereier und Schokohasen. Bei vielen Familien kommen inzwischen aber auch andere Geschenke ins Osternest. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“, der Medienratgeber für Familien, erklärt, welche sinnvoll sind – und wie die Zeit an Ostern auch mit Medien sinnvoll genutzt werden kann.
„Brettspiele, Bücher, Hörspiele oder altersgerechte Filme und Games sind für Kinder die richtige Geschenkidee fürs Osternest. Wichtig ist, dass sie zum Kind passen. Am besten informieren sich Eltern dazu und schauen den Film gemeinsam an oder testen das Spiel zusammen“, rät Kristin Langer, Mediencoach bei SCHAU HIN!, dem Medienratgeber für Familien. Dann sehen Eltern auch sofort, wie ihr Kind darauf reagiert, was ihm Spaß macht und können über Lieblingsfiguren, Interessen oder Erlebnisse in der Medienwelt sprechen.

Pädagogische Empfehlungen wichtiger als Alterskennzeichen
Alterskennzeichen bieten eine erste Orientierung, stellen aber keine pädagogische Empfehlung dar. Am besten informieren Eltern sich auch durch andere Quellen darüber, welche Inhalte für ihr Kind geeignet sind. Pädagogische Einschätzungen finden Eltern auf Plattformen wie zum Beispiel flimmo (www.flimmo.de), Kinderfilmwelt (www.kinderfilmwelt.de) sowie dem Spieleratgeber NRW (www.spieleratgeber-nrw.de). Weitere inhaltliche Empfehlungen bietet diese Broschüre zu Spiel- und Lernsoftware im Rahmen der Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien“, Klick-Tipps (www.klick-tipps.net) und die Datenbank „Apps für Kinder“ des Deutschen Jugendinstituts (www.dji.de). Über Risiken in bekannten Spiele-Apps informiert das Projekt „app-geprüft“ (app-geprüft.net).

In manchen Familien ist das Osterfest inzwischen auch Anlass für größere Geschenke, wie ein Tablet oder Smartphone. „Kinder bis etwa sechs Jahren benötigen noch keine eigenen Mediengeräte, sondern können die Geräte der Eltern oder Geschwister nutzen“, empfiehlt Kristin Langer. „Eltern mit älteren Kindern können anhand von Familiengeräten oder einem Besuch im Fachgeschäft die Funktionen von Tablet, Smartphone & Co. vor einem Neukauf testen. So können sie besser einschätzen, ob das Gerät bereits zu den Fähigkeiten des Kindes passt und wie sie es altersgerecht einrichten können.“

Medien kreativ nutzen
Egal ob neu geschenkt oder schon lange in der Familie: Medien eignen sich besonders auch dazu, in der Familie gemeinsam kreativ zu wirken, weil über die Ostertage mehr Zeit für die Familie bleibt. Beschäftigen sich Kinder kreativ, interaktiv und selbstständig mit Medien, fördert dies Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Hören, trainiert die Motorik sowie die Anwendung von Techniken und erweitert die Medienkompetenz. Kinder erfahren, wie Medien gestaltet werden, und wechseln von der Rolle des Konsumenten in die des Produzenten. „Am besten erstellen Eltern mit ihrem Kind eigene Inhalte. Zum Beispiel können zu Hause oder auf einem Ausflug interessante Bilder, Töne und kurze Videoclips aufgenommen und daraus eine Bildergeschichte, Spiele (beispielsweise ein Hörmemory) oder ein Film produziert werden.“ Anregungen hierzu bietet das Extrathema „Kreativ mit Medien“ auf schau-hin.info.

3 Tipps für die Geschenkewahl

  1. Altersgerecht schenken: Altersfreigaben beachten, hinterfragen und Beurteilungen lesen, auch andere Schenkende wie Verwandte und Freunde vorab informieren, welches Geschenk zum Alter und den Fähigkeiten des Kindes passt.
  2. Mediengeschenke gemeinsam ausprobieren, beispielsweise Filme zusammen ansehen und darüber sprechen.
  3. Medien kreativ nutzen und eigene Inhalte produzieren.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Quelle: Pressemitteilung von „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ vom 21.03.2018

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Broschüre „Junge Geflüchtete auf dem Weg in ein eigenverantwortliches Leben begleiten – ein Leitfaden für Fachkräfte“

Posted on März 20, 2018. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , |

logoDer Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. brachte 2017 die Broschüre „Junge Geflüchtete auf dem Weg in ein eigenverantwortliches Leben begleiten – ein Leitfaden für Fachkräfte“ heraus. In diesem Leitfaden finden sich viele Tipps für den Übergang, der Fachkräften weiterhilft.

Gleichzeitig appelliert der Verband an die Politik: Statt kurzfristig Kosten zu sparen, müssen langfristige Perspektiven geschaffen werden. Wer will, dass junge Flüchtlinge schnell auf eigenen Füßen stehen, Ausbildungen abschließen und als selbständige Menschen teilhaben, darf Hilfen nicht kürzen, sondern muss diese ausbauen.

zum Leitfaden als PDF-Datei

zur Bestellung

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Zeitschrift KJug zum Thema „Ritzen Schnippeln Cutten“

Posted on März 14, 2018. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

logoDie aktuelle Ausgabe der Zeitschrift KJug – Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema selbstverletzendes Verhalten Jugendlicher.

NSSV – nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten, so lautet der entsprechende Fachbegriff für Selbstverletzungen, die sich Jugendliche mittels Rasierklingen und Verbrennungen zufügen. Die Folgen können im Internet und einschlägigen Foren – mit Bildern und Anleitungen zur Selbstverletzung – nachvollzogen werden.

In einer Studie »#Ritzen – Selbstverletzung bei Instagram« der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Ulm wurden jetzt die Darstellung des Ausmaßes und die Auswirkungen von Bildern in einem sozialen Netzwerk untersucht. Doch Selbstverletzungen stehen nicht nur für individuelles Leid(en), sie müssen auch unter kulturell-gesellschaftlichen Aspekten betrachtet und eingeordnet werden. Andere Formen der sogenannten Body-Modifikation wie Tattoos, Piercings und Schönheitsoperationen sind mittlerweile akzeptiert(er), deuten aber dennoch genau wie Ritzen und andere Formen der Selbstverletzung auf die gesellschaftlichen Veränderungen im Umgang mit dem Körper hin.

Schulen, die Jugendhilfe und alle diejenigen, die mit Jugendlichen arbeiten müssen für nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) sensibilisiert werden.

nähere Informationen

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Internetseite für pädagogische Fachkräfte und Eltern: webhelm.de

Posted on Februar 27, 2018. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen | Schlagwörter: |

logoDas medienpädagogische Projekt webhelm.de hat seine Internetseite für pädagogische Fachkräfte und Eltern vollständig überarbeitet. Sie finden nun vertiefende Artikel und spannende Videos zu allen aktuellen Fragen der Medienaneignung von Kindern und Jugendlichen:

  • Wie eignen Kinder und Jugendliche sich online Medien an?
  • Wie können Fachkräften und Eltern Kinder und Jugendliche in diesem Prozess unterstützen?
  • Welche Apps sind angesagt, wie können sie sinnvoll genutzt werden und welche Risiken entstehen?

„Das Projekt gibt es seit 2009 und unsere Erfahrungen zeigen, dass vor allem pädagogische Fachkräfte nach Anlaufstellen im Internet suchen, um sich zu informieren und Hilfestellung zur Umsetzung von eigenen medienpädagogischen Projekten zu bekommen. Gleichzeitig erreichen uns auch von Eltern viele Fragen zu diesen Themen. Deshalb stellt webhelm.de pädagogischen Fachkräften in übersichtlicher Form alles zur Verfügung, was ihnen bei der eigenen praktischen Arbeit in Jugendhilfe, Jugendarbeit und Schule helfen kann. Zusätzlich gibt es für Eltern einen einfachen aber sehr fundierten Überblick über relevante Themen, mit denen sie ihre Kinder im Umgang mit Medien unterstützen können“, so Kathrin Demmler, Direktorin des JFF – Institut für Medienpädagogik.

Als neue Themen finden sich nun unter webhelm.de:

  • Recherchekompetenz in Onlinewelten
  • vollständig überarbeiteter Bereich zu Online-Anwendungen und -diensten, mit Artikeln zu Messengern, Games, Videoportalen usw.
  • zu jedem Überblicksartikel „Anwendungen“ wurde ein begleitendes Video als Einstieg in das Thema erstellt: „Kinder erklären …“
  • die neue Webseite wurde zudem für mobile Ausgabegräte (z.B. Smartphones) optimiert

Quelle: JFF – Institut für Medienpädagogik vom 27.02.2018

 

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Informationsquelle Internet: So surfen Kinder sicher

Posted on Februar 26, 2018. Filed under: Adoptivfamilie, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

logoDas Internet ist zur wichtigsten Informationsquelle geworden – bereits für Kinder. Gerade Surfanfänger brauchen aber besondere Aufmerksamkeit, da sie sich der Möglichkeiten und Gefahren des Mediums oftmals noch nicht bewusst sind. Die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ rät Eltern deshalb, erste Schritte des Nachwuchses im Netz zu begleiten und altersgerechte Angebote auszuwählen.
„Kinder interessieren sich anfangs oft vor allem für Spiele und Unterhaltungsangebote“, sagt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer. Langer empfiehlt, passende Seiten als Lesezeichen abzulegen, sodass die Kinder einen schnellen und einfachen Zugriff auf ihre Lieblingsangebote haben und nicht erneut suchen müssen.

Gerade bei Anfängern im Grundschulalter ist es hilfreich, wenn Eltern ihre Kinder zu Beginn beim Navigieren und Surfen begleiten. Dabei können sie auch darauf achten, welche Unterstützung das Kind braucht und ihm Sicherheitsregeln vermitteln, etwa nur auf Dinge zu klicken, die es kennt und vorsichtig mit persönlichen Angaben oder Bildern zu sein. Damit Kinder auf gute Angebote leicht zugreifen können, richten Eltern ihnen am besten ein eigenes Nutzerkonto auf dem Computer ein, speichern die Seiten als Favoriten im Browser oder verlinken sie in die Kinderstartseite meine-startseite.de.

Generell sind die Zugänge für Kinder sicher und kindgerecht einzustellen. Hinweise finden Eltern bei schau-hin.info/sicherheit. Zudem sind Eltern gut beraten, die Einstellungen regelmäßig zu überprüfen. Klick-Tipps liefert viele Empfehlungen für gute Kinderseiten und -Apps. Altersgerechte Angebote finden Eltern auch bei Seitenstark, fragFINN und Blinde Kuh. Für Einsteiger eignet sich der Surfschein von Internet ABC, den Eltern am besten zusammen mit ihrem Kind machen.

5 Kriterien für gute Kinderseiten:

  1. Gestaltung: Eine gute Kinderseite ist übersichtlich aufgebaut und altersgerecht gestaltet, indem sie eine leicht verständliche Sprache und anschauliche Bilder oder Grafiken nutzt.
  2. Inhalte: Die Inhalte vermitteln spielerisch Wissen und fördern die Medienkompetenz.
  3. Jugendschutz: Ungeeignete Inhalte in Chats, Gästebüchern, Foren oder auf Pinnwänden werden von Moderatoren vor dem Freischalten entfernt oder können zumindest gemeldet werden.
  4. Datenschutz: Die Seite nimmt den Datenschutz ernst und bezieht bei einer Anmeldung die Eltern mit ein.
  5. Werbung: Zu empfehlen sind Seiten, die werbefrei sind sowie bei externen Verlinkungen auf das Verlassen der Seite hinweisen. Enthält die Seite Werbung oder einen Online-Shop, sind diese deutlich gekennzeichnet und klar vom redaktionellen Inhalt getrennt.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

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Stellungnahme des Paritätischen: Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge brauchen Hilfe zur Erziehung!

Posted on Februar 19, 2018. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

logoAngeregt durch Diskussionen im AK Jugendsozialarbeit am 30.1.2018, bei dem insbesondere über die Situation in Bayern berichtet wurde, wo massiv versucht wird, Angebote des betreuten Jugendwohnens nach § 13 Abs. 3 SGB VIII zur Regelversorgung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge umzudeuten, hat der Paritätische Gesamtverband eine Stellungnahme verabschiedet, die deutlich unterstreicht, dass die Vormünder Minderjähriger einen klaren Anspruch auf Hilfe zur Erziehung haben, der als solcher nichts mit Angeboten der Jugendsozialarbeit zu tun hat. Darüber hinaus spricht sich der Verband gegen 4-fache Verlegungen junger Geflüchteter durch eine Erstunterbringung in sog. AnKER-Lagern aus, wie sie der Koalitionsvertrag vorsieht.

zur Stellungnahme vom 16.02.2018

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13. EurAdopt-Konferenz am 24./25.05. in Mailand/Italien

Posted on Februar 13, 2018. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Fortbildung, International, Kinderschutz, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

logoDie 13. EurAdopt-Konferenz unter dem Titel “The Intercountry Adoption Dilemma” findet am 24./25.05.2018 in Mailand/Italien statt.

EurAdopt ist ein Verbund von Organisationen aus dem Bereich der Internationalen Adoption. Die Mitglieder kommen aus Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Island, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden und Großbritannien. Zusammen vermitteln diese Organisationen ungefähr 1,400 Kinder jährlich in ein neues Zuhause.

nähere Informationen

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Bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 11.-17.02.

Posted on Februar 7, 2018. Filed under: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Hamburg, Hessen, Kinderschutz, Meckl.-Vorpommern, Netzwerke, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

logoVom 11. bis 17. Februar findet die neunte bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien statt.

Mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen in ganz Deutschland unterstreichen unzählige Aktive die politische Forderung nach einem flächendeckenden, regelfinanzierten Hilfesystem für die schätzungsweise drei Millionen Kinder, die in Deutschland mit suchtkranken Eltern aufwachsen.

Weitere Informationen sowie eine Übersicht über alle Veranstaltungen stehen auf den Seiten der Aktionswoche zur Verfügung.

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Umfrage unter 2211 Fachkräften: Viele geflüchtete Kinder und Jugendliche haben Gewalt und Missbrauch erlebt

Posted on Januar 27, 2018. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , |

logoDer Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. hat eine Online-Umfrage unter Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe zur Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge durchgeführt. Ein Großteil der Jugendlichen ist demnach durch das Erleben von Gewalt und Missbrauch im Herkunftsland sowie während der Flucht belastet. Laut 57,7% der Befragten berichten die Jugendlichen oft bzw. immer von Gewalt- und Missbrauchserfahrungen. Jugendämter, Träger und zuständige Ministerien müssen sich darauf einstellen, dass der Anteil (schwer) traumatisierter Minderjähriger weiter ansteigt, da die Fluchtrouten gefährlicher geworden sind.

Die Gesamtzahl junger Flüchtlinge in jugendhilferechtlicher Zuständigkeit ist in 2017 um ca. 9.000 Personen auf 54.962 junge Menschen gesunken (Stand: 8.12.2017). 44% von ihnen sind junge Volljährige. Der BumF appelliert an Politik und Jugendämter diese jungen Menschen weiterhin zu unterstützen, abrupte Hilfebeendigungen zu vermeiden und Zukunftsperspektiven abzusichern. Die, in vielen Bundesländern oft als schlecht oder sehr schlecht bewertete, Bildungssituation älterer Jugendlicher muss dringend verbessert werden.

Der BumF fordert zudem, den Familiennachzug aus dem Ausland und Zusammenführungen innerhalb Deutschlands zu erleichtern. Besonders schlecht bewerten die Fachkräfte zurzeit die Verfahren zum Eltern- und Geschwisternachzug. Doch auch bei der Zusammenführung von Minderjährigen mit ihren Angehörigen und Bezugspersonen innerhalb Deutschlands wird von 44% angegeben, dass diese (sehr) schlecht funktionieren. Als häufigsten Grund (59,5% der Befragten) für Abgänge aus Einrichtungen wird daher angegeben, dass Jugendliche sich auf eigene Faust zu Angehörige bzw. Freunde begeben, die an anderen Orten leben. Sie gelten in der Folge vielfach als „vermisst“.

Am besten wurde die Unterbringungs- und Betreuungsqualität im Bereich der Hilfen zur Erziehung mit zu 56,1% guten oder sehr guten Einschätzungen bewertet, am schlechtesten bei der vorläufigen Inobhutnahme mit nur 32,2% und den Hilfen für junge Volljährige mit 45,1% (sehr)guten Bewertungen. Trotz der gesunkenen Einreisezahlen und Verbesserungen gegenüber 2016 ist eine flächendeckend gute Unterbringungs- und Betreuungsqualität danach noch nicht überall hergestellt worden. Hier besteht weiterhin Handlungsbedarf – insbesondere im Bereich der (vorläufigen) Inobhutnahme sowie bei den Hilfen für junge Volljährige.

Während die Gesundheitsversorgung bei physischen Erkrankungen überwiegend positiv bewertet wird, ist sie bei psychischen Erkrankungen von 53,7% der Befragten als schlecht bzw. sehr schlecht eingeschätzt worden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Dazu gehören u.a. der Ausbau der Strukturen der Psychosozialen Zentren durch Bundes- und Landesmittel sowie eine gesetzliche Sicherstellung der Erstattung von Sprachmittlungskosten.

Methodik
Insgesamt haben sich vom 19. Oktober bis 3. November 2017 2.211 Personen an der Online-Umfrage beteiligt. Der Auswertung wurden jedoch nur die Antworten von insgesamt 1.347 Personen zugrunde gelegt, die den Fragebogen vollständig beantwortet haben. Obwohl keine repräsentative Zufallsstichprobe unter den Fachkräften gezogen wurde, kann aufgrund der großen Zahl der Teilnehmenden davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse eine hohe Aussagekraft besitzen.

Pressemitteilung als PDF-Datei
Auswertung der Online-Umfrage als PDF-Datei

Quelle: Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. vom 27.01.2018

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Aufruf zur 9. bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Posted on Januar 25, 2018. Filed under: Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Stellungnahmen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

logoBERLIN, HAMBURG, DÜSSELDORF – Der Deutsche Bundestag hat im vergangenen Juni sein Schweigen über eines der bestgehüteten Tabus unserer Gesellschaft beendet:

In einem fraktionsübergreifenden Antrag erkannte das Parlament erstmals an, dass in Deutschland drei bis vier Millionen Kinder mit psychisch kranken und 2,65 Millionen Kinder mit suchtkranken Eltern aufwachsen. Der Antrag benennt das erhöhte Risiko dieser Kinder, selber psychische oder Suchterkrankungen zu entwickeln und anerkennt ihren Anspruch auf Hilfe.

  • Der Bundestag greift in dem Antrag die seit Jahren von uns im Rahmen der Aktionswoche erhobene Forderung auf, dass die bislang nur spärlich vorhandenen Hilfen für die Kinder „personell und finanziell zu einem strukturellen und flächendeckenden Unterstützungssystem ausgebaut werden“ müssen. Dafür sollen „erprobte Modelle in die sozialen Regelsysteme überführt und verstetigt werden“.
  • Als ersten Schritt fordert der Antrag die Bundesregierung auf, eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe einzurichten, die die Vorschläge zur Verbesserung der Situation betroffener Kindern und Jugendlicher erarbeitet und diese der neuen Bundesregierung vorlegt.
  • Darüber hinaus fordert der Antrag Aufklärungsmaßnahmen zur Enttabuisierung von Sucht und psychischer Erkrankung in der deutschen Gesellschaft und die Verankerung dieser Themen in der Aus- und Weiterbildung aller Berufsgruppen, die an der Versorgung von Kindern und deren psychisch kranken Eltern beteiligt sind.

Die Initiatoren der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien begrüßen diese Entwicklung. Wir fordern die künftige Bundesregierung dazu auf, den Arbeitsauftrag ernst zu nehmen, den der 18. Deutsche Bundestag ihr gegeben hat. Sie möge die interdisziplinäre Arbeitsgruppe nun rasch einrichten und deren Arbeitsergebnisse umsetzen. Insbesondere die auskömmliche Finanzierung eines flächendecken-den Unterstützungssystems für Kinder aus sucht- oder psychisch kranken Familien muss zwischen Bund, Ländern und Kommunen geregelt werden, damit sich entsprech­ende Netzwerkstrukturen bilden und nachhaltig entwickelt werden können. Diese Investitionen würden sich durch enorme Einsparungen in der Kranken- und Rentenversicherung innerhalb weniger Jahre auszahlen. Die günstige Finanzlage sollte unbedingt für diesen überfälligen Schritt genutzt werden.

Wie in jedem Jahr wird die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien die politischen Forderungen mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen unterstreichen. Alle Einrichtungen, Initiativen, Projekte und die Verbände der Sucht-Selbsthilfe sind eingeladen, ihre Stimme für die vergessenen Kinder zu erheben. Die Veranstaltungen sorgen dafür, dem Thema Kinder aus Suchtfamilien mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, Wissen zu vermitteln, Hoffnung zu verbrei­ten und betroffenen Familien und den Kindern Wege zu Hilfe und Genesung zu weisen.

Die Fort- und Weiterbildungsangebote im Rahmen der Aktionswoche zielen insbesondere auf Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Gesundheitssystem, Jugendhilfe und Suchthilfe. Denn diese Einrichtungen sind in besonderer Weise geeignet, die Kinder so zu unterstützen, dass sie sich trotz Widrigkeiten relativ gesund entwickeln können.

Alle Informationen zu den Veranstaltungen und Tipps, wie jedermann und jedefrau an der Aktionswoche teilnehmen kann, finden sich auf der Website www.coa-aktionswoche.de

Die Aktionswoche läuft parallel zur Children of Alcoholics Week in den USA und in Groß­britannien. Sie steht in Deutschland unter der Schirmherrschaft der Schau­spielerin Katrin Sass. Die Aktionswoche wird unterstützt von der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH).

Kontakt: info@coa-aktionswoche.de

Die Aktionswoche ist ein Gemeinschaftsprojekt von:

NACOA Deutschland e. V.
Such(t) und Wendepunkt e. V.
Kunst gegen Sucht e.V.

Der Aufruf kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Quelle: Nachricht von NACOA vom 22.01.2018

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8 Jahre Missbrauchsskandal: „Politik muss Konsequenzen ziehen“

Posted on Januar 24, 2018. Filed under: Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: |

Rörig: „Der Skandal dauert an. Der Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt ist noch lange nicht gelebter Alltag. Deutschland braucht ein Kindesmissbrauchsbekämpfungsgesetz und eine groß angelegte Aufklärungskampagne.“

Betroffenenrat: „Die aktuellen Fälle zeigen, dass der Schutz der Minderjährigen und die Hilfen für Betroffene dringend ausgebaut werden müssen.“
Missbrauchsbeauftragter bittet CDU, CSU und SPD, die Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und deren Folgen gemäß seines Programms „Jetzt handeln“ in den Koalitionsvertrag aufzunehmen und dafür ausreichend Geld zur Verfügung zu stellen.

Berlin, 24.01.2018. Am 28. Januar 2010 berichtete die Berliner Morgenpost vom Missbrauch am Berliner Canisius Kolleg und löste damit den sog. „Missbrauchsskandal“ in Deutschland aus. Die Politik reagierte 2010 mit der Einrichtung eines Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ und dem Amt einer/eines Unabhängigen Beauftragten. Was ist seither passiert? Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, und der Betroffenenrat, ein politisches Fachgremium beim UBSKM, ziehen eine kritische Bilanz und fordern dauerhafte Strukturen im Kampf gegen Missbrauch:

Rörig: „Aktuell erschüttern Skandale wie der Freiburger Fall Deutschland. Diese Fälle sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik werden täglich rund 40 Fälle sexueller Gewalt gegen Minderjährige angezeigt. Das Dunkelfeld ist aber um ein Vielfaches größer. Neben Missbrauch in der Familie und in Einrichtungen ist das Internet zunehmend Tatort sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Der Schutz der Minderjährigen muss endlich gelebter Alltag werden. Viele wissen nicht, was sexuelle Gewalt ist, wie Täterstrategien funktionieren und an wen sie sich bei Vermutung oder Verdacht wenden können. Deutschland braucht daher eine groß angelegte Aufklärungskampagne in der Dimension der Anti-AIDS-Kampagne, die gegen das weit verbreitete Wegschauen ankämpft und Hilfeangebote bekannt macht. Missbrauch hat die Dimension einer Volkskrankheit, mit zum Teil schweren und schwersten Folgen, auch für die Gesellschaft. Politik muss endlich konsequent und systematisch in den Kampf gegen Missbrauch investieren. Kinder-und Jugendschutz ist Aufgabe des Staates. Die künftige Koalition bitte ich daher: Verständigen Sie sich jetzt auf das von mir vorgeschlagene Kindesmissbrauchsbekämpfungsgesetz und die weiteren Empfehlungen aus meinem Programm „Jetzt handeln“ vom Oktober 2017. Der Flickenteppich befristeter Minimallösungen bringt uns im Kampf gegen Kindesmissbrauch nicht weiter. Auch mit im Grundgesetz verankerten Kinderrechten alleine wird sich der Kinderschutz nicht verbessern. Nur durch gesetzlich vorgegebene Strukturen, ein dauerhaftes Investment in Schutz und Hilfen, die Verbesserung gerichtlicher und behördlicher Verfahren, den Ausbau eines starken Netzwerkes sowie eine gesellschaftliche Aufarbeitung von Fällen der Vergangenheit kann erreicht werden, dass wir die sexuelle Gewalt gegen Minderjährige eindämmen. In Deutschland gibt es einen hohen Wissensstand, was zu tun ist, aber auch ein hohes Defizit bei der Umsetzung. Wir müssen jetzt alle Handlungsmöglichkeiten ausschöpfen. Kein Täter und keine Täterin darf sich mehr sicher fühlen.“

Betroffenenrat: „Das Sprechen so vieler Betroffener vor acht Jahren war notwendig, um endlich ressortübergreifend politisches Handeln zu erreichen. Ohne den Druck aber auch das fortwährende Engagement von Betroffenen seit über 30 Jahren wären die Entwicklungen der letzten acht Jahre nicht möglich geworden. Dennoch: Es fehlt an traumaspezifischen Therapieplätzen. Die bewilligten Stundenkontingente sind oft unzureichend und die Leistungen des Opferentschädigungsrechts bleiben vielen Betroffenen verwehrt. Der Betroffenenrat fordert die künftige Bundesregierung auf, ihre Gesundheits- und Sozialpolitik endlich an den tatschlichen Bedarfen Überlebender sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend auszurichten und das Amt des Unabhängigen Beauftragten, die Beteiligung von Betroffenen in den politischen Strukturen sowohl auf Bundes- als auch Länderebene sowie die Arbeit der Aufarbeitungskommission gesetzlich zu verankern.“

Zahlen und Fakten zu Missbrauch:

Hellfeld und Dunkelfeld: Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet für das Jahr 2016 in Deutschland über 12.000 Ermittlungs- und Strafverfahren nur für sexuellen Kindesmissbrauch (§§176, 176a, 176b StGB). Opfer dieser Straftaten sind zu etwa 75 % Mädchen und 25 % Jungen. Hinzu kommen Fälle von Missbrauch von Schutzbefohlenen und Jugendlichen sowie etwa 7.000 Fälle wegen sog. Kinder- und Jugendpornografie. Bei diesen Zahlen handelt es sich um das sogenannte Hellfeld. Das Dunkelfeld ist weitaus größer. Dunkelfeldforschungen aus den vergangenen Jahren gehen davon aus, dass jede/r Siebte bis Achte in Deutschland sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend erlitten hat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von rund 18 Millionen Minderjährigen aus, die in Europa von sexueller Gewalt betroffen sind. Das sind auf Deutschland übertragen rund 1 Million Mädchen und Jungen. Dies bedeutet, dass etwa 1 bis 2 Schülerinnen und Schüler in jeder Schulklasse von sexueller Gewalt betroffen sind.

Kontext: Sexuelle Gewalt findet am häufigsten innerhalb der engsten Familie statt (ca. 25 %) sowie im sozialen Nahraum beziehungsweise im weiteren Familien- und Bekanntenkreis, zum Beispiel durch Nachbarn oder Personen aus Einrichtungen oder Vereinen, die die Kinder und Jugendlichen gut kennen (ca. 50 %). Sexuelle Gewalt durch Fremdtäter oder -täterinnen ist eher die Ausnahme. Zunehmend finden sexuelle Übergriffe aber auch im digitalen Raum statt.

Täter und Täterinnen: Missbrauch findet in etwa 80 % bis 90 % der Fälle durch Männer und männliche Jugendliche statt, zu etwa 10 % bis 20 % durch Frauen und weibliche Jugendliche. Sowohl Täter als auch Täterinnen missbrauchen sowohl Mädchen als auch Jungen. Missbrauchende Männer stammen aus allen sozialen Schichten, leben hetero- oder homosexuell und unterscheiden sich durch kein äußeres Merkmal von nicht missbrauchenden Männern. Über missbrauchende Frauen wurde bislang wenig geforscht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sexueller Missbrauch durch Frauen seltener entdeckt wird, weil solche Taten Frauen kaum zugetraut werden. Frauen sind eher Einzeltäterinnen, missbrauchen aber auch zusammen mit einem männlichen Partner beziehungsweise unter dessen Einfluss. Nach Zahlen der PKS für das Jahr 2016 sind bei sexuellem Missbrauch von Kindern (§§176, 176a, 176b StGB) 4 % der erwachsenen Tatverdächtigen weiblich. Bei weiteren Straftatbeständen wie sexuellem Missbrauch von Jugendlichen (§ 182 StGB) liegt der Anteil der Täterinnen bei ca. 3 %, bei sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen (§ 174 StGB) bei ca. 8 %, bei Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinder- und jugendpornografischer Schriften bei jeweils ca. 5 %.

Quelle: Pressemitteilung des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs vom 28.01.2018

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kinderrechte.digital

Posted on November 28, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Kinderschutz, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

logoAm 20. November 2017 war der Internationale Tag der Kinderrechte, die UN-Kinderrechtskonvention feierte ihren 28. Geburtstag. Seit der Verabschiedung der Kinderrechte hat sich die Welt verändert, Internet, Apps und Onlinespiele sind für Kinder heute eine Selbstverständlichkeit. Sie bringen neue Möglichkeiten des Spielens und Lernens und können die Rechte von Kindern stärken, aber sie bergen auch Gefahren.

Wer Kinderrechte heute verstehen und verwirklichen will, muss die Chancen und Risiken der Digitalisierung mitdenken und sich auf die digitalisierte Lebenswelt von Kindern einlassen. Jedes Kind hat das Recht auf Zugang zu digitalen Medien, auf Bildung mit digitalen Medien und die Vermittlung von Medienkompetenz. Das Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit wird ganz klar durch das Internet gestärkt, aber dabei muss auch der Schutz vor neuen Formen und Phänomenen der Diskriminierung, beispielsweise Cyber-Mobbing oder Hate Speech, gewährleistet sein. Die Kinderrechtskonvention garantiert das Recht auf Freizeit, Spiel und Teilhabe, aber bisher sind digitale Spielplätze für Kinder (noch) keine Selbstverständlichkeit. Die Privatsphäre von Kindern ist durch das Internet verletzlicher geworden, Gewalt und Missbrauch finden auch online statt. Deshalb muss das digitale Umfeld Schutzmechanismen bereitstellen, die das Alter und die Fähigkeit der Kinder berücksichtigen.

Am Weltkindertag 2017 ist es Zeit, die Kinderrechte in der digitalen Welt zu stärken. Denn für Kinder stellt das Internet die Welt nicht auf den Kopf, sondern macht sie größer, bunter und vielfältiger.

Weitere Informationen unter www.kinderrechte.digital.

Quelle: Pressemitteilung der Stiftung Digitale Chancen vom 20.11.2017

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Elternbroschüre „Alles auf Empfang? Familie und Fernsehen“ in neuer Auflage erschienen

Posted on November 23, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

logoKinder lieben Fernsehen, nach wie vor – auch wenn „fernsehen“ heute anders abläuft als früher. Kinder verstehen darunter auch das Streamen von Lieblingsserien auf Internetplattformen oder das Anschauen von Videoclips bei „YouTube“ – und sie lieben es noch immer. Weil es ihnen Geschichten erzählt. Weil sie mit ihren Helden mitfiebern können. Weil sie in Fantasiewelten eintauchen können.

Eltern dagegen fragen sich: Wieso liebt mein Sohn/meine Tochter ausgerechnet diese Sendung? Wie ist es mit der Wirkung der Fernseh­inhalte? Wie kann ich mein Kind vor problematischen Inhalten schützen? Wann ist es genug und wie findet mein Kind den Ausschaltknopf? Diese und andere Fragen aus dem Fernsehalltag mit Kindern beantwortet die Broschüre „Alles auf Empfang? Familie und Fernsehen – Informationen für Eltern“, die aufgrund großer Nachfrage jetzt in der vierten Neu­auflage mit aktualisierten Inhalten erschienen ist.

Fernsehen ist nach wie vor das wichtigste Medium für Kinder. Die Broschüre richtet sich deshalb an Eltern und Erziehende von Kindern bis etwa 12 Jahren. Im ersten Teil finden sie praktische Tipps zum Umgang mit dem Fernsehen im Familienalltag – Fernsehen, das sich von der stationären „Flimmerkiste“ im Wohnzimmer zu einem mobilen und zeitlich flexiblen Fernsehen gewandelt hat, das auf vielen Bildschirmen möglich ist: vom großen Flachbildschirm über PC und Laptop bis hin zu Tablet und Smartphone. Im zweiten Teil geht es um die Medienaufsicht und die gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen für Fernsehen und Internet. Die Broschüre ist so geschrieben, dass sie, je nach Interesse, quer gelesen werden kann. Außerdem erleichtert ein Stichwort­verzeichnis, von A wie „Ängstigung“ bis Z wie „Zeitgrenzen“, die schnelle Suche nach konkreten Themen.

Verena Weigand, Leiterin des Bereichs Medienkompetenz und Jugendschutz der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und Vorstandsvorsitzende des Vereins Programmberatung für Eltern e.V. (FLIMMO): „Fernsehen und Internet verschmelzen immer mehr und durchdringen immer stärker unseren Alltag. Daher wird es umso wichtiger, Kinder von Beginn an beim Medienkonsum zu begleiten, früh Maßstäbe zu setzen und ihnen einen bewussten Umgang mit Medien zu vermitteln. Die Broschüre „Alles auf Empfang ? Familie und Fernsehen – Informationen für Eltern“, die die BLM und die Aktion Jugendschutz Landesarbeits­stelle Bayern e.V. (aj) wieder in bewährter Weise gemeinsam herausgeben, kann Eltern dabei unterstützen.“

Die Broschüre – gut 50 Seiten im handlichen DIN A5 Format – gibt es gedruckt als Heft oder online zum Herunterladen unter www.blm.de.

Quelle: Pressemitteilung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien vom 09.11.2017

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Artikel „Kindheit im Heim – Deformierungen an jungen Menschen“

Posted on November 8, 2017. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

logoAnlässlich der Eröffnung der Veranstaltungsreihe „Geschichte der Kindheit im Heim“ in Potsdam (wir berichteten) beleuchtete der Eröffnungsvortrag von Prof. Wolfgang Kappeler das Spannungsfeld zwischen Anvertraut-Werden und Ausgeliefert-Sein, in dem Kinder, die früher in Heimerziehung aufwachsen mussten, gefangen waren. Sie waren „in einem umfassenden Sinne Objekt von Fremdbestimmung“.

Der Artikel „Kindheit im Heim – Deformierungen an jungen Menschen“ im Tagesspiegel vom 08.11.2017 bringt eine gekürzte Fassung des Vortrags.

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BumF Online-Umfrage 2017 zur Situation von unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland

Posted on Oktober 19, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie |

logoAuch in diesem Jahr führt der Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V. eine Online-Umfrage durch, die sich an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Pflegeeltern, Beratende und weitere Personen richtet, die mit unbegleiteten minderjährigen und jungen erwachsenen Geflüchteten in Kontakt stehen.

Mit dieser Befragung möchten sie sich einen Überblick über die Situation der Jugendlichen verschaffen, die sich in Deutschland aufhalten und im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe versorgt werden bzw. wurden.

Bis zum 03.11.2017 kann man unter dem folgenden Link an der Umfrage teilnehmen:

https://www.soscisurvey.de/Umfrage_BumF_2017/

Es ist dem BumF e.V. ein großes Anliegen möglichst viele Fachkräfte zu erreichen, um somit gute Praxis und bestehende Probleme identifizieren und in diesem Kontext auch von deren Erfahrungen als Praktiker/innen profitieren zu können. Die Umfrage hat auch das Ziel, über einen langfristigen Zeitraum Veränderungen in der Situation von jungen Geflüchteten und den Fachkräften, die mit ihnen zusammenarbeiten, abbilden zu können.

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Ärzteblatt: „Kinderschutz: Kooperation ist unabdingbar“

Posted on Oktober 19, 2017. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Verschiedenes |

logoAuch das Gesundheitswesen erhofft sich die Zustimung des Bundesrates zum Kinder- und Jugendstärkungssgesetz (wir berichteten), damit die Kooperation von Gesundheitswesen und Jugendhilfe vorankommt.

Das Ärzteblatt setzt sich im Artikel „Kinderschutz: Kooperation ist unabdingbar“ mit strukturellen und Kommunikationsproblemen zwischen Jugendhilfe und Gesundheitswesen auseinander.

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„Keine Abschiebung nach Afghanistan! Perspektiven für junge Geflüchtete schaffen!“

Posted on Oktober 18, 2017. Filed under: Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

logoIn ihrer gemeinsamen Stellungnahme „Keine Abschiebung nach Afghanistan! Perspektiven für junge Geflüchtete schaffen!“ vom 18.10.2017 fordern der Bundesverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF), die Diakonie Deutschland, die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) und das Kompetenzzentrum Pflegekinder die Verantwortlichen auf, den jungen Menschen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen und von Abschiebungen und Abschiebeandrohungen konsequent abzusehen.

Auch der Paritätische und weitere Organisationen – darunter der PFAD Bundesverband – unterstützen diese Forderung.

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Missbrauchsbeauftragter Rörig stellt „Programm zur konsequenten Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und deren Folgen“ für die 19. Legislaturperiode vor

Posted on Oktober 5, 2017. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: |

logoRörig appellierte heute an die künftigen Koalitionspartner, jetzt ein neues Kapitel im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch aufzuschlagen und sich deutlich hinter den Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexueller Gewalt zu stellen. Er fordert den Deutschen Bundestag auf, noch im Jahr 2018 ein „Kindesmissbrauchsbekämpfungsgesetz“ zu verabschieden.

Berlin, 05.10.2017. Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, hat heute in Berlin sein „Programm zur konsequenten Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und deren FolgenProgramm zur konsequenten Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und deren Folgen“ für die 19. Legislaturperiode vorgestellt.

Rörig: „Sexuelle Gewalt ist ein permanentes und besonders tabuisiertes Problem unserer Gesellschaft. Noch immer wird viel zu oft weggeschaut und geschwiegen, aus Angst, Scham und Unsicherheit. Wir verzeichnen etwa 12.000 Straf- und Ermittlungsverfahren allein wegen sexuellen Kindesmissbrauchs jährlich. Das ist mindestens so erschreckend wie die Gewissheit, dass das Dunkelfeld um ein Vielfaches größer ist. Viele Menschen könnten helfen, wissen aber nicht, was sie bei Vermutung oder Verdacht tun können. Die künftigen Koalitionspartner können jetzt die richtigen Weichen stellen. Wenn der politische Wille vorhanden ist, können wir große Fortschritte im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch erreichen. Die Zeit befristeter Minimallösungen im Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen muss vorbei sein.“

Inhalte des Programms (Auswahl):

Das Programm beinhaltet Eckpunkte zu den Themenfeldern Schutz, Hilfen, Verfahren, Forschung/Lehre, Aufarbeitung, Aufklärung und Sensibilisierung sowie zu neuen gesetzlichen Regelungen. Es zeigt konkrete Maßnahmen auf, wie die konsequente Bekämpfung von sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen künftig besser gelingen kann:

Modellprogramme für Einrichtungen: Die Präventionsinitiativen „Kein Raum für Missbrauch“ und „Schule gegen sexuelle Gewalt“ sollen in Modellprogramme des Bundes eingebunden werden. Zur Unterstützung der Entwicklung von Schutzkonzepten in Einrichtungen sollen bundesweit 10 % aller Schulen (3.000 Schulen) eine Anschubfinanzierung von je 5.000 EUR erhalten. Dies soll auch für 2.000 Kitas und weitere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie 1.000 Kliniken und Praxen gelten. Zudem appelliert der Unabhängige Beauftragte an Politik und Fachpraxis, zügig zu klären, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Einführung und Anwendung von Schutzkonzepten nicht ausgeweitet werden müssen.

Agenda „Digitaler Kinder- und Jugendschutz“: Die fortschreitende Digitalisierung vermehrt die Gefahren sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Netz. Kinder- und Jugendschutz muss dringend auch auf den digitalen Raum übertragen werden: Mindestens 0,5 % des für den Digitalpakt angedachten Budgets sollen für eine Agenda „Digitaler Kinder- und Jugendschutz“ zur Verfügung gestellt werden. Auch die großen Internet-Unternehmen müssen sich stärker für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum engagieren.

Bundesweite Aufklärungskampagne: Alle Bürgerinnen und Bürger sollten bestehende Hilfeangebote kennen und wissen, was sie bei Vermutung oder Verdacht tun können. Deswegen sollte eine auf mehrere Jahre angelegte Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne spätestens 2019 starten.

Reform des OEG: Der Unabhängige Beauftragte appelliert an die künftige Bundesregierung, die Reform des Opferentschädigungsrechts (OEG) gleich zu Beginn der 19. Legislaturperiode auf den Weg zu bringen. Sollten mit der Reform des OEG die hohen Hürden für Betroffene nicht gesenkt werden (zum Beispiel die Anforderungen an den Nachweis der Tat oder an den Nachweis der Kausalität zwischen sexueller Gewalt in der Kindheit und den heutigen gesundheitlichen Belastungen) müssen dringend ergänzende Regelungen geschaffen werden. In Betracht käme eine gesetzlich zu errichtende Stiftung, die Betroffenen aus allen Missbrauchskontexten die notwendigen Hilfen schnell und unbürokratisch gewährt, unabhängig von Ort und Zeit der Tat.

„Forschungsbündnis gegen Kindesmissbrauch“: Mit den Förderlinien des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sind wichtige Forschungsvorhaben auf den Weg gebracht worden. Es fehlt jedoch ein stabiler und interdisziplinärer Dialog, der jetzt mit Partnern aus Wissenschaft, Fachpraxis, Politik und mit Betroffenen aufgebaut werden sollte.

„Kindesmissbrauchsbekämpfungsgesetz“: Der Unabhängige Beauftragte fordert ein Kindesmissbrauchsbekämpfungsgesetz zur Stärkung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt. Durch dieses Gesetz sollte auch das Amt einer/eines Unabhängigen Beauftragten verstetigt und gestärkt werden. Aufgabenübertragung, Unabhängigkeit und die Bereitstellung ausreichender Ressourcen brauchen dringend eine gesetzliche Grundlage. Vor Ablauf von zehn Jahren sollte aber geprüft werden, ob eine Weiterführung notwendig ist, je nach Entwicklung des Ausmaßes sexueller Gewalt in den kommenden Jahren. Zudem soll der im Jahr 2015 berufene Betroffenenrat eine gesetzliche Absicherung für seine breit gefächerte Mitwirkung erhalten. Zudem benötigt die seit dem Jahr 2016 erfolgreich arbeitende Unabhängige Aufarbeitungskommission eine gesetzliche Grundlage zur stabilen Fortführung ihrer überaus wichtigen Arbeit. Ihre Arbeitsperiode sollte um mindestens fünf Jahre verlängert werden. Um verbindliche Strukturen für eine kontinuierliche Kooperation von Bund, Ländern und Kommunen, Zivilgesellschaft, Fachpraxis, Betroffenenrat, Wissenschaft und Ausbildung zu schaffen, schlägt Rörig die gesetzliche Verankerung einer „Ständigen Konferenz“ zur Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch vor.

Rörig stellte heute zudem neue Ergebnisse seines „Monitoring zum Stand der Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Deutschland 2015–2018“ vor. Der neue Teilbericht 3 ist ein Datenreport zu Schutzkonzepten in Kitas, Heimen/weiteren Wohnformen und dem stationären und ambulanten Gesundheitsbereich. Der Bericht macht deutlich: Schutz vor sexueller Gewalt kommt als Thema in den Einrichtungen an. Es gibt viele Einzelmaßnahmen, jedoch fehlt es nach wie vor an umfassenden Präventions- und Interventionskonzepten und an einem systematischen Herangehen jenseits konkreter Verdachtsfälle. Der Abschlussbericht des Monitorings wird Ende 2018 erscheinen. Er ist eine integrative Analyse aller Befragungsergebnisse aus den Bereichen Erziehung und Bildung, Gesundheit, Freizeit und Religiöses Leben (Daten zum Teilbericht 3 unter www.datenreport-monitoring.de).

Quelle: Pressemitteilung des Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs vom 05.10.2017

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Jugendämter schalten Familiengericht ein – 1 841 Maßnahmen in Sachsen 2016 eingeleitet

Posted on Oktober 4, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Sachsen | Schlagwörter: , |

logoFür Kinder und Jugendliche haben die Jugendämter in Sachsen 2016 in Folge einer Gefährdung des Kindeswohls insgesamt 1841 Maßnahmen beim Familiengericht nach § 1666 Absatz 3 BGB eingeleitet. Diese waren u.a. darauf zurückzuführen, dass die Personensorgeberechtigten nicht bereit oder in der Lage waren, die Gefahr für das Kind abzuwenden oder einer Inobhutnahme widersprachen. Die Maßnahmen des Familiengerichts umfassten:

  • 462 Auferlegungen der Inanspruchnahme von Hilfen der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII – z.B. Hilfen zur Erziehung),
  • 194 Aussprachen von Geboten und Verboten gegenüber den Personensorgeberechtigten oder Dritten gemäß § 1666 Absatz 3 Nummer 2 bis 4 BGB (z.B. das Gebot für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen; das Verbot, Orte, an denen sich das Kind regelmäßig aufhält, aufzusuchen oder Kontakt mit dem Kind aufzunehmen),
  • 90 Ersetzungen von Erklärungen des/der Personensorgeberechtigten (z.B. die Einwilligung in die Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung oder die Zustimmung zur Inobhutnahme eines Kindes) und
  • 711 vollständige und 384 teilweise Übertragungen der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund oder Pfleger (vollständiger und teilweiser Entzug der elterlichen Sorge)

Quelle: Medieninformation des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen vom 04.10.2017

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Das KJSG scheitert das zweite Mal im Bundesrat

Posted on September 22, 2017. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen |

Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz ist ein zustimmungsbedürftiges Gesetz. Obwohl der Bundestag das Gesetz (Drucksachen 18/12945 und 18/12952) schon am 29.06.2017 angenommen hatte, wurde es jetzt zum 2. Mal von der Tagesordnung des Bundesrates abgesetzt.

Schon in der Sitzung am 7. Juli 2017 hatten die Länder die Abstimmung verschoben. Ganz kurzfristig wurde heute erneut das KJSG von der Tagesordnung genommen.

Das Gesetzgebungsverfahren ist damit jedoch noch nicht sicher gescheitert. Der Bundesrat könnte in einer der nächsten Sitzungen über das Vorhaben abstimmen – auch nach Konstituierung des 19. Deutschen Bundestages.
Gesetze, die im Bundestag abschließend behandelt wurden, können auch in der nächsten Legislaturperiode ihre Zustimmung durch den Bundesrat bekommen.

Gesetze müssen innerhalb einer Legislatur verabschiedet werden. Das bedeutet, dass Gesetzesvorhaben, die nicht in einer Legislaturperiode im Bundestag abgeschlossen werden von dem nächsten gewählten Bundestag nicht fortgesetzt werden, sondern im parlamentarischen Verfahren bei Null anfangen. (Prinzip der Diskontinuität). Quelle: www.bundesrat.de/DE/plenum/plenum-kompakt/17/960/960-node.html

Ein wirkliches Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen, vor allem, wenn sie in Pflegefamilien leben, bleibt unser Anliegen. Wir bleiben dran.

Quelle: Pressemitteilung des PFAD Bundesverbandes der Pflege- und Adoptivfamilien vom 22.09.2017

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Artikel „Russland entdeckt seine verlassenen Kinder“

Posted on September 20, 2017. Filed under: International, Kinderschutz, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Die Neue Züricher Zeitung berichtet am 20.09.2017 im Artikel „Russland entdeckt seine verlassenen Kinder“ über die Reform russischer Kinderheime und die zunehmende Vermittlung der Sozialwaisen an Pflegeeltern, die teiweise kritisch gesehen wird.

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Kinderschutz-Experte Heinz Kindler sieht in Vernachlässigung großes Risiko für Kinder

Posted on September 9, 2017. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: |

„Etwa zwei Drittel der Fälle, bei denen das Kindswohl gefährdet ist, haben Vernachlässigung als Ursache,“ erklärt Diplom-Psychologe Dr. Heinz Kindler (DJI) gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Damit sei diese Gefährdungsform von Kindern wesentlich häufiger als körperliche Gewalt und sexueller Missbrauch. Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind im vergangenen Jahr 21.700 Kinder unter 14 Jahren von den Jugendämtern in Obhut genommen worden.

Der Leiter der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ hält daher gute Präventionsarbeit für wichtig. Schon um die Geburt eines Kindes herum könne man gewisse Risiken für eine mögliche Vernachlässigung erkennen. Wenn man diesen Eltern schon frühzeitig Angebote machen würde, könne man etwa ein Drittel der Vernachlässigungsfälle verhindern.

zum Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 06.09.2017

Quelle: Meldung des DJI vom 07.09.2017

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Kindeswohlgefährdung: 9900 Gefährdungseinschätzungen in Hessen 2016 — Die Hälfte der betroffenen Kinder unter 7 Jahren

Posted on September 1, 2017. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , |

Im Jahr 2016 wurden in Hessen knapp 9900 Gefährdungseinschätzungen nach § 8a des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe) durchgeführt. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren dies 11 Prozent mehr als im Jahr 2015.

Als Ergebnis der durchgeführten Gefährdungseinschätzungen wurde bei 16 Prozent (1566 Fälle) eine akute und bei 14 Prozent (1364 Fälle) eine latente Kindeswohlgefährdung festgestellt. In 70 Prozent der Fälle lag keine Kindeswohlgefährdung vor. Bei der Hälfte der Fälle ohne Kindeswohlgefährdung bestand ein Hilfebedarf. Die Hälfte aller Gefährdungseinschätzungen betrafen Kinder unter 7 Jahren.

Von den 2930 Fällen, in denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung festgestellt wurde, war mit 52 Prozent (1538 Fälle) die Vernachlässigung die am häufigsten genannte Art, gefolgt von psychischen Misshandlungen mit 36 Prozent (1051) und den körperlichen Misshandlungen mit 30 Prozent (892). Anzeichen sexueller Gewalt wurden in 5 Prozent der Fälle (156) festgestellt. Mehrfachnennungen waren möglich. Bei den akuten Kindeswohlgefährdungen spielten körperliche Misshandlungen mit 36 Prozent eine größere Rolle als bei latenten Gefährdungen (25 Prozent).

In den 1566 Fällen der akuten Kindeswohlgefährdung waren Mädchen geringfügig häufiger betroffen als Jungen.

Als Folge der akuten Kindeswohlgefährdung wurden junge Menschen in 44 Prozent der 1566 Fälle im Jahr 2016 in Obhut, d. h. aus der Familie, genommen. Weitere Hilfsmaßnahmen waren in 34 Prozent der Fälle die Einschaltung des Familiengerichts, in 26 Prozent eine erstmalige Gewährung von Hilfe zur Erziehung und in 17 Prozent die Fortführung der bisherigen Hilfe. In knapp 21 Prozent der Fälle wurde eine andere Hilfe eingeleitet und in gut 8 Prozent wurde keine Hilfe neu eingeleitet. Mehrfachnennungen waren möglich.

Die Konstellation der Familienverhältnisse spielte für die Gefährdungseinschätzungen eine große Rolle. In 48 Prozent der Fälle lebte der junge Mensch bei einem alleinerziehenden Elternteil oder bei einem Elternteil mit neuer Partnerin oder neuem Partner.

Häufig erfolgte die Initiative zur Gefährdungseinschätzung durch die Polizei, das Gericht und die Staatsanwaltschaft (22 Prozent) oder die Nachbarschaft (11 Prozent). Auch die Initiative von Ärzten und anonymen Anzeigen (jeweils 10 Prozent) sowie Anzeigen durch die Schule (9 Prozent) führten zu einer Gefährdungseinschätzung. Eltern bzw. Personensorgeberechtigte wurden in 7 Prozent tätig. Andere Institutionen oder Personen, auf deren Initiative die Gefährdungseinschätzung erfolgte, spielten mit jeweils unter 6 Prozent eine untergeordnete Rolle.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 01.09.2017

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„Digitalisierung.Kinder.Jugendhilfe: Balancen finden, Verantwortung übernehmen“ vom 19.-20.10. in Berlin

Posted on August 29, 2017. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

logoherbsttagung2017-introankuendigungMittlerweile wachsen Kinder und Jugendliche in einer mediatisierten Lebenswelt auf und nutzen digitale Medien von klein auf in unterschiedlicher Weise, häufig abhängig etwa vom Bildungshintergrund der Eltern. Dies wirkt sich auf ihre Entwicklung aus. Auch für Erwachsene sind digitale Medien Alltag, die Grenzen zwischen „Öffentlichem“ und „Privatem“ verschieben sich.

In der Kinder- und Jugendhilfe konfrontiert der digitale Alltag die Fachkräfte mit einer Fülle von (medien-)pädagogischen, technischen, ethischen und rechtlichen Herausforderungen. Das Medienverhalten von jungen Menschen ist für Fachkräfte häufig wenig einsehbar. Doch haben sie diese mit Blick auf das Kindeswohl und ihre Persönlichkeitsrechte zu schützen und zugleich deren Medienkompetenz sowie ihre mediale Teilhabe zu fördern. Auch die Kommunikation unter Fachkräften und zwischen Institutionen verläuft zunehmend digital, insbesondere in der Fallbearbeitung und Dokumentation. In bestimmten Arbeitsfeldern wird direkt mit digitalen bzw. interaktiven Ansätzen gearbeitet, um Zugangsschwellen zu senken und Hilfen individueller zu gestalten. Pädagogisches Handeln, die Qualifizierung von Fachkräften, Einrichtungskonzepte oder das Selbstverständnis der Jugendhilfe werden diesen Anforderungen insgesamt jedoch noch nicht gerecht, vielmehr besteht diesbezüglich Handlungsbedarf.

Auf der Fachtagung „Digitalisierung.Kinder.Jugendhilfe: Balancen finden, Verantwortung übernehmen“, die vom 19.-20. Oktober 2017 in Berlin vom SOS-Kinderdorf e.V. veranstaltet wird, werden diese und weitere Themen in Vorträgen, Workshops und auf einem medienpädagogischen Marktplatz aus Sicht der Praxis und Forschung diskutiert. Anmeldeschluss ist am 30. September 2017.

nähere Informationen

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