Ergotherapeuten: Zahl der ADHS-Diagnosen auf bedenklich hohem Niveau

Posted on Mai 22, 2014. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

In Deutschland leben inzwischen erschreckend viele Jungen im Schulalter mit der Diagnose ADHS. Die Barmer GEK spricht gar von einer heranwachsenden „Generation ADHS“ und ist nicht nur wegen der Kosten beunruhigt. Außer Medikamenten erhalten Kinder mit ADHS im Rahmen eines so genannten multimodalen Behandlungskonzeptes zusätzlich Ergotherapie. Dass nicht jedes Kind, das lebhaft ist oder im Unterricht stört, zwangsläufig auch ADHS hat, ist eine Auffassung, die nicht nur der DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.) vertritt. Viele teilen die Besorgnis in Hinblick auf die bedenklich hohe Anzahl an ADHS-Diagnosen in den zurückliegenden Jahren: Krankenversicherer, Therapeuten und vor allem Eltern. Der Berufsverband der Ergotherapeuten weist auch deshalb darauf hin, dass bereits im Kindergartenalter unruhige Kinder rechtzeitig vor der Einschulung in der Ergotherapie lernen können, länger still zu sitzen und aufmerksam zu bleiben.

Die Sorge vieler Eltern ist verständlich: Wird in Deutschland inzwischen zu oft ADHS diagnostiziert und in der Folge überbehandelt?
Wenn Krankenversicherer und nebenbei bemerkt sogar die Bundespsychotherapeutenkammer ob der beträchtlichen Menge an Medikamenten, mit denen ADHS behandelt wird, warnen, so stimmt das nachdenklich. Ohne Zweifel: ADHS zu behandeln ist ein klares Muss.

Dennoch stellen sich Fragen: Wie kommt es im Einzelfall zu der Diagnose ADHS und welche sind die optimalen Behandlungsmethoden für das jeweilige Kind? In vielen Regionen gibt es bereits einen überwiegend guten Schulterschluss zwischen Kinderärzten, Fachärzten und Ergotherapeuten. Dieses Vorgehen, sehr genau zu schauen, entspricht den Grundsätzen der Ergotherapie. Und eben dieses Qualitätsmerkmal findet sich auch bei Kinderärzten, die Kinder wegen Verhaltensauffälligkeiten nicht nur zum Kinder- und Jugendpsychologen überweisen, sondern zur sicheren Diagnosestellung weitere, fachliche Einschätzungen heranziehen, beispielsweise durch Ergotherapeuten.

Denn Ergotherapeuten sind Profis für ein breites Spektrum von Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu ADHS bei Kindern. Und sie bestätigen: Nicht bei jedem Verdachtsfall kommt es zu einer Therapie; manchmal reicht sogar eine Beratung der Eltern, wie sie mit den „Eigenheiten“ ihrer Kinder besser umgehen können.

Fallen Kinder zuhause oder im Kindergarten durch ihre Sprunghaftigkeit auf, haben sie ständig neue Ideen und können sich nicht länger mit einem Spiel oder anderen Kindern auseinander setzen, kann es sich um eine Impulskontrollstörung handeln. Oft sind Kinder mit einer Impulskontrollstörung unfallgefährdet, was zu einer Daueranspannung bei den Eltern führt. Und: Eine Impulskontrollstörung ist eine der Symptomatiken, aus denen sich ADHS zusammensetzt. Eine weitere Komponente von ADHS ist die Aufmerksamkeitsstörung. Eltern bemerken sie beispielsweise daran, dass ihr Kind sich nicht an Regeln hält, nur an Teilaspekte oder nur für kurze Zeit. Ganz nach dem Motto: Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus. Diese und andere Verhaltensdefizite lassen sich aber sehr gut ergotherapeutisch behandeln, und das, obwohl zum Beispiel eine Impulskontrollstörung schon bei zwei- bis dreijährigen Kindern zu erkennen ist.

Eine zweite Welle von Verhaltensauffälligkeiten zeigen Kindergarten- bzw. Vorschulkinder ab etwa fünf Jahren. Oft sind es die Jungs, die nicht so gerne am Tisch sitzen bleiben, sich vor dem Basteln und Malen drücken wollen. Schafft es ein Kind allerdings gar nicht, länger als einige Minuten einer solchen Aktivität nachzugehen, kann eine ergotherapeutische Behandlung sinnvoll sein, um die grafomotorischen Fähigkeiten rechtzeitig vor dem Schreibenlernen auszuprägen. Damit das gelingt, arbeiten Ergotherapeuten mit allen Beteiligten eng zusammen. Gemeinsam mit den Eltern und Erziehern finden sie heraus, was das Kind am meisten interessiert, worauf es in der Regel etwas mehr Energie und Aufmerksamkeit richtet. Mit diesem für die Ergotherapie typischen Vorgehen setzen sie an den Stärken des Kindes an, trainieren sie spielerisch, prägen sie weiter aus. Und kommen damit Schritt für Schritt den Wünschen und Zielen des Kindes und sein er Familie näher. Ist der behandelnde Ergotherapeut mit der Zeitdauer und Konzentrationsfähigkeit, die das Kind nach den ersten Einheiten in der Ergotherapie alleine in seinem Interessensgebiet zubringen kann, zufrieden, folgt bei Bedarf die nächste Therapiephase. Um nun auch die Kooperationsfähigkeit zu entwickeln und die Umsetzung des Erlernten in den Kindergartenalltag zu verbessern, greifen Ergotherapeuten gerne auf eine Gruppentherapie zurück, bringen also mehrere Kinder zusammen. Mit Unterstützung der ergotherapeutisch instruierten Eltern trainieren die Kinder als nächstes ihr in der Gruppe erworbenes Können zuhause und im Zusammenspiel mit den Geschwisterkindern. Sobald das therapierte Kind auch dabei Erfolgserlebnisse hat, weil es jetzt ein Spiel zu Ende spielen kann oder mit anderen beim gemeinsamen Spiel Freude erlebt, geht es im letzten Schritt der Ergotherapie um die ungeliebten Aktivitäten und das Stillsitzen.

Erfahrene Ergotherapeuten fahren ab dann oft zweigleisig. Holen erst mal das ungeliebte Malen vom Tisch weg, verlagern es auf große Platten, auf den Boden oder auf die Straße – was eben zu den Neigungen des Kindes am besten passt. Beliebtere Aktivitäten lassen sie parallel am Tisch ausführen und bauen so die Zeitspanne allmählich immer weiter aus, die das Kind ruhig und in eine Tätigkeit oder ein Spiel vertieft, am Tisch bleibt. Damit erlangen Kinder nicht nur die nötigen Fähigkeiten, einige Grundanforderungen für die bevorstehende Einschulung zu erfüllen. Gleichzeitig ist dies auch der Weg, dank einer therapierten Verhaltensstörung Diagnosen wie zum Beispiel ADHS zu vermeiden.

Informationsmaterial zu Verhaltensstörungen, ADHS und weiteren Themen der Ergotherapie erhalten Interessierte bei den Ergotherapeuten vor Ort; diese sind über die Therapeutensuche im Navigationspunkt „Service“ des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.) auf www.dve.info zu finden.

Quelle: Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V. vom 21.05.2014

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Materialien zum Symposium „Bindung und Bindungsstörungen“ online

Posted on April 23, 2014. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , , |

Die Materialien zu den Vorträgen vom Symposium „Bindung und Bindungsstörungen“, das am 26.03.2014 in der LWL-Klinik Marsberg Kinder- und Jugendpsychiatrie stattfand, sind nun im Internet abrufbar:

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Internationale Konferenz “Bindung und Sucht” am 12.-13.10. in München

Posted on Juli 14, 2013. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Gesundheit, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , , |

Am 12./13.10. findet in München die 12. Internationale Konferenz “Bindung und Psychosomatik“ statt. Veranstalter ist PD Dr. med. Karl Heinz Brisch in Kooperation mit der LMU München.

Am 11.10. wird eine Vorkonferenz zum Thema “Stationäre Intensiv-Psychotherapie von psychosomatisch kranken, früh traumatisierten Kindern und Eltern” mit Karl Heinz Brisch abgehalten.

Veranstaltungsflyer

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Wochenende für Familien mit ADS betroffenen Kindern vom 30.05.–01.06. im Feriendorf Hübingen

Posted on April 18, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Gesundheit, Netzwerke, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

ADS – na und?“ heißt ein Wochenende für Familien mit ADS betroffenen Kindern im Bistum Limburg. Es findet vom 30.05.–01.06. im Familienferiendorf Hübingen im Westerwald statt.

Die Familien sind eingeladen, gemeinsam ein paar Tage mit anderen ADS-Familien in der Natur zu verbringen. Sie haben die Möglichkeit sich vom Alltag zu entlasten, sich mit anderen auszutauschen und neue Ideen für den Familienalltag zu sammeln.
Für die Kinder gibt es ein interessantes und spannendes Programm, welches von einem Team begleitet wird. Die
Eltern können dann in Ruhe an den Angeboten für Erwachsene teilnehmen.
Neben freizeitorientierten Aktivitäten werden auch Gesprächsrunden angeboten, in denen über die alltäglichen Herausforderungen und über Möglichkeiten zur Stressreduzierung geredet wird.

Anmeldeschluss ist der 01.05.

Einladungsflyer

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„ADHS – Gibt es das wirklich?“ am 25.05. in Berlin

Posted on April 17, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Berlin, Bewerber, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Am 25.05. veranstaltet der Aktivverbund Berlin e.V. ein Seminar für Eltern, Pflegeeltern, Fachkräfte der Jugendhilfe und Studenten unter dem Titel „ADHS – Gibt es das wirklich?“ in Berlin.

Themen:

  • Was ist ADHS?
  • Welche Diagnosemöglichkeiten gibt es?
  • ADHS bei Jungs, bei Mädchen in der Kindheit und im Erwachsenenalter
  • Welche Auswirkungen hat die Krankheit auf die Familien?
  • Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
  • Welche sonstigen Strategien sind im Umgang mit dieser Störung hilfreich?
  • ADHS im Zusammenhang mit unterschiedlichen Erziehungsmodellen?

Für die Erörterung dieser Fragen und die Auseinandersetzung mit diesem für viele brennenden Thema konnte der bundesweit tätige Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychotraumatologie Naiel Arafat gewonnen werden.

nähere Informationen

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Positionspapier „Eine Generation wird krankgeschrieben“ – Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Ritalin und Psychopharmaka

Posted on März 8, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. hat ein umfangreiches Positionspapier zur Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und dem Medikament Ritalin herausgegeben.

Die 30-seitige Broschüre wurde aus den Ergebnissen eines Expertenhearings erarbeitet, das den Titel trug „ADHS – Eine Kinder- und Jugendgeneration wird krankgeschrieben – Gegen die Medikalisierung eines gesellschaftlichen Problems durch Psychopharmaka und Methylphenidat!„.

In dem Papier wird Kritik geäußert am aggressiven Marketing der Pharmaindustrie und an den von ihr finanzierten Studien. Dieser Kritik stellen die Autoren alternative Modelle und Forderungen nach pädagogischen und therapeutischen Hilfen sowie nach notwendigen strukturellen Veränderungen gegenüber.

nähere Informationen und Downloadmöglichkeit der Broschüre

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Metastudie über Alternativen zu Ritalin

Posted on März 1, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Der Deutschlandfunk berichtete am 19.02. von einer Metastudie, die verschiedene ADHS-Therapien miteinander vergleicht.

Interviewt wurde Prof. Tobias Banaschewski vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, der an der Meta-Studie mitwirkte. Er leitet die Gruppe, die gerade die Leitlinien für die ADHS-Behandlung in Deutschland überarbeitet. Die neuen Empfehlungen sollen bis zum Ende des Jahres vorgelegt werden.

zum Beitrag „Alternativen zu Ritalin“ vom 19.02.2013 (schriftlich und audio)

In seiner Meldung „Aktuelle Untersuchungsergebnisse zu ADHS-Medikament Methylphenidat“ vom 08.02.2013 berichtet das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit u. a. von dem interessanten Untersuchungsergebnis, dass bei 83% der Kinder und Jugendlichen mit ADHS eine psychiatrische Begleiterkrankung diagnostiziert wurde, jedoch nur bei 20% in der Kontrollgruppe.

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Aggressives Verhalten und keine Scheu vor Fremden sind bei Kleinkindern möglicherweise Vorboten von ADHS

Posted on Dezember 4, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , , |

https://i2.wp.com/www.pfad-bv.de/dokumente/Logo.gifStudien weisen darauf hin, dass sich erste Anzeichen für ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) schon im Vorschulalter bemerkbar machen. „Eltern sollten bei ihrem Kleinkind das Verhalten aufmerksam beobachten. Bestimmte Verhaltensweisen, wie häufiges aggressives Auftreten gegenüber Spielkameraden, Ruhelosigkeit, Furchtlosigkeit, die zu riskantem Verhalten führt, schnelles Anfreunden mit völlig fremden Personen sowie Abneigung gegen Aktivitäten, die mehr als eine oder zwei Minuten Aufmerksamkeit erfordern, können Vorboten von ADHS sein. Es ist wichtig, ADHS früh zu erkennen, um Misserfolge im Bildungsweg so weit wie möglich zu vermeiden oder zumindest zu verringern“, erklärt Dr. Klaus Skrodzki, Kinder- und Jugendarzt aus Forchheim und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte, die eng mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte zusammenarbeitet.

Untersuchungen zeigen, dass Kinder mit ADHS eine von der Norm abweichende Gehirnentwicklung aufweisen. Dies bedeutet, dass ADHS auf biologischen bzw. genetischen Ursachen beruht, die ein Mensch lebenslang in sich trägt. So besitzen Kinder mit ADHS einen kleineren Nucleus caudate als Gleichaltrige – eine Struktur im Gehirn, die u.a mit für die Kontrolle von Bewegung, Sprache und für das Lernen verantwortlich ist. „Oft besteht die Gefahr, dass Eltern annehmen, sie könnten diese Unruhe und Aggressivität alleine mit Erziehung beeinflussen. Sie sprechen dann u.U. aus Scham über ihr vermeintliches Versagen als Eltern nicht mit ihrem Kinder- und Jugendarzt darüber und verhindern so eine frühzeitige Therapie“, warnt Dr. Skrodzki.

Quellen: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte – Aktuelles vom 07.11.2012Kennedy Krieger Institute vom 28.06.2012

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Neue Diagnose in der Kinder- und Jugendpsychiatrie: DMDD

Posted on Juli 27, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , , |

Die FAZ berichtet im Artikel „Eine explosive Mischung“ vom 06.07.2012 von einer neuen psychiatrischen Diagnose für „extrem reizbare Kinder, die aggressiv sind, zu Wutausbrüchen neigen, daneben aber tieftraurig sein können, Selbstzweifel hegen, sich immer wieder betrübt zurückziehen.“

In Deutschland spricht man bisher von „affektiver Dysregulation“ oder „ADHS plus“, in den USA wird die neue Diagnose „Disruptive Mood Dysregulation Disorder“ oder DMDD in die Neufassung des amerikanischen Klassifikationssystems für psychische Erkrankungen aufgenommen werden.

Man vermutet, dass ca. zwanzig Prozent aller ADHS-Patienten davon betroffen sind .

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Stellungnahme zu häufigen Fehlinformationen der Presse zu ADHS

Posted on April 8, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Aufgrund vielfältiger Pressemeldungen in den letzten Wochen zum Thema ADHS, verfasste die Leitungsgruppe des zentralen adhs-netzes eine Stellungnahme.

Das zentrale adhs-netz ist ein bundesweites Netzwerk zur Verbesserung der Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS).

Das zentrale adhs-netz richtet sich sowohl an Experten als auch an Betroffene, ihre Angehörigen und Bezugspersonen. Es informiert außerdem die Öffentlichkeit über ADHS.

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BARMER GEK: 1,1 Millionen Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen

Posted on Februar 10, 2012. Filed under: Forschung, Gesundheit, Kinderschutz, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Berlin. Ist die Sprachentwicklung unserer Kinder gefährdet? Laut aktuellem BARMER GEK Arztreport 2012 wird mittlerweile bei jedem dritten Kind im Vorschulalter eine Sprachentwicklungsstörung festgestellt. Bundesweit liegt der Anteil an Kindern mit Sprech- und Sprachstörungen bei 10,3 Prozent. Insgesamt sind innerhalb eines Jahres 1,12 Millionen Kinder zwischen 0 und 14 Jahren betroffen. Dabei fallen die Diagnoseraten bei Jungen durchgängig höher aus: Im sechsten Lebensjahr kommen sie auf einen Anteil von rund 38 Prozent, Mädchen auf 30 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Behandlung: 20 Prozent aller fünfjährigen Jungen erhalten eine Logopädie-Verordnung, dagegen nur 14 Prozent der gleichaltrigen Mädchen.

Für den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der BARMER GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, ist dies kein Grund für Alarmstimmung: „Wir sehen, dass professionelle Sprachförderung in Anspruch genommen wird.“ Tatsächlich werden Vorschüler mit diagnostizierter Sprachentwicklungsstörung zu einem guten Drittel auch logopädisch behandelt. Hinter den hohen Diagnoseraten dürften laut Dr. Thomas Grobe vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung aus Hannover (ISEG) vermutlich auch Abgrenzungsprobleme stecken: „Hier fehlen in der ärztlichen Praxis offenbar zum Teil noch geeignete, praktikable und einheitlich angewendete Kriterien der Diagnoseerstellung.“

BARMER GEK-Vize Schlenker hebt das hohe ambulante Versorgungsniveau in Deutschland hervor: „Die kinderärztliche Betreuung ist flächendeckend und sucht ihresgleichen.“ Bis einschließlich dem sechsten Lebensjahr haben jährlich mindestens 89 Prozent der Kinder ambulanten Kontakt zu einem Kinderarzt. Insgesamt liegt die Inanspruchnahme von Ärzten (Haus-, Kinder- und Fachärzte) in den ersten sechs Lebensjahren sogar bei 98 Prozent.

U-Untersuchungen kommen an
Der Anteil an Kindern ohne Kontakt zum Kinderarzt liegt in Bremen bei nur drei Prozent, in Berlin und Hamburg bei fünf Prozent. Flächenbundesländer wie Bayern oder Niedersachsen kommen dagegen auf zehn bzw. elf Prozent – und Mecklenburg-Vorpommern sogar auf rund 16 Prozent. Versorgungslücken kann Schlenker dennoch nicht entdecken: „Auf dem Land übernehmen andere ärztliche Fachdisziplinen die Behandlung der Kleinsten.“
Hoch ist auch die Teilnahmerate bei den Kindervorsorgeuntersuchungen U5 bis U7 mit rund 95 Prozent, bei der U8 und U9 sind es etwa 90 Prozent. Eine Ausnahme bildet die 2008 eingeführte U7a. Hier zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern: Während im Saarland bereits rund 97 Prozent aller Kinder teilnehmen, sind es in Hamburg und Berlin erst rund 75 Prozent. Der Autor des Arztreports, Dr. Thomas Grobe vom ISEG, sieht Nachholbedarf: „Gerade in den Stadtstaaten haben wir einerseits eine starke Gesundheitsinfrastruktur, andererseits ausgeprägte Bedarfslagen. Bei den unterschiedlichen Teilnahmeraten dürfte aber auch die Einladepraxis eine maßgebliche Rolle spielen.“

Krankheitsspektrum erweitert sich
Die klassischen Kinderkrankheiten wie Windpocken, Scharlach oder Röteln sind offenbar im Griff, das Krankheitsspektrum wird aber erweitert durch Sprachentwicklungsstörungen oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Gleichzeitig fällt auf, dass Jungen von diesen Diagnosen überdurchschnittlich betroffen sind: So geht mittlerweile jeder zehnte neunjährige Junge zum Neurologen oder Psychiater (9,6 Prozent). 60 Prozent davon mit der Diagnose ADHS. Zum Vergleich: Bei den neunjährigen Mädchen sind es sechs Prozent, davon rund 40 Prozent mit ADHS-Diagnose.

Und noch etwas bringen die Forscher vom ISEG ans Licht: Über elf Prozent aller Kinder zwischen 0 und 14 Jahren haben Neurodermitis. Bei den 0- bis 3-Jährigen sind es sogar rund 16 Prozent. Auffällig ist die regionale Verteilung: Alle ostdeutschen Bundesländer erreichen deutlich höhere Diagnoseraten. Spitzenreiter ist Thüringen (17,1 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt (16,4 Prozent) und Sachsen (15, 6 Prozent).

Anstieg der Behandlungsfälle gebremst?
Erstmals seit sechs Jahren ging 2010 die Zahl der ambulanten Behandlungsfälle pro Versichertem altersbereinigt leicht zurück: von 8,04 auf 7,93. Allerdings bewegt sich die Behandlungsquote, also der Anteil der Menschen, die mindestens einmal pro Jahr einen Arzt aufsuchen, zwischen 2004 und 2010 relativ konstant zwischen 91 und 93 Prozent (2010 = 91 Prozent). Für Schlenker ein deutliches Signal: „Wir haben nach wie vor eine exzellente ambulante Versorgung, die das Vertrauen der Bevölkerung genießt.“ Zwar existierten regionale Versorgungsunterschiede zwischen Stadt und Land. Größtenteils finde aber eine Mitversorgung der ländlichen Gebiete durch Oberzentren und die interdisziplinäre Zusammenarbeit der ärztlichen Fachgruppen statt. „Diese Tatsachen müssen bei der Neujustierung der Bedarfsplanung berücksichtigt werden.“

Quelle: Pressemitteilung der BARMER GEK vom 31.01.2012

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Dresdner Studie untersucht Wirksamkeit von Physiotherapie bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Posted on Februar 8, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Forschung, Gesundheit, Pflegefamilie, Sachsen | Schlagwörter: , , |

In einer Vergleichsstudie wollen Ärzte und Wissenschaftler der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden erstmals die Wirksamkeit unterschiedlicher Formen der Behandlung bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und motorischen Defiziten erforschen. In der groß angelegten Untersuchung werden die Effekte einer Physiotherapie mit der Gabe eines Medikaments oder eines Elterntrainings verglichen.

Für diese Studie sucht die Klinik Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren, die neben den typischen ADHS-Symptomen – beispielsweise mangelnde Konzentrationsfähigkeit und übermäßig hyperaktives/impulsives Verhalten – auch verstärkt unter motorischen Defiziten leiden.

nähere Informationen und Kontaktmöglichkeit

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„Bindung und Störung in der Entwicklung“ am 13.03. in Frankfurt/Main

Posted on Januar 25, 2012. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Hessen, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , |

Das Paritätische Bildungswerk plant für den 13.03. in Frankfurt/Main das Seminar „Bindung und Störung in der Entwicklung„. Als Referentin fungiert Lydia Weyerhäuser, sie ist Paar- und Familientherapeutin, Gestalt- und Traumatherapeutin und Supervisorin.

Zielgruppe sind Fachkräfte aus Kindertagesstätten, Jugendämtern, Schulen und Beratungsstellen, aus Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung und alle am Thema Interessierten.

Ziel des Seminars ist die Vermittlung von Basiswissen zur Bindungstheorie, Bindungsmuster und Bindungsstörungen. Hierzu gehören: autistische Störungen, frühe Ängste, depressive Symptome, Störungen der Aufmerksamkeit (AD(H)S u.v.m.

Bindung beginnt in der Schwangerschaft, setzt sich fort in der Eltern-Kind-Beziehung und ist letztendlich das gefühlstragende Band, was Menschen über Raum und Zeit hinweg verbindet. Frühe Störungen in dieser Entwicklung entstehen oftmals durch traumatische Erfahrungen des Kindes. Sie beeinflussen das Leben und den Lebensverlauf eines Menschen maßgeblich, haben später als psychische und psychosomatische Erkrankungen langfristige Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter. Umso wichtiger ist es für uns, professionelle Bindungsstörungen so früh wie möglich zu erkennen, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hilfreich zur Seite stehen zu können.

Anmeldeschluss ist der 06.02.

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Auch 2012 gibt es im Frankenwald wieder Kinder-Erlebnis-Freizeiten speziell für AD(H)S-Kinder

Posted on Januar 11, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Foto: Lindenhof SALEM

Wie in den vergangenen Jahren werden auch im kommenden Sommer wieder einige Kinder-Erlebnis-Freizeiten im Lindenhof SALEM im Frankenwald stattfinden – und das bereits seit 10 Jahren!

Die Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren verbringen hier unter liebevoller, aber auch konsequenter Betreuung eine entspannte Woche in schöner Umgebung. Vielen gefällt es dort so gut, dass sie im folgenden Jahr gerne wiederkommen möchten. Es werden zahlreiche Ausflüge gemacht, wie z. B. ins Schwimmbad, zur Sommerrodelbahn und in den nahen Wald. Es gibt eine Kletterwand und einen Abenteuerspielplatz, kurz: alles, was ADS-Kinder brauchen, um sich wohlzufühlen.

Die Gruppen sind bewusst klein gehalten und umfassen maximal 8 Kinder. Wer möchte, kann darüber hinaus noch an einem Neurofeedback-Training teilnehmen, einem computergestützten Training für mehr Aufmerksamkeit und Konzentration.

Die Eltern haben die Wahl, entweder eine entspannte Woche zu Hause oder an einem anderen Ort zu verbringen oder im angeschlossenen Hotel Lindenhof SALEM, separat von den Kindern, ebenfalls Urlaub zu machen. In einem Elternseminar werden sie dabei unterstützt, klare Erziehungsstrukturen aufzubauen, damit wieder ein besseres Miteinander in den Familien entstehen kann.

Mehr Infos gibt es unter www.kindererlebnisfreizeit.de.

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„ADHS-Seminar“ am 21.01. in Berlin

Posted on Dezember 21, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Berlin, Fortbildung, Gesundheit, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Der Verein Berliner Pflegeeltern e.V. lädt am 21.01.2012 zu einem Seminar zum Thema „ADHS“ mit Referentin Dr. Fischer-Horn ein.

In diesem Seminar wird es unter anderem um Fragen gehen wie z.B.

  • Leben mit einem ADHS Kind
  • Welche Fortschritte gibt es in der Medizin?
  • Welches Medikament ist für mein Kind das Richtige, gibt es Alternativen?

Jeder Teilnehmer bekommt eine Hausaufgabe, die in einem weiteren Seminar am 02.03. besprochen wird .

nähere Informationen

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Themenabend für Pflegeeltern am 27.06. in Herford

Posted on Juni 22, 2011. Filed under: Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Der AWO-Pflegekinderdienst im Kreis Herford lädt in Kooperation mit dem Familienbildungswerk der AWO zu einem Themenabend für Pflegeeltern ein. Die Heilpraktikerin und Physiotherapeutin Anne Dölling referiert zum Thema „Andere Wege im Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern.

In diesem Vortrag werden ADHS, Hyperaktivität, Impulsivität, Lern- und Schlafstörungen, Umgang mit emotionalen Problemen und Ängsten aus der Sicht der Naturheilkunde und auf der Basis der aktuellen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse betrachtet. Welche Nährstoffe bringen Energie, dämpfen Stress und fördern die Konzentration? Welche naturheilkundlichen Mittel können unterstützend eingesetzt werden?

Der Themenabend findet am Montag, dem 27.Juni, 19.30 Uhr im Haus der AWO Oetinghausen, Eilshauser Str. 32 in Hiddenhausen statt.

Rückfragen und Anmeldungen beim AWO-Pflegekinderdienst, Tel. 05221/2758207.

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Freizeiten speziell für Kinder mit ADS/ADHS

Posted on Juni 7, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Schon seit einigen Jahren bietet der Lindenhof Salem aus Stadtsteinach im Landkreis Kulmbach sehr erfolgreich Kinder-Erlebnis-Freizeiten speziell für Kinder mit ADS/ADHS an.

In den Sommerferien sind folgende Termine geplant:

1. Termin:     24.07. – 31.07.2011
2. Termin:     07.08. – 14.08.2011 (ausgebucht)
3. Termin:     21.08. – 28.08.2011

Programmflyer und Anmeldeformular

Nähere Informationen auf www.kindererlebnisfreizeit.de

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„Was hilft unruhigen Kindern und Jugendlichen? Alternativen zu einer medikamentösen Behandlung“ am 18.01. in Vlotho

Posted on Dezember 26, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Schule, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Was hilft unruhigen Kindern und Jugendlichen?“ fragt das Seminar, das vom LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho am 18.01. in Vlotho veranstaltet wird.

Es zeigt pädagogischen Mitarbeiter/innen aus Tageseinrichtungen für Kinder, Lehrer/innen, Familien- und Erziehungsberater/innen und interessierten Eltern Alternativen zu einer medikamentösen Behandlung auf und bietet Informationen zum Umgang mit unruhigen Kindern und zu der Modediagnose AD(H)S: Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität.

Die Diagnostik und mögliche Erklärungsmodelle werden dargestellt und kritisiert. Möglichkeiten der Beratung und Behandlung, insbesondere der pädagogischen Intervention zu Hause und in der Schule, werden beschrieben und als Alternativen zu einer medikamentösen Behandlung diskutiert.

Referent wird Dipl.-Psychologe Friedrich Kassebrock aus Bethel sein.

Nähere Informationen

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„Chaos oder unerträgliche Belastung? ADHS bei Pflege- und Adoptivkindern“ am 18.01. in Augsburg

Posted on Dezember 10, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Fortbildung, Gesundheit, PFAD Verband, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Chaos oder unerträgliche Belastung? ADHS bei Pflege- und Adoptivkindern“ ist eine Veranstaltung des PFAD für Kinder Augsburg e.V. überschrieben. Am Dienstag, den 18.01.2011 von 19.30 – 21.30 Uhr findet die Fortbildung mit Dipl. Psych. Dirk Guggemos im Haus Tobias in Augsburg statt.

Anmeldungen sind über das Anmeldeformular bis zum 10.01. möglich.

Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung zeigt ein Störungsbild, das durch vielfältige Faktoren bedingt ist und eine genetische Komponente aufweist. Das Zusammenwirken von Motivation, Emotion, Kognition und Bewegungsverhalten (exekutive Funktionen) ist besonders eingeschränkt. Etwa drei bis zehn Prozent aller Kinder zeigen Symptome im Sinne einer ADHS-Erkrankung. Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen.

Die Symptome können mit unterschiedlicher Ausprägung bis in das Erwachsenenalter hinein fortbestehen. Sind Pflege- und Adoptivkinder betroffen ergeben sich daraus Schwierigkeiten da eine Abgrenzung zu Bindungsstörungen, einer Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen sehr schwierig ist. Mythen und Fakten liegen oft nahe bei einander. Für Pflege- und Adoptiveltern wird der erzieherische Alltag oft zur „Schwerstarbeit“.

Der Referent wird auf die Diagnosestellung eingehen. Der Umgang mit dem Erkrankungsbild spielt eine wichtige Rolle da die äußeren Umstände, die individuelle Ausprägung und die eigene Belastbarkeit entscheidend sind. Hinweise aus der Praxis runden den Fachvortrag ab.

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BPtK: Ritalin & Co bei der ADHS-Behandlung nur noch zweite Wahl

Posted on September 30, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Gesundheit, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Stellungnahmen | Schlagwörter: |

Bei der Behandlung von ADHS-Kindern darf nicht mehr zuerst ein Medikament mit dem Wirkstoff Methylphenidat verordnet werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 16. 09. beschlossen (siehe PM des G-BA vom 16.09.2010). Danach ist es unzulässig, Kinder, die an einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erkrankt sind, sofort medikamentös zu behandeln. „Was alle Experten schon lange wissen und fordern, ist jetzt auch per Richtlinie festgelegt: ADHS-Kinder brauchen Spezialisten für Verhaltensstörungen, damit eine Behandlung erfolgreich ist“, stellt Peter Lehndorfer, Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), fest. „Der G-BA hat damit der fahrlässigen Verordnung von Ritalin & Co einen Riegel vorgeschoben.“

Die Diagnose und Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen weist seit Jahren gravierende Mängel auf. „ADHS wird vorschnell diagnostiziert und einseitig medikamentös behandelt“, kritisiert BPtK-Vorstand Lehndorfer. Von 1997 bis 2006 stieg die Menge der verordneten Tagesdosen um das zehnfache. Jetzt hat der G-BA die Kriterien für eine bessere Diagnose und Behandlung festgelegt. Die geänderte Arzneimittel-Richtlinie schreibt jetzt vor, dass

  • eine Behandlung von ADHS ohne Medikamente beginnen muss,
  • Methylphenidat erst dann eingesetzt werden darf, wenn die nicht-medikamentöse Behandlung nicht erfolgreich ist,
  • Methylphenidat auch dann nur innerhalb einer therapeutischen multimodalen Gesamtstrategie eingesetzt werden darf, die neben
  • pharmakologischen Maßnahmen insbesondere auch psychologische, pädagogische und soziale Therapiekonzepte nutzt,
  • die Behandlung unter Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern durchgeführt werden muss,
  • der medikamentöse Einsatz besonders zu dokumentieren ist, insbesondere bei einer Dauertherapie über zwölf Monate,
  • mindestens einmal jährlich die medikamentöse Behandlung unterbrochen und neu beurteilt werden muss,
  • die ADHS-Diagnose auf Kriterien der DSM-IV oder der ICD-10-Klassifikation beruhen muss.

„ADHS ist damit keine Domäne der Arzneimitteltherapie mehr“, fasst Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Peter Lehndorfer die neuen Vorschriften zusammen, nach denen Methylphenidat verschrieben werden darf. „Bei der Diagnose von ADHS reicht es nicht mehr, ein oder zwei Symptome festzustellen und dann zum Rezeptblock zu greifen. Nutzen und Risiken einer medikamentösen Behandlung müssen jetzt sehr viel sorgfältiger beachtet werden.“ Als Nebenwirkungen von Methylphenidat treten auf: Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, emotionale Labilität („Weinerlichkeit“) und langfristig ein geringeres Körperwachstum.

„Nun besteht allerdings die Gefahr, dass auf andere Wirkstoffe, insbesondere Atomoxetin („Stratera“), umgestiegen wird“, warnt BPtK-Vorstand Lehndorfer. „Dabei hat der Hersteller selbst schon auf ein erhöhtes Suizidrisiko bei der Einnahme von Atomoxetin hingewiesen.“

ADHS ist eine der häufigsten Verhaltensstörungen im Kinderalter. ADHS wird derzeit bei rund fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland diagnostiziert (KiGGS, 2007). Viele Auffälligkeiten von ADHS-Kindern lassen sich bis ins Säuglings- und Kleinkindalter zurückverfolgen. Viele hatten bereits im frühesten Alter Ess- oder Schlafprobleme („Schreibabys“). Ernste Schwierigkeiten tauchen jedoch meist erst mit der Einschulung auf, weil sich die Kinder kürzer als andere konzentrieren und sich leichter ablenken lassen. Jüngste US-amerikanische Studien weisen jedoch darauf hin, dass vor allem die jüngeren Kinder in einer Klasse eine ADHS-Diagnose erhalten. „Kinder entwickeln sich sehr unterschiedlich“, betont BPtK-Vorstand Lehndorfer. „Jüngere Kinder sind selbstverständlich unruhiger als ihre älteren Klassenkameraden. Sie dürfen deshalb nicht als krank diagnostiziert werden.“ Liegt jedoch ADHS vor, reicht eine einseitige medikamentöse Behandlung nicht aus. Leitlinien (z. B. NICE Clinical Guideline, 2009) empfehlen eine multimodale ADHS-Therapie. Diese umfasst

  • Aufklärung und Beratung der Eltern, des Kindes oder Jugendlichen und der Erzieher bzw. Lehrer,
  • Elterntraining und Familientherapie,
  • Interventionen im Kindergarten oder in der Schule,
  • Psychotherapie des Kindes oder Jugendlichen,
  • Pharmakotherapie unter sorgfältiger Abwägung des Nutzens und der Risiken.

„Nun sollte die Chance genutzt werden, bei der Diagnostik und Behandlung der ADHS stärker auf die Kompetenzen von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zurückzugreifen“, empfiehlt Lehndorfer. „Die Kooperation zwischen Kinderärzten und Psychotherapeuten sollte deutlich intensiviert werden, damit die Schwere der Symptomatik von unruhigen Kindern richtig eingeschätzt wird und auch im Falle einer medikamentösen Mitbehandlung die Expertise der Psychotherapeuten bei der Beurteilung des Krankheitsverlaufs einfließt.“

Der G-BA folgt mit der Änderung der Verordnungsfähigkeit von Methylphenidat-haltigen Arzneimitteln in der Arzneimittelrichtlinie einer Entscheidung der Europäischen Kommission vom 27. Mai 2009 und der Zulassungseinschränkung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Wirkung zum 1. September 2009.

Quelle: Pressemitteilung der Bundespsychotherapeutenkammer vom 24.09.2010

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Aktueller Begriff: Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung – ADHS

Posted on September 27, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Gesundheit, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

(pfad/schulz) Die neueste Veröffentlichung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages vom 24.09. 2010 erklärt den Begriff Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung – ADHS.

Verfasser ist RD Hans-Henner Becker, M.A. vom Fachbereich WD 9, Gesundheit, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Er stellt die unterschiedlichen, teils kontroversen Sichtweisen informativ und knapp dar.

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Anwendung von Neurofeedback bei Kindern mit AD(H)S, Autismus, Lernstörungen und posttraumatischer Stressbelastung“ am 07.10. in Stuttgart

Posted on September 14, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Baden-Württemberg, Fortbildung, Gesundheit, PFAD Verband, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , |

Am 07.10. bietet der PFAD-Ortsverein Tagesmütter und Pflegeeltern Stuttgart e.V. für Vollzeitpflege- und Adoptiveltern die Fortbildung „Anwendung von Neurofeedback bei Kindern mit AD(H)S, Autismus, Lernstörungen, posttraumatischer Stressbelastung “ an. Sie findet ab 20 Uhr mit der Ärztin, Ergotherapeutin und Heilpraktikerin Dr. Edith Schneider in den Räumen des Vereins in der Schloßstr. 81 in Stuttgart statt.

Biofeedback ist eine Therapieform, die die Einheit von Körper und Geist anspricht und die es mit Hilfe elektronischer Geräte ermöglicht psychophysiologische Prozesse bewusst wahrzunehmen und sie zu steuern. Eine besondere Anwendung des Biofeedback ist Neurofeedback, dessen Ziel es ist, elektrochemische Vorgänge im Gehirn zu trainieren und zu optimieren. Dazu wird das Elektroenzephalogramm gemessen und dem Trainierenden rückgemeldet. Verschiedene Störungen wie z.B. ADHS, Epilepsie und Migräne können mit abweichenden Gehirnstrommustern verbunden sein, die über das Training positiv verändert
werden können.

Biofeedback und Neurofeedback sind ganzheitliche Methoden deren Zielsetzung die Bewusstmachung der Verbindung und gegenseitige Beeinflussung von Körper und Geist ist. Durch Biofeedback und Neurofeedback sollen Selbstregulation, Kontrolle und Flexibilität erreicht und dadurch Gesundheit, Lernen und Leistung verbessert werden.

Um Anmeldung wird gebeten.

Kontakt:
Tagesmütter und Pflegeeltern Stuttgart e. V., Schloßstr. 81, 70176 Stuttgart, Fax: 0711 / 61 27 92, buero@tagesmuetter-stuttgart.de

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ADHS-Infoportal geht online

Posted on März 3, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

Am 02.03.2010 wurde das neue ADHS Infoportal www.adhs.info online geschaltet. Es wurde von Wissenschaftlern der Uniklinik Köln im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt.

Das Portal bietet Informationen, die auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sind: betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Bezugspersonen und Pädagogen. Die neue Informationsseite ist durch das „zentrale adhs-netz“ unter Federführung von Professor Döpfner aus der Kölner Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie entstanden.

Pressemitteilung der Uniklinik Köln vom 02.03.10

Pressemitteilung des Bundesministerium für Gesundheit vom 02.03.10

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Desorganisation und Vergesslichkeit können auf ADHS bei Erwachsenen hinweisen

Posted on Juli 10, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Wenn Erwachsene auffällig desorganisiert, fahrig und schnell reizbar sind, kann die Ursache eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sein. „Von ADHS betroffene Erwachsene sind leicht ablenkbar, vergesslich und können oftmals ihre Zeit schlecht einteilen“, beschreibt Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Krefeld, die Anzeichen von ADHS. „Von Außenstehenden wird dies fälschlicherweise als Mangel an Disziplin oder als Faulheit angesehen. Auch Wutausbrüche oder sozial unangemessenes Verhalten sind typische Symptome, die die Betroffenen dann häufig in missliche Situationen bringen.“ Darüber hinaus können sich eine ganze Reihe von Begleiterkrankungen zeigen. Häufig sind etwa Angst- und Zwangsstörungen, aber auch Persönlichkeitsstörungen, Depressionen und viele Suchterkrankungen – von Ess-, Kauf- und Spielsucht bis hin zu Substanzmissbrauch. „Solche Störungen sollten auch auf einen möglichen Zusammenhang mit ADHS hin überprüft und gegebenenfalls gezielt therapiert werden“, betont Dr. Bergmann, niedergelassener Psychiater in Aachen.

ADHS gilt als typische psychiatrische Störung des Kindes- und Jugendalters. Dass die Erkrankung auch bei Erwachsenen auftritt, ist in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt. Es leiden aber immerhin geschätzte 3 bis 4% aller Erwachsenen an der Störung. Und bis zu 70% aller Kinder und Jugendliche, bei denen ADHS diagnostiziert wurde, leiden auch als Erwachsene noch unter der Störung. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen bestehen die auch für Kinder typische Aufmerksamkeitsstörung, Defizite der Impulskontrolle sowie eine motorische Überaktivität. Häufig findet aber nach der Pubertät ein Symptomwandel statt, und es können die beschriebenen Begleiterkrankungen auftreten. „ADHS bei Erwachsenen darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn die Betroffenen leiden nicht nur selbst unter der Störung, sie können auch zu einer großen Belastung für Angehörige und Kollegen werden“, warnt Dr. Bergmann. „Bei Erwachsenen wird ADHS oft gar nicht oder nur verspätet diagnostiziert, obwohl zahlreiche Hinweise darauf bei den Betroffenen erkannt werden könnten.“

ADHS kann auf vielerlei Weise behandelt werden, am besten mit der Hilfe eines Experten, der alle Aspekte des Krankheitsbildes kennt. „Um eine Benachteiligung im Beruf und im Privatleben zu vermeiden, ist es wichtig, dass Betroffene sich nicht scheuen, einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufzusuchen“, empfiehlt Dr. Bergmann. „Mit einer spezifischen, individuell ausgerichteten Psychotherapie lassen sich beispielsweise das Arbeitsverhalten und die Organisation erheblich verbessern.“ Es ist wichtig, dass ADHS-Patienten selbst herausfinden, unter welchen Umständen sie sich am besten konzentrieren können. „Viele Betroffene bekommen ihr Leben besser in den Griff, wenn sie strukturierte Tagesabläufe einhalten, Arbeiten der Reihe nach erledigen und Termine selbst setzen können. Einige Menschen mit ADHS sind aber gerade dann am leistungsfähigsten, wenn sie bei der Arbeit Musik hören oder mehrere Dinge gleichzeitig tun“, erläutert Dr. Bergmann. Da bei ADHS ein Ungleichgewicht des Botenstoffs Dopamin in bestimmten Gehirnbereichen eine entscheidende Rolle spielt, kann auch eine medikamentöse Therapie helfen, die in die entsprechenden biochemischen Prozesse eingreift.

Quelle: Meldung auf Neurologen & Psychiater im Netz – 14/2009 vom 08.07.09

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Urlaub mit hyperaktiven Kindern

Posted on Juli 2, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Pflegefamilie, Rechtliches, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Besonders für Eltern hyperaktiver Kinder hat das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland Pfalz einen nützlichen Urlaubstipp. Um Schwierigkeiten an der Grenze mit den für Ihr Kind verschriebenen Medikamenten zu vermeiden, sollten Sie sich rechtzeitig eine Bescheinigung ausstellen lassen. Der zur Therapie von Kindern und Heranwachsenden, die an einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) leiden, häufig eingesetzte Wirkstoff Methylphenidat (Ritalin u.a.) zählt, was vielen Betroffenen nicht bewusst ist, ebenso zur Gruppe der Betäubungsmittel, wie zum Beispiel Morphin und Methadon. In vielen Fällen handelt es sich bei dem Einsatz dieser Medikamente um eine notwendige Dauermedikation.

Steht eine Reise ins Ausland an, meist in der Urlaubszeit, stellt sich für die Betroffenen oder ihre Angehörigen in diesem Zusammenhang oft die Frage, ob die beschriebenen Medikamente über die Grenze mitgeführt werden dürfen, ohne dass Probleme mit dem Zoll oder der Polizei entstehen. Für die Staaten, die dem Schengener Abkommen angehören, wurde mit Art. 75 dieses Abkommens ein standardisiertes Verfahren zur Mitnahme von Betäubungsmitteln geschaffen, um das Verfahren für Patienten zu vereinfachen und auf eine sichere Basis zu stellen. Zu den Mitgliedstaaten des Schengener Abkommens gehören derzeit Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Spanien, Portugal, Italien, Österreich, Griechenland, Schweden, Norwegen, Finnland, Island, Dänemark, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Schweiz.

Bei Reisen bis zu 30 Tagen in diese Länder sollte die Mitnahme von ärztlich verschriebenen Betäubungsmitteln in ausreichender Menge mit einer vom Arzt ausgefüllten und durch die zuständige oberste Landesgesundheitsbehörde oder eine von ihr beauftragte Stelle beglaubigten Bescheinigung erfolgen. Die Zuständige Stelle in Rheinland-Pfalz ist das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung. Das Formular kann dort per Post bezogen oder von der Internetseite unter den Punkten „download“, „Öffentliches Gesundheitswesen“ heruntergeladen werden.

Gerade in der Urlaubszeit ist immer wieder festzustellen, dass Betroffene oder ihre Angehörigen erst unmittelbar vor der Abreise die notwendige Bescheinigung beantragen oder in manchen Fällen ohne die Bescheinigung den Urlaub antreten. Dies kann mit erheblichen Problemen verbunden sein. Deshalb sollten sich Betroffene möglichst frühzeitig vor Urlaubsantritt um eine Bescheinigung bemühen. Das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung steht für Beratung und Hilfestellung zur Verfügung.

Ist eine Reise in ein Land beabsichtigt, welches kein Mitgliedstaat des Schengener Abkommens ist, so empfiehlt das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung eine ärztliche Bescheinigung in englischer Sprache mitzunehmen, die Angaben über die Einzel- und die Tagesgabe sowie die Reisedauer enthält. Da das „Schengen-Formular“ alle notwendigen Angaben fordert, die auch in einer ärztlichen Bescheinigung aufgeführt werden sollten, und dazu noch die englische und französische Übersetzung liefert, kann auch dieses verwandt werden. Bei der zuständigen Botschaft in Deutschland können außerdem die genauen Richtlinien des Urlaubslandes erfragt werden.

Quelle: LSJV-Newsletter vom 29.06.2009

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Zentrales ADHS-Netz: Förderung von ADHS-Kindern kann Lehrer und Schüler entlasten

Posted on Juni 12, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Gesundheit, Pflegefamilie, Publikationen, Schule, Stellungnahmen | Schlagwörter: |

Die gesetzlichen Möglichkeiten zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS in der Schule, die in vielen Bundesländern bestehen, werden vor Ort kaum umgesetzt. Das fördert dann die Auffälligkeiten, die mit ADHS einhergehen, überfordert Lehrer und beeinflusst alle Schülerinnen und Schüler. Deshalb setzt sich das zentrale adhs-netz für die frühzeitige gezielte Förderung ein.
Schüler, die die Diagnosekriterien für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erfüllen, haben aufgrund ausgeprägter Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit besondere Probleme, den Anforderungen in den Schulen gerecht zu werden. Es fällt Ihnen schwer, sich während des Unterrichts auf ihre Aufgaben zu konzentrieren, Anweisungen der Lehrer nehmen sie nicht wahr, sie ermüden schnell und lassen sich von anderen Schülern leicht ablenken (Unaufmerksamkeit); sie stehen während des Unterrichtes mehrfach auf oder rutschen unruhig auf dem Stuhl hin und her, ständig fällt ihnen etwas zu Boden (Hyperaktivität); sie rufen impulsiv in die Klasse, beginnen Aufgaben bevor sie erklärt sind (Impulsivität).

Nach aktuellen Studienergebnissen der Universität Köln zeigen nach Einschätzung der Lehrer mehr als ein Viertel aller Grundschüler zumindest einige Symptome von ADHS. Pädagogen sehen einen hohen Anteil von Kindern, die die Diagnose haben und haben daher einen hohen Beratungs-, Fortbildungs- und Unterstützungsbedarf. Die Schule ist ein zentraler Lebensbereich des Kindes, ADHS stellt also eine große Herausforderung im pädagogischen Alltag dar.

Das bundesweit agierende zentrale adhs-netz wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit aufgebaut und hat zum Ziel, die Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) zu verbessern. Dies bedeutet vor allem die Förderung, Bestimmung und Optimierung der Rahmenbedingungen für die bestmögliche gesundheitliche Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS.

Vor diesem Hintergrund hat sich das zentrale adhs-netz die Aufgabe gestellt in einer Arbeitsgruppe Eckpunkte zu ADHS und Schule zu erarbeiten. In diesen Eckpunkten wird vor allem auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass die Schule Schülern mit ADHS angemessene Fördermöglichkeiten zur Verfügung stellt und die Einschränkungen, die sie aufgrund der ADHS-Problematik haben, durch entsprechende Regelungen reduziert (Nachteilsausgleich) sowie die Fortbildung der Lehrer in diesem Bereich verbessert. Das zentrale adhs-netz hat daher auch auf seiner Website einen Bereich für Pädagogen eingerichtet, der spezifische Informationen enthält.

Das Eckpunktepapier haben wir den Kultusministerien zur Kenntnis gegeben und diese um Stellungnahme gebeten. 14 von 16 Bundesländern haben bislang darauf differenzierte Stellungnahmen abgegeben. Insgesamt lässt sich feststellen, dass auf der Grundlage der in den Ländern gültigen Verordnungen, Förderungen prinzipiell möglich sind. In einzelnen Bundesländern sind zudem Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs vorgesehen. Wie Rückmeldungen aus dem schulischen Alltag zeigen, sind diese Fördermöglichkeiten nur in Ansätzen realisiert. Und auch die Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs werden kaum angewandt. Zu den Ursachen zählt sicher, dass die Konzepte hierzu nicht ausreichend ausgearbeitet sind und die Problematik sowie der Umgang mit ADHS in der Fortbildung der Lehrer nicht genügend Beachtung findet.

Daher fordern wir (1) auf wissenschaftlicher Ebene die Ausarbeitung, Erprobung und Evaluation von umsetzbaren pädagogischen Konzepten; (2) auf politischer Ebene notwendige finanzielle und personelle Ressourcen zu Verfügung zu stellen, um die Konzepte auch umzusetzen; eindeutige Regelungen zum Nachteilsausgleich; die Integration von Schulen in andere Hilfesysteme und Netzwerke: ein umfassendes Behandlungskonzept beinhaltet nämlich nicht nur eine gezielte pädagogische Förderung und Intervention sondern auch psychologische Therapie und gegebenenfalls eine unterstützende medikamentöse Therapie. Eine intensive Kooperation der Beteiligten ist dabei grundlegende Voraussetzung.

Durch verstärkte Bemühungen im Sinne des Eckpunktepapiers und durch die Kooperation aller Beteiligten besteht die Chance, dass die Kinder ihre Kreativität und ihr Potential ausschöpfen können und langfristig eine positive Entwicklung nehmen.

Quelle: Pressemitteilung des zentralen adhs-netz Universitätsklinikum Köln vom 09.06.09

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Erwachsene mit ADHS für Befragung gesucht

Posted on Mai 6, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Pflegefamilie, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Für eine wissenschaftliche Studie sucht die Gesellschaft für Empirische Beratung mbH in Kooperation mit dem Selbsthilfeverband ADHS Deutschland e.V. noch Erwachsene mit ADHS.

Aufgrund einer bisher noch nicht ausreichenden Anzahl von Studienteilnehmern wurde die Befragung verlängert bis zum 15.05.09.

nähere Informationen

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Eil-Petition zur Versorgung von Patienten mit ADHS und Entwicklungsstörungen in Deutschland

Posted on September 9, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Gesundheit, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Aufgrund der aktuellen Versorgungssituation haben ADHS Deutschland e.V., Bundesvereinigung Aufmerksamkeitsstörung e.V. Königswinter (BVAD) und das Kindernetzwerk e.V. Aschaffenburg eine gemeinsame Petition verfasst.

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Umfangreiche Diagnostik bei Verdacht auf ADHS nötig

Posted on August 26, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Pflegefamilie | Schlagwörter: |

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte macht darauf aufmerksam, dass bei einem Verdacht auf ADHS andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen.

Meldung vom 21.08.08

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Forschung zu ADHS

Posted on Juni 28, 2008. Filed under: Forschung, Gesundheit | Schlagwörter: |

Mit neuen Forschungsergebnissen zum Thema ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) beschäftigen sich zwei Meldungen auf Ärztezeitung.de

Was wird aus ADHS-Kindern im Erwachsenenalter? (13.06.08)

Kinder in Städten vermehrt von ADHS betroffen (26.06.08)

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Neue ADHS-Broschüre des Kindernetzwerkes

Posted on Mai 27, 2008. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Der etwas andere Wegweiser durch den Informationsdschungel der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts- Störung (ADHS) von Kindernetzwerk e.V. und der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) liegt nun als gedruckte Farbbroschüre vor.

Mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche sind in Deutschland einschlägigen Studien zufolge von ADHS betroffen. Diese Familien werden heute einer mittlerweile unüberschaubaren Flut von Informationen, Behandlungsempfehlungen und Beratungsanleitungen ausgesetzt. Die Informationsflut ist inzwischen so gewaltig, dass sie zu einer Überforderung vieler Beteiligten führt, da häufig Transparenz und Orientierung fehlen.

Genau an diesem Punkt setzt die Kindernetzwerk Materialiensammlung „ADHS“ an, die inhaltlich und finanziell in enger Kooperation mit der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) in Hamburg erstellt worden ist. Die 40-seitige Broschüre des Kindernetzwerkes informiert kompakt, verständlich und doch aussagefähig über ADHS im Kindes- und Jugendalter und vermittelt weiterführende Adressen und präzise Online-Informationen – insbesondere aus dem großen Bereich der Selbsthilfe.

Fazit: Mit der neuen Kindernetzwerk-Broschüre können sich Familien nun beim Thema ADHS besser orientieren und vielleicht ein wenig früher den für sie richtigen Weg einschlagen. Die 40-seitige DIN-A-4 Broschüre ist für DAK-Mitglieder kostenfrei, ansonsten kann die vollständig farbig Broschüre gegen einen Unkostenbeitrag in Höhe von 7 Euro (zzgl. Porto und Vertrieb) beim Kindernetzwerk (info@kindernetzwerk.de) bestellt werden.

Quelle: Kindernetzwerk-Newsletter vom 26.05.08

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