Ein Kind und viele Eltern: Kindeswohl muss Vorrang haben

Posted on Oktober 25, 2019. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie | Schlagwörter: , , , |

Deutsche Liga für das Kind fordert bei Reformvorhaben eine Stärkung der Position des Kindes

Bei immer mehr Kindern in Deutschland fallen genetische, biologische, rechtliche und soziale Elternschaft auseinander und verteilen sich auf mehr als zwei Personen. Dies gilt für Stief-, Pflege- und Adoptivkinder ebenso wie für Kinder mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen sowie für Kinder, die nach einer Keimzellspende geboren wurden. Die Deutsche Liga für das Kind fordert den Gesetzgeber auf, bei den anstehenden Reformen der Adoptiv- und Pflegekinderhilfe, des Abstammungsrechts und bei den Überlegungen zu gesetzlichen Neuregelungen im Bereich der medizinisch assistierten Reproduktion das Kindeswohl in den Mittelpunkt zu stellen und die rechtliche Position der Kinder zu stärken.

„Elternschaft wird vielfältiger und damit für Eltern und Kinder komplexer. Es ist keine Seltenheit, dass diejenigen Elternpersonen, die im Alltag für das Kind Verantwortung übernehmen, nicht die genetischen und biologischen Eltern sind. Auch die rechtliche Elternschaft kann sich von der sozialen, genetischen und biologischen Elternschaft unterscheiden. Dies stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen“, sagt Prof‘in Dr. Sabine Walper, Präsidentin der Deutschen Liga für das Kind und Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München. „Ausgangspunkt bei allen gesetzlichen Reformbestrebungen muss das Wohl der betroffenen Kinder sein. Wichtig ist vor allem, die Bedürfnisse der Kinder nach kontinuierlichen Beziehungen zu beachten, das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung zu gewährleisten und die Kinder bei der Ausgestaltung von Umgangsregelungen zu beteiligen und sie nicht zu überfordern.“

Anlässlich ihrer wissenschaftlichen Jahrestagung „Ein Kind und viele Eltern. Das Kindeswohl im Kontext genetischer, biologischer, rechtlicher und sozialer Elternschaft“ am 25./26. Oktober in der Botschaft für Kinder in Berlin begrüßt die Deutsche Liga für das Kind die Absicht der Bundesregierung, die Hilfen für Familien bei Adoption zu verbessern. Verbindlich wirksame Bestandteile der Reform sollten sein, dass die Kinder von Beginn an altersgerecht über ihre Adoption aufgeklärt werden und dass die Adoptionsvermittlungsstellen mit den Adoptiv- und Herkunftseltern sowie gegebenenfalls mit dem Kind selbst erörtern, ob und in welcher Weise ein Informationsaustausch und ein Kontakt zwischen den Beteiligten stattfinden kann. Ergänzend sollte neben dem Recht der Adoptiv- und Herkunftseltern auch ein Recht des Kindes auf nachgehende Begleitung durch die Adoptionsvermittlungsstelle eingeführt werden.

Im Bereich der Pflegekinderhilfe setzt sich die Deutsche Liga für das Kind dafür ein, die Kontinuitätsbedürfnisse derjenigen Pflegekinder besser zu beachten, die langfristig in einer Pflegefamilie leben. Bisher stellt das Kindschaftsrecht kein ausreichendes Instrument zur dauerhaften Absicherung von Pflegekindschaftsverhältnissen zur Verfügung. Eine Reform der Pflegekinderhilfe sollte die rechtliche Möglichkeit schaffen, dass Kinder nach gravierenden Leidenserfahrungen in der Herkunftsfamilie bei sozialen Eltern auf Dauer sicher aufwachsen können. Auch eine Reform des Abstammungsrechts sollte im Hinblick auf die zunehmenden Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin die Perspektive des Kindes in den Mittelpunkt stellen und die Übernahme sozialer Elternschaft stärken.

Zu den Referentinnen und Referenten der Tagung unter der Schirmherrschaft von Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, gehören Pia Bergold (Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg), Dr. Ina Bovenschen (Deutsches Jugendinstitut in München), Dr. Katharina Kaesling (Universität Bonn), Prof. Dr. Heribert Kentenich (Fertility Center Berlin), Dr. Petra Thorn (Deutsche Gesellschaft für Kinderwunschberatung) und Prof’in Dr. Sabine Walper (Forschungsdirektorin des Deutschen Jugendinstituts in München).

Die Deutsche Liga für das Kind wurde 1977 gegründet. Sie zählt zu den führenden Verbänden in Deutschland, wenn es um den Einsatz für das Wohlergehen und die Rechte von Kindern geht. Zu den heute rund 240 Mitgliedern gehören wissenschaftliche Gesellschaften, kinderärztliche und psychologische Vereinigungen, Familien- und Jugendverbände und zahlreiche Lions Clubs.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Liga für das Kind vom 25.10.2019

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Artikel „Lebenslüge Adoption: Wenn die Wahrheit ans Tageslicht kommt“

Posted on April 1, 2019. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Jugendhilfe, Podcast / Online, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , |

logoFrüher wurde Adoptiveltern das Verschweigen der Adoption gegenüber dem Kind empfohlen. Dies hat immer noch fatale Folgen für heute erwachsene Adoptierte.
Besser ist die Aufklärung „vom Wickeltisch an“ und es wird sogar überlegt, eine Aufklärungspflicht gesetzlich festzuschreiben.

Zu diesem Thema äußert sich der Artikel „Lebenslüge Adoption: Wenn die Wahrheit ans Tageslicht kommt“ auf BR24 vom 01.04.2019.

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TabuDU – ein Brett-Spiel zur Sexualpädagogik

Posted on April 4, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Das Eylarduswerk hat TabuDU, ein Brett-Spiel zur Sexualpädagogik (Aufklärung, Verhütung, Einstellungen etc.) neu aufgelegt.

Gedacht ist es für eine Gruppe von Jugendlichen ab ca. 14 Jahren und eineN erwachsenEn SpielleiterIn.

TabuDu ist das einzige Brettspiel, das sich an Jungen und Mädchen wendet.

Auf dem DJHT in der letzten Woche in Düsseldorf wurde das Spiel erstmals der Fachöffentlichkeit vorgestellt und erhielt viel positive Resonanz.

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„Adoptiveltern verpassen oft den richtigen Moment“ – Interview mit PFAD-Vorsitzender Dagmar Trautner

Posted on September 8, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Jugendhilfe, PFAD Verband, Publikationen | Schlagwörter: , |

Im Artikel „Das fremde Kind, das von nichts wusste“ berichtet Nina Trentmann in der Berliner Morgenpost vom 04.09. von einer jungen Mutter, die erst als 21-Jährige erfuhr, dass sie als Kleinkind adoptiert wurde. Es wird von ihrer jahrelangen Suche nach ihren leiblichen Eltern und nach sich selbst berichtet.

Ergänzt wird die Geschichte durch ein ausführliches Interview der Autorin mit der PFAD Bundesvorsitzenden, Frau Dagmar Trautner, unter dem Titel „Adoptiveltern verpassen oft den richtigen Moment – Unbedingt vor der Pubertät die Wahrheit erzählen: Warum Kinder möglichst früh erfahren sollten, dass sie adoptiert wurden.“

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„Mit Adoptivkindern über ihre Herkunft sprechen“ am 05.10. in Frankfurt/Main

Posted on September 5, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fortbildung, Hessen, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Am Dienstag, den 05.10. von 20 – 22 Uhr bietet das Zentrum Familie im Haus der Volksarbeit e.V. in Frankfurt am Main den Kurs „Mit Adoptivkindern über ihre Herkunft sprechen“ unter der Leitung von Frau Andrea Tepper an.

Bereits vor der Aufnahme eines Adoptivkindes beschäftigen sich Adoptiveltern mit der Frage, wann und wie sie mit ihrem Kind über seine Geschichte und seine Herkunftsfamilie reden können. Das Adoptivkind soll alles Notwendige und Wichtige erfahren, zum richtigen Zeitpunkt und mit den richtigen Worten. Ist das Kind dann da, erscheinen die Vorsätze nicht immer so einfach in der Umsetzung. Wann ist der richtige Zeitpunkt und wie kann ich die Vorgeschichte meines Kindes in Worte fassen, wird es dadurch verunsichert und verängstigt? Will mein Kind überhaupt etwas hören und was soll ich tun, wenn es mir gar nicht zuhört? Wann versteht mein Kind eigentlich, was ich ihm erzähle? Dürfen wir nicht auch eine ganz normale Familie sein und nicht über Adoption sprechen?

Der Abend soll Gelegenheit bieten, sich mit diesen Fragen auseinander zu setzen und gemeinsam Antworten zu finden.

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Neue Broschüren der BZGA zur Sexualaufklärung von Mädchen und Jungen

Posted on Januar 10, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Untersuchungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigen, dass bis zum vollendeten 17. Lebensjahr rund zwei Drittel der Mädchen und Jungen Geschlechtsverkehr hatten. Entsprechend hoch ist der Bedarf an sexueller Aufklärung. So äußern Jugendliche den Wunsch, vor allem über Zärtlichkeit und körperliche Liebe, Verhütung sowie sexuell übertragbare Infektionen seriöse Informationen zu erhalten. Mit ihrer Aufklärungsreihe „sex ’n’ tipps“ greift die BZgA diesen Bedarf auf und hat für 13- bis 17-jährige Jugendliche drei kompakte Informationsbroschüren im praktischen Taschenformat entwickelt.

Die Broschüre „sex ’n’ tipps: Körper und Gesundheit“ dreht sich um die rasanten physischen und psychischen Veränderungen, die Mädchen und Jungen in der Pubertät erfahren. Sie thematisiert die damit einhergehenden Probleme wie Akne und Menstruationsschmerzen und informiert zudem über die Symptome und Ansteckungswege von sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten, wie Chlamydien und Humane Papillomaviren (HPV).

Die Broschüren „sex ’n’ tipps: Jungenfragen“ und „sex ’n’ tipps: Mädchenfragen“ greifen die drängenden Fragen und Unsicherheiten auf, die Jungen und Mädchen in der Pubertät beschäftigen: Wie fühlt sich die erste Liebe an und wie der erste Kuss? Was muss ich beim ersten Sex beachten und was denkt das andere Geschlecht über Liebe, Sex und Verhütung? Auch kulturelle Besonderheiten wie die Beschneidung bei Jungen werden thematisiert.

Die Broschüren wurden auf der Grundlage von Fragen entwickelt, die Jungen und Mädchen an die Jugendhomepage der BZgA www.loveline.de richteten. Die Internetseite bietet umfangreiche Informationen zu den Themen Liebe, Sex und Partnerschaft, Erfahrungsberichte von Jugendlichen sowie die Möglichkeit, sich mit Experten zu verschiedenen Fragen zu Sexualität und Verhütung auszutauschen.

Die „sex ’n’ tipps“-Broschüren „Körper und Gesundheit“, „Mädchenfragen“ und „Jungenfragen“ stehen zum Download und zur kostenlosen Bestellung unter www.loveline.de zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung der BZGA vom 01.01.10

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„Klapperstorch“ – Broschüre mit Buchtipps zur Sexualerziehung für Eltern und Kinder

Posted on Juli 18, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

pro familia hat im Mai 2009 in 1. Auflage die 136-seitige Broschüre „Klapperstorch“ mit empfehlenswerten Kinder-, Bilder- und Aufklärungsbüchern sowie Elternratgebern zur Sexualerziehung herausgebracht.

Kinder sind neugierig – und Eltern manchmal sprachlos. Gerade wenn es um Sexualität geht, ist es gar nicht so einfach, die Fragen von Sohn oder Tochter zu beantworten. Als Hilfestellung hat das Sexualpädagogische Team der pro familia München aus dem großen Angebot an Büchern rund um Freundschaft und Familie, Gefühlswelten und Sexualität eine Auswahl getroffen und kommentiert.

Die in der Broschüre empfohlenen Bücher richten sich an Kinder im Vorschul- und Grundschulalter und an Eltern.
Ein Schlagwortverzeichnis erleichert die Suche nach passenden Titeln.

nähere Informationen und Bestellmöglichkeit

Dazu ein Radio-Tipp vom 17.06.2009 in der Bayern 2 Sendereihe „Das Notizbuch“:

„Auch moderne Kinder wollen aufgeklärt werden“
Buchtipps / Studiogespräch mit Sebastian Kempf von pro familia
(Podcast, mp3)

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