Informationsabende zur Dauerpflege bei PFIFF Hamburg

Posted on Dezember 8, 2012. Filed under: Bewerber, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Die PFIFF gGmbH Hamburg bietet regelmäßig Informationsabende zur Dauerpflege an. An jeweils zwei zusammenhängenden Terminen werden Informationen über die Voraussetzungen gegeben, die künftige Pflegeeltern mitbringen müssen, über die unterschiedlichen Formen der Pflege, den behördlichen Ablauf einer Vermittlung und die rechtlichen Grundlagen. Der zweite Abend findet in der Regel genau eine Woche nach dem ersten statt.

Von Januar bis Juni 2013 sind folgende Termine jeweils abends von 19.30 bis 22 Uhr geplant:

  • Dienstag, 8. und 15. Januar 2013
  • Mittwoch, 20 und 27. Februar 2013
  • Montag, 18. und 25. März 2013
  • Dienstag, 23. und 30. April 2013
  • Mittwoch, 15. und 22. Mai 2013
  • Donnerstag, 13. und 20. Juni 2013

nähere Informationen

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Informationsabende zur Dauerpflege bei PFIFF Hamburg

Posted on Juni 24, 2012. Filed under: Bewerber, Fortbildung, Hamburg, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Die PFIFF gGmbH Hamburg bietet regelmäßig Informationsabende zur Dauerpflege an. An jeweils zwei zusammenhängenden Terminen werden Informationen über die Voraussetzungen gegeben, die künftige Pflegeeltern mitbringen müssen, über die unterschiedlichen Formen der Pflege, den behördlichen Ablauf einer Vermittlung und die rechtlichen Grundlagen. Der zweite Abend findet in der Regel genau eine Woche nach dem ersten statt.

Von Juli bis Dezember 2012 sind folgende Termine jeweils abends von 19.30 bis 22 Uhr geplant

  • Dienstag, 24. und 31. Juli 2012
  • Dienstag, 14. und 21. August 2012
  • Mittwoch, 12. und 19. September 2012
  • Montag, 15. und 22. Oktober 2012
  • Dienstag, 13. und 20. November 2012
  • Donnerstag, 6. und 13. Dezember 2012

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Pflegemutter entwickelt Bilderbuch „Alle meine Eltern“

Posted on Juni 4, 2012. Filed under: Fachkräfte, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Yvonne Schneider aus Kassel entwickelte im Eigenverlag das Bilderbuch „Alle meine Eltern„. Als Pflegemutter hatte sie nach einem (Bilder-) Buch gesucht, mit dessen Hilfe sie ihrem Pflegekind den Übergang von der Bereitschafts- in die Dauerpflege erklären konnte. Da sie weder im Buchhandel noch im Internet fündig wurde, griff sie selbst zu Stift und Papier und so entstand „Alle meine Eltern„.

Das 20-seitige, broschierte Büchlein in DIN A5 erzählt in kurzen, prägnanten Sätzen und einfachen, klaren Bildern, wie ein Kind aus der Kurzzeitpflege in eine Dauerpflegefamilie umzieht. Kindgerecht wird gezeigt, welche Situationen dabei bedeutsam sind und wie so ein Wechsel konkret aussehen kann. Vieles bleibt dabei offen bzw. der Fantasie des Lesers überlassen, weil das Buch nur einen Einstieg ins Gespräch bieten und den Familien und Kindern, für die es gemacht wurde, Raum für eigene Gedanken und Vergleiche lassen soll. Die Geschichte eignet sich für Pflegekinder (und auch Geschwisterkinder) zwischen ca. 3 und 7 Jahren.

Das Buch ist zum Preis von 5 Euro / Stück zzgl. Verpackungs- und Versandkosten direkt zu bestellen bei: yvonne.schneider77@gmx.de

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PFAD liefert Vorschläge zur Reform des Pflegekinderrechts

Posted on November 19, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

(pfad/us) Auf dem Fachtag „Verlässlichkeit und Verbindlichkeit für Pflegekinder und ihre Familien„, den der PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 18.10.2010 in Berlin ausrichtete, erarbeiteten die zahlreichen TeilnehmerInnen aus Jugendhilfe, Forschung, Rechtswissenschaft und Pflegefamilienverbänden gemeinsam Vorschläge für Gesetzesänderungen zur Reform des Pflegekinderwesens im Sinne einer Verbesserung der kontinuierlichen Lebensplanung für fremdplatzierte Kinder und ihre beiden Familien. Dabei wurden insbesondere die Aspekte Vermittlung, Begleitung, Herkunftselternarbeit und rechtliche Absicherung von Dauerpflegeverhältnissen betrachtet.

Erste Ergebnisse für einen konstruktiven Beitrag zur Gesetzesnovelle wurden dem Ministerium übermittelt. In der PFAD Fachzeitschrift 1/2011 wird ausführlich über die Ergebnisse berichtet werden.

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Justizministerium stellt Empfehlungen zur weiteren Verbesserung des Kinderschutzes vor

Posted on September 14, 2009. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Am 02.09.09 wurde durch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe „Familiengerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls – § 1666 BGB“ vorgestellt. Er  beinhaltet Empfehlungen für eine weitere Verbesserung des Kinderschutzes.

Geplant sind u.a.: …

  • Qualitätssicherung in der Vormundschaft und Pflegschaft

Wird den Eltern nach § 1666 BGB das Sorgerecht ganz oder teilweise entzogen, überträgt das Familiengericht das Sorgerecht auf einen Vormund oder Pfleger. Die Praxis zeigt allerdings, dass es auch im Rahmen einer Vormundschaft oder Pflegschaft im Einzelfall zu einer Kindeswohlgefährdung kommen kann. Die Arbeitsgruppe hält eine Reform des Vormundschafts- und Pflegschaftsrechts für erforderlich und empfiehlt, diesen Reformbedarf in der kommenden Legislaturperiode anhand folgender Eckpunkte zu prüfen:

  • Rechte des Kindes in den Mittelpunkt stellen

Die Entwicklung und das persönliche Wohl des Mündels stehen in der Praxis häufig nicht im Fokus der Amtsführung des Vormunds. Schwerpunkt ist nicht die Personensorge, sondern die Vermögenssorge und die rechtliche Vertretung des Kindes oder des Jugendlichen. Insbesondere dann, wenn das Kind in einer Einrichtung oder in einer Pflegefamilie untergebracht ist, ist die Tätigkeit des Amtsvormunds eher verwaltender als fürsorgender Natur. Ein persönlicher Kontakt zwischen dem Vormund und dem Kind oder Jugendlichen besteht in diesen Fällen häufig nicht. Um dies zu ändern, empfiehlt die Arbeitsgruppe Maßnahmen, um künftig die Rechte des Kindes in den Mittelpunkt zu stellen (z. B. Recht des Kindes auf Fürsorge, Förderung der Entwicklung, Berücksichtigung seiner Wünsche)

  • Abbau der hohen Fallzahlen in der Amtsvormundschaft

Amtsvormünder sind nach den Erfahrungen der Arbeitsgruppenmitglieder in der Regel für zahlreiche Kinder und Jugendliche zuständig. Meist hat eine Fachkraft im Jugendamt zwischen 60 und 120, in Einzelfällen auch noch mehr Kinder als Amtsvormund zu vertreten. Aus der Praxis kommt die Empfehlung, 50 Vormundschaften je Amtsvormund als Obergrenze anzustreben. Die Rahmenbedingungen in der Amtsvormundschaft müssen so gestaltet werden, dass eine auf die Rechte des Kindes konzentrierte Amtsführung möglich ist.

  • Stärkung der Einzelvormundschaft

Obwohl die Einzelvormundschaft nach dem Gesetz Vorrang hat, stellt in der Praxis die Amtsvormundschaft den Regelfall dar. Um den persönlichen Kontakt zwischen Vormund und Kind zu gewährleisten und eine an den Interessen des Kindes orientierte Amtsführung zu ermöglichen, sollte laut Arbeitsgruppe gezielt die Einzelvormundschaft gefördert werden.

  • Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien

Pflegekinder kommen heute in der Regel aus einer Gefährdungssituation in ihrer Herkunftsfamilie. Für diese Kinder ist eine stabile Familiensituation besonders wichtig und förderlich. Viele Pflegekinder leben aber über längere Zeit im Hinblick auf Herkunftsfamilie und Pflegefamilie in unsicheren rechtlichen Verhältnissen.

Die Arbeitsgruppe regt an, in der kommenden Legislaturperiode zu prüfen, ob ein gesetzlicher Handlungsbedarf hinsichtlich langjähriger Pflegeverhältnisse besteht. Insbesondere soll geprüft werden, wie eine langfristige stabile Situation für das Kind erreicht werden kann (Rückführung in die Herkunftsfamilie oder Adoption / stärkere rechtliche Absicherung der seit längerer Zeit bestehenden Pflegeverhältnisse).

zur vollständigen Pressemitteilung des Bundesministeriums der Justiz vom 02.09.09

Vollständiger Abschlussbericht der Arbeitsgruppe

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Jugendamt Ostvorpommern: „Zuhause auf Zeit“ bietet Ruhe und Hilfe

Posted on Juli 20, 2009. Filed under: Bewerber, Jugendhilfe, Kinderschutz, Meckl.-Vorpommern, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Ostvorpommern. „Es ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, Pflegekinder aufzunehmen und zu betreuen,“ macht Irene Paul, die Leiterin des Jugendamtes Ostvorpommern klar, dass es um mehr als nur ein „Dach über dem Kopf“ geht, wenn Kinder zu Pflegeeltern kommen. Die Gründe für einen solchen Schritt, der vorübergehend, tageweise oder dauerhaft sein kann, sind sehr unterschiedlich. „Nicht in jedem Fall sind es Kinder, die es schlecht in ihren Familien haben.“ Aktiv werde das Jugendamt zum Beispiel auch, wenn ein allein erziehender Elternteil ins Krankenhaus muss und während dieser Zeit Hilfe zur Betreuung seiner Kinder braucht, weil sonst niemand da ist, der einspringen könnte.

Allerdings seien solche Fälle die Ausnahme, weiß die Jugendamtsleiterin. Immerhin hat es über die Kinderschutz-Hotline im Jahr 2008 zwölf Meldungen gegeben, bei denen eine Kindeswohlgefährdung angezeigt wurde. Betroffen waren dabei 17 Kinder. „Nach eingehender Prüfung stellten sich zwei Fälle als ,echte‘ heraus, bei denen acht Kinder involviert waren.“ Insgesamt sei ein Anstieg der „Notruf-Zahlen“ zu verzeichnen. Allein in diesem Jahr seien bisher bereits 16 Meldungen eingegangen.

Im Durchschnitt gibt es in Ostvorpommern jährlich 80 bis 100 Inobhutnahmen. Die Gründe sind vielfältig – sie reichen von Misshandlung, Vernachlässigung über Suchtprobleme der Eltern oder den Tod eines Elternteils bis zum Aufgreifen von „herum stromernden“ Kindern. Viele seien dadurch traumatisiert oder hätten Beziehungsstörungen. Auch darum sei es wichtig, dass nach der Inobhutnahme sehr genau geprüft werde, wie mit den Kindern weiter umgegangen wird. „Jeder einzelne Fall ist anders – wir orientieren zwar darauf, dass nach spätestens zehn Tagen entschieden sein sollte, was mit den Kindern geschieht, wohin sie kommen, doch ein Dogma ist es nicht“, so Paul weiter. Nicht wenige der Betroffenen könnten nach einer kurzfristigen Maßnahme durchaus wieder in ihre Familie zurückkehren oder bei Verwandten untergebracht werden – andere brauchen für längere Zeit Pflegeeltern.

Und diese sollten liebevoll sowie konsequent erziehen und fördern können. „Außerdem sollten sie zur Zusammenarbeit mit den leiblichen Eltern der Kinder bereit sein“, teilte Thomas Gleißner vom Caritasverband Berlin mit, der in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Pflegeeltern betreut. Denn neben der finanziellen Unterstützung, die je nach Alter gestaffelt ist, brauchen die „Eltern auf Zeit“ fachkundige Beratung, Schulungen sowie Hilfe und Ansprechpartner, die ihnen jederzeit zur Seite stehen. „Wir sind sehr daran interessiert, dass sich Bürger melden, die diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen möchten. Denn viele der betroffenen Kinder brauchen einen Ort, wo sie zur Ruhe kommen, familiäre Wärme und Zuwendung finden – ein gutes Zuhause eben.“

Quelle: Artikel von Veronika Müller im Usedom Kurier vom 20.07.09

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Artikel: Vernachlässigung – Pflegekinder bekommen Geborgenheit auf Zeit

Posted on Juni 24, 2009. Filed under: Berlin, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Fälle von verwahrlosten, misshandelten Kindern wie in Berlin. Sie werden von ihren Eltern allein gelassen und geschlagen. In Pflegefamilien finden die Kinder Zuwendung. Oft zum ersten Mal in ihrem Leben.

Es ist dieser Moment, der Angelika Hildebrandt immer weiter machen lässt. Der Augenblick, in dem plötzlich ein Lächeln über ein ernstes Kindergesicht huscht. Oder sich eine kleine Hand in die eigene schiebt. Erstes zaghaftes Vertrauen. Manchmal dauert es ein paar Stunden, bis es soweit ist, manchmal Tage. Je nachdem, was das Kind schon erlebt hat. Ob es misshandelt wurde. Oder in einer verwahrlosten Wohnung zurückgelassen. Angelika Hildebrandt ist Pflegemutter, sie bietet Kindern in ihrer Familie ein Zuhause auf Zeit.

Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Fälle von verwahrlosten, misshandelten Kindern wie in Berlin. Das liege zum einen an der Großstadt „mit den vielen Problembezirken“, so Hans-Joachim Blume, Leiter des zuständigen Dezernats 12 im Landeskriminalamt. Zum anderen aber auch daran, dass es nur in Berlin ein eigenes Kommissariat für dieses Fälle gibt. Im vergangenen Jahr befreite die Polizei in Berlin 569-mal Kinder aus verdreckten Wohnungen. In weiteren 579 Fällen mussten die Beamten wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen ermitteln.

Angelika Hildebrandt erschüttert jeder einzelne Fall. Denn sie weiß, dass diese Kinder wahrscheinlich nie vergessen werden, was sie erleben mussten. „Verlassen werden ist eine traumatische Erfahrung“, sagt sie. Seit zwei Jahren nimmt sie kurzfristig Kinder auf, die schnell aus ihren Familien müssen. Sie will diesen Kindern helfen, ihnen zumindest für eine kurze Zeit ein bisschen Geborgenheit schenken. Solange, bis das Jugendamt entschieden hat, was aus ihnen werden soll. Ob sie zurück zu ihren Eltern können. Oder ob sie in einer Dauerpflegestelle besser aufgehoben sind.

Der Abschied vom Pflegekind nach ein paar Wochen oder Monaten fällt Angelika Hildebrandt jedes Mal schwer. Trotzdem hat sie sich bewusst für diese Form, die sogenannte Krisenpflege, entschieden. „In meiner Familie war noch Platz für andere Kinder“, sagt sie. „Allerdings nicht auf Dauer, noch einmal so ein kleines Kind großziehen, das passt nicht zu meiner Lebenssituation.“ Angelika Hildebrandt ist 55 Jahre alt, gelernte Kinderkrankenschwester und Erzieherin. Ihre eigenen vier Kinder sind aus dem Gröbsten raus. Zwei sind bereits erwachsen und aus dem Haus. Die beiden anderen, ein Junge und ein Mädchen, sind Teenager, wohnen bei ihr in Kreuzberg. Auch ihretwegen, und wegen des Geredes, das es in der Schule und der Nachbarschaft geben könnte, will Angelika Hildebrandt ihren richtigen Namen lieber nicht sagen.

Svenja* war eines der ersten Kinder, das Angelika Hildebrandt bei sich aufgenommen hat. „Wir brauchen einen Platz für ein zweijähriges Mädchen“, sagte eine Frau am Telefon damals zu Angelika Hildebrandt, „ganz schnell.“ Polizei und Jugendamt hatten die Kleine gerade aus einer völlig verdreckten Wohnung befreit, das Mädchen war dort ganz allein. Zwei Stunden später stand Svenja dann mit einer Sozialarbeiterin vor der Tür von Angelika Hildebrandt. „Sie trug einen Schlafanzug, war verdreckt, die Haare verfilzt“, erzählt sie, „ihr Gesicht war ernst, erstarrt. Sie ließ alles einfach so über sich ergehen.“ Ganz still saß sie auf dem Sofa, beachtete das Spielzeug nicht, wollte weder Essen noch Trinken.

Nach ein paar Stunden kam Svenja langsam zu sich. Zaghaft lächelte sie ihre große Pflegeschwester an. Angelika Hildebrandt badete das Mädchen, zog ihr neue Sachen an, machte ihr etwas zu essen. „Sie kannte das alles gar nicht“, sagt sie und ihre Stimme klingt noch heute ganz betroffen. „Sie konnte nicht allein aus einem Becher trinken, aß nur mit den Fingern und weinte viel.“
Das sind dann die Momente, die die eigene Familie auf eine Belastungsprobe stellen. „Die macht ja alles kaputt“, sagte Angelika Hildebrandts Sohn entsetzt, als Svenja statt zu spielen, alles zerstörte.

„Es ist nicht einfach mit einem Pflegekind“, sagt Angelika Hildebrandt, „darüber muss sich die ganze Familie von Anfang an klar sein, das müssen wirklich alle wollen.“ Denn da kommt von einem Tag auf den anderen plötzlich ein Kind dazu. Eines, das unter Umständen traumatisiert ist. Das sich ganz und gar nicht so verhält, wie die anderen. Das mit Sachen schmeißt, tobt und schreit. Das klammert und Angst hat. „Das ist sehr anstrengend“, sagt Angelika Hildebrandt, „manchmal ein 24-Stunden-Job“. Sie hält einen Moment inne, dann sagt sie leise: „Aber wenn das Kind dann anfängt zu vertrauen. Wenn es sich entwickelt, Fortschritte macht, das gibt einem sehr viel.“
Svenja lernte spielen und lachen, sprechen und am Tisch essen. Ihre leibliche Mutter meldete sich kein einziges Mal. Sie interessierte sich nicht für ihr Kind. „Sie hatte auch überhaupt keinen Begriff davon, was sie ihm angetan hatte“, sagt Angelika Hildebrandt. Das Amt entschied deshalb in diesem Fall, dass Svenja in einer Dauerpflegestelle besser aufgehoben ist, als bei ihrer Mutter. Nach zwei gemeinsamen Monaten, Monaten, in denen Vertrauen und Zuneigung aufgebaut worden waren, musste Angelika Hildebrandt Abschied nehmen von Svenja. Sie packte die wenigen Sachen des Mädchens zusammen, klebte Fotos in ein Erinnerungsbüchlein, „damit Svenja später weiß, wo sie mal ein paar Monate verbracht hat“ und brachte sie zu ihrer neuen Familie.

Es war ein schwerer Abschied, „aber ich bin froh, dass Svenja ein gutes Umfeld gefunden hat“, sagt Angelika Hildebrandt. „Wenn die Kleine zu ihrer Mutter gekommen wäre, hätte ich mir Sorgen gemacht.“ Oft entscheidet das Jugendamt anders, schickt die Kinder zurück zu ihren Eltern. „Das ist unser erklärtes Ziel“, sagt Heike Dorr-Sallmann, Regionalleiterin im Jugendamt Wedding. „Wir wollen die Eltern dabei unterstützen, dass sie sich selbst um ihre Kinder kümmern können.“ Nur wenn das Kindeswohl gefährdet ist, werden die Kinder dauerhaft in einer anderen Familie untergebracht. „Man muss sich die Situation immer genau ansehen“, sagt Heike Dorr-Sallmann. „In welchem Zustand ist die Wohnung? Wie ist die Bindung von Eltern und Kind? Welchen Eindruck gewinnt man insgesamt?“

Bei dem kleinen Mädchen, das jetzt gerade bei Angelika Hildebrandt lebt, ist der Eindruck gut. Die Mutter war zwar überfordert, konnte sich nicht ausreichend kümmern. „Doch jetzt meldet sie sich oft, will wissen, wie es ihrer Tochter geht“, sagt Angelika Hildebrandt. Ein paar Wochen noch, dann kann das Mädchen vielleicht schon wieder zurück nach Hause. „In diesem Fall wünsche ich mir das auch“, sagt die Pflegmutter, „denn da ist eine Bindung zwischen Mutter und Kind. Mit ein bisschen Unterstützung können die beiden eine glückliche Familie sein.“
* Name geändert

Quelle: Artikel von Nicole Dolif in Berliner Morgerpost vom 21.06.09

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