Zahl junger Men­schen in Erzie­hungs­hilfe im Jahr 2011 kon­stant

Posted on September 18, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , , , , |

WIESBADEN – Im Jahr 2011 begann für rund 519 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland eine erziehe­rische Hilfe des Jugendamtes oder einer Erziehungsberatungsstelle. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das nur rund 500 erzieherische Hilfen mehr als im Jahr 2010 (+ 0,1 %). Gegenüber 2008 stieg die Zahl der neu begonnen Hilfen um rund 17 600 oder 3,5 %.

Den größten Anteil unter allen neu gewährten erzieherischen Hilfen hatte 2011 mit 66 % die Erziehungsberatung – knapp 311 000 junge Menschen nahmen sie in Anspruch. Ihre Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr um 1 % zurück. Rund 53 200 Familien erhielten eine familienorientierte Hilfe, das waren 3,8 % mehr als im Jahr 2010. Mit diesen Hilfen wurden etwa 100 000 Kinder und Jugendliche erreicht. Gut jedes fünfte Kind (21 %), das zusammen mit seiner Familie eine Erziehungshilfe begann, hatte das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet.

Etwas häufiger als im Vorjahr wurden junge Menschen, die eine Erziehungshilfe neu in Anspruch nahmen, außerhalb des Elternhauses untergebracht. Für knapp 51 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene begann eine Vollzeitpflege in einer anderen Familie, eine Heimerziehung oder eine Unterbringung in einer sonstigen betreuten Wohnform. Das waren rund 800 stationäre Hilfen mehr als im Jahr 2010. Die Hälfte der jungen Menschen, die in einem Heim oder einer Pflegefamilie untergebracht wurden, lebte zuvor mit einem alleinerziehenden Elternteil zusammen. Mehr als drei Viertel (77 %) dieser alleinerziehenden Elternteile lebte ganz oder teilweise von Transferleistungen. Dazu gehören zum Beispiel finanzielle Hilfen des Staates wie Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch.

Weitere Ergebnisse zu diesem Thema stehen im Bereich Publikationen, Suchbegriff: „Erzieherische Hilfe“.

Quelle: Statistisches Bundesamt vom 12.09.2012

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Baden-Württemberg: Mehr als 85 000 ambulante und teilstationäre Hilfen zur Erziehung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Posted on August 23, 2012. Filed under: Baden-Württemberg, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Können junge Menschen unter 27 Jahren ihre Probleme nicht alleine oder mit Hilfe ihrer Familie bewältigen, bietet die Kinder- und Jugendhilfe ein breites Spektrum erzieherischer Hilfen an. Diese werden familienorientiert oder an der Problemlage des einzelnen jungen Menschen orientiert durchgeführt. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg feststellt, wurden 85 603 erzieherische Hilfen im Jahr 2011 ambulant oder teilstationär, d.h. unter Verbleib in der Familie, durchgeführt (beendete und am Jahresende andauernde Hilfen).

Die Erziehungs-, Familien- und Jugendberatungsstellen öffentlicher und freier Träger stellen dabei oftmals eine erste Anlaufstelle dar. Im vergangenen Jahr haben 55 108 junge Menschen die Hilfe psychologischer Beratungsstellen allein, mit ihren Eltern oder mit ihrer Familie in Anspruch genommen. 90 Prozent der Erziehungsberatungen richteten sich an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, 54 Prozent an Jungen und junge Männer. 30 Prozent dieser jungen Menschen hatten mindestens einen Elternteil ausländischer Herkunft.

Hilfe und Unterstützung durch einen Erziehungsbeistand erhielten 4 158 junge Menschen im Jahr 2011. Der Erziehungsbeistand hat die Aufgabe, Heranwachsende bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen zu unterstützen und ihre Selbständigkeit zu fördern. 1 572 junge Menschen wurden durch Betreuungshelfer unterstützt. Im Gegensatz zum Erziehungsbeistand werden Betreuungshelfer in der Regel aufgrund richterlicher Weisung tätig. 76 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Einzelbetreuung waren unter 18 Jahre alt, 61 Prozent männlichen Geschlechts. 4 451 jungen Menschen wurde durch soziale Gruppenarbeit geholfen. Sie erhielten in Übungs- oder Erfahrungskursen Hilfestellungen, um Entwicklungsauffälligkeiten und Verhaltensprobleme durch soziales Lernen in der Gruppe zu überwinden. 94 Prozent der Teilnehmer waren im schulpflichtigen Alter, 71 Prozent waren Jungen und junge Männer. Eine besonders familienorientierte Form der ambulanten Erziehungshilfen stellt die sozialpädagogische Familienhilfe dar. Zur Verbesserung der künftigen Entwicklungsmöglichkeiten der minderjährigen Kinder suchten Fachkräfte 12 608 Familien im Jahr 2011 in ihrer häuslichen Umgebung auf. Durch intensive Betreuung und Begleitung unterstützten sie die Familien mit insgesamt 26 714 Kindern in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, bei der Lösung von Konflikten und Krisen sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen. Dabei kommt dem Prinzip der »Hilfe zur Selbsthilfe« und der Bereitschaft zur Mitarbeit aller Familienmitglieder besondere Bedeutung zu. Durch die Hilfegewährung wird angestrebt, die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen außerhalb des Elternhauses zu vermeiden. Bei der Hälfte der sozialpädagogischen Hilfen wuchsen die Kinder oder Jugendlichen bei einem allein erziehenden Elternteil auf. In 70 Prozent der unterstützten Familien lebten ein oder zwei Kinder.

3 148 Jungen und 994 Mädchen unter 18 Jahren befanden sich im Jahr 2011 in einer Tagesgruppenerziehung. Sie erfuhren bei diesem teilstationären Hilfeangebot soziales Lernen und schulische Förderung in Zusammenarbeit von Familie, Schule und Tagesgruppe, ohne dass eine Trennung von der Familie erfolgte. Bei dieser Hilfeart sind die Kinder und Jugendlichen abends, am Wochenende und in den Ferien zu Hause.

In vorrangig ambulanter oder teilstationärer Form wurden 3 564 flexible Hilfen (sonstige erzieherische Hilfen) durchgeführt. Sie richteten sich individuell an 2 869 junge Menschen oder erreichten als familienorientierte Maßnahme 695 Familien.

Die Gründe, weshalb eine ambulante oder teilstationäre Hilfe begonnen wird, sind vielschichtig, der Schwerpunkt je nach Hilfeart etwas unterschiedlich: Belastungen des jungen Menschen durch familiäre Konflikte, eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder des Sorgeberechtigten, Auffälligkeiten in der Entwicklung oder im sozialen Verhalten, sowie schulische oder berufliche Probleme des jungen Menschen waren die Hauptgründe.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 22.08.2012

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Hessen: Über 3100 junge Menschen erhielten Hilfen bei Entwicklungsproblemen – Jungen stärker betroffen als Mädchen

Posted on Februar 11, 2009. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe | Schlagwörter: , , |

Im Jahr 2007 wurde in Hessen 3143 Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen durch Erziehungsbeistand, Betreuungshelfer oder in Form von sozialer Gruppenarbeit bei der Bewältigung ihrer Entwicklungsprobleme geholfen. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren dies etwa genauso viele wie im Jahr zuvor. Während bei 1300 Kindern und Heranwachsenden im Verlauf des Jahres die Hilfe beendet wurde, dauerte sie bei gut 1800 jungen Menschen am Jahresende 2007 noch an.

Den Kindern und Jugendlichen wurden in gut 38 Prozent (1210) der Fälle ein Betreuungshelfer zur Seite gestellt; ein Drittel erhielt Erziehungsbeistand (1027) und rund 29 Prozent (906) nahmen an der sozialen Gruppenarbeit teil.

Mit gut zwei Drittel hatten mehr männliche als weibliche junge Menschen einen Betreuungshelfer. In der sozialen Gruppenarbeit lag dieser Anteil mit 77 Prozent noch höher, beim Erziehungsbeistand mit 61 Prozent etwas niedriger.

Oft lebten die jungen Menschen nur bei einem Elternteil oder in „Patchworkfamilien“. Bei den jungen Menschen, die an einer sozialen Gruppenarbeit teilnahmen, war dies über die Hälfte, bei der Hilfe durch einen Erziehungsbeistand oder Betreuungshelfer lag dieser Anteil sogar bei rund sieben Zehntel.

Ein Drittel der jungen Menschen hatte mindestens ein im Ausland geborenes Elternteil und bei gut 22 Prozent war die in der Familie gesprochene Sprache nicht deutsch.

Hauptzielgruppe der Hilfen für Entwicklungsprobleme sind die 12- bis unter 18-Jährigen. Bei der Hilfe in Form des Betreuungshelfers waren in dieser Altersgruppe 58 Prozent, beim Erziehungsbeistand 63 Prozent und in der sozialen Gruppenarbeit 42 Prozent.

Gegenüber 2006 zeigt sich eine Verschiebung beim Alter. Während die Hilfeempfänger mit einem Erziehungsbeistand oder einem Betreuungshelfer bei Beginn der Hilfe im Durchschnitt älter waren als 2006, wurde bei der sozialen Gruppenarbeit eine gegenläufige Entwicklung beobachtet. Hier gab es eine deutliche Verschiebung zu den Jüngeren, insbesondere zu den unter zwölf Jährigen. Waren 2006 nur zwei Zehntel unter zwölf Jahre; stieg ihr Anteil 2007 bei dieser Hilfe auf fast 45 Prozent.

Pressemitteilung des Hessischen Statistischen Landesamtes vom 02.02.09

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79% mehr erzieherische Hilfen von 1991 bis 2006

Posted on Februar 7, 2008. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik | Schlagwörter: , , , , , , , , |

(Destatis). Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2006 in Deutschland mehr als 651 000 junge Menschen im Alter bis zu 26 Jahren erzieherische Hilfe in Anspruch genommen. Das waren 11% oder 66 000 mehr als 2001 und 79% oder 288 000 mehr als 1991, dem Jahr, in dem das neue Kinder- und Jugendhilfegesetz in Kraft getreten ist.

Unter dem Stichwort „erzieherische Hilfe“ erhalten junge Menschen und Familien bei persönlichen Schwierigkeiten und Konflikten im sozialen Umfeld verschiedene pädagogische Hilfen und Förderungen. Das Spektrum der Unterstützung reicht von Erziehungsberatung über Erziehungsbeistände und soziale Gruppenarbeit, sozialpädagogische Familienhilfe und Tagesgruppenerziehung bis zur Vollzeitpflege in einer anderen Familie und Heimerziehung. 28 von 1 000 jungen Menschen dieser Altersgruppe nahmen im Jahr 2006 eines dieser Hilfeangebote wahr, mehr als doppelt so viele wie 1991 (13 von 1 000).

Ziel der Kinder- und Jugendhilfe ist es, den jungen Menschen einen Verbleib in der Familie zu ermöglichen. So wurden 2006 fast drei Viertel der Hilfen innerhalb der Familie (ambulant) durchgeführt, 4% teilstationär und 23% stationär. Der Anteil der ambulanten Hilfen stieg gegenüber 1991 um 17 Prozentpunkte an, während der Anteil der stationären Hilfen in derselben Größenordnung abnahm.

Insgesamt nahmen mehr Jungen als Mädchen erzieherische Hilfen in Anspruch. Die Geschlechterverteilung variierte 2006 zwischen 50:50 bei der Vollzeitpflege in einer anderen Familie und einem Anteil von 75% männlicher junger Menschen bei der sozialen Gruppenarbeit.

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