Artikel über Studien zu den Auswirkungen früher Stress- und Gewalterfahrungen

Posted on Juni 30, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, International, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Der Artikel „Adoption – Schwere Geburt“ auf Zeit-online vom 30.06.2013 fasst einige internationale Studien über die vielfältigen Spuren, die Stress im frühen Kindesalter hinterlassen kann, zusammen.

Ungewollt auf die Welt zu kommen ist eine extreme Belastung für das Kind. Bereits der Stress in der Schwangerschaft kann den Fötus schädigen. Mit den vielfältigen Folgen haben Adoptiveltern oft lange zu kämpfen. In den vergangenen Jahren haben Forscher herausgefunden, welche psychischen und biologischen Auswirkungen Gewalt im frühen Kindesalter hat.

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Studie zu Auswirkungen von Misshandlungen und Gewalt auf das Gehirn eines Kindes

Posted on Dezember 8, 2011. Filed under: Forschung, International, Publikationen | Schlagwörter: , , |

London/Wien (pte031/06.12.2011/13:55) – Misshandlungen und Gewalt in der Familie programmieren das Gehirn eines Kindes dafür, mögliche Gefahrenquellen besser wahrzunehmen. Das berichten Forscher vom University College London in der Zeitschrift „Current Biology“. In der laut den Wissenschaftlern ersten Untersuchung der beteiligten Gehirnregionen durch funktionelle Bildgebung zeigte sich, dass die Verdrahtung der Neuronen nach Gewalterfahrung ähnlich verändert ist wie bei Soldaten, die in eine Kampfhandlung geraten sind.

Stärkere Reaktion auf Zorn
Schon bisher zählten frühe Gewalt und Misshandlungen zu den stärksten Risikofaktoren aus der Umwelt für spätere Angststörungen und Depression. Über welche Mechanismen diese oft langfristige Prägung geschieht, war jedoch wenig bekannt. Die britischen Forscher beobachteten die Gehirne betroffener Kinder, während sie ihnen Bilder von zornigen und traurigen Gesichtern zeigten. Auffallend aktiv waren der vordere Teil der Inselrinde sowie die Amygdala, zwei für die Wahrnehmung von Gefahren und die Vorwegnahme von Schmerzen zuständige Regionen.

Anpassung mit hohen Kosten
„Die verbesserte Reaktion kann für die betroffenen Kinder eine Strategie sein, die kurzfristig durchaus erfolgreich ist und vor Gefahren schützen kann“, erklärt Studienleiter Eamon McCrory. Statt einer Schädigung wurde somit eine Anpassung an eine gefährliche Umgebung sichtbar. Diese kommt freilich zum Preis der erhöhten Verletzbarkeit gegenüber Stressfaktoren, die auch viel später noch die psychische Gesundheit beeinträchtigen kann. Selbst wenn ein Kind keine direkte Zeichen von Gewalt oder Depression zeigen, können sich somit derartige Erfahrungen auf Neuronenebene auswirken.

Alter entscheidet mit
Der Wiener Kinderpsychiater Max Friedrich sieht bisherige Vermutungen bestätigt. Entscheidend für die Wahrnehmung und Verarbeitung sei allerdings das Alter des Kindes. „In der magisch-animistischen Phase ab drei Jahren werden Gewalterfahrungen verdrängt, etwa in die Märchenwelt. Beim logischen Denken ab sechs Jahren werden in der Amygdala gespeicherte Erlebnisse von früher erstmals real erlebt. Ab dem Jugendalter gelingt das abstrakte Denken“, so der Experte gegenüber pressetext. Der Vergleich mit Soldaten hinke aus diesem Grund etwas.

Ich-Stärkung als Therapie
Vergessen und aus dem Gedächtnis löschen kann man Gewalterfahrungen nicht mehr. Wehrlos sind Menschen, die unter dieser Bürde leiden, allerdings nicht. „Die Psychotherapie kann Mechanismen aktivieren, die einen Gegenpol dazu liefern: Die Stärkung der Persönlichkeit im Denken, Fühlen, Wollen und Handeln, die Identifikation, Vorbildhaltung sowie das intime Einüben neuer Möglichkeiten von Nähe und Distanz“, betont Friedrich.

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Quelle: www.pressetext.com vom 08.12.2011

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Gewalt an Schwangeren verändert Genetik der Kinder

Posted on Juli 22, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Konstanzer Wissenschaftler weisen einen epigenetischen Einfluss von häuslicher Gewalt gegenüber Schwangeren auf die Erbanlagen der Kinder nach

Wenn Mütter in der Schwangerschaft häusliche Gewalt erfahren und somit fortgesetzt einem starken Stress-Erleben ausgesetzt sind, verändert dies die genetische Veranlagung des Kindes und lässt es in seinem späteren Leben anfälliger für Stress und psychische Erkrankungen werden. Was von Wissenschaftlern bereits aus Studien mit Mäusen vermutet wurde, konnte eine Zusammenarbeit von Psychologen und Biologen der Universität Konstanz erstmalig auf molekularer Basis beim Menschen nachweisen. Die Arbeitsgruppen des Psychologen Prof. Dr. Thomas Elbert und des Evolutionsbiologen Prof. Axel Meyer, Ph.D., zeigten auf, dass eine andauernde Bedrohungssituation bei einer Schwangeren eine epigenetische Veränderung im Glucocorticoid Rezeptor-Gen des Kindes bewirkt – einer Erbanlage, die mit Verhaltensauffälligkeiten und der Anfälligkeit für seelische Erkrankungen in Zusammenhang gebracht wird. Die Forschungsergebnisse wurden aktuell im Wissenschaftsjournal „Translational Psychiatry“ der „Nature“-Verlagsgruppe veröffentlicht.

Nachgewiesen werden konnten Veränderungen in den sogenannten Methylisierungsmustern der DNA, was Folgen auf die Entwicklung des Kindes haben kann: „Die genetische Ausprägung im Kind verändert sich, es entwickelt eine anfälligere Stressachse“, erklärt Thomas Elbert die Auswirkungen auf das Kind: „Der Körper der Mutter signalisiert diesen Kindern, dass sie in einer bedrohlichen Umgebung aufwachsen werden. Die Kinder verhalten sich dadurch in ihrem späteren Leben ängstlicher und weniger neugierig.“

„Das Glucocorticoid Rezeptor-Gen ist ein Rezeptor des Stresshormons Cortisol und dient als eine Art Schaltstelle im Hormonsystem“, führt Axel Meyer aus: „Es ist eine Schnittstelle für die Auswirkungen von Hormonen auf Hirnfunktionen – wie zum Beispiel die Reaktion auf Stressoren – und beeinflusst damit die Stressempfindlichkeit eines Menschen wie auch seine Anfälligkeit für psychische Störungen.“ Die Konstanzer Forscher konnten einschlägige Veränderungen in dem Gen bei zehn- bis neunzehnjährigen Kindern vorfinden, deren Mütter in der Schwangerschaft häuslicher Gewalt ausgesetzt waren. Dr. Helen Gunter und Karl Radtke aus der Arbeitsgruppe von Axel Meyer analysierten die Strukturen des Rezeptor-Gens bei 25 Müttern und deren Kindern. Dr. Martina Ruf, Dr. Katalin Dohrmann und Dr. Maggie Schauer aus der Arbeitsgruppe von Thomas Elbert ermittelten den psychologischen Effekt der häuslichen Gewalt, welcher die Mütter vor, während und nach ihrer Schwangerschaft ausgesetzt gewesen waren, auf die Mütter und deren Kinder.

Die Wissenschaftler charakterisierten die epigenetischen Effekte von mütterlichem Stress auf die Erbanlagen ihrer Nachkommen, die möglicherweise eine Veranlagung zu späterer Psychopathologie verursachen können. „Wir wussten zuvor schon aus unseren vorausgehenden Studien, dass Stresshormone massive Veränderungen im Immunsystem nach sich ziehen können. Wir hätten aber nicht erwartet, dass sich auch diese Bedrohungseinflüsse so deutlich im menschlichen Genom nachweisen lassen“, erläutert Elbert.

Die Forscher weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Studie zwar deutlich korrelierende Befunde aufzeigt, dies jedoch kein letztgültiger Beweis eines kausalen Zusammenhangs zwischen mütterlicher Gewalterfahrungen und DNA-Veränderungen bei ihren Nachkommen ist. Im nächsten Schritt ihrer Forschung wollen die Konstanzer Wissenschaftler ihre Untersuchung der stressverursachten epigenetischen Veränderungen auf das gesamte menschliche Genom ausweiten und die biologischen Mechanismen detailliert analysieren.

Ermöglicht wurde das interdisziplinäre Forschungsprojekt durch das Genomics Center der Universität Konstanz (GeCKo), das im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert wird. Ein entscheidender Beitrag im Projekt kam von einem Mitglied des Zukunftskollegs der Universität Konstanz, Dr. Helen Gunter.

Weitere Informationen zum Genomics Center

Quelle: Presseinformation Nr. 82 der Universität Konstanz vom 13.07.2011

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Kurzfilm „Niemals Gewalt“ startet im Internet

Posted on September 18, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

– Gewalt mit den Augen von Kindern sehen
– „Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben“
– „Überall lernt man nur von dem, den man liebt“ (Goethe)

Hamburg, den 18.9.2009 – Der Hamburger Filmemacher David Aufdembrinke hat sich von Astrid Lindgrens Erzählung „Niemals Gewalt“ zu einem Kurzfilm inspirieren lassen. Der 5-minütige Film startet zum diesjährige Weltkindertag (20. September) und ist  unter www.niemals-gewalt.de kostenlos im Internet zu sehen.

Seit Astrid Lindgren 1978 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, sind inzwischen mehr als 30 Jahre vergangen. Die Rede, die sie damals hielt, hat bis heute allerdings nichts an Aktualität verloren. Und mit ihr die kurze Geschichte über die Unsinnigkeit von Gewalt in der Erziehung.

Aufdembrinke war es besonders wichtig, den Blickwinkel des Kindes einzufangen, um den Zuschauern ins Gedächtnis zu rufen, wie Gewalt als Erziehungsmittel von Kindern wahrgenommen wird und dass diese mit ihrer Empfindung genau richtig liegen. „Wie Lindgren so richtig sagte, hängt unsere Zukunft von dem ab, was unsere Kinder heute erfahren. Wenn ein Kind Gewalt erlebt, nimmt es diese als Normalität hin, und wird sie deshalb auch weitergeben. Die Zukunft liegt in den Händen unserer Kinder. Erst wenn sie Gewalt als etwas Fremdes erleben, können wir auf eine friedvolle Zukunft hoffen“, erklärt der junge Regisseur sein Engagement.

„Niemals Gewalt“ ist ein Film, der berührt. In seiner ersten Rolle entpuppt sich Justus Herold als schauspielerisches Naturtalent. Noémi Besedes überzeugt als von den gesellschaftlichen Normen verunsicherte Mutter und Angelika Thomas als konservative Nachbarin.

Der Film kommt mit wenigen Worten aus. Die beeindruckenden Bilder von Lilli Thalgott schaffen zusammen mit der Musik von Oliver Heuss eine packende und spannende Interpretation der Geschichte.

Produziert wurde der Film von der DAGO Kinderlobby e.V. mit Unterstützung der Deutschen Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft e.V. Beide Organisationen setzen sich seit Jahren nachhaltig für die Rechte und Belange von Kindern bzw. jungen Menschen ein. Denn obwohl „körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen“ seit dem Jahr 2000 nicht mehr zulässig sind (§1631 Abs. 2 BGB) gehören sie nach wie vor zum Erziehungsalltag – vor allem, was die seelischen Verletzungen und entwürdigenden Maßnahmen betrifft.

Quelle: Pressemitteilung der DAGO Kinderlobby e.V. vom 16.09.09

Ergänzung:

In diesem youtube-Beitrag erfahren Sie einige Hintergrundinformationen zur vielbeachteten Rede von Astrid Lindgren anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an sie im Jahre 1978. Es sind auch Originalausschnitte der Rede zu sehen.

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Buchtipp: „Lauf, Jakob!“

Posted on April 29, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Neu erschienen in der edition buntehunde ist der Roman „Lauf, Jakob!“. Hier wird „häusliche Gewalt gegen Kinder“ für größere Kinder/Jugendliche und auch Erwachsene thematisiert.

Gewalt in der Familie ist in unserer Gesellschaft keine Seltenheit. Zumeist wird sie von Tätern, Opfern und dem gesamten Umfeld tabuisiert. Die Münchner Autorin Silvana E. Schneider leuchtet mit dieser Geschichte in eine solch traurige und unerträgliche Situation …
Die gewohnte Zweisamkeit nimmt ein jähes Ende, als Jakobs Mutter wieder heiratet. Der kleine Junge wird von seinem Stiefvater schwer misshandelt, die Mutter flüchtet sich in ihrer Ausweglosigkeit in Apathie. Doch eines Tages lernt Jakob, sozial isoliert und völlig auf sich gestellt, das Mädchen Roxana kennen. Sie akzeptiert ihn so, wie er ist. Von da an ändert sich sein Leben und er befreit sich selbst aus dem übermächtigen Leidensdruck.
Ein Roman, nicht nur für junge Menschen, der Raum für Zuversicht und eine positive Perspektive lässt.

Aus einer Rezension der Süddeutschen Zeitung / Starnberg: „Das Buch entwickelt die Leidensgeschichte des kleinen Jakob auf äußerst eindringliche Weise … der Schluss ist überraschend und lässt einen Hoffnungsschimmer.
… Es ist geeignet für Kinder ab 14 Jahren, bietet genügend Diskussionsstoff für eine Schullektüre und richtet sich genauso an erwachsene Leser.“

Silvana E. Schneider: Lauf, Jakob
IBN 978-3-934941-51-9
Paperback 17,5 x 11 cm / 95 Seiten
10,00 EUR (D)

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