Hilfsfonds „Sexueller Missbrauch“ konnte Arbeit nur zum Teil aufnehmen

Posted on Juni 12, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Finanzielles, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Berlin: (hib/AW) Eine gemischte Bilanz über den Start des Hilfsfonds „Sexueller Missbrauch“ hat der Parlamentarische Staatssekretär im Familienministerium, Hermann Kues (CDU), am Mittwoch vor dem Familienausschuss gezogen. Der Fonds für den Bereich sexueller Missbrauch im familiären Umfeld habe Anfang Mai dieses Jahres seine Arbeit aufgenommen. Die Einsetzung des Fonds als ergänzendes Hilfesystem über andere Sozialleistungen hinaus sei ein „richtiger Schritt“ gewesen, sagte Kues. Opfer sexuellen Missbrauchs im familiären Bereich können bei dem Fonds Sachleistungen oder Hilfen bis zu einem Wert von 10.000 Euro beantragen. Dazu gehören beispielsweise Therapien, die von den Krankenkassen nicht gezahlt werden. Nach Angaben des Ministeriums sind bislang 83 Anträge von Betroffenen eingegangen.

Kues musste zugleich einräumen, dass der Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs im institutionellen Bereich – zum Beispiel in Schulen, kirchlichen Einrichtungen oder Vereinen – seine Arbeit noch immer nicht aufnehmen konnte. Bislang hätten die Verhandlungen mit den Bundesländern über das System der Entschädigung von Opfern und den Anteil der Länder noch zu keinem Ergebnis geführt. Der Bund beteiligt sich laut Kues mit insgesamt 50 Millionen Euro am Hilfsfonds.

Quelle: Heute im Bundestag vom 12.06.2013

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Regierung: Fonds zu Heimerziehung West und Ost werden sehr gut angenommen

Posted on Juni 12, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Finanzielles, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Berlin: (hib/AW) Die Bundesregierung zieht eine erste positive Zwischenbilanz über die Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches „Heimerziehung“. In Abstimmung mit den Bundesländern und mit den Kirchen sei es gelungen, zwei in ihren Leistungen vergleichbare Fonds für Betroffene von Misshandlungen in den west- und ostdeutschen Heimen zu etablieren, schreibt die Regierung in ihrem entsprechenden Bericht, den sie dem Bundestag als Unterrichtung vorlegte (17/13671). Am 1. Januar 2012 hätten der Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik in den Jahren 1949 bis 1975“ und am 1. Juli 2012 der Fonds „Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990“ ihre Arbeit aufgenommen. Die steigende Zahl abgeschlossener Vereinbarungen zur Gewährleistung von konkreten Hilfen belege, dass die Fondsleistungen von den Betroffenen „sehr gut“ angenommen werde.

Nach Angaben der Regierung sind bis zum 31. März 2013 vom Fonds „Heimerziehung West“ rund 25 Millionen Euro an Rentenersatzleistungen und Leistungen für Folgeschäden ausgezahlt worden. Aus dem Fonds „Heimerziehung Ost“ seien es rund fünf Millionen gewesen. Insgesamt sollen innerhalb von fünf Jahren aus dem Fonds „Heimerziehung West“ 120 Millionen Euro und aus dem Fonds „Heimerziehung Ost“ 40 Millionen Euro ausgezahlt werden.

Die Regierung sieht beide Fonds als „wichtigen Beitrag zur Herstellung des Rechtsfriedens“ an, da Ansprüche der Betroffenen die am Unrecht beteiligten Institutionen und Personen in der Heimerziehung wegen der Verjährung und weitgehend fehlender Beweismöglichkeiten schwer oder gar nicht durchgesetzt werden könnten. Mit den Anlauf- und Beratungsstellen in allen Bundesländern, einer Geschäftsstelle und dem Lenkungsausschuss, in dem auch ein Ombudsmann die Betroffenen vertritt, sei es gelungen, den Spagat zwischen nachvollziehbaren Wünschen der Betroffenen einerseits und den Möglichkeiten eines Hilfesystems zu absolvieren.

Quelle: Heute im Bundestag vom 12.06.2013

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Weiterbildung zum Systempädagogischen Berater „Mit zwei Familien leben“

Posted on Juni 1, 2013. Filed under: Baden-Württemberg, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Die Weiterbildung der Gemeinnützigen Gesellschaft für systemische Sozialpädagogik vermittelt das systemische Konzept der familiären Fremderziehung von Enamaria Weber-Boch „Mit zwei Familien leben„. Für 2013 sind zwei Kurse geplant, im Großraum Stuttgart (Beginn im September) und im Raum Ostwestfalen/Lippe (Beginn im Oktober).

Inhalte der 5 Wochenendseminare:

  1. Die Grunddynamiken der familiären Fremderziehung aus systemischer Sicht.
  2. Erzieherische Qualitätsstandards für Kinder und Jugendliche in der Fremderziehung.
  3. Grenzen und Möglichkeiten im Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen.
  4. Eltern stärken und Kinder entlasten.
  5. Umgang mit dem Projektionsgeschehen in der familiären Fremderziehung.

Mit dieser Weiterbildung werden differenzierte Kenntnisse im Bereich der systemischen Fremderziehung vermitteln. Sie wendet sich an Pflegeelternberater/innen, Einrichtungsleiter/innen und soziale Betreuungskräfte, wie z.B. Pflegeeltern, Erziehungsstelleneltern, Sonderpflegeeltern und Heimeltern.

nähere Informationen

 

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Beschweren erlaubt! – Erste bundesweite Studie zur Implementierung von Beschwerdeverfahren in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

Posted on März 16, 2013. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Freie Universität Berlin und Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. stellen Ergebnisse der ersten bundesweiten Studie zur Implementierung von Beschwerdeverfahren in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe vor.

Berlin – Die am 4. März 2013 in Berlin von der Verfasserin, Prof. Dr. Ulrike Urban-Stahl vorgestellten Handreichung zeigt mit zehn Empfehlungen wie Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe erfolgreich implementiert werden können. Empfohlen wird beispielsweise eine Bestandsaufnahme der strukturellen und konzeptionellen Voraussetzungen in der Einrichtung durchzuführen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kinder und Jugendliche in den Entwicklungsprozess einzubinden sowie vielfältige Beschwerdewege für Kinder und Jugendliche zu entwickeln.

„Die Studie wie die daraus entwickelte Handreichung geben Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe einen praxisnahen Leitfaden an die Hand und erleichtern ihnen damit den ersten Schritt beim Aufbau von Beschwerdestrukturen“, sagte Prof. Dr. Ulrike Urban-Stahl. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesfamilienministeriums durchgeführt. Hintergrund ist das zum 1.01.2012 in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz, das die Existenz von Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten zur Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen als Voraussetzung für die Erteilung einer Betriebserlaubnis definiert. Diese gesetzliche Regelung wiederum resultiert insbesondere aus den Empfehlungen der Runden Tische zur „Heimerziehung in den 50er/60er Jahren“ und zu „Sexuellem Kindesmissbrauch“. Die Kinder- und Jugendhilfe ist damit aufgefordert, die Entwicklung interner Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren für Kinder und Jugendliche auf breiter Basis zu intensivieren.

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge hat sich in seinen Empfehlungen zur Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen ebenfalls dafür ausgesprochen, die Beteiligungsverfahren weiterzuentwickeln und zu qualifizieren sowie Beschwerdemöglichkeiten verbindlich zu etablieren. Er schlägt vor Rechtekataloge partizipativ zu erarbeiten und notwendige Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Kinder und Jugendliche sich mit ihren Ideen, Wünschen und Vorstellungen in Bezug auf ihr Leben in der Einrichtung einbringen können.

Download der Handreichung
Empfehlungen des Deutschen Vereins

Ulrike Urban-Stahl ist Professorin für Sozialpädagogik an der Freien Universität Berlin. In ihrer Forschung geht sie seit vielen Jahren der Frage nach, wie die Sicherung der Rechte junger Menschen und ihrer Familien in der Kinder- und Jugendhilfe gelingen kann.

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer und von den Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der sozialen Arbeit und der Sozialpolitik. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a. der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, der Sozial- und Altenhilfe, der Grundsicherungssysteme, der Pflege und Rehabilitation.

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Bundesfachtagung „GEWALT – Erziehungshilfen – mit Sicherheit“ vom 14.-16.05. in Bad Honnef

Posted on März 8, 2013. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Der Evangelische Erziehungsverband e.V. (EREV) richtet vom 14.-16.05. in Bad Honnef die Bundesfachtagung „GEWALT – Erziehungshilfen – mit Sicherheit“ aus:

Wenn Kinder Opfer von Gewalthandlungen werden oder Jugendliche selbst als Gewalttäter auffallen, ist die Öffentlichkeit hoch sensibilisiert. Die Erziehungshilfen – und zwar sowohl öffentliche wie vermehrt auch freie Träger! – stehen rasch in der Kritik: entweder

  • als untätig oder zu langsam reagierend, wenn kleine Kinder in Notsituationen geraten,
  • als wenig wirksam, wenn es um die Reaktion auf gewalttätige Jugendliche geht,
  • als Verursacher von Kostenexplosionen, wenn es um die einzuleitenden, intensiven Jugendhilfemaßnahmen geht.

Die Bundesfachtagung befasst sich mit der gesellschaftspolitischen Diskussion um Entstehungsbedingungen von Gewalt, struktureller Gewalt in den Rahmenbedingungen des Aufwachsens junger Menschen, Prävention und Sanktion, Praxisbeispielen für Wege aus der Gewaltspirale und mit dem notwendigen Ausbau der frühen Hilfen. Weiter steht die Frage im Mittelpunkt, wie wir aus den Fehlern der Heimerziehung der 50er/60er Jahre lernen können, um die Sicherheit der jungen Menschen in Erziehungshilfen besser zu garantieren.

Veranstaltungsflyer

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TV-Tipp: „…und alle haben geschwiegen“ am 04.03.

Posted on Februar 25, 2013. Filed under: Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Das ZDF zeigt am 04.03. um 20.15 Uhr den Film „…und alle haben geschwiegen“ mit Senta Berger und Matthias Habich in den Hauptrollen. Die im Film erzählten Begebenheiten basieren auf Peter Wensierskies Buch „Schläge im Namen des Herrn – Das verdrängte Schicksal der Heimkinder in der Bundesrepublik„. Sein Sachbuch löste ab 2006 eine breite politische und gesellschaftliche Debatte aus und führte zur Gründung des „Runden Tisches „Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren„, der von 2008-2010 tagte.

„Und alle haben geschwiegen“ erzählt die Liebesgeschichte des jungen Mädchens Luisa, die im kirchlichen Erziehungsheim auf ihren Leidensgenossen Paul trifft. Hier erfahren sie beide die ganze Härte des Systems, werden seelisch und körperlich misshandelt und dienen als billige Arbeitskräfte.

Im Berlin des Jahres 2008 treffen Luisa und Paul nach 44 Jahren erneut aufeinander. Beide haben bisher über ihre Erlebnisse geschwiegen und sich in die Verdrängung geflüchtet. Doch Luisa sieht für sich den Zeitpunkt gekommen, ihr Schicksal öffentlich zu machen und sich damit ihrer Vergangenheit zu stellen.

In der Sendung Frontal vom 19.02. wurde in einen Beitrag über den Film berichtet. Er ist in der ZDF Mediathek online verfügbar (Stichwort „Heimkinder“).

Weitere Informationen zum Film

Trailer

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Fachbroschüre: „Weil wir Geschwister sind. Geschwisterbeziehungen in der Fremdunterbringung“

Posted on Januar 28, 2013. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , |

Ein europäisches Forschungsnetzwerk von SOS-Kinderdorf zu Geschwistern hat untersucht, wie aus belasteten geschwisterlichen Beziehungen eine Kraftquelle fürs Leben werden kann. Die gegenseitigen Herausforderungen wurden ebenso in den Blick genommen wie die Frage, welche Unterstützung Fachkräfte bei der Begleitung von Geschwistern geben können, aber auch selbst benötigen.

Die Broschüre bündelt die Ergebnisse der verschiedenen Projekte aus fünf Ländern. Gemeinsamer Nenner der Vorhaben war, zur Verwirklichung eines wichtigen Aspektes der UN-Kinderrechte im Bereich stationäre Erziehungshilfen beizutragen.

Ausgehend von den Grundlagen geschwisterlicher Beziehungen wird beschrieben, welche Belastungen Geschwisterbeziehungen innewohnen, aber auch wie viel Beistand und Halt in ihnen erfahren werden kann. Zur Sprache kommt, mit welchen Geschwisterdynamiken Erzieherinnen und Erzieher häufig umzugehen haben. Außerdem finden sich methodische Anregungen dazu, wie die Verbindungen zwischen Geschwistern in der Kinder- und Jugendhilfe besser verstanden werden können.

Vor dem Hintergrund des Erfahrungswissens von Praktiker(inne)n wurden förderliche Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Geschwistern benannt. Konkrete Empfehlungen regen die fachliche Umsetzung guter Praxis bei der Betreuung von Geschwistern an.

Die Broschüre umfasst 58 Seiten und ist zu einer Schutzgebühr von 7,50 Euro plus Versandkosten über das SPI zu beziehen.

Quelle: SOS-Kinderdorf e.V. Sozialpädagogisches Institut – SPI

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In NRW wurden 2011 in über 200 000 Fällen Erziehungshilfen gewährt

Posted on Januar 16, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , |

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2011 wurden in Nordrhein‑Westfalen 205 654 erzieherische Hilfen von Jugendämtern oder von anderen (freien) Trägern der Jugendhilfe durchgeführt. Wie Information und Technik Nordrhein‑Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren Erziehungsberatungen mit insgesamt 120 557 Fällen die häufigste Hilfeart, gefolgt von Unterbringungen in Heimen (25 625) und Vollzeitpflege in einer anderen Familie (21 874).

56,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen, für die Erziehungshilfe gewährt wurde, waren männlich; knapp drei Viertel (73 Prozent) waren 6 bis unter 18 Jahre alt.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Erziehungshilfen 2011 nur geringfügig an (+338 Fälle). Neben den Erziehungshilfen wurden im vergangenen Jahr auch noch 35 767 familienorientierte Hilfen in Anspruch genommen, das waren 9,9 Prozent mehr als 2010. (IT.NRW)

zu den Ergebnissen für kreisfreie Städte und Kreise

Quelle: Information und Technik Nordrhein-Westfalen vom 03.01.2013

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„Rechte haben – Recht und Hilfe bekommen in der Kinder- und Jugendhilfe!“ am 25.01. Dresden

Posted on Januar 5, 2013. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Rechtliches, Sachsen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Am 25. Januar 2013 findet in Dresden der Fachtag „Rechte haben – Recht und Hilfe bekommen in der Kinder- und Jugendhilfe!“ statt.

Knapp eine Million Mädchen und Jungen, junge Frauen und Männer haben im Jahr 2009 Hilfen zur Erziehung in Anspruch genommen. Davon erfolgten etwa 160.000 Hilfen außerhalb der eigenen Familie (http://www.akjstat.uni-dortmund.de – Januar 2011), was mit einem weitgehenden Eingriff in die Biografie der jungen Menschen verbunden ist.

Gerade um Familien mit Erziehungshilfebedarfen und in Krisen die notwendige Unterstützung zu geben, gewährt das SGB VIII Kinder- und Jugendhilfe den Eltern (Personensorgeberechtigten) konkrete individuelle Rechte. In der Praxis der Erziehungshilfe – gerade auch unter dem Druck mangelnder Finanzressourcen – werden diese Rechte jedoch nicht immer ausreichend berücksichtigt. Hier kann ombudschaftliche Beratung junger Menschen und ihrer Eltern zur Leistungsgewährung in der Kinder- und Jugendhilfe dazu beitragen, dass eben diese Rechte erfolgreich eingefordert werden können.

Der Fachtag „Rechte haben – Recht und Hilfe bekommen in der Kinder- und Jugendhilfe!“ beschäftigt sich mit zentralen Fragen zur ombudschaftlichen Beratung in der Kinder- und Jugendhilfe. Zu den Vortragenden gehören unter anderem Prof. Dr. Reinhard Wiesner, Prof. Dr. Peter Schruth, Prof. Dr. Ullrich Gintzel und Prof. Dr. Lothar Böhnisch.

Die Veranstaltung findet am 25. Januar 2013 an der Technischen Universität Dresden (Victor-Klemperer-Saal, Weberplatz 5, 01217 Dresden) statt. Durchgeführt wird der Fachtag vom Kinder- und Jugendhilferechtsverein e.V. in Kooperation mit der TU Dresden, der Hochschule Mittweida, der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Sachsen und dem Institut 3L.

Die Tagungsgebühr beträgt 25,00 bzw. 15,00 Euro (inkl. Mittagsimbiss und Getränke). Anmeldeschluss ist der 14.01.2013.

zum Veranstaltungsflyer

Quelle: IGfH

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Jahresbilanz des Missbrauchsbeauftragten: Erschütterung und vorsichtiger Optimismus

Posted on Dezember 6, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Sexueller Kindesmissbrauch bleibt auch ein Jahr nach Ende des Runden Tisches ein gravierendes Problem. Bis heute warten Betroffene auf Verbesserungen. Gesellschaftliche Dachorganisationen zeigen Bereitschaft, Kinder und Jugendliche besser vor sexueller Gewalt zu schützen.

Berlin, 6. Dezember 2012. Ein Jahr nach Ende des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ und ein Jahr nach seinem Amtsantritt zog der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, heute in Berlin Bilanz: „Kindesmissbrauch erschüttert nach wie vor täglich unsere Gesellschaft“, so Rörig, „Zivilgesellschaft und Politik ringen noch immer um angemessene Antworten“. Dennoch gehe die Gesellschaft heute im Vergleich zu Beginn des Jahres 2010 aufmerksamer und verantwortungsbewusster mit der Thematik um.

Die Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches ist bis heute nicht zufriedenstellend.
Die politische Umsetzung bei den Hilfen und beim Opferschutz bewertet der Beauftragte trotz einzelner positiver Signale insgesamt als nicht zufriedenstellend. Die höhere Sensibilität in der Gesellschaft habe noch nicht dazu geführt, dass sich die Lage Betroffener sexualisierter Gewalt durch aktives Handeln von Bund, Ländern und Kommunen tatsächlich verbessert habe. „Für Missbrauchsopfer ist im letzten Jahr definitiv zu wenig erreicht worden“, betonte Rörig, „das ist knapp drei Jahre nach Einrichtung des Runden Tisches für die Betroffenen bitter“. Zusätzlich wäre es sehr schmerzlich, wenn die jetzt erfolgte Verlegung des Bilanztreffens des Runden Tisches zu weiteren Verzögerungen zu Lasten Betroffener führen würde.

Noch in dieser Legislaturperiode sieht Rörig sofortigen gesetzlichen Handlungsbedarf: Das dringend nötige Gesetz zur Stärkung der Rechte der Opfer sexueller Gewalt (StormG) müsse schnell verabschiedet werden, damit es nach den Wahlen nicht wieder völlig neu aufgerollt werden müsse. Der Entwurf schlummere bereits seit 18 Monaten im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages. Außerdem bräuchten Betroffene dringend die versprochenen Hilfen aus dem 100 Millionen-Euro-Fonds. Vor genau einem Jahr wurde der Fonds von drei Ressorts der Bundesregierung angekündigt. Bis heute haben Betroffene keine Sicherheit, dass der Fonds überhaupt kommt. „Es darf nicht bei einem unverbindlichen Mitgefühl bleiben“, betonte Rörig, „das Schweigen der Politik, der Bundesregierung und der 16 Bundesländer ist für Betroffene unerträglich.“ Es gäbe eine gesellschaftliche Verantwortung, hier seien besonders die Länder in der Pflicht.

Länder und Kommunen müssen endlich Fachberatungsstellen stärken
„Die Beratungsstellen arbeiten längst am Limit“, führte Rörig weiter aus, „sie brauchen eine stabile und ausreichende Personalausstattung und müssen dringend finanziell abgesichert arbeiten können“. Spezialisierte Fachberatungsstellen leisteten nicht nur wertvolle Arbeit für Betroffene und ihre Angehörigen sondern auch im Bereich der Prävention und Intervention. Schon lange sei bekannt, dass der Beratungsbedarf größer denn je und nicht mehr gedeckt sei, es müsse jetzt dringend gehandelt werden. Rörig forderte von den Ländern und Kommunen einen Ausbau der Beratungsstellen sowie eine zügige Schließung der Versorgungslücken, beispielsweise in ländlichen Gebieten, für betroffene Jungen und Männer, Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund.

Ein eigener Rechtsanspruch auf Beratung von Kindern und Jugendlichen sowie ein leichterer Zugang zu Therapien und Beratungsangeboten waren auch zentrale Forderungen von zwei öffentlichen Hearings der Veranstaltungsreihe „Dialog Kindesmissbrauch“, die der Beauftragte im Herbst 2012 zur gesundheitlichen Versorgung und zur Beratung von Betroffenen durchgeführt hat. Die Hearing-Reihe bietet Expertinnen und Experten sowie Betroffenen eine Plattform, über Maßnahmen und Forderungen zu diskutieren, Perspektiven zu beleuchten und konkrete Verbesserungsvorschläge an die politisch Verantwortlichen zu adressieren. Das nächste Hearing wird sich im Frühjahr 2013 mit dem Thema Aufarbeitung befassen, das vierte und letzte Hearing im Sommer 2013 mit offenen strafrechtlichen Fragen.

Große Bereitschaft bei den gesellschaftlichen Dachorganisationen, Kinder und Jugendliche besser vor sexueller Gewalt zu schützen.
Durch die Unterstützung der großen gesellschaftlichen Dachorganisationen konnte im Sommer 2012 die erste von insgesamt zwei Befragungen des Beauftragten zu Schutzkonzepten in Einrichtungen durchgeführt werden. Auf der lokalen Ebene wurden Kindertagesstätten, Heime, Internate, Kinderkliniken, evangelische und katholische Kirchengemeinden sowie Anbieter von Kinder- und Jugendreisen und Jugendverbände befragt. In einer zweiten Befragung im Frühjahr 2013 wird die Datenbasis noch einmal erweitert und um Schulen und Sportvereine ergänzt. Die erste Befragungswelle zeigte, dass mit 61 % bereits über die Hälfte der befragten Einrichtungen Präventionsmaßnahmen gegen sexuelle Gewalt umsetzen. „Die Teilnahmebereitschaft und die Ergebnisse zeigen, dass das Thema in der Gesellschaft ernsthaft aufgenommen wird“, so Rörig, „Schutzkonzepte gegen sexuellen Kindesmissbrauch müssen selbstverständlich zum Qualitätsstandard aller Einrichtungen gehören.“.

Auch mit der Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“, die am 10. Januar 2013 starten wird, will der Beauftragte die Gesellschaft weiter für das Thema sensibilisieren und insbesondere Eltern und Fachkräfte ermutigen, Schutzkonzepte in Einrichtungen einzufordern.

Weitere Informationen finden Sie unter www.beauftragter-missbrauch.de.

Quelle: Pressemitteilung des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs vom 06.12.2012

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EREV Schriftenreihe 3/2012: Abbrüche in stationären Erziehungshilfen (ABiE)

Posted on Dezember 2, 2012. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

https://i0.wp.com/www.pfad-bv.de/dokumente/Logo.gifhttps://i1.wp.com/www.erev.de/auto/Publikationen/Schriftenreihe/2012/03/titel.jpgDie aktuelle Ausgabe der EREV-Schriftenreihe umfasst die Ergebnisse und Empfehlungen eines zweijährigen Praxisforschungs- und Praxisentwicklungsprojektes zum Thema Abbrüche in den stationären Erziehungshilfen.

Im ersten Teil werden die Ursachen und Begleitumstände von Abbrüchen in stationären Erziehungshilfen aufzeigt. Ausgehend von der Frage „Sind abgebrochene stationäre Erziehungshilfen ein Problem?“ werden konkrete Ausgangshypothesen des quantitativen Teils der Studie und das entsprechende Untersuchungsdesign vorgestellt. Die Ergebnisse konzentrieren sich zum einen auf die Individualebene und zum anderen auf die Organisationsebene. Auf der Individualebene interessierten die ForscherInnen v.a. die individuellen Merkmale und die Interaktionen der beteiligten Akteur_innen (z.B. Fachkräfte Jugendamt, Jugendliche, Bezugserzieher_innen). Auf der Organisationsebene werden Bedingungen erläutert, die die Abbruchrate in Einrichtungen erhöhen bzw. senken.

Der zweite Teil mit der Überschrift „Da hatte ich keinen Bock mehr drauf, weil …“ befasst sich mit Erfahrungen und Bewertungen von Hilfeabbrüchen aus Sicht von Mädchen und Jungen, die mindestens einen Abbruch in der stationären Jugendhilfe erlebt haben. Dabei werden drei Typen von Abbrüchen herausgearbeitet – Abbruch als Unfall, Abbruch als Flucht, innerer Abbruch – sowie gemeinsame Erlebenskategorien.

Inhalte

Die Ausgabe der Schriftenreihe kann zum Preis von 10,00 Euro (zzgl. Versandkostenpauschale) auf der Homepage des Evangelischen Erziehungsverbandes (EREV) bestellt werden.

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Standards für „junge“ Kinder in den Angeboten der stationären Erziehungshilfe

Posted on November 30, 2012. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

https://i0.wp.com/www.pfad-bv.de/dokumente/Logo.gifEine gemeinsame Stellungnahme der Landesjugendämter Rheinland und Westfalen-Lippe formuliert Rahmenbedingungen und fachliche Grundlagen für die Unterbringung junger Kinder in den stationären Erziehungshilfen.

Mit dieser Positionierung erwartet die beiden Landesjugendämter, dass auch bereits bestehende Angebote für junge Kinder eine Veränderungsperspektive entwickeln, neue Angebote an diesem Maßstab gemessen werden und dieser fachliche Standard verbindlich wird.

zum Download

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Baden-Württemberg: „Rechte-Telefon für Heimkinder“ ist an den Start gegangen

Posted on November 21, 2012. Filed under: Baden-Württemberg, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Was können Heimkinder tun, wenn sie ihre Rechte verletzt sehen? Welche Rechte haben Kinder und Jugendliche überhaupt? Und wer kann ihnen helfen? Solche Fragen beantwortet künftig das „Rechte-Telefon für Heimkinder“. Es wurde vom Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) Anfang November freigeschaltet.

Kinder und Jugendliche können sich über ihre Rechte informieren oder über Missstände in Einrichtungen beschweren. Sie werden beraten von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Referats 43 vom KVJS-Landesjugendamt, die beim Thema Kinderrechte speziell geschult sind.

Anrufen können Jungen und Mädchen aus Heimen, Wohn- und Tagesgruppen, Erziehungsstellen sowie aus Pflegefamilien. „Viele Kinder und Jugendliche müssen an ihre Rechte herangeführt werden und lernen, Verantwortung dafür zu übernehmen“, weiß Jürgen Strohmaier vom KVJS-Landesjugendamt. „Sie müssen also lernen, wie man seine Rechte wahrnimmt. Die öffentliche Erziehung und insbesondere die Heimerziehung hat hier einen gesetzlichen und demokratischen Auftrag“, sagt der promovierte Pädagoge.

Das Rechte-Telefon für Heimkinder
Telefonnummer 0711 6375-550
Montag bis Freitag: 9 – 12 Uhr
Montag bis Donnerstag: 13.30 – 15.30 Uhr

Eine erste Auswertung des „Rechte-Telefons für Heimkinder“ wird voraussichtlich im Mai 2013 stattfinden. Basis sind Dokumentationsbögen, auf denen die Telefonate erfasst werden. Auf Wunsch von Hilfesuchenden können die persönlichen Daten anonymisiert werden.

Gleichzeitig mit der Freischaltung des Rechte-Telefons bringt der KVJS in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium Baden-Württemberg eine Pocket-Broschüre heraus. Das 40-seitige Heft im A6-Format heißt „Deine Rechte“.

Quelle: KVJS vom 09.11.2012

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Artikel „Sexueller Kindesmissbrauch: Therapieplätze dringend gesucht“

Posted on November 21, 2012. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Das Ärzteblatt berichtet im Artikel „Sexueller Kindesmissbrauch: Therapieplätze dringend gesucht“ von den Forderungen der Unabhängigen Beauftragten nach einer besseren Versorgung für Betroffene von sexueller Gewalt. Diesen schließen sich Vertreter der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten mit Rahmenempfehlungen an.

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Kleine Kinder in Heimen und Pflegefamilien brauchen eine klare Perspektive

Posted on November 15, 2012. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe fordert schnelle und eng getaktete Hilfeplanung

Die Anzahl von Kindern unter sechs Jahren in Heimen und Pflegefamilien in NRW ist seit 2005 um über 60 Prozent angestiegen. Jugendämter sehen sich immer häufiger verpflichtet, jüngere Kinder in Krisensituationen aus ihren Familien herauszunehmen. Der Evangelische Fachverband für Erzieherische Hilfen in der Diakonie RWL fordert in einem Papier von allen Beteiligten, die Arbeit mit kleinen Kindern weiter zu qualifizieren. Das Papier bietet allen Verantwortlichen Orientierung und zeigt auf, was bei der Begleitung von betroffenen Kindern und Familien zu bedenken ist.

So haben etwa Kinder unter sechs Jahren ein schnelleres Zeitempfinden. Deshalb brauchen sie eine zeitlich eng getaktete Hilfeplanung mit klaren Aufträgen, wenn sie in einer Krise in einem Heim oder einer Pflegefamilie sind. „Kleine Kinder brauchen eine Perspektive, wie es mit ihnen weitergeht. Dafür benötigen sie eine Hilfeplanung in kürzeren Abständen als den üblichen sechs Monaten“, so der Fachverband. Bei Bedarf seien zeitnahe Fallbesprechungen zwischen Jugendamt und freiem Träger sowie schnelle Entscheidungen seitens der Familiengerichte dringend notwendig. Auch Gutachten müssen schneller erstellt werden. Nicht immer sei eine Pflegefamilie die beste Lösung. Die persönliche Situation des Kindes ist entscheidend bei der Wahl des Unterbringungsortes. Manche Kinder, zum Beispiel mit bestimmten traumatischen Erfahrungen, könnten im Heim besser unterstützt werden. Wichtig seien hier angemessene Personalschlüssel, kleine Gruppen und die tägliche Präsenz geschulter Bezugspersonen.

Familie als Kooperationspartner
Die Familie spielt weiter eine zentrale Rolle im Hilfeprozess von kleinen Kindern, die vorübergehend im Heim leben. „Die leiblichen Eltern sind Kooperationspartner und müssen entsprechend wertschätzend behandelt, informiert und beteiligt werden“, heißt es im Forderungspapier. Deshalb sei auch die wohnortnahe Unterbringung wichtig, um eine fachlich angemessene Arbeit mit der Familie zu leisten.

Die Unterbringung in einer anderen Einrichtung oder die Rückkehr zu den Eltern seien Schlüsselerlebnisse im Leben von kleinen Kindern. „Sie brauchen Unterstützung, um diese Übergänge zu bewältigen. Hier darf es auf keinen Fall plötzliche Kontaktabbrüche zu bisherigen Bezugspersonen geben. Das Kennenlernen neuer Bezugspersonen muss sorgfältig geplant werden“, so der Fachverband.

Das Forderungspapier ist das Ergebnis eines gemeinsamen Praxisentwicklungsprojektes mit der Fachhochschule Münster.

Stationäre Unterbringung von kleinen Kindern in Krisensituationen, Forderungen aus einem Praxisentwicklungsprojekt

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IGfH protestiert gegen Wiedereinführung der Geschlossenen Heimunterbringung in Hessen

Posted on November 14, 2012. Filed under: Fachkräfte, Hessen, Jugendhilfe, Netzwerke, Politik, Stellungnahmen | Schlagwörter: |

Offener Brief der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (Frankfurt/M.) an das Hessische Sozialministerium, Herrn Minister Stefan Grüttner vom 7.11.2012:

Die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) als mitgliederstärkster Fachverband für Erziehungshilfen in Deutschland mit Sitz in Hessen (Frankfurt) zeigt sich in einem offenen Brief an das Hessische Sozialministerium (Minister Stefan Grüttner) entsetzt und irritiert über die Medienberichterstattung anlässlich der Eröffnung eines geschlossenen Kinderheimes im Main-Kinzig-Kreis im Oktober 2012. Dort ist als „Erstinsasse“ ein 10-Jähriger untergebracht, der als Intensiv-Gewalttäter und Straftäter tituliert wird.

In den siebziger Jahren wurde in Hessen aus guten und bekannten Gründen die geschlossene Unterbringung abgeschafft. Die Versuche, die geschlossene Unterbringung wieder einmal pädagogisch zu rechtfertigen, scheitern auch in Hessen an ihren eigenen Widersprüchen, wie das Schreiben aufzeigt. „Es gilt zur Kenntnis zu nehmen, dass jeden Tag – in dieser Bundesrepublik und auch in Hessen – Kinder, die als schwer traumatisiert gelten, die von einigen Fachkräften in öffentlichen Diskursen oder eben auch von der Politik als unerreichbar oder unerziehbar beschrieben werden, durchaus positive Entwicklungswege immer wieder beschreiten. Es gilt festzuhalten, dass in jeder Heimgruppe auch Kinder betreut werden, die ggf. auch in besagter geschlossener Betreuungsform landen würden, hätten sich nicht engagierte Pädagoginnen und Pädagogen dieser Kinder angenommen“, so der offene Brief der IGfH.

Die IGfH fordert die Landesregierung auf, die Betriebserlaubnis für diese Formen der geschlossenen Unterbringung – auch mit Blick auf die Ergebnisse des „Runden Tisches Ehemaliger Heimkinder“ – wieder zu entziehen.

zum vollständigen Wortlaut des Offenen Briefes

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Bundesregierung zieht erste positive Bilanz aus dem Fonds „Heimerziehung West“

Posted on Oktober 25, 2012. Filed under: Jugendhilfe, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Berlin: (hib/AW) Die Bundesregierung zieht eine erste positive Bilanz aus der Umsetzung des Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“. Die Entscheidung des Bundestages über die Einsetzung des Fonds aufgrund der Empfehlungen des „Runden Tischs Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“ habe sich „sehr bewährt“, sagte Staatssekretär Lutz Stroppe vom Familienministerium am Mittwoch vor dem Familienausschuss. Das Modell habe sich „zum Vorbild“ entwickelt, nach dem auch anderen Opfergruppen geholfen werden könnte. Stroppe informierte die Mitglieder des Ausschusses über die Umsetzung des Fonds, der zum Jahresbeginn eingesetzt worden war. Der Staatssekretär räumte ein, dass es „Anlaufschwierigkeiten“ bei der Umsetzung gegeben habe. Diese seien inzwischen jedoch beseitigt worden, auch wenn die „hohe Erwartungshaltung“, die viele Opfer gegenüber dem Fonds hätten, nicht immer erfüllt hätten werden können.

Der Fonds stellt ein Hilfesystem für Menschen dar, die als Kinder und Jugendliche in Erziehungsheimen der alten Bundesrepublik psychisch, physisch und sexuell missbraucht wurden, und die bis heute unter diesem Missbrauch leiden. Der Fonds ist mit einem Finanzvolumen von 120 Millionen Euro ausgestattet, die vom Bund, den elf westlichen Bundesländern einschließlich Berlin sowie der Evangelischen und katholischen Kirche jeweils zu einem Drittel bereitgestellt wurden.

Nach Angaben Stroppes haben inzwischen alle elf West-Länder regionale Anlauf- und Beratungsstellen eingerichtet, die gemeinsam mit dem Opfern deren jeweiligen Hilfsbedarf ermitteln. Diese würden auch eine „Lotsenfunktion“ für die Opfer bei der Aufarbeitung ihres Leids darstellen. Stroppe betonte, dass die Opfer ihre Schädigung aufgrund eines Missbrauchs nicht nachweisen müssten, sondern diese nur „glaubhaft machen“ müssten. Bis heute seien 2.086 Vereinbarungen mit Opfern über Rentenersatzleistungen und materielle Hilfen getroffen worden. Ende September seien es noch 1.118 Vereinbarungen gewesen. Dies zeige, welche Dynamik der Fonds in den vergangenen drei bis vier Wochen erreicht habe, sagte Stroppe. Insgesamt seien bislang 12,1 Millionen Euro an finanziellen und materiellen Leistungen gewährt worden. Der Staatssekretär führte zugleich aus, dass für viele Opfer die Anerkennung ihres Leids wichtiger sei, als die Hilfeleistung über den Fonds.

Quelle: Heute im Bundestag Nr. 469 vom 24.10.2012

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Neue Broschüre: „Ressourcen, Belastungen und pädagogisches Handeln in der stationären Betreuung von Geschwisterkindern“

Posted on Oktober 23, 2012. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , |

Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Geschwister in der stationären Erziehungshilfe“ des SOS-Kinderdorf e.V. haben Corinna Petri, Kristina Radix und Klaus Wolf von der Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen die Sicht auf das Innenleben von Geschwisterbeziehungen in der Fremdunterbringung freigelegt.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus fünf Geschwistergruppen in drei deutschen SOS-Kinderdörfern wurden dafür befragt. Sie alle haben von ihren Erfahrungen in ihren Herkunftsfamilien und von ihren Erlebnissen beim Übergang in die stationäre Unterbringung berichtet. Ausführlich haben sie über das Leben im SOS-Kinderdorf gesprochen. Geschwister, von denen sie getrennt leben müssen, spielen in ihren Erzählungen eine wesentliche Rolle. So ist ein facettenreiches Bild der Situationen und Bedürfnisse von Geschwistern in den stationären Erziehungshilfen entstanden. Die Perspektiven der SOS-Kinderdorfmütter runden dieses Bild ab.

In Band 14 der SPI-Materialien kommen die jungen Menschen selbst zu Wort. Dabei wird deutlich, wie vielfältig ihre Beziehungen sind und wie sehr Geschwister sich gegenseitig eine Stütze sein können, wenn sie von ihrer Familie getrennt leben müssen.

Die beiden Autorinnen und der Autor geben zahlreiche Hinweise für eine förderliche pädagogische Praxis bei der Begleitung von Geschwistern und ordnen die Forschungsergebnisse in die Kontexte von Wissenschaft und Praxis ein.

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Sexueller Missbrauch in der niederländischen Jugendfürsorge seit 1945

Posted on Oktober 10, 2012. Filed under: International, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

NiederlandeNet berichtete am 08.10.2012 in der Meldung „Jugendfürsorge: „Sexueller Missbrauch ist ein zähes Problem“ von den Ergebnissen der Kommission Samson, die zwei Jahre lang Formen und Ausmaß von sexuellem Missbrauch an niederländischen Heim- und Pflegekindern seit 1945 untersuchte.

Der Endbericht der unabhängigen Kommission Samson, fasst zusammen, dass der niederländische Staat bei der Aufgabe, in staatliche Obhut genommenen Kindern eine sichere Umgebung zu bieten, versagt habe:

…Dem Aufruf der Kommission Samson, sexuellen Missbrauch an Kindern, die von der niederländischen Jugendfürsorge in Obhut genommen worden waren, zu melden, waren seit 2010 rund 800 Personen gefolgt. Bei rund zwei Dritteln der Anzeigen handelte es sich um sexuellen Missbrauch in Kinderheimen, bei circa einem Drittel um Missbrauch in Pflegefamilien, und in fünf Prozent der Fälle erfuhren die Betroffenen sowohl im Kinderheim als auch in der Pflegefamilie sexuelle Gewalt. In zwei von drei Fällen war das Missbrauchsopfer weiblich. Zwar meldeten sich Missbrauchsopfer aller Altersklassen, doch die meisten Betroffenen sind heute zwischen 40 und 65 Jahren alt. Täter waren in rund 70 Prozent der Fälle Altersgenossen – seltener Erzieher oder Pflegeeltern. 42 Fälle von sexuellem Missbrauch wurden nun an die niederländische Staatsanwaltschaft weitergeleitet….

 

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65 000 junge Menschen lebten Ende 2011 in einem Heim

Posted on Oktober 5, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

WIESBADEN – Bundesweit lebten Ende 2011 mehr als 65 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in einem Heim oder einer sonstigen betreuten Wohnform. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 11 % mehr als Ende 2008.

Als Hauptgrund für die Erziehung in einem Heim wurde mit 20 % am häufigsten die (mögliche) Gefährdung des Kindeswohls genannt. Danach folgte mit 16 % die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern beziehungsweise der Sorgeberechtigten. Die unzureichende Förderung, Betreuung oder Versorgung des jungen Menschen in der Familie war in 12 % der Fälle der Hauptgrund.

Quelle: Statistisches Bundesamt – Zahl der Woche vom 25. September 2012

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Zahl junger Men­schen in Erzie­hungs­hilfe im Jahr 2011 kon­stant

Posted on September 18, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , , , , |

WIESBADEN – Im Jahr 2011 begann für rund 519 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland eine erziehe­rische Hilfe des Jugendamtes oder einer Erziehungsberatungsstelle. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das nur rund 500 erzieherische Hilfen mehr als im Jahr 2010 (+ 0,1 %). Gegenüber 2008 stieg die Zahl der neu begonnen Hilfen um rund 17 600 oder 3,5 %.

Den größten Anteil unter allen neu gewährten erzieherischen Hilfen hatte 2011 mit 66 % die Erziehungsberatung – knapp 311 000 junge Menschen nahmen sie in Anspruch. Ihre Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr um 1 % zurück. Rund 53 200 Familien erhielten eine familienorientierte Hilfe, das waren 3,8 % mehr als im Jahr 2010. Mit diesen Hilfen wurden etwa 100 000 Kinder und Jugendliche erreicht. Gut jedes fünfte Kind (21 %), das zusammen mit seiner Familie eine Erziehungshilfe begann, hatte das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet.

Etwas häufiger als im Vorjahr wurden junge Menschen, die eine Erziehungshilfe neu in Anspruch nahmen, außerhalb des Elternhauses untergebracht. Für knapp 51 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene begann eine Vollzeitpflege in einer anderen Familie, eine Heimerziehung oder eine Unterbringung in einer sonstigen betreuten Wohnform. Das waren rund 800 stationäre Hilfen mehr als im Jahr 2010. Die Hälfte der jungen Menschen, die in einem Heim oder einer Pflegefamilie untergebracht wurden, lebte zuvor mit einem alleinerziehenden Elternteil zusammen. Mehr als drei Viertel (77 %) dieser alleinerziehenden Elternteile lebte ganz oder teilweise von Transferleistungen. Dazu gehören zum Beispiel finanzielle Hilfen des Staates wie Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch.

Weitere Ergebnisse zu diesem Thema stehen im Bereich Publikationen, Suchbegriff: „Erzieherische Hilfe“.

Quelle: Statistisches Bundesamt vom 12.09.2012

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Thüringen: Erneut mehr als 21 000 geleistete Hilfen zur Erziehung

Posted on August 31, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Publikationen, Thüringen | Schlagwörter: , , , , , |

Im Jahr 2011 wurden in Thüringen 21 238 Hilfen zur Erziehung und 803 Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen von den öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe geleistet. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik wurden von den insgesamt 22 041 Hilfen 11 953 Hilfen (54,2 Prozent) im Laufe des Jahres beendet und 10 088 (45,8 Prozent) dauerten am 31.12.2011 noch an. Im Jahr 2010 wurden von den insgesamt gewährten 21 775 Hilfen 11 964 bzw. 54,9 Prozent im Laufe des Jahres beendet und 9 811 Hilfen bzw. 45,1 Prozent über das Jahresende hinaus geleistet.

Mit knapp zwei Drittel (13 412 Hilfen bzw. 60,9 Prozent) bildeten im Jahr 2011 Erziehungsberatungen den Schwerpunkt bei den Hilfen insgesamt. An zweiter Stelle stand mit 2 243 Fällen die Hilfeart Heimerziehung/sonstige betreute Wohnform mit einem Anteil von 10,2 Prozent und 7,3 Prozent bzw. 1 619 Hilfen entfielen auf die Vollzeitpflege. In weiteren 1 452 Fällen bzw. 6,6 Prozent erfolgte die Hilfe zur Erziehung in Form von sozialpädagogischer Familienhilfe.

Von den 21 238 gewährten erzieherischen Hilfen waren 9 531 Familien mit einem allein erziehenden Elternteil (44,9 Prozent) betroffen. Fast die Hälfte aller Familien mit diesen Hilfen (44,8 Prozent) lebte teilweise oder ganz von Arbeitslosengeld II (SGB II), bedarfsorientierter Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Sozialhilfe (SGB XII).

Viele der erzieherischen Hilfen beziehen sich ausschließlich auf den jungen Menschen, andere wiederum sind familienorientiert. Insgesamt lebten 23 425 junge Menschen in Familien, die Hilfe zur Erziehung in Anspruch nahmen (2010: 23 329 junge Menschen). Mehr als ein Viertel von ihnen (6 268 Kinder bzw. 26,8 Prozent) waren noch keine sechs Jahre alt. Weitere 8 814 Kinder bzw. 37,6 Prozent waren im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren, 6 953 Kinder und Jugendliche bzw. 29,7 Prozent waren im Alter zwischen 12 und 18 Jahren und 1 390 bzw. 5,9 Prozent waren junge Volljährige, welche 18, aber noch nicht 27 Jahre alt sind.

Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik vom 31.08.2012 (mit Tabelle)

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„Unbegleitete minderjährige Füchtlinge in Einrichtungen der Jugendhilfe – Kollegiale Beratung“ vom 24.-26.09. in Frankfurt/Main

Posted on August 24, 2012. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Hessen, Jugendhilfe, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Für Fachkräfte öffentlicher und freier Träger der Jugendhilfe veranstaltet die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen – Sektion Deutschland der Fédération Internationale des Communautés Educatives (FICE) e.V. vom 24.-26.09. in Frankfurt/Main das Seminar „Unbegleitete minderjährige Füchtlinge in Einrichtungen der Jugendhilfe – Kollegiale Beratung„.

nähere Informationen

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Baden-Württemberg: Rund 112 000 Hilfen zur Erziehung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Posted on August 23, 2012. Filed under: Baden-Württemberg, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , , |

Im Jahr 2011 wurden nach Feststellung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg 111 656 erzieherische Hilfen ambulant, teilstationär und stationär durchgeführt (beendete und am Jahresende andauernde Hilfen). Dies sind 311 mehr als im Vorjahr.

Können junge Menschen unter 27 Jahren ihre Probleme nicht alleine oder mit Hilfe ihrer Familie bewältigen, bietet die Kinder- und Jugendhilfe ein breites Spektrum erzieherischer Hilfen in und außerhalb der Familien an. 85 603 Hilfen wurden in ambulanter und teilstationärer Form, d.h. unter Verbleib in der Familie in Anspruch genommen. In stationärer Form, d. h. außerhalb der Familie, wurden 17 146 Hilfen gewährt. 7 298 Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen und 1 609 ergänzende bzw. sonstige (flexible) erzieherische Hilfen rundeten das breitgefächerte Spektrum der Hilfen ab.

Erziehungsberatungen für Eltern, Eltern und Kind oder für den jungen Menschen alleine, Sozialpädagogische Familienhilfen, soziale Gruppenarbeit, Einzelbetreuung und Erziehung in Tagesgruppen sind ambulante und teilstationäre Hilfeangebote. Sie machten 77 Prozent aller Hilfen im Jahr 2011 aus. Vollzeitpflege, Heimerziehung oder andere betreute Wohnformen sind stationäre Hilfeformen und gehören zusammen mit der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung zu den Hilfen außerhalb des Elternhauses. 15 Prozent entfielen im Jahr 2011 auf diese Hilfeangebote.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 22.08.2012

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Baden-Württemberg: Mehr als 17 000 Erziehunghilfen außerhalb des Elternhauses im Jahr 2011

Posted on August 23, 2012. Filed under: Baden-Württemberg, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Im Jahr 2011 haben nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 17 146 junge Menschen unter 27 Jahren erzieherische Hilfen in Unterbringungsformen außerhalb des Elternhauses in Anspruch genommen (beendete und am Jahresende andauernde Hilfen). Wenn durch familiäre Konflikte die räumliche Trennung von Eltern und Kindern in schwierigen Entwicklungsphasen notwendig wird, sich Entwicklungs- oder Beziehungsprobleme nicht durch ambulante oder teilstationäre Hilfeformen bewältigen lassen, dann bietet die Kinder- und Jugendhilfe stationäre, familienersetzende Hilfen an.

7 739 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige befanden sich im Jahr 2011 in einer Vollzeitpflegestelle. 78 Prozent wurden von einer fremden Familie betreut, 22 Prozent von Großeltern oder sonstigen Verwandten. Mehr als die Hälfte lebte zuvor bei einem allein erziehenden Elternteil. 73 Prozent aller Herkunftsfamilien erhielten Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II, bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Sozialhilfe (SGB XII).

In Heimerziehung oder in einer anderen betreuten Wohnform lebten 7 905 junge Menschen, 57 Prozent davon waren Jungen und junge Männer. 60 Prozent waren 12 bis 17 Jahre alt. 66 Prozent wohnten in einer Mehrgruppen-, 28 Prozent in einer Eingruppeneinrichtung und nur 5 Prozent in einer eigenen Wohnung. 868 jungen Menschen in besonderen Problemlagen, die durch vorgenannte Hilfeangebote nicht erreicht werden konnten, wurde durch eine intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (ab 10 Jahren) geholfen. 70 Prozent waren unter 18 Jahre alt, 61 Prozent waren Jungen und junge Männer. In vorrangig stationärer Form wurden 634 flexible Hilfen (sonstige erzieherische Hilfen, z.B. Kurzzeitpflege) durchgeführt. Die Gründe, weshalb eine stationäre Hilfe begonnen wird, sind vielschichtig, der Schwerpunkt je nach Hilfeart etwas unterschiedlich: eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder des Sorgeberechtigten, Auffälligkeiten im sozialen Verhalten des jungen Menschen, Gefährdung des Kindeswohls, unzureichende Förderung, Betreuung oder Versorgung des jungen Menschen in der Familie und Belastungen des jungen Menschen durch familiäre Konflikte waren die Hauptgründe.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 22.08.2012

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Hessen: 12 400 junge Menschen wurden 2011 außerhalb des Elternhauses untergebracht

Posted on August 11, 2012. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Im Jahr 2011 wurden in Hessen 12 400 Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis unter 27 Jahre außerhalb des Elternhauses untergebracht: 4500 bzw. gut 36 Prozent in Form von Vollzeitpflege und 7900 bzw. knapp 64 Prozent in Heimerziehung/sonstiger betreuter Wohnform. Nach Mitteilung des Hessischen Statistischen Landesamtes waren dies 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Betreuten in Vollzeitpflege nahm um fünf Prozent, diejenige in Heimerziehung/sonstiger betreuter Wohnform um knapp drei Prozent zu. Im Jahr 2011 wurden 3400 Hilfen neu begonnen.

Mit knapp 48 Prozent waren die meisten jungen Menschen, die außerhalb des Elternhauses untergebracht wurden, zwölf bis unter 18 Jahre alt, gefolgt von den Volljährigen mit 20 Prozent. 21 Prozent waren zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr alt und elf Prozent hatten das sechste Lebensjahr noch nicht erreicht.

Bei den jüngeren Kindern spielte die Vollzeitpflege die wichtigste Rolle, während mit steigendem Alter eine Unterbringung in einem Heim oder das betreute Wohnen an Bedeutung gewann. Von den unter Sechsjährigen waren 83 Prozent in Pflegefamilien untergebracht, bei den Sechs- bis unter Zwölfjährigen lag dieser Anteil bei gut 56 Prozent, bei den Zwölf- bis unter 18-Jährigen waren es 24 Prozent und bei den Volljährigen 18 Prozent.

Die Hauptursache für die Vollzeitpflege lag bei Beginn der Hilfe im Elternhaus. Für die Heimunterbringung/sonstige betreute Wohnform war dagegen die Auffälligkeit bei jungen Menschen von großer Bedeutung. Vorrangig standen bei der Vollzeitpflege folgende Gründe: Die Gefährdung des Kindeswohles (21 Prozent), die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder Personensorgeberechtigten (18 Prozent) und die unzureichende Förderung bzw. Betreuung/Versorgung des jungen Menschen in der Familie (17 Prozent). Bei den jungen Menschen, die in Heimen/sonstiger betreuter Wohnform untergebracht wurden, waren neben der eingeschränkten Erziehungskompetenz der Eltern mit 18 Prozent, vor allem Auffälligkeiten des jungen Menschen mit 13 Prozent und schulische/berufliche Probleme mit neun Prozent von Bedeutung.

56 Prozent der jungen Menschen/der Herkunftsfamilien waren bei Beginn der Hilfe auf Transferleistungen angewiesen. In 41 Prozent lebten die jungen Menschen vor der Hilfe bei nur einem Elternteil, 20 Prozent kamen aus „Patchworkfamilien“ und in 20 Prozent der Fälle wohnten die Eltern zusammen. Die restlichen knapp 20 Prozent entfielen auf unbekannt oder Eltern waren verstorben.

Die im Laufe des Jahres geleisteten Hilfen errechnen sich aus der Summe der im Jahr beendeten Hilfen und den am 31.12. bestehenden Hilfen. Wird eine Hilfe beendet und im laufenden Jahr erneut begonnen, so wird dies als zwei Hilfen gezählt.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 10.08.2012

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Hessen: Alleinerziehende benötigen häufiger Hilfen zur Erziehung

Posted on August 4, 2012. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , , , , |

Im Jahr 2011 wurden in Hessen knapp 64 000 Hilfen zur Erziehung und knapp 4900 Hilfen zur Eingliederung seelisch behinderter junger Menschen geleistet. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, wurden damit knapp zwei Prozent mehr Hilfen gewährt als ein Jahr zuvor. Von den insgesamt 68 800 Hilfen wurden knapp 34 600 im Berichtsjahr beendet und 34 200 Hilfen dauerten am Jahresende noch an.

Mit 48 Prozent war die Erziehungsberatung die häufigste Hilfeform vor der „Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform“ und der sozialpädagogischen Familienhilfe mit knapp zwölf bzw. elf Prozent. Knapp sieben Prozent entfielen auf die Vollzeitpflege und sechs Prozent auf die sonstigen Hilfen nach § 27 SGB VIII. Die soziale Gruppenarbeit, die Erziehung in einer Tagesgruppe und die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung spielen zahlenmäßig eine untergeordnete Rolle. Die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte bzw. von seelischer Behinderung bedrohte junge Menschen (§ 35 a SGB VIII) nimmt eine Sonderstellung ein und gehört nicht zu den Hilfen zur Erziehung. Sie machten sieben Prozent aller Hilfen aus.

38 Prozent der Familien, die eine Hilfe zur Erziehung oder Eingliederungshilfe bekamen, lebten von Transferleistungen. Der Anteil der Familien mit Transferleistungen fiel umso höher aus, je „stärker“ der Eingriff in das Leben des jungen Menschen bzw. der Familie notwendig war. So lag zum Beispiel der Anteil bei der Vollzeitpflege bei 79 Prozent, bei der eher „schwächeren“ Erziehungsberatung hingegen bei 17 Prozent.

43 Prozent aller Hilfen wurden an Alleinerziehende gewährt; bei zusammenlebenden Eltern waren es 37 Prozent. Mehr als jede zweite dieser Alleinerziehenden war auf Transferleistungen angewiesen. Dies ist unter anderem mit der zunehmenden Belastung in Form von fehlenden materiellen Ressourcen und fehlender sozialer Unterstützung sowie bestehenden Alltagsproblemen zu erklären. Hinzu kommt, dass die Kinder oft seelisch unter der Trennung der Eltern leiden.

Neben den Hilfen, die sich auf den einzelnen jungen Menschen beziehen, werden auch familienorientierte Hilfen gewährt. Hier wird die ganze Familie unterstützt, sodass die Zahl der betroffenen jungen Menschen mit 76 800 über der Zahl der gewährten Hilfen (68 800) lag.

Die Hilfen können ambulant (Erziehungsberatungen, soziale Gruppenarbeit, Einzelbetreuung, sozialpädagogische Familienhilfe, sonstige Hilfen nach § 27 SGB VIII), teilstationär (Erziehung in einer Tagesgruppe) oder außerhalb des Elternhauses (Heimerziehung, Vollzeitpflege, intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung, sonstige Hilfen nach § 27 SGB VIII) geleistet werden.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 01.08.2012

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Im Land Brandenburg steigt Bedarf nach Hilfen zur Erziehung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe 2011

Posted on August 2, 2012. Filed under: Brandenburg, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , |

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg informiert, wurden im Jahr 2011 im Land Brandenburg 14 759 erzieherische Hilfen für Kinder und Jugendliche begonnen. Gegenüber 2010 ist das eine Steigerung von 3,1 Prozent. 14 178 (2010: 13 743) Hilfen wurden im Laufe des Jahres beendet und 14 452 (2010: 13 988) Hilfen bestanden am Jahresende fort.

Von den im Jahr 2011 gewährten Hilfen (beendete und bestehende Hilfen) bildeten Erziehungsberatungen mit 39,8 Prozent den Schwerpunkt der Hilfen zur Erziehung. An zweiter Stelle stand die Hilfeart Heimerziehung/sonstige betreute Wohnform mit 4 149 Fällen bzw. 14,5 Prozent. Eine Hilfe zur Erziehung in Form von sozialpädagogischer Familienhilfe wurde im Jahr 2011 in 4 187 Fällen bzw. 14,6 Prozent geleistet.

Aber auch 2 317 Betreuungsfälle im Rahmen der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen wurden in Anspruch genommen.

Die erzieherischen Hilfen sind überwiegend an jungen Menschen orientiert, zum Teil jedoch an der gesamten Familie. Insgesamt erhielten 32 957 junge Menschen Hilfen zur Erziehung, die durch öffentliche und freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe erbracht werden.

Hauptgründe für die Hilfegewährung sind eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern bzw. Personensorgeberechtigten und Belastungen des jungen Menschen durch familiäre Konflikte.

Quelle: Pressemitteilung des Amt für Statistik Berlin-Brandenburg vom 02.08.2012

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Hilfen zur Erziehung in Berlin im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe 2011

Posted on August 2, 2012. Filed under: Berlin, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , , |

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg informiert, wurden im Jahr 2011 in Berlin 24 714 erzieherische Hilfen für Kinder und Jugendliche begonnen. Gegenüber 2010 ist das eine Steigerung von 1,3 Prozent. 24 259 (2010: 24 028) Hilfen wurden im Laufe des Jahres beendet und 19 975 (2010: 19 562) Hilfen bestanden am Jahresende fort.

Von den im Jahr 2011 gewährten Hilfen (beendete und bestehende Hilfen) bildeten Erziehungsberatungen mit 53 Prozent den Schwerpunkt der Hilfen zur Erziehung. An zweiter Stelle stand die Hilfeart Heimerziehung/sonstige betreute Wohnform mit 5 777 Fällen bzw. 13,1 Prozent. Eine Hilfe zur Erziehung in Form von sozialpädagogischer Familienhilfe wurde im Jahr 2011 in 5 032 Fällen bzw. 11,4 Prozent geleistet.

Aber auch 2 675 Betreuungsfälle im Rahmen der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen wurden in Anspruch genommen. Die erzieherischen Hilfen sind überwiegend an jungen Menschen orientiert, zum Teil jedoch an der gesamten Familie. Insgesamt nutzten 49 756 junge Menschen Hilfen zur Erziehung, die durch öffentliche und freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe erbracht werden.

Als Hauptgründe für die Hilfegewährung werden Belastungen des jungen Menschen durch familiäre Konflikte und eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern bzw. Personensorgeberechtigten angegeben.

Quelle: Pressemitteilung des Amt für Statistik Berlin-Brandenburg vom 02.08.2012

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Tagungsdokumentation zu den Runden Tischen „Heimerziehung“ und „Sexueller Kindesmissbrauch“ erschienen

Posted on Juli 17, 2012. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , |

In der Schriftenreihe „Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe“ der Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik ist als Band 84 die Dokumentation der Fachtagung „‚Was hat das mit uns zu tun?‘ Umsetzung der Schlussfolgerungen aus den Runden Tischen „Heimerziehung“ und ‚Sexueller Kindesmissbrauch‘ in die Jugendhilfepraxis„, die am 15./16. April 2012 in Berlin stattgefunden hat, erschienen.

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Ergebnisse des Forschungsprojektes „Abbrüche in stationären Erziehungshilfen (ABiE)“ am 13.09. in Kassel

Posted on Juli 13, 2012. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Am 13.09. werden in Kassel die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Abbrüche in stationären Erziehungshilfen (ABiE)“ vorgestellt. Veranstalter ist der Evangelische Erziehungsverband e.V. (EREV).

Zielgruppe des Fachtags sind Mitarbeitende der Erziehungshilfe auf Seiten der Leistungserbringer und Leistungsträger, wissenschaftlich Tätige und Interessierte, Jugendhilfepolitiker, angrenzende Bereiche wie Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendarbeit und alle, die an dem Thema interessiert sind.

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„Ziel: Umerziehung“ – Wanderausstellung der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau zur Geschichte repressiver Heimerziehung in der DDR eröffnet

Posted on April 24, 2012. Filed under: Jugendhilfe, Publikationen, Sachsen, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Staatsministerin Christine Clauß hat gemeinsam mit dem Bundesbeauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, die Wanderausstellung »Ziel: Umerziehung« in der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau eröffnet.

»Die Gespräche mit ehemaligen Heimkindern und die Bilder der Ausstellung machen mich betroffen. Die Bilder und die Geschichten zeigen vor allem eines ganz deutlich: wer eine Umerziehung zur sozialistischen Persönlichkeit nicht miterlebt hat, kann nur versuchen, das Erlittene nachzuvollziehen. Umso wichtiger sind Gedenkstätten wie diese und die stetige Aufarbeitung der Geschehnisse«, sagte Clauß bei der Eröffnung.

Die Ausstellung widmet sich dem Thema der repressiven Heimerziehung in der ehemaligen DDR-Jugendhilfe in Sachsen. Vor drei Wochen haben der Bund und die neuen Länder einen umfassenden Bericht zur Heimerziehung in der ehemaligen DDR in den Jahren 1949 bis 1990 vorgelegt. Die Ausstellung ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der Aufarbeitung der Geschehnisse. Bereits am Vormittag hatte das Sächsische Kabinett dem Entschädigungsfonds der ostdeutschen Bundesländer und des Bundes zugestimmt. Damit stellt Sachsen in den nächsten fünf Jahren fast sechs Millionen Euro zur Verfügung. Dieses Geld werde unter anderem für ergänzende Hilfen und für eine Anlauf- und Beratungsstelle genutzt, die beim Kommunalen Sozialverband Sachsen angesiedelt und ab 1. Juli 2012 ihre Arbeit aufnehmen wird.

Die Torgauer Gedenkstätte hat einen erheblichen Anteil an der Aufarbeitung der Geschichte der repressiven DDR-Heimerziehung, denn hier habe man den Finger bereits »sehr früh in die Wunde gelegt und auf die Bedeutung einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der DDR-Heimerziehung gedrungen«, unterstrich Clauß. Den Torgauer Aktivitäten sei es zu verdanken, dass die Aufarbeitung der DDR-Jugendhilfe in Sachsen so weit vorangekommen sei, aber auch, dass die Heimkinderdebatte in Deutschland überhaupt ins Rollen kam. »Denn noch vor den wichtigen Veröffentlichungen der westdeutschen Heimkinder waren es vor allem die Stimmen aus Torgau, die erheblich dazu beigetragen haben, dass in unserer Gesellschaft Sensibilität und Aufmerksamkeit gegenüber der Vergangenheit in ostdeutschen und in westdeutschen Heimen gewachsen sind«, sagte die Ministerin.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz vom 17.04.2012

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Bericht zur Heimerziehung in der DDR vorgestellt

Posted on März 26, 2012. Filed under: Brandenburg, Finanzielles, Gesundheit, Jugendhilfe, Meckl.-Vorpommern, Politik, Rechtliches, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen | Schlagwörter: , , |

Zwang und Gewalt gehörten für viele Säuglinge, Kinder und Jugendliche in den Heimen der DDR zum Alltag. Dies ist das Ergebnis des Berichts „Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR“, den der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Dr. Hermann Kues, gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren, Dr. Christoph Bergner, und den zuständigen Ministerinnen und Ministern aus den ostdeutschen Ländern heute in Berlin vorgestellt hat.

„Das Leid der Betroffenen der Heimerziehung, ob in Ost oder West, berührt alle“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Hermann Kues. „Nachdem wir den Fonds Heimerziehung West eingerichtet haben (wir berichteten), ist es mir auch ein persönliches Anliegen, dass wir nun denjenigen helfen, die unter der Heimerziehung in der DDR gelitten haben. Der heute vorgestellte Bericht ist ein erster Schritt zur Aufarbeitung dieses Kapitels in der Geschichte der DDR. Der nächste wichtige Schritt ist die Einrichtung des Fonds ‚Heimerziehung in der DDR in den Jahren von 1949 bis 1990‘ zum 1. Juli dieses Jahres. Damit können wir das Unrecht nicht ungeschehen machen. Aber beide Fonds können den Betroffenen helfen, die Folgen dessen, was sie in den Heimen erlebt und durchlitten haben, zu mildern oder zu überwinden“, so der Dr. Hermann Kues.

Expertisen als Grundlage des Berichtes

Grundlage des Berichts sind die Ergebnisse von drei Expertisen zur Heimerziehung in der DDR, die sich mit den Themenfeldern Rechtsfragen, Erziehungsvorstellungen und Bewältigung von Traumatisierungen beschäftigten. In die Erstellung des Berichtes haben Bund und Länder Betroffene der DDR-Heimerziehung einbezogen. Diese haben ihre Erfahrungen und Forderungen in einem eigenen Berichtsteil dargelegt.
Auf der Grundlage des Berichts „Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR“ kommen die Bundesregierung und die ostdeutschen Länder zu folgenden Einschätzungen:

  • Zwang und Gewalt waren für viele Säuglinge, Kinder und Jugendliche in DDR-Heimen eine alltägliche Erfahrung
  • In Spezialheimen der Jugendhilfe wurde den Betroffenen Bildung verweigert, wurden sie zur Arbeit gezwungen und es wurden allgemein die Menschenrechte verletzt
  • Die Erlebnisse in den Heimen haben zu massiven Beeinträchtigungen der Lebenschancen und Entwicklungspotentialen der Betroffenen geführt, die über den Heimaufenthalt hinaus bis heute nachwirken
  • Viele Betroffene leiden an den Spätfolgen, an schlechten beruflichen Chancen, an Stigmatisierungen und psychischen Traumatisierungen

Fonds „Heimerziehung in der DDR in den Jahren von 1949 bis 1990“

Bund und ostdeutsche Länder wollen daher den Betroffenen Hilfen bei der Bewältigung von Folgen der Heimerziehung in der DDR und deren Aufarbeitung anbieten. Dazu soll ein Hilfesystem nach dem Vorbild des Fonds Heimerziehung West geschaffen werden.
Der Bund und die ostdeutschen Länder werden für den geplanten Fonds insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Damit sollen unter anderem Anlauf- und Beratungsstellen in den ostdeutschen Ländern eingerichtet werden, die den Betroffenen bei der Aufarbeitung ihrer Lebensgeschichte, bei der Suche nach ihren Akten und beim Zugang zu Hilfeleistungen und Rentenersatzleistungen aus dem Fonds helfen. Ein kostenloses Infotelefon gibt den Betroffenen zudem Auskunft über die zuständigen Informationsstellen in den Ländern (Tel. 0800 / 100 49 00).
Den Bericht und die Expertisen sowie allgemeine Informationen zum Fonds Heimerziehung West und Kontaktdaten der Informationsstellen in den ostdeutschen Ländern und Berlin werden auf der Internetseite des Fonds zur Verfügung gestellt.

Quelle: BMFSFJ vom 26.03.2012

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DJI-Interview mit Dr. Jens Pothmann: Regionale Unterschiede bei der Fremdunterbringung von Kindern und Jugendlichen in Heimen und Pflegefamilien

Posted on März 24, 2012. Filed under: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Forschung, Hamburg, Hessen, Jugendhilfe, Meckl.-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen | Schlagwörter: , , |

Die Hilfen zur Erziehung (HzE) gehören zu den zentralen Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe. Dazu zählen Beratung, kurzzeitige Unterstützung für Familien wie längerfristige Unterbringung von Kindern außerhalb der Familie. Nicht zuletzt wegen der rasant steigenden Fallzahlen und Ausgaben gerieten die HzE zuletzt in die Schlagzeilen. Eine Untersuchung der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) zeigt eklatante regionale Unterschiede bei den Fremdunterbringungsquoten. Dazu hat DJI Online Dr. Jens Pothmann von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik einige Fragen gestellt.

zur Datenanalysen Regionale Unterschiede bei der „Fremdunterbringung von Kindern und Jugendlichen“ in Heimen und Pflegefamilien

zum DJI Interview mit Dr. Jens Pothmann

Quelle: DJI Februar 2012

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„U 6 – kleine Kinder in der stationären Erziehungshilfe – Die Bedeutung der Bindungskonzepte für den pädagogischen Alltag“ am 17./28.04. in Münster

Posted on Februar 21, 2012. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Vom 17.-18.04. wird vom Evangelischen Fachverband für Erzieherische Hilfen RWL in Münster ein Seminar mit dem Titel „U 6 – kleine Kinder in der stationären Erziehungshilfe – Die Bedeutung der Bindungskonzepte für den pädagogischen Alltag“ angeboten.

Sie richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einer Wohngruppe kleine Kindern betreuen bzw. an einem zukünftigen Konzept für diese Altersgruppe arbeiten. Das Ziel der Fortbildung ist ein sicherer Umgang mit kleinen Kindern im stationären Setting und Klärung von praxisrelevanten Fragen, z.B. zum Umgang mit Geschwisterreihen, der Arbeit mit den Eltern und der eigenen Psychohygiene.

nähere Informationen

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Zahl der Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe gestiegen

Posted on Februar 2, 2012. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , |

WIESBADEN –Die Gesamtzahl der Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (ohne Einrichtungen der Kindertagesbetreuung) in Deutschland erhöhte sich zum Jahresende 2010 gegenüber 2006 – dem Zeitpunkt der letzten Erhebung – um rund 5 % auf 29 200. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sank dabei die Zahl der Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft um 1,8 %. Die freien Träger betrieben dagegen 4,6 % mehr Einrichtungen als vier Jahre zuvor; ihr Anteil an den Einrichtungen insgesamt lag bei rund 76 %. Daneben gab es 2010 weitere fast 3 500 Einrichtungen und Geschäftsstellen der Jugendhilfeverwaltung (+ 21,9 % gegenüber 2006).

Zu den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zählen unter anderem Einrichtungen für Heimerziehung, Jugendarbeit, Frühförderung sowie Jugendzentren und Jugendräume, Familienferienstätten und Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen.
Die Zahl der Beschäftigten in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (ohne hauswirtschaftliches und technisches Personal) stieg bundesweit gegenüber 2006 auf 195 200 Personen (+ 15,3 %). Davon waren fast 50 000 Personen in der Heimerziehung tätig, mehr als 20 000 in der freizeitbezogenen offenen Jugendarbeit.

Rund 89 800 Beschäftigte (46 %) hatten einen Hochschulabschluss. 41 400 (21 %) waren Erzieher und Erzieherinnen.
Detaillierte Ergebnisse der Statistiken zu den Einrichtungen und tätigen Personen in der Kinder- und Jugendhilfe (ohne Tageseinrichtungen für Kinder) finden sich im Bereich Publikationen.

Quelle: Pressemitteilung Nr.031 von Destatis vom 27.01.2012

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Öffentliche Hand gab 2010 rund 28,9 Milliarden Euro für Kinder- und Jugendhilfe aus

Posted on Januar 19, 2012. Filed under: Finanzielles, Forschung, Jugendhilfe, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

WIESBADEN – Bund, Länder und Gemeinden haben im Jahr 2010 insgesamt rund 28,9 Milliarden Euro für Leistungen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe ausgegeben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sind die Ausgaben damit gegenüber dem Vorjahr um 7,4 % gestiegen. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von etwa 2,6 Milliarden Euro – unter anderem aus Gebühren und Teilnahmebeiträgen – wendete die öffentliche Hand netto rund 26,3 Milliarden Euro auf. Gegenüber 2009 entspricht das einer Steigerung um 8,2 %.
Der größte Teil der Bruttoausgaben (62 %) entfiel mit rund 17,8 Milliarden Euro auf die Kindertagesbetreuung, 9,9 % mehr als 2009. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro wurden netto 16,2 Milliarden Euro für Kindertagesbetreuung ausgegeben. Das waren 11,0 % mehr als im Vorjahr.

Gut ein Viertel der Bruttoausgaben (26 %) – insgesamt mehr als 7,5 Milliarden Euro – wendeten die öffentlichen Träger für Hilfen zur Erziehung auf. Davon entfielen etwa 4,1 Milliarden Euro auf die Unterbringung junger Menschen außerhalb des Elternhauses in Vollzeitpflege, Heimerziehung oder in anderer betreuter Wohnform. Die Ausgaben für sozialpädagogische Familienhilfe lagen bei 729 Millionen Euro und damit um 7,3 % höher als im Vorjahr.

Weitere gut 5 % der Gesamtausgaben wurden in Maßnahmen und Einrichtungen der Jugendarbeit investiert, zum Beispiel in außerschulische Jugendbildung, Kinder- und Jugenderholung oder in Jugendzentren. Bund, Länder und Gemeinden wendeten dafür rund 1,6 Milliarden Euro auf. Die Ausgaben für vorläufige Schutzmaßnahmen, zu denen insbesondere die Inobhutnahme bei Gefährdung des Kindeswohls gehört, stiegen von rund 145 Millionen Euro im Jahr 2009 auf rund 165 Millionen Euro 2010 (+ 13,5 %).

Weitere Informationen finden Sie im Bereich Publikationen, Fachveröffentlichungen.

Quelle: Destatis vom 18.01.2012

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Fachtagung „Was hat das mit uns zu tun?“ am 15.-16.03. in Berlin

Posted on Januar 17, 2012. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , , , |

Mit der Fachtagung „Was hat das mit uns zu tun? Umsetzung der Schlussfolgerungen aus den Runden Tischen zu „Heimerziehung“ und „Sexueller Missbrauch“ in die Jugendhilfepraxis“ wendet sich die Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik am 15.-16.03.2012 in Berlin an leitende Fachkräfte der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe.

Programm:

  • Zentrale Erkenntnisse aus dem Runden Tisch Heimerziehung
    Rainer Kröger
  • Zentrale Erkenntnisse aus dem Runden Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch“
    Prof. Dr. Mechthild Wolff
  • Und was hat das mit uns zu tun? Forderungen an die (Jugendhilfe)Praxis
    Prof. Dr. Christian Schrapper
  • Arbeitsgruppen
    „Und was hat das mit uns zu tun? Konsequenzen und Aufgaben für die Jugendhilfepraxis“

    • Schutzkonzepte in der Kinder- und Jugendhilfe – Schutzkonzepte: mehr als Papier? Nur eine Aufgabe freier Träger?
      Prof. Dr. Mechthild Wolff
    • Ombudschaft als eine Form des Beschwerdemanagements – Ombudschaften: Organisationsversagen oder Beitrag zur Rollenklarheit?
      Prof. Dr. Ulrike Urban-Stahl
    • Die insoweit erfahrene Fachkraft/Kinderschutzfachkraft – Unterstützung und Beratung auch über das eigene System hinaus?
      Dr. Sigrid A. Bathke
    • Partizipation von Kindern und Jugendlichen – Partizipation: Eine Leerstelle im HIlfeprozess?
      Jörg Freese
    • Mindeststandards in der Heimerziehung – Mindeststandards: Wer hat sinnvollerweise die Definitionsmacht?
      Hans Meyer
    • Verantwortung von Leitung und zur Kontrolle/Selbstkontrolle von Leitung in komplizierten Entscheidungsprozessen –
      Wie werden Vorwürfe gegen Mitarbeiter/innen professionell und transparent untersucht?
      Dr. Hans-Ullrich Krause
  • Und was hat das mit uns zu tun? Konsequenzen und Aufgaben für die Jugendhilfepraxis – Antworten auf die Leitfragen der Arbeitsgruppen
  • Macht und Ohnmacht der Abhängigkeitsbeziehungen – Wie viel Nähe verträgt eine professionelle Beziehung?
    Marie-Luise Conen
  • Präventionsbausteine: Konsequenzen und Aufgaben für die Jugendhilfepraxis – Diskussion und Erfahrungsaustausch in Foren
    • Klientenbeziehungen im ASD
      Benedikt Hörter
    • Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen
      Bernd Priebe
    • Nähe und Distanz in Erziehungssituationen in der Jugendhilfe
      Dr. Hans-Ullrich Krause
  • Podiumsdiskussion: Brauchen wir einen Ethik-Kodex? oder: Wie man die Praxis zukünftig gestalten sollte.
    Vorstellung der „National Care Standards“ in Schottland
    Norbert Struck, Benedikt Hörter, Dr. Hans-Ullrich Krause, Bernd Priebe

Anmeldeschluss ist der 05.03.

nähere Informationen

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Bund, Länder und Kirchen starten Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“

Posted on Januar 2, 2012. Filed under: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Finanzielles, Gesundheit, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Politik, Rechtliches, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein | Schlagwörter: , , |

Mit Wirkung vom 1. Januar 2012 an stehen Betroffenen Mittel aus dem Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“ (Fonds „Heimerziehung West“) zur Verfügung. Der Fonds wurde durch den Bund, die Länder Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein, Bayern, Berlin, Bremen und Hamburg, die Evangelische Kirche in Deutschland, die (Erz-) Bistümer der katholischen Kirche im Bundesgebiet, den Deutschen Caritasverband, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Deutsche Ordensobernkonferenz errichtet. Insgesamt stehen 120 Millionen Euro zur Verfügung, die jeweils zu einem Drittel von Bund, Ländern und Kommunen sowie katholischer und evangelischer Kirche und deren Wohlfahrtsverbänden und den Orden erbracht werden. Damit ist der Startschuss zur Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren gegeben.

„Das Leid der Betroffenen hat mich zutiefst berührt, deshalb ist es mir wichtig gewesen, dass die Vorschläge des Runden Tisches Heimerziehung West schnell umgesetzt werden. Ab 1. Januar können endlich die Anträge auf Unterstützung gestellt werden. Das ist eine wichtige Nachricht für alle Betroffenen“, sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder. „Mir ist bewusst, dass der Fonds nichts ungeschehen machen kann. Der Fonds kann aber Betroffenen helfen, heute noch nachweisbare Folgen aus der Zeit ihrer Heimunterbringung in den Jahren 1949 bis 1975 zu überwinden.“

Betroffenen, denen während ihrer Heimunterbringung in den Jahren 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland Unrecht und Leid zugefügt wurde, kann durch den Fonds eine Hilfe zur Bewältigung dieses Leids gewährt werden, soweit durch die Heimerziehung heute noch Traumatisierungen oder andere Beeinträchtigungen und Folgeschäden bestehen und dieser besondere Hilfebedarf nicht über die bestehenden Hilfe- und Versicherungssysteme abgedeckt wird. Darüber hinaus sollen Betroffene dabei unterstützt werden, ihre Zeit der Heimunterbringung zwischen 1949 und 1975 aufzuarbeiten. In Fällen, in denen es aufgrund seinerzeit nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu einer Minderung von Rentenansprüchen gekommen ist, soll mit Hilfe des Fonds ein finanzieller Ausgleich gewährt werden.

Anträge können bis zum 31. Dezember 2014 gestellt werden. Anlauf- und Beratungsstellen in den westdeutschen Bundesländern und Berlin beraten Betroffene und ermitteln den konkreten Hilfebedarf. Für Betroffene aus Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen sowie Jugendwerkhöfen der ehemaligen DDR ist geplant, bis zum Sommer 2012 entsprechende Regelungen und Grundlagen zu schaffen.

Auf der Website zum Fonds sind ausführliche Informationen zum Fonds, zur Antragstellung und zu den Zuständigkeiten der Beratungsstellen zu finden: www.fonds-heimerziehung.de.

Ein kostenloses Infotelefon gibt Auskunft über die zuständige Beratungseinrichtung: 0800 / 10 04 900 (montags: 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr, dienstags, mittwochs, freitags: 16.00 Uhr bis 22.00 Uhr und sonntags: 14.00 Uhr bis 20.00 Uhr)

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.bmfsfj.de.

Quelle: Pressemitteilung des BMFSFJ vom 02.01.2012

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AGJ-Diskussionspapier: Kleine Kinder in den stationären Formen der Hilfen zur Erziehung

Posted on Dezember 30, 2011. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Die in den letzten Jahren intensiv geführte fachliche und politische Debatte über eine Verbesserung des Kinderschutzes, aber auch die mediale Berichterstattung über Kindesmisshandlung und -vernachlässigung haben zu einer erhöhten Sensibilität für den Kinderschutz in der Gesellschaft insgesamt, jedoch vor allem bei den Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe geführt.

Daneben ist der Schutzauftrag in der Kinder- und Jugendhilfe in den letzten Jahren fachlich weiterentwickelt und gesetzlich deutlicher ausgestaltet worden. Mit Blick auf die statistischen Zahlen, insbesondere seit 2005, ist ein erheblicher Anstieg der Inobhutnahmen und Heimunterbringungen vor allem kleiner Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren zu verzeichnen.

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ befasst sich im vorliegenden Diskussionspapier mit der stationären Unterbringung kleiner Kinder dieser Altersgruppe und erläutert die Anforderungen an die Ausgestaltung der stationären Heimerziehung sowie die Herausforderungen und Perspektiven für diese Hilfeform. Dabei wird der Fokus vor allem auf die für diese Lebensphase der Kinder spezifischen Grundbedürfnisse im Hinblick auf die Anforderungen an das Verfahren der Herausnahme, Hilfeplanung, Fallsteuerung sowie auf die Qualifizierung der betreuenden Fachkräfte und die begleitende Elternarbeit gelegt. Das Diskussionspapier wurde vom Vorstand der AGJ auf seiner Sitzung am 24./25. November 2011 beschlossen.

AGJ-Stellungnahme „Kleine Kinder in den stationären Formen der Hilfen zur Erziehung – Anforderungen an die Ausgestaltung“ (pdf)

Quelle: Presseinformation der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ vom 19.12.2011

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Baden-Würtemberg: Nahezu 17 000 Hilfen zur Erziehung außerhalb des Elternhauses

Posted on Dezember 9, 2011. Filed under: Baden-Württemberg, Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Im Jahr 2010 haben nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 16 985 junge Menschen unter 27 Jahren erzieherische Hilfen in Unterbringungsformen außerhalb des Elternhauses in Anspruch genommen (beendete und am Jahresende andauernde Hilfen). Wenn durch familiäre Konflikte die räumliche Trennung von Eltern und Kindern in schwierigen Entwicklungsphasen notwendig wird, sich Entwicklungs- oder Beziehungsprobleme nicht durch ambulante oder teilstationäre Hilfeformen bewältigen lassen, dann bietet die Kinder- und Jugendhilfe stationäre, familienersetzende Hilfen an.

7 746 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige befanden sich im Jahr 2010 in einer Vollzeitpflegestelle. 78 Prozent wurden von einer fremden Familie betreut, 22 Prozent von Großeltern oder sonstigen Verwandten. Knapp die Hälfte lebte zuvor bei einem allein erziehenden Elternteil. 70 Prozent aller Herkunftsfamilien erhielten Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II, bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Sozialhilfe (SGB XII).

In Heimerziehung oder in einer anderen betreuten Wohnform lebten 7 845 junge Menschen, 57 Prozent Jungen und junge Männer. 60 Prozent waren 12 bis 17 Jahre alt. 69 Prozent wohnten in einer Mehrgruppen-, 26 Prozent in einer Eingruppeneinrichtung, nur 5 Prozent in einer eigenen Wohnung.

766 jungen Menschen in besonderen Problemlagen, die durch vorgenannte Hilfeangebote nicht erreicht werden konnten, wurde durch eine intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (ab 10 Jahren) geholfen. 70 Prozent waren unter 18 Jahre alt, 61 Prozent Jungen und junge Männer.

In vorrangig stationärer Form wurden 601 flexible Hilfen (sonstige erzieherische Hilfen, z.B. Kurzzeitpflege) durchgeführt.

Die Gründe, weshalb eine stationäre Hilfe begonnen wird, sind vielschichtig, der Schwerpunkt je nach Hilfeart etwas unterschiedlich: Eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder des Sorgeberechtigten, Auffälligkeiten im sozialen Verhalten des jungen Menschen, Gefährdung des Kindeswohls, unzureichende Förderung, Betreuung oder Versorgung des jungen Menschen in der Familie sowie Belastungen des jungen Menschen durch familiäre Konflikte waren die Hauptgründe.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 08.12.2011

Nahezu 17 000 Hilfen zur Erziehung außerhalb des Elternhauses

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Kleine Kinder in der stationären Erziehungshilfe – Dokumentation und neue Fachtagung der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V.

Posted on Dezember 3, 2011. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Publikationen, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Immer mehr Kinder unter sechs Jahren müssen aufgrund von akuten Krisen in der Familie in Heimen und Pflegefamilien untergebracht werden. Deren Zahl stieg von 2005 bis 2009 um fast 70 Prozent. Mit diesem Thema beschäftigte sich der Fachtag am 06.10.2011 der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V., deren Präsentationen nun online zur Verfügung gestellt wurden.

Im Frühjahr 2012 werden die Ergebnisse in ausführlicher Form in der EREV Schriftenreihe veröffentlicht.

Weiterhin wird vom 17.-18.04.2012 in Münster eine weitere Fachtagung mit dem Titel „U 6 – kleine Kinder in der stationären Erziehungshilfe – Die Bedeutung der Bindungskonzepte für den pädagogischen Alltag“ angeboten. Sie richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einer Wohngruppe kleine Kindern betreuen bzw. an einem zukünftigen Konzept für diese Altersgruppe arbeiten. Das Ziel der Fortbildung ist ein sicherer Umgang mit kleinen Kindern im stationären Setting und Klärung von praxisrelevanten Fragen, z. B. zum Umgang mit Geschwisterreihen, der Arbeit mit den Eltern und der eigenen Psychohygiene.

Anmeldung:
Ev. Fachverband für Erzieherische Hilfen RWL, Frau Parchow, Telefon: 0251 / 2709-0

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Landesjugendamt Rheinland-Pfalz: „Zwischen Heim und Psychiatrie“

Posted on November 16, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Aktuelle Ergebnisse der Forschung zur psychischen Gesundheit von Heimkindern sowie die Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion unterstreichen die Bedeutung einer guten und kompetenten Kooperation der Systeme Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP).

Das Landesjugendamt Rheinland-Pfalz hat sich diesem in zwei interdisziplinären Fallseminaren gewidmet, in denen eine Runde von ca. 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den Arbeitsbereichen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe in den Jahren 2007 und 2008 im Rahmen von zwei Treffen zentrale Aspekte guter Kooperationsbeziehungen diskutiert hat. Ein Ergebnis dieser Fallseminare war der Wunsch an das Landesjugendamt, eine landesweite Fachtagung zur Kooperation von Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe zu veranstalten.

Diese Tagung fand am 2. November 2011 unter dem Titel „Aufwachsen zwischen Heim und Psychiatrie“ als Kooperationsveranstaltung von Referat 35 „Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen“ des Landesjugendamtes und des Sozialpädagogischen Fortbildungszentrums mit Unterstützung des Pfalzinstituts Klingenmünster im Tagungszentrum Erbacher Hof in Mainz statt.

Teilgenommen haben 130 Fachkräfte aus der Jugendhilfe, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und niedergelassene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aus ganz Rheinland-Pfalz.

In seinem Grußwort ging Herr Klaus Peter Lohest, Abteilungsleiter im Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, auf zentrale Aspekte der Kooperationsbeziehung beider Systeme ein. Den beiden Referenten, Herrn Prof. Dr. Dipl.-Psych. Michael Huss (Universitätsmedizin Mainz) und seinem Kollegen, Herrn Prof. Dr. Christian von Wolffersdorff (Universität Leipzig em.), gelang es in ihren Vorträgen, einen Blick auf den aktuellen Stand der Diskussion in Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie zu werfen und die neue und alte Frage nach der Kooperation zwischen beiden Systemen aus der Sicht ihrer jeweiligen Profession zu stellen, ohne dabei jedoch die Perspektive der jeweils anderen zu vernachlässigen. Prof. Huss brachte dies mit seinem Statement „Interdisziplinarität fängt in den Köpfen an und spiegelt sich in den Institutionen“ auf den Punkt.

Am Nachmittag gab es für die Teilnehmenden Gelegenheit, in 6 interdisziplinär besetzten Workshops erfolgreiche regionale Kooperationsmodelle von Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie in Rheinland-Pfalz kennen zu lernen und deren Ansätze und Erfahrungen kritisch zu diskutieren.

Im Abschlussgespräch diskutierte Frau Birgit Zeller, Leiterin des Landesjugendamtes, anhand der 6 Ks guter Kooperation (Kennenlernen, Kommunikation, Konfliktfähigkeit, Kontinuität, Kommunalität, Koordination) in anregender Weise die in den Workshops erarbeiteten Inhalte, wobei auch noch ein siebtes K, die Kreativität angeregt wurde. Insgesamt zeigte sich trotz hier und dort vorhandener Potentiale zur Optimierung, dass die Kooperation von Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie in vielen Regionen von Rheinland-Pfalz auf hohem Niveau stattfindet.

Quelle: Aktuelle Meldung des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz vom 14.11.2011

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Studie zeigt deutlichen Rückgang bei Fällen sexueller Gewalt

Posted on Oktober 27, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , |

Um Kinder und Jugendliche besser vor sexualisierter Gewalt zu schützen, bedarf es aktueller, wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse zum Thema Missbrauch. Dies ist eine wichtige Erkenntnis, zu der der Runde Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen sowie im familiären Bereich“ der Bundesregierung gelangt ist. Die bisher einzige deutsche repräsentative Befragung zu diesem Thema stammt jedoch aus dem Jahre 1992. Aus diesem Grund fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit letztem Herbst eine Aktualisierung und vor allem Erweiterung der Studie. Befragt wurden rund 11.500 Personen im Alter von 16 bis 40 Jahren. 1992 waren es 3.300 Teilnehmer. Die aktuelle Befragung schließt auch die größten Migrantengruppen mit ein.

„Die Erkenntnisse und Daten werden uns dabei helfen zu beurteilen, welche Strukturen den sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen begünstigen und wie wir Kinder besser schützen können“, betonte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am 18. Oktober in Berlin. Hier stellte sie zusammen mit Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), erste Ergebnisse der Dunkelfeldstudie vor, die Ende 2013 komplett abgeschlossen sein wird. Das KFN realisierte die Befragung – wie schon die Untersuchung von 1992.

„Im Vergleich zu der Situation vor fast 20 Jahren ist ein deutlicher Rückgang bei Fällen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen zu verzeichnen“, betonte Schavan. Der Rückgang betreffe vor allem den sexuellen Missbrauch innerhalb der Familie. Zur Erklärung verweist Christian Pfeiffer unter anderem darauf, dass die Anzeigebereitschaft der Opfer deutlich gestiegen sei. „Während in den 80er Jahren im Durchschnitt nur etwa jeder zwölfte Täter damit rechnen musste, dass er zur Verantwortung gezogen wird, trifft es heute jeden dritten.“ Ministerin Schavan: „Die öffentliche Debatte über dieses Thema, auch im Rahmen des Runden Tisches der Bundesregierung, wird Betroffene weiter darin bestärken, solche Taten anzuzeigen.“

„Wir schaffen eine größere Forschungslandschaft in diesem Bereich, deren Ergebnisse in die Praxis einfließen werden. Das trägt zu einer weiteren Enttabuisierung des Themas in allen gesellschaftlichen Bereichen bei. So machen wir wichtige Schritte auf dem Weg zu einer Kultur des Hinsehens“, sagte Schavan. Das BMBF hat 30 Millionen Euro für die Forschung zu Missbrauch und sexualisierter Gewalt zur Verfügung gestellt. In einem Forschungsnetz sollen die besten Wissenschaftler aus der medizinischen, psychologischen und sozialwissenschaftlichen Forschung zusammenarbeiten. „Ziel ist die Entwicklung von Maßnahmen für eine bessere Prävention von Gewalt an Kindern und für eine wirksame Therapie von Betroffenen“, bekräftigte die Ministerin.
Die Einrichtung von Juniorprofessuren und Forschungsprojekten soll das Themenfeld in der Wissenschaft etablieren. Nur wenn es gelingt, das Thema in den Hochschulen zu verankern, kann mit einer nachhaltigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung gerechnet werden.
Ausschreibungen in der Gesundheits- und Bildungsforschung wurden bereits bekannt gegeben. Viele Skizzen, Ideen und Anträge haben das Bundesministerium daraufhin erreicht. Diese wurden von Experten begutachtet und werden in großem Umfang gefördert. So wird zum Beispiel die Erforschung von Therapiemöglichkeiten zur Stabilisierung der psychischen Gesundheit von Betroffenen von sexueller Gewalt finanziell vom BMBF unterstützt. Zudem entwickelt das BMBF Empfehlungen für die Aus- und Fortbildung zum Umgang mit Missbrauchsfällen.

Weitere Informationen

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 18.10.2011

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2010: Hilfen zur Erziehung überwiegend für Kinder

Posted on September 23, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Im Jahr 2010 haben rund 367 000 Kinder bis 13 Jahre in Deutschland eine erzieherische Hilfe durch das Jugendamt oder in einer Erziehungsberatungsstelle neu begonnen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltkindertags am 20. September 2011 weiter mitteilt, entspricht dies einem Anteil von knapp 71 % an allen Hilfen zur Erziehung. Insgesamt begannen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im vergangenen Jahr rund 519 000 erzieherische Unterstützungen.

Den größten Anteil unter allen neu gewährten erzieherischen Hilfen hatte mit gut 66 % die Erziehungsberatung – insgesamt 314 000 junge Menschen nahmen sie im Jahr 2010 neu in Anspruch. Dabei wurden knapp drei Viertel (74 %) dieser Beratungen von Kindern begonnen (rund 231 000 Fälle). 61 000 Erziehungsberatungen (19 %) gewährten die Beratungsstellen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Junge Erwachsene unter 27 Jahren nahmen rund 22 000 beziehungsweise 7 % der Beratungen neu in Anspruch.

An der familienergänzenden Hilfe in Form einer Tagesgruppenerziehung waren Kinder anteilsmäßig am häufigsten beteiligt. Von insgesamt knapp 9 000 erzieherischen Unterstützungen, die ausschließlich an Minderjährige gerichtet sind, begannen gut 8 000 Kinder (93 %) die Förderung in einer Tagesgruppe. Jugendlichen wurde diese Hilfe 600-mal neu gewährt. Ziel der Erziehung in einer Tagesgruppe ist im Wesentlichen die Förderung der schulischen Entwicklung sowie des sozial-emotionalen Verhaltens.

Auch familienorientierte Hilfen, wie zum Beispiel die sozialpädagogische Familienhilfe, begannen Kinder weit häufiger als Jugendliche: Insgesamt nahmen knapp 98 000 junge Menschen – zusammen mit ihren Eltern – eine familienorientierte Hilfe neu in Anspruch. Davon waren rund 80 000 bis 13 Jahre alt (82 %).

Ähnlich hoch war der Anteil von Kindern, denen eine Vollzeitpflege in einer anderen Familie neu gewährt wurde. An über 12 000 von den insgesamt gut 15 000 Vollzeitpflegen waren Kinder beteiligt (81 %). Darunter hatten knapp 5 000 Kinder das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet.

Quelle: Pressemitteilung Nr.341 des Statistischen Bundesamtes vom 19.09.2011

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Fachtagung „Geschwister in der stationären Erziehungshilfe“ am 11./12.10. in Koblenz

Posted on August 13, 2011. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Der SOS-Kinderdorf e.V. und die Universität Koblenz-Landau laden Fachkräfte von öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe sowie Interessierte aus Hochschulen, Fachverbänden und Familiengerichten vom 11. bis 12.10. nach Koblenz ein zur Fachtagung „Geschwister in der stationären Erziehungshilfe“.

Geschwisterbeziehungen sind im Leben von jungen und erwachsenen Menschen von großer Bedeutung. In der Kinder- und Jugendhilfe ist das Thema allerdings fachlich bisher kaum systematisch im Blick. Sowohl bei der Vorbereitung einer Fremdunterbringung als auch im Verlauf der Betreuung von Geschwisterkindern tritt regelmäßig die Frage auf, welche Bedeutung die Kinder füreinander haben, und welche Rolle der Geschwisterverband für das einzelne Kind spielt: belastet oder unterstützt er es mehr dabei, mit der neuen Lebenssituation zurechtzukommen?

Mit dem Ziel, zu einem tieferen Verstehen von Beziehungsdynamiken zwischen Geschwistern in Settings der stationären Erziehungshilfe beizutragen und Entscheidungen bei der Unterbringung zu unterstützen, hat der SOS-Kinderdorf e.V. mehrere Expertisen und zwei empirische Projekte initiiert.

Auf dieser Fachtagung werden die Ergebnisse aus den beiden Erhebungsprojekten präsentiert. Prof. Dr. Klaus Wolf wird über die Erfahrungen berichten, die Geschwisterkinder in verschiedenen Konstellationen in der Fremdunterbringung gemacht haben. Prof. Dr. Christian Schrapper wird Erkenntnisse zu der Frage vorstellen, welche methodischen Grundlagen zur Beurteilung der Bedeutung von Geschwisterbeziehungen herangezogen werden

In anschließenden Arbeitsgruppen sollen die Befunde mit den Erfahrungen der pädagogischen Praxis verbunden werden. In den Foren des zweiten Tages wird der Anschluss der Projektergebnisse hergestellt zu aktuellen Arbeitsansätzen der Kinder- und Jugendhilfe.

Prof. Dr. Heiner Keupp, Vorsitzender der Kommission des 13. Kinder- und Jugendberichts, wird in seinem Schlussvortrag die Geschwisterthematik im Kontext der Anforderungen diskutieren, denen sich junge Menschen auf ihrem Weg in ihre Zukunft heute zu stellen haben.

nähere Informationen

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In Thüringen wurden im Jahr 2010 mehr als 21 000 Hilfen zur Erziehung geleistet, 23 329 junge Menschen waren betroffen

Posted on August 10, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Thüringen | Schlagwörter: , , , , , |

Im Jahr 2010 wurden in Thüringen von den öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe 21 046 Hilfen zur Erziehung und 729 Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen geleistet. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik wurden von den insgesamt 21 775 Hilfen 11 964 Hilfen (54,9 Prozent) im Laufe des Jahres beendet und 9 811 (45,1 Prozent) dauerten am 31. Dezember 2010 noch an. Im Jahr 2009 wurden von den insgesamt gewährten 21 545 Hilfen 12 253 bzw. 56,9 Prozent im Laufe des Jahres beendet und 9 292 Hilfen bzw. 43,1 Prozent über das Jahresende hinaus geleistet.

Mit fast zwei Drittel (13 377 Hilfen bzw. 61,4 Prozent) bildeten im Jahr 2010 Erziehungsberatungen den Schwerpunkt bei den Hilfen zur Erziehung. An zweiter Stelle stand mit 2 161 Fällen die Hilfeart Heimerziehung/sonstige betreute Wohnform mit einem Anteil von 9,9 Prozent und 7,1 Prozent bzw. 1 542 Hilfen entfielen auf die Vollzeitpflege. In weiteren 1 392 Fällen bzw. 6,4 Prozent erfolgte die Hilfe zur Erziehung in Form von sozialpädagogischer Familienhilfe.

Von den 21 046 erzieherischen Hilfen waren 9 436 junge Menschen (44,8 Prozent) von allein erziehenden Elternteilen betroffen. Fast die Hälfte der Familien mit diesen Hilfen (45,8 Prozent) bezog Transferleistungen.

Viele der erzieherischen Hilfen beziehen sich ausschließlich auf den jungen Menschen, andere wiederum sind familienorientiert. Insgesamt lebten 23 329 junge Menschen in Familien, die Hilfe zur Erziehung in Anspruch nahmen.

Mehr als ein Viertel von ihnen (6 077 Kinder bzw. 26,0 Prozent) waren noch keine 6 Jahre alt. Weitere 8 709 Kinder bzw. 37,3 Prozent waren im Alter zwischen 6 und 12 Jahren, 6 799 Kinder und Jugendliche bzw. 29,1 Prozent waren im Alter zwischen 12 und 18 Jahren und 1 744 bzw. 7,5 Prozent waren junge Volljährige, die das 18. Lebensjahr bereits vollendet hatten.

Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik vom 04.08.2011

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Fachtag „Die Bedeutung der Bindungstheorie in der Praxis der stationären und teilstationären Jugendhilfe“ am 06.10. in Augsburg

Posted on August 9, 2011. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Zum Thema: „Die Bedeutung der Bindungstheorie in der Praxis der stationären und teilstationären Jugendhilfe“  findet am 06.10. in Augsburg ein Fachtag mit dem Bindungsforscher OA PD Dr. med. Karl Heinz Brisch von der Ludwig-Maximilians-Universität München statt. Veranstalter ist der VPK Landesverband Bayern e.V.

Veranstaltungsflyer mit Anmeldung

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Abschlussveranstaltung zum Projekt „Kleine Kinder in stationären Hilfen“ am 06.10. in Münster

Posted on August 8, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe sind aktuell mit einer zunehmenden Anzahl von kleinen Kindern in stationären Hilfen konfrontiert, die aufgrund von akuten Krisen untergebracht werden müssen. Diese Kinder werden bevorzugt in Pflegefamilien, aber auch in Gruppensettings betreut. Vergleichsweise lange Unterbringungen mit häufig unklarer Verbleibsperspektive prägen die Hilfeverläufe.

Vor diesem Hintergrund startete die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe in Kooperation mit der Fachhochschule Münster im August 2010 ein Praxisentwicklungsprojekt. Ziel des Projekts war es, zum einen die zentralen Herausforderungen beim Umgang mit jüngeren Kindern in stationären Hilfen zu systematisieren. Zum anderen sollen die Ergebnisse dazu beitragen, Konzeptbausteine und Verfahrenstandards für die Arbeit mit Kindern unter sechs Jahren zu entwickeln sowie das Management von Übergängen in andere Settings zu verbessern.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung werden die Ergebnisse des Projekts präsentiert und hierbei sowohl die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen der wissenschaftlichen Begleitung als auch die Eindrücke der beteiligten Einrichtungen vorgestellt. Bei der Auswahl der Arbeitsgruppen wurden Themenbereiche gewählt, die sich im Verlauf des Projekts als besonders bedeutsam herausgestellt haben.

Die Tagung findet am 06. Oktober 2011 statt. Tagungsort ist die Geschäftsstelle Münster der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, Friesenring 32-34, 48147 Münster.

Anmeldeschluss ist der 07. 09.2011.

Programmflyer mit Anmeldeformular

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„Traumatisierte Mädchen und Jungen – Hilfe und Stabilisierung durch die Jugendhilfe“ am 19./20.09. in Leipzig

Posted on Juli 22, 2011. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Sachsen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Zum Fachkongress 2011 „Traumatisierte Mädchen und Jungen – Hilfe und Stabilisierung durch die Jugendhilfe“ bitten Die Kinderschutz-Zentren am 19./20.09. nach Leipzig.

Der Kongress richtet sich an Pädagog(inn)en, Sozialarbeiter(innen) und Psycholog(inn)en aus den verschiedenen Einrichtungen der Jugendhilfe, an Kinder und Jugendpsychotherapeut(inn)en und an Erzieher(innen), die mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern arbeiten.

Mitarbeiter(innen) der Jugendhilfe begegnen in ihrer Arbeit täglich traumatisierten Kindern und Jugendlichen und fühlen sich – wie auch die Eltern – oft unsicher im Umgang mit den Betroffenen.

Traumatisierte Kinder und Jugendliche zeigen besondere Verhaltensweisen, die im familiären Alltag und im Rahmen von ambulanten und stationären Hilfen immer wieder zu Überforderung und daraus resultierend zu unangemessenen Reaktionsketten und Hilfeabbrüchen führen. So gelten sie z.B. häufig als nicht tragbar für eine Einrichtung und werden in die nächste (therapeutische) Maßnahme weitergeleitet. Dabei brauchen gerade diese Kinder auf Seiten der professionellen Helfer(innen) und ihres Bezugssystems Sicherheit und ein Gefühl der Zuverlässigkeit von Beziehungen.

Der Fachkongress will für die besondere Problematik von traumatisierten Kindern und Jugendlichen sensibilisieren und Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung aufzeigen. Unter anderem werden folgende Fragen thematisiert:

  • Was müssen Eltern und Pädagog(inn)en wissen, um die Verhaltensweisen von traumatisierten Kindern und Jugendlichen im Alltag besser zu verstehen?
  • Welche Auswirkungen haben traumatische Erlebnisse auf die Entwicklung und das Verhalten von betroffenen Kindern und Jugendlichen?
  • Was bedeuten diese Erkenntnisse für das pädagogische Handeln? Wie kann der Alltag der Kinder sicher und vorhersehbar gestaltet werden?

Zentrale Fragestellungen des Kongresses sind:

  • Wie können traumatisierte Kinder und ihr Bezugssystem im Kontext Pflegefamilie unterstützt und begleitet werden?
  • Wie können Eltern, Pädagog(inn)en und Therapeut(inn)en mit den eigenen Belastungen im Kontakt mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen umgehen?

nähere Informationen

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